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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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CIRCUS ANTARCTICA – Teil 1: Klassifikation und Berichterstattung

CIRCUS ANTARCTICA – Teil 2: Fortbewegungsmittel und historische Hintergründe
CIRCUS ANTARCTICA – Teil 3: Das Polarexpeditions-Klassifikations-Schema

Titelbild: In den Filchner-Bergen im ostantarktischen König-Maud-Land (auch „Neuschwabenland“) erschweren sturmgefräste Sastrugis und messerharter Schnee das Schlittenreisen. Foto: Christoph Höbenreich 2015

Während es im Alpinismus und im Klettersport oder auch im Segel-, Paragleit- und Kanusport längst anerkannte Klassifikationssysteme gibt, um nicht nur die Schwierigkeiten des Sports bewertbar, sondern auch die erbrachten Leistungen vergleichbar zu machen, gibt es diese für sportlich ambitionierte Eisreisen in Polargebiete bisher nur in Ansätzen. Ein neues Klassifikationsmodell soll mehr Klarheit und Struktur in den Vergleich moderner Polarexpeditionen und für Extremsportler bringen, die an den Enden der Erde neue Rekorde aufstellen wollen. Ein kurzer Abriss des modernen Polarexpeditionsgeschehens in der Antarktika.

Abb. 2 Nach ihrer Testexpedition 2005 kämpft sich die Norwegerin Cecilie Skog während der ersten inneren Skidurchquerung Antarktikas ohne Windsegel 2009/10 mit ihrem anfangs 135 Kilogramm schweren Polarschlitten über das Südpolarplateau. Foto: Ryan Waters 2010

Wozu klassifizieren?

Heute geht es bei Polarreisen natürlich längst nicht mehr um Eroberungen oder gar die Befriedigung nationaler Interessen, sondern um persönliche Ziele und sportliche Herausforderungen. Die Expeditionen der Gegenwart kann man auch unmöglich mit denen der Pioniere und Entdecker vergleichen. Schon mit Blick auf moderne Ausrüstung, Satellitennavigations- und Kommunikationsgeräte sowie Versorgungs- und Rettungsmöglichkeiten verbietet es sich eigentlich, sich heute überhaupt noch irgendwelche Polarmedaillen umzuhängen.

Was ist aber auch in unserer High-Tech-Welt noch eine Pionierleistung und Vorher-noch-nie-Versuchtes? Was ein Abenteuer und Wagnis an der Grenze des Unmöglichen? Was eine sportliche Herausforderung? Und was nur Scheinabenteuer? Die sportlichen Spitzenleistungen moderner Polarathleten zu objektivieren und vergleichbar zu machen, ist eine Herausforderung, zumal Zielsetzungen, Arten möglicher Unterstützung und vor allem Fortbewegungstechniken sehr unterschiedlich sind.

Trotz – oder gerade wegen – der wachsenden Zahl an Polarreisenden sowie des hohen Interesses der Medien und Sponsoren macht es das Fehlen eines etablierten Klassifizierungssystems für Polarexpeditionen leicht, sich im Lichte der Öffentlichkeit nach dem Motto „Mehr Schein als Sein“ zu inszenieren. Um Sponsoren zur Finanzierung polarer Träume gewinnen zu können, darf es auch nicht verwundern, dass in geschickter Selbstvermarktung bisweilen auch die Idee aufkommt, einen „Weltrekord“ aufstellen zu wollen, so als ob man Expeditionen gar mit Wettkämpfen auf normierten Rennbahnen vergleichen könnte.

Das Schlagwort „Rekord“ ist im Zirkus medienwirksamer Eitelkeiten und im Wettlauf um die Gunst von Großsponsoren aber naheliegend, zumal es auch von uninformierten Lesern leicht verstanden wird. Zwar sind die einzigartigen Erlebniswerte und das Flair einer Polarexpedition meiner Ansicht nach nicht in Rekordmarken, -zeiten oder -distanzen zu finden, sondern haben eine ganz andere Dimension.

