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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Vivian Bruchez: „Steilwandskifahren ist Teil meiner Mission“

Vivian Bruchez erreiche ich per Videocall – mitten im französischen Lockdown im April 2020. Von seinem Wohnort aus darf man sich dort maximal 1 Kilometer weit entfernen. Das Wetter ist seit drei Wochen schön, es liegt Schnee. Mit Vivian ins Gespräch zu kommen, war einfach. Über Social Media angeschrieben und schon hatten wir einen Termin. Wie derzeit jeder reden wir erst über die Corona-Situation, kommen aber schnell zum eigentlichen Thema unseres Austausches: Steilwandskifahren. In diesem Metier ist Vivian aktuell tonangebend.

Ich habe meine Wurzeln in Chamonix! Ich bin hier geboren und lebe in Chamonix. Meine Familie stammt aus Chamonix, und soweit ich weiß, haben meine Vorfahren bereits im 17. Jahrhundert hier gelebt. Ich bin unter gewaltigen Gipfeln hier groß geworden.

In Chamonix aufzuwachsen bedeutete für mich, dass ich viel Abfahrtsski gefahren bin. Viele Rennen. Und ich habe sehr gute Erinnerungen an diese Zeit, weil wir hier in einem richtigen Team waren. Wir standen uns alle sehr nahe und das hält bis heute an. Von Anfang an bis heute waren immer die gleichen Leute in dieser Gruppe. Und es ist kurios, weil wir als Kinder sehr gut in alpinen Skiwettbewerben waren, aber keiner von uns es bis zum Weltcup geschafft hat, oder nur ein oder zwei von uns. Aber die meisten von uns haben bei der Freeride Wold Tour im Skifahren oder im Snowboarden gewonnen. Wir sind zu Bergsteigern und Alpinisten auf sehr hohem Niveau geworden. Unsere Ausbildung, unser Klassenzimmer, war der Abfahrtsskilauf. Aber nach der Zeit dort, während wir in Chamonix aufwuchsen und von den hohen Bergen hier inspiriert wurden, kam sehr schnell eine Vielfalt von Disziplinen hinzu. Es war also gut, zunächst gegen die Stoppuhr anzutreten – aber danach wollten wir alle in den Bergen, wo wir mehr Freiheit fanden, etwas Anderes tun. Und ich glaube, dass dies eher der Weg der Kinder aus Chamonix ist. Am Anfang gegeneinander antreten und dann in den Bergen die Freiheit suchen.

Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber das kam ganz von selbst. Ältere Freunde und auch die vorhergehenden Generationen waren unsere Inspiration. Wir schauten zu ihnen auf, wie sie mit uns in der Gondel der Aiguille de Midi fuhren. Da oben haben die Berge dann eine andere Dimension und sie kannten sich aus.

Als Kinder sind wir die meiste Zeit im Stangenwald auf den Skipisten im Tal geblieben. Das ist wie eingezäunt sein. Aber dann, ganz klar, wenn man erwachsen wird, möchte man über die Grenzen der Skipisten hinausgehen, höher! Und man möchte von den Gipfeln der Berge aus abfahren. Und genau hier haben wir diese Möglichkeit, wir können nach oben. Ich kenne und verstehe die Unterschiede zwischen Kindern aus Chamonix und aus anderen Skigebieten. Wir kommen sehr leicht ins Hochgebirge, fahren auf Gletschern Ski und haben sehr technisches und anspruchsvolles Skibergsteigen direkt vor unserer Haustür. Andere müssen dafür weit reisen. An einem normalen Skitag abseits der Piste in Chamonix hat man 30-50 Meter Seil im Rucksack, einen Helm, einen Eispickel, Eisschrauben, eine Menge Ausrüstung. Wenn man woanders Skifahren oder Freeriden geht, z.B. in den Dolomiten, braucht man das alles meistens gar nicht. Als Kind aus Chamonix ist man also von Anfang an dabei im alpinistischen Spiel.

