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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Anselme Baud: Ski Extrême

Ich bin immer Ski gefahren und ich wollte immer Ski fahren. Vom ersten Schnee an bis zu den letzten Resten, die irgendwo lagen, ich war immer mit dem Ski unterwegs. Diese Lust auf Skifahren ist bis heute ungebrochen. Es war für mich normal, überall mit Skiern zu fahren, also logischerweise auch in den steilen Hängen. Ich habe dann auch an Skirennen teilgenommen und meine Ausbildung zum Bergführer gemacht – alle meine männlichen Verwandten waren Bergführer, da war es auch für mich naheliegend. Mit dem Steilwandfahren begannen wir – Patrick Vallençant und ich – dann Anfang der 70er.

Mit 18 nahm ich an einem Vorbereitungskurs für Bergführer teil. Dort habe ich unter anderem auch Patrick kennen gelernt. Im folgenden Jahr waren wir beide gemeinsam in der ENSA in Chamonix, um die Bergführerausbildung zu absolvieren. Dort haben wir gemerkt, dass wir in eine sehr ähnliche Richtung denken. Er war damals schon die Nordwand der Tour Ronde und die Aiguille d’Argentière mit Skiern abgefahren. Ich hatte zwar nichts in dieser Größenordnung gemacht, aber bei mir zuhause in Morzine gibt es auch steile Abfahrten und wir sprachen viel darüber.

Zunächst sehr wenig. Erstmal kannten wir nur Saudan. Aus dem „Nichts“ kam dann Heini Holzer und ist die Brenvaflanke als Erster abgefahren und auch die Nordwand der Aiguille d’Argentière. Das haben wir erst im Nachhinein mitbekommen. Er war sehr bescheiden und sprach nicht viel über seine Vorhaben. Ab diesem Zeitpunkt kannten wir ihn aber und haben seine Abfahrten verfolgt.

Von Saudan wussten wir natürlich mehr. Er kam manchmal mit Freunden hierher nach Chamonix. Sie fuhren Ski und tranken Bier, und da kam es wohl in einer Bar dazu, dass sie darüber sprachen, dass man das Spencer-Colouir mit Skiern abfahren könnte. Er hat sich das zugetraut, seine Freunde halfen ihm dabei, mit den Skiern aufzusteigen und er hat es dann auch gemacht und geschafft. Sie haben noch ein paar Fotos davon geschossen und als sie wieder im Tal waren, hat sich eine Redakteurin vom Magazin „Ski Flash“ dafür interessiert. Sie publizierte die Abfahrt und setzte die Story sogar auf die Titelseite. Das war der Beginn! Damals, 1967/68, gab es noch nicht einmal den Begriff „Abseits der Skipiste“ und von Steilwand- oder Extremskifahren hat erst recht niemand gesprochen. Nach diesem ersten Artikel ging es aber richtig los.

Saudan hat sofort verstanden, dass man daraus mehr machen kann und hat sein ganzes Leben darauf aufgebaut. Von den zwei oder drei Filmen, die er gedreht hat, lebt er bis heute. Er fuhr auch immer bei weichem Schnee und er benutzte natürlich auch Seile, um sich zu sichern, im Couloir Gervasutti beispielsweise – was heute aber nicht immer so erzählt wird. Nichtsdestotrotz hat er das „Spiel“ grundlegend verändert, da er die Medien für sich interessieren konnte.

Wir haben darüber anfangs noch etwas gelächelt, da wir andere Grundsätze und Ziele verfolgten. Unserer Ansicht nach muss man einen Berg erst selbstständig hinaufsteigen, bevor man abfährt. Helikopter lehnten wir ab, ebenfalls jede andere Hilfe von außen, Träger beispielsweise. Wir schafften alle unsere Abfahrten auf ehrliche und aus unserer Sicht seriöse und faire Weise.

Das haben wir sehr, sehr selten gemacht. Das ist dann ja nicht mehr Skifahren! Beispielsweise an der Aiguille du Midi: da wussten wir, dass es einen 20 Meter hohen Felsabbruch gibt, den man nicht befahren kann, und so haben wir das akzeptiert, da sonst die ganze Abfahrt nicht möglich gewesen wäre.