Im Lichte der Rekordsuchenden mit beinahe irrwitziger No-Limits-Mentalität erscheint das aber als geradezu romantische Träumerei. Das Verschieben von Grenzleistungen und das Streben nach Rekorden ist ja nur allzu menschlich. Dadurch sind auch moderne Polarexpeditionen kompetitiv und wettbewerbsfähig. Und daher wurde in dem Bereich, in dem jeder für sich behaupten kann, die schnellste, längste, extremste oder außergewöhnlichste Leistung erbracht zu haben, der Ruf nach einem objektiven Vergleichssystem laut.

Natürlich kann und soll in der Wildnis der Antarktis und der Arktis glücklicherweise jeder/jede alles tun und lassen können, was er/sie will (vorausgesetzt, er/sie hält sich an die jeweiligen Gesetze und behördlichen Auflagen), egal ob Spaß und Spiel, Vorstöße und Entdeckungen in Neuland oder sportliche Höchstleistungen.

Polarreisen sollen auch nicht kategorisch in Schubladen gesteckt werden.
Aber sobald man an die Öffentlichkeit geht oder gar messbare Rekorde anpeilt, wird die Aktivität zwangsläufig mit anderen verglichen. Und dazu braucht es einheitliche Maßstäbe und Terminologie. Sind Unterschiede in den zurückgelegten Distanzen noch relativ leicht verständlich, führen Ethik- und Stilfragen bei polaren Expeditionen – ebenso wie im Spitzenalpinismus – aber beinahe ins Esoterische und können fast nur mehr von Insidern richtig beurteilt werden.

Die allgemeine Öffentlichkeit hingegen kann die feinen, aber oft entscheidenden Unterschiede in der Regel kaum mehr differenzieren. Und wenn dann noch Halbwahrheiten oder das Verschweigen von Tatsachen die Qualität der Wahrheit ersetzen, wird die Differenzierung zwischen vorgegebener und tatsächlicher Leistung unmöglich und werden Vergleiche ad absurdum geführt.

Gerade im menschlichen Grenzbereich ist es daher nicht egal, mit welchen Mitteln und Aussagen gearbeitet wird. Denn wenn Berichterstattung oder Sprache beliebig werden, werden am Ende der Welt und überall dort, wo es keine Schiedsrichter gibt, Werte und Maßstäbe belanglos.

Die Polargebiete sind die entlegensten Abenteuerspielplätze für Neulandsucher und Extremabenteurer. Sie liegen aber nicht nur an den „Enden“ der Erde, sondern meist auch in der entfernten Peripherie des öffentlichen Bewusstseins. Im goldenen Zeitalter der Entdeckungen waren Abenteurer die treibende Kraft bei der Erweiterung unseres geografischen Wissens über die unbekannten Regionen des Planeten. Vielfach prägen ihre spannenden Heldentaten auch heute noch die Vorstellungen vieler Menschen über die Antarktis.

Es darf aber auch nicht verwundern, dass moderne Expeditionsberichte oft nicht wirklich verstanden und eingeordnet werden können, wenn sich selbst Teilnehmer/innen luxuriöser Kreuzfahrten an die antarktische Halbinsel bereits auf „Südpolexpedition“ wähnen (obwohl man dort oft nicht einmal den südlichen Polarkreis überschreitet) und sich gar wundern, wieso denn all die Pinguine nicht schon längst von Eisbären gefressen wurden?

Schuld an der kollektiven Orientierungslosigkeit sind aber die Protagonist/innen bisweilen oft selbst, denn immer wieder lässt auch ihre eigene Berichterstattung, bewusst oder unbewusst, zu wünschen übrig. Wird der Einsatz oder der Verzicht auf vorher eingeflogene Depots oder Versorgungsflüge bei Expeditionen meist noch erwähnt, wird von den „Explorern“ – wie sich Polreisende gerne nennen – in der öffentlichen Darstellung nicht selten geschickt unterdrückt oder ganz verschwiegen, dass sie von Profis geführt wurden. So als ob das ihre Leistung schmälern würde.