Exakt als ich 18 Jahre alt war. Ich nahm noch an Abfahrtswettkämpfen teil, aber die hohen Berge hier haben mich inspiriert. Als ich am Ende meiner Karriere im alpinen Skisport stand, hatte ich mehrere Wahlmöglichkeiten. An Freeride- oder Skicross-Wettkämpfen teilzunehmen etwa und genau das versuchte ich ein Jahr lang. Aber ich war motiviert, etwas Steiles mit Skiern zu befahren, weil es die Mischung aus Skifahren und Alpinismus war. Und als ich gerade mal 19 Jahre alt war fuhr ich solo das Mallory Couloir hinunter. Ich bin keiner Spur gefolgt, sondern habe das ganz alleine gemacht. Und ich hatte sofort das Gefühl, dass dies genau mein Ding war. Meine Freunde verstanden das nicht und fragten mich, warum ich unbedingt so steil abfahren wollte. Sie hätten gerne gehabt, dass ich an den Freeride-Wettbewerben teilnehme. Aber ich sagte: „Nein, nein! Ich will Steilwandskifahren gehen! Es fühlt sich richtig an!“

Seitdem konzentriere ich mich darauf. Natürlich fahre ich auch noch normal Ski, aber mein Fokus ist klar.

Auf jeden Fall! Und diese Abfahrt muss ein so großes Ziel sein, denn es ist eine wirklich schwierige Abfahrt! Sie ist sehr ernst und kann Folgen haben! Das ist der Grund, warum es für mich wichtig war, es alleine zu machen. Wenn man einem Freund oder einer anderen Person folgt, bekommt man eine Menge Hilfe. Aber für mich ist das alles in mir selbst geschehen. Ich erinnere mich deshalb so gut daran, weil es einen Klick in mir machte. Normalerweise fahre ich nicht viel alleine Ski. Ich bin lieber mit anderen zusammen und diskutiere. Bei dieser Abfahrt habe ich mir Zeit gelassen, auf die Linie geschaut, alles perfekt organisiert und nie Stress empfunden. Ich war in meinem Element und das war das beste Gefühl überhaupt. Es war nicht meine erste steile Steilwandabfahrt – aber es war eine sehr wichtige für mich. Ich fühlte mich an diesem Ort und in diesem Moment sehr gut. Danach war es ganz selbstverständlich, damit weiterzumachen und meine Erfahrung weiter auszubauen.

Zu dieser Zeit habe ich bereits begonnen die Bergführerprüfungen abzulegen. Ich bin viel geklettert, war gut auf Skiern – meine Technik und mein technisches Wissen waren bereits ausreichend. Aber das kommt in Chamonix ganz automatisch. Ich habe hier viel alleine gelernt, indem ich es einfach gemacht habe. Meine Generation ging sehr schnell hoch in die Berge. Das war von Anfang an ein autodidaktischer Prozess. Natürlich habe ich viel von Menschen gelernt, die ich beobachtet habe, aus Videos im Internet, immer angetrieben von meiner Neugier. Tatsächlich schaffte ich eine meiner allerersten Skiabfahrten zusammen mit Anselme Baud. Aber ich habe nie von Menschen gelernt, die mir etwas erklärt haben. Das funktioniert bei mir nicht. Ich muss es selbst tun. Aber ich kann diesen Weg nicht jedem empfehlen! Ich hatte viel Glück. Größtmögliche Sicherheit war nicht immer mein Anliegen.

Und jetzt sehe ich diesen Weg auch bei anderen Kids hier. In den letzten 12 Jahren war ich Trainer für alpine Skirennen für die Kinder hier im Tal von Chamonix. Einige von ihnen sind jetzt zwischen 16 und 20 Jahre alt und gehen den gleichen Weg wie ich damals. Sie wagen sich in den Bergen höher hinauf. Deshalb biete ich jetzt 2-3 Ausbildungstage für diese Art des Skifahrens an. Nur ich und die kleinen Kids. Ich versuche ihnen das zu vermitteln, was ich gelernt habe.