Mit Seil kann man alles „abfahren“. Abseilen ist richtiges Bergsteigen, man wird somit Alpinist. Und das ist auch der Grund, warum Saudan das ablehnt. Er ist kein Alpinist, er ist Skifahrer.

Das wird wohl an einer anderen Mentalität liegen. Ich habe bemerkt, dass darüber in den „germanischen“ Ländern nicht gesprochen wird, um die Jungen nicht auf dumme Gedanken zu bringen. Außerdem lassen sich die Franzosen und Italiener allgemein gerne feiern, eben auch, wenn man eine gute Leistung im Steilwandfahren gebracht hat.

Anfangs wurde man aber auch hier in Frankreich komisch angeschaut, wenn man sich mit solchen Federn schmückte, aber wir haben es geschafft, diese Spielart so in die Öffentlichkeit zu bringen, dass sie dann positiv aufgenommen wurde. Insbesondere Patrick war da ganz stark. Er war der Auffassung, dass es uns genauso gebührte, davon zu leben, wie Saudan, der seine Filme verkaufte. Patrick wollte nicht nur als Bergführer arbeiten. Das machte ihm keinen großen Spaß. Das Bergführerdasein kann man nicht kommerziell vermarkten und er wollte etwas verkaufen. So hat er das Steilwandskifahren immer stärker in Magazine und die Zeitungen gebracht. Wir haben bei anderen mitbekommen, dass so etwas geht, zum Beispiel bei Patrick Edlinger: der war ein unheimlich guter Kletterer und seine Ausstrahlung war engelsgleich. Da haben sich die Medien ihn gegriffen und vermarktet. Und Patrick Vallençant war auch so ein Medienliebling.

Richtig, das sehe ich auch so. Ich bin auch schon öfters mit Skiern in den Himalaya gefahren. Am Yalung Kang (Westgipfel des Kangchendzönga, 8505 m) hatte ich sie 1980 dabei. Wir hatten keinen Sauerstoff, keine Sherpas – wir waren eine sehr kleine Expedition. Bis auf 8.000 Meter nahm ich die Skier mit, danach deponierte ich sie, da der Wind zu stark wurde. Ich bin zum Gipfel und dann anschließend beim Abstieg einen großen Teil mit Skiern abgefahren, auch um den Höhenrekord zu bekommen. Davor bin ich ein Südost-Couloir am Dhalaugiri abgefahren, 1978, allerdings nicht von ganz so hoch oben.

Aber Skifahren im Himalaya ist nicht so toll, wie man sich das vielleicht vorstellt. Man muss ständig die ganze Ausrüstung über weite Strecken durch die Gegend schleppen und der Schnee ist nie gut, d.h. oben ist es zu hart, um genussvoll Ski zu fahren. Zwischen 5.000 und 7.000 Metern geht es noch, da hatte ich mal fantastischen Schnee, gleichmäßig und weich – aber darüber ist es eine Qual. Immer bretthart. Furchtbar!

Am Everest war ich auch ein paar Mal und beim Abstieg helfen die Skier enorm. Es ist sicherer, weil man schneller ist und weniger Kraft braucht. Höher als 8.000 Meter war ich aber nie mit Skiern, da ich immer Klienten dabeihatte.

Am Everest habe ich auch Polen getroffen, die damals in den 80ern die besten Bergsteiger der Welt waren. Ich kam im Basecamp mit Skiern an, da haben die irgendwie komisch geschaut. Bei der Besteigung waren zwei von ihnen auf dem Gipfel, während ich noch im Aufstieg war und als sie runter kamen, hatte sich einer etwas die Füße erfroren. Die ganze Nacht habe ich ihm dann in meinem Zelt die Füße massiert und wir haben uns viel unterhalten. Wir sind dann auch sehr gute Freunde geworden. Er hat mir erzählt, dass er drei Jahre zuvor Saudan an einem anderen Berg dort getroffen hat. Saudan hat später behauptet, er wäre alles abgefahren. Die polnische Expedition wunderte sich darüber, denn er war ihrer Aussage nach bei weitem nicht alles gefahren. Aus dem Grund waren sie erstmal skeptisch als ich mit meinen Skiern im Basecamp ankam.