Und wie können schließlich die historischen Leistungen eines Will Stegers, Reinhold Messners, Børge Ouslands, Rune Gjeldnes oder vieler anderer als Pionier- oder Höchstleistungen verstanden werden, wenn schon verkürzte Wettrennen, fahrzeugunterstützte oder andere touristische Unternehmungen wie „das letzte große Abenteuer der Menschheit“ dargestellt werden oder unerfahrene Skiläufer auf ihren „Rekordexpeditionen“ eigentlich einer ausgesteckten und präparierten Piste folgen?

Der Wert einer Unternehmung oder ihre Bedeutung für die Gesellschaft können natürlich diskutiert werden. Um aber Entwicklungen und Unterschiede von Polarexpeditionen überhaupt relativieren und realistisch bewerten zu können, sind erstens ein grundlegendes Verständnis geografischer Fakten und historischer Hintergründe und zweitens eine wahrheitsgemäße und seriöse Berichterstattung über Vorhaben und tatsächlich erbrachte Leistungen mit einer adäquaten Sprache erforderlich.

Die Maxime der UIAA-Tirol Deklaration,1 die im internationalen Jahr der Berge 2002 in Innsbruck für den Bergsport verfasst wurde, lassen sich auch auf Polarexpeditionen übertragen: „Bergsportler sollten peinlichst auf eine realistische Information zu ihren Aktivitäten achten. Ein genauer Bericht fördert nicht nur die Glaubwürdigkeit des Kletterers oder Bergsteigers, sondern auch das öffentliche Ansehen seines Sports.“ Nichts anderes gilt für Polarathleten.

Seriöse und transparente Berichterstattung – oder mehr Schein als Sein?

„Weltrekord am Südpol“ ließ Anfang 2006 der Wiener Wolfgang Melchior2 als Teilnehmer einer geführten Reisegruppe über seine 893 Kilometer und 33 Tage lange Skireise vollmundig verlautbaren. Der damals 50-Jährige plante, „als erster Mensch in nur 40 Tagen ohne technische Hilfsmittel“ zum Südpol zu marschieren.

Maßgeblich für den vermeintlichen Rekord war aber nicht etwa eine stärkere Gehleistung als vorhergehende Polreisende, sondern einfach eine deutlich verkürzte Strecke, da der Reiseveranstalter einen dem Pol viel näher gelegenen Ausgangspunkt3 als bislang üblich wählte.

Man bricht aber keinen 100 Meter Sprintrekord, indem man nur 80 Meter läuft. Es hatte auch niemand sonst aus dem Team das Bedürfnis, die schöne Idee einer neuen, kürzeren Route zum Südpol zu einem „Weltrekord“ hochzustilisieren. Und auch die Pressemitteilung, als erster Österreicher den Südpol „ohne fremde Hilfe und nur mit selbst gezogenen Schlitten“ erreicht zu haben, relativiert sich, wenn man weiß, dass ihm als Hilfestellung viel Material aus seinem Schlitten abgenommen und von den anderen geschleppt werden musste, um die Expedition nicht scheitern zu lassen, wie die Norwegerin Cecile Skog (Abb. 2) in ihrem Expeditionsbericht schrieb.4

Sie selbst nahm dem Österreicher 25 Kilogramm Material ab. Melchior erhielt schließlich den Staatspreis für Kommunikation und Public Relation. 2008 führte übrigens dann der Norweger Christian Eide auf der gleichen Strecke ein Team in nur 24 Tagen zum Südpol.

Gar das „letzte große Abenteuer der Menschheit“ rekonstruieren wollte zum Jahreswechsel 2010/11 der 400 Kilometer lange „Wettlauf zum Südpol“5 zwischen einem österreichischen und einem deutschen Skiteam mit den prominenten Teilnehmern Hermann Maier und Markus Lanz vor den Kameras des ORF und ZDF. Es sollte eine Hommage an den legendären Wettlauf zwischen Roald Amundsen und Robert Falcon Scott sein.