Die neue Generation wird ihre eigene Geschichte schreiben! Sie ist natürlich von den vorangehenden Generationen inspiriert – aber ich bin sicher, dass sie eine neue Dimension erreichen wird. Wenn ich den Kids meine Tipps und Tricks weitergebe, dann spüre ich, dass sie sehr neugierig auf das Ganze sind. Sie fragen sehr konkrete Dinge: Wie ist der Schnee? Wie liest man das Wetter? Sie wollen nicht Skifahren lernen. Das können sie schon. Sie wollen lernen, wie man den ganzen Berg liest. Es scheint, dass sie verstehen, dass es für sie umso besser ist, je höher ihr technisches Niveau ist. Und ich denke auch, dass dies sehr wichtig ist. Nach dem, was ich gesehen habe, hatten viele sehr starke Steilwandskifahrer KEIN sehr hohes skitechnisches Niveau. Aber sie waren starke Alpinisten oder haben sich aus anderen Disziplinen heraus entwickelt. Neugierig auf den gesamte Berges zu sein hilft dabei, besser im Steilwandskifahren zu sein. Steilwandskifahren beinhaltet mehr nur einen 50°-Hang abzufahren. Es geht mehr um eine globale Perspektive auf den Berg. Klettern, das Verstehen der Gefahren, Lawinen, Gletscherspalten. Es ist eine sehr umfassende Aktivität und die Kinder hier lernen die Bausteine dafür sehr früh kennen.

Ehrlich gesagt denke ich, dass ich überall ein bisschen dabei bin. Ich kann sehr schnell mit Skiern abfahren. Letzten Winter bin ich viel mit Tof Henry gefahren, obwohl wir nicht die gleiche Ausrüstung benutzen. Meine ist leichter. Auf der anderen Seite kundschafte ich gerne neue Wege aus, erforsche, klettere, mache die technischen Sachen. An einem Tag nehme ich schwere Ausrüstung mit, am anderen Tag die leichte. Aber vor allem bin ich ein technisch starker Skifahrer. Da komme ich her und damit spiele ich.

Meine Vision ist es nicht, immer möglichst schnell Ski zu fahren. Vor allem, weil ich wirklich Angst vor schlechten Schneeverhältnissen, Sluffmanagement und Lawinen habe. Ich ziehe es vor, meine eigene Linie zu kreieren, neue Dinge zu erforschen und zu entdecken. Im Moment vor allem in den Alpen, aber wer weiß … Mein Stil ist also erstens technisches Steilwandskifahren und zweitens Neues zu finden.

Ich stehe der älteren Generation sehr nahe, weil sie Inspiration für mich ist. In jedes meiner Filmprojekte habe ich einen der legendären Skifahrer aus der Vergangenheit mit einbezogen. Einmal war es Pierre Tardivel, dann Anselme Baud und für ein anderes Projekt über die Aiguille Verte habe ich mit Sylvain Saudan, Serge Cachat-Rosset und anderen gesprochen. Ich bin immer sehr neugierig auf ihre Geschichten, darauf, wie sie es gemacht haben. Ich habe das Gefühl, dass ich dieser Generation sehr nahe stehe. Sie sind mit ihrer Erfahrung in meinem Hinterkopf. Im Moment arbeite ich an einem neuen Film über die Aiguille Verte. Im Jahr 2018 fuhr ich den Nant Blanc ab, kurz bevor ich eine neue Route in der Nähe des Couloir Couturier fuhr. Das war der ideale Zeitpunkt, um mich auf einen Gipfel zu konzentrieren und die alte Generation in die Geschichte mit einzubeziehen.

Das ist etwas, das ich wegen des Corona-Virus-Lockdowns hier in Frankreich begonnen habe. Normalerweise mache ich so etwas nicht und kein Sponsor hat mir gesagt, dass ich das tun soll. In der Vergangenheit habe ich als Skilehrer im Skiclub gearbeitet und jetzt arbeite ich mit der ENSA zusammen, wo auch Anselme Baud gearbeitet hat. Dort unterrichte ich die nächste Generation von Skilehrern. Es ist also ein Teil von mir, kleine Lektionen im Web in kurzen Clips weiterzugeben. Das mache ich wirklich gerne. Und offensichtlich lieben es die Leute, die es sich anschauen. Ich spreche dort nicht nur über Leistung, nicht nur über tolle Abfahrten – es ist mehr ein Geben. Und das fühlt sich wirklich gut an. Die Dinge, über die ich da spreche, habe ich in jahrelangem Training gelernt. Das dann innerhalb weniger Minuten weiterzugeben, ist eine Herausforderung. Aber ich bin so, ich mag das, da steckt kein Kalkül dahinter.