Auch wenn die Naturverhältnisse am Südpolarplateau noch immer gleich hart waren und die TV-Aktion den Athleten eine respektable sportliche Leistung abverlangte, so mutete diese doch als eher merkwürdiger Vergleich mit den historischen Kontrahenten an und wurde auch nicht wirklich seriös genommen. Denn der erfolgreiche Norweger und der tragisch gescheiterte Brite hatten zur Eroberung des Südpols 1911/12 die fast siebenfache Strecke von hin und retour 2.700 Kilometern über unbekanntes Terrain, ohne Fahrzeugbegleitung, Satellitenverbindung zur Außenwelt und Rückholversicherung zu erforschen.

Wie hätten Amundsen und Scott reagiert, wenn sie erfahren hätten, dass ihrer großartigen Entdeckungsreisen einmal bloß durch ein geschickt in Szene gesetztes Sportevent erinnert werden sollte?
Eiskalt erwischt hat es 2015 den deutschen Martin Szwed, der den Südpol solo in einer Zeit von nur 14 Tagen und 18 Stunden für eine Strecke von 1.130 Kilometern erreicht haben wollte – fast zehn (!) Tage schneller als der norwegische Profiabenteurer Christian Eide6 vier Jahre zuvor auf seiner zweiten Südpoltour – und sich dann aber auf der Suche nach Anerkennung in einem Gewirr aus Lügen, Täuschungen und Hochstapelei7 verfing. Letztlich stellte sich heraus, dass Szwed gar nicht am Südpol war.

2018 publizierte der 33-jährige Amerikaner Colin O’Brady, dass ihm nach 54 Tagen und 1.455 Kilometer Strecke als erstem Menschen ein „Solo Unassisted Unsupported Crossing of Antarctica“ und vor allem eine vorher gar für „unmöglich“8 gehaltene Leistung gelungen sei.

Die an sich seriöse „New York Times“ beschrieb die Expedition unreflektiert als eine der bemerkenswertesten Errungenschaften in der Polargeschichte. Das sorgte für Diskussionen in der Fachwelt. Schließlich nahm sich das renommierte Fachmagazin „National Geographic“9 der Sache an und recherchierte kritisch und aufschlussreich: O’Brady startete und beendete seine Expedition an den inneren Kontinentalrändern des Ronne-Filchner- bzw. Ross-Schelfeises, benützte eine häufig begangene Route und folgte ab dem Südpol sogar einfach der South Pole Traverse, einer zur Versorgung der US Amundsen-Scott South Pole Station im Jahr 2006 markierten und gesicherten Eispiste, auch „McMurdo – South Pole Highway“ (Abb. 3) genannt.

Hier werden Gletscherspalten aufgefüllt und die sturmzerfurchte Oberfläche (Sastrugis, Abb. 1) ist durch tonnenschwere Zugfahrzeuge und Tankschlitten planiert, was Skiläufern das Vorwärtskommen wesentlich erleichtert – und Radfahrern praktisch erst ermöglicht.

Wie sind all diese an sich ja bemerkenswerten sportlichen Leistungen aber zu vergleichen mit beispielsweise jener des damals 34-jährigen Norwegers Børge Ousland,10 der bereits 1997 als erster Mensch alleine, mit Ski, Schlitten und einfachem Zugschirm, über den gesamten gefrorenen Kontinent gezogen war: Satte 2.845 Kilometer in 64 Tagen – vom äußeren Kontinentalrand des Ronne-Filchner-Schelfeises zum Südpol, über den zerklüfteten Axel-Heiberg-Gletscher durch das Transantarktische Gebirge und über das gesamte Ross-Schelfeis bis zur US-Polarsiedlung McMurdo an der gegenüberliegenden Meeresküste?

Quellen

Tirol Deklaration

Der Standard, 10.01.2006

Der Ausgangspunkt auf 82°20’S, 65°00’W ist heute ein beliebter Startpunkt und wird auch als „Messner Start“ bezeichnet.

Cecile Skog: Den Himmel berühren. Mein Weg auf die höchsten Gipfel und an die Pole. München, 2009, S. 91

APA 28.11.2013

GWR

Der Spiegel, 28.02.2015

Colin O’Brady: The Impossible First. New York, 2020

National Geographic, 02.03.2020

Børge Ousland: Alone Across Antarctica. Oslo, 1997