Für mich ist das die Art und Weise wie ich meinen Beruf als Bergführer ausübe. Die Kommunikation über Social Media ist für mich eine sehr einfache und gute Möglichkeit, meine Leidenschaft für die Berge mitzuteilen. Dazu bin ich übrigens von niemandem verpflichtet worden! Es ist eine Möglichkeit für mich, mit Menschen zu sprechen, meine Leidenschaft und meine Vision zu teilen. Auf der anderen Seite ist die Arbeit mit Medien wie l’Èquipe oder großen Fernsehsendern im Grunde dasselbe. Es ist ein Weg, um zu zeigen, dass es sehr schöne Dinge gibt, die man in den Bergen tun kann. Ich fahre gern Steilwandski, weil ich das Gefühl habe, dass es Teil meiner Mission ist – und es gibt eine Menge guter Werte, die im Steilwandskifahren stecken: Hinterlass deine eigene Spur. Finde deinen eigenen Weg. Engagier dich. Risikomanagement. Und vieles mehr! Menschen, die das sehen, können daraus etwas für ihr Leben ziehen. Sie lassen sich inspirieren.

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Steigst du mit deinem Ansatz die Medien für deine Idee zu nutzen, bewusst in die Fußstapfen von Saudan oder Baud?

Ja, absolut! Während des Filmprojekts Aiguille Verte habe ich viel mit Saudan und Baud gesprochen. Sie haben unterschiedliche Karrierewege eingeschlagen. Saudan setzte seine Konferenzen und Filme fort, bei denen er immer über seine Skiabfahrten sprach – Jorasses, Denali, usw. Und als ich erstmals auf einer seiner Konferenzen war, war ich nicht so ganz mit dem einverstanden, was er da sagte. So würde ich Steilwandskifahren nicht promoten. Aber später traf ich ihn und wir unterhielten uns und da fühlte ich mich seinen Ideen sehr nahe. Wir sprachen viel über Skitechnik. Er konzentrierte sich bestmöglich, schaute sich die Details sehr genau an und hatte immer hart trainiert. Und seine Art, das alles zu vermitteln, war mit Sicherheit eine große Inspiration für andere. Er hat die Fähigkeit, vor einem großen Publikum zu sprechen, und er tut es immer noch – also tut er das wohl, weil es seine Leidenschaft ist. Ich glaube nicht, dass er es tut, um Geld zu verdienen.

Anselme Baud hingegen ging zur ENSA, um andere zu unterrichten. Er schrieb Tourenführer und Leitfäden. Er verfolgte einen anderen Ansatz.

Steilwandskifahren, Bergsteigen, die Berge, das alles ist ein Terrain voller Demut, Authentizität, Engagement, man muss bescheiden sein. Die Kommunikation inmitten dessen muss sehr natürlich sein. Wenn man das in einer Art Wettbewerb oder unter Druck tut, kann das sehr gefährlich sein.

Es gibt also viele Möglichkeiten und jeder muss seinen Weg finden. Wenn man seinen eigenen Weg findet, dann funktioniert es. Wenn man versucht, andere zu kopieren, funktioniert es nie. Für mich sind die Medien deshalb wichtig, weil ich nicht nur bei einem Bier in Chamonix mit Freunden über die Berge sprechen möchte. Was aber für andere auch völlig in Ordnung ist! Aber mein Weg ist es, das Bergerlebnis breiter mitzuteilen. Deshalb gehe ich raus in die Berge, mache Dinge, die eine gute Geschichte beinhalten, verfolge einen sauberen alpinistisch ethischen Ansatz, komme mit Fotos und Videos zurück und teile sie dann mit anderen. Das ist meine Art und Weise.