Als ich angefangen habe, diese Sachen zu unternehmen, habe ich Artikel darüber geschrieben, in denen ich es Skialpinismus nannte. Denn es ist Skifahren mit einem gehörigen Anteil Alpinismus. Dann kamen irgendwann die Skitourenrennen und irgendjemand hat angefangen das „Skialpinism“ zu nennen (in Frankreich und Italien werden Skitourenrennen als „Skialpinism“ – zu Deutsch „Skialpinismus“ bezeichnet). Das stimmt natürlich nicht einmal im Ansatz – vorgezeichnete und ausgetretene Pfade hinaufzurennen und abzufahren hat nichts mit einem alpinen Gedanken zu tun. Aber es hat sich hier und in Italien als Begriff leider festgesetzt. Wir mussten das akzeptieren, wir hatten da keine Wahl. Also haben Patrick und ich begonnen, unseren Skistil Extremskifahren zu nennen. Und da es ja auch am eigenen Limit stattfindet, ist es eben extrem im eigentlichen Sinn.

Ja, ganz klar. Sogar schon vorher hatte ich diesen Gedanken: Die Idee bei meinem ersten Buch („Die 100 schönsten Abfahrten in den Nordalpen“ von 1985) war, Menschen zum Träumen bringen. Zu zeigen, was möglich ist. Daher haben wir dann auch Abfahrten mit hineingenommen, die sehr steil sind, mit ehrlichen Beschreibungen und dem Hinweis, welche Anforderungen eine solche Abfahrt verlangt. Wie beim Klettern oder Bergsteigen, da steht die Schwierigkeit ebenfalls in der Beschreibung.

Natürlich gab es die Kritik, dass nun alle möglichen Leute anfangen würden, unvorbereitet die gefährlichsten Abfahrten durchzuführen. Aber das ist nicht passiert. In den Büchern wird ja sehr genau darauf hingewiesen, wie schwer es ist, und offensichtlich ist die Selbsteinschätzung bei den allermeisten Aspiranten gut genug. Es gibt nicht mehr Unfallopfer in den steilen Hängen als anderswo im Alpinismus. Meiner Meinung nach bringt es nichts, Schwieriges zu verheimlichen. Richtig beschrieben bereichert es.

Für mein zweites Buch, „Mont Blanc et les Aiguilles Rouges“, habe ich mit Volodia Shashahani zusammengearbeitet, um eine Skala zu finden, mit der steile Abfahrten bewertbar sind. Und dabei ist entscheidend, dass man die Bedingungen angibt, für welche die Skala gilt. Wir gingen für unsere Skala (Anm. d. Autors: die bis heute verbreitete Volo-Skala) von hartem, festem Schnee aus. Dieser Schnee ist wie ein Mittelwert, er bietet hohe Lawinensicherheit und ist noch sehr griffig.

Wir wollten bei unseren Abfahrten immer die Kontrolle behalten. Daher sind wir auf hartem Schnee gefahren. Heute sieht man immer mehr steile Abfahrten auch bei Pulverschnee. Das hätten wir nicht gemacht, das Risiko ist meiner Meinung nach zu hoch.

Wir sind einmal das Couloir Couturier nicht gefahren, weil uns der Schnee zu weich war. Wir entschieden uns dazu, auf den nächsten Tag zu warten. Dann kam aber einer, der sich mit dem Helikopter oben absetzen ließ und er fuhr ab. Er brauchte aber vier oder fünf Stunden, um hinunterzufahren! Der war grün vor Angst! Er hat immer nur traversiert und der Schnee ist die ganze Zeit unter ihm in großen Schollen abgeglitten. Das war furchtbar für ihn, er fuhr immer hin und her, machte nur an den äußersten Flanken der Rinne eine Kurve, und querte dann wieder zur gegenüberliegenden Seite, mit zitternden Knien.

Die Schneequalität ist anderswo einfacher einzuschätzen. In Alaska ist das zum Beispiel ganz anders. Da sind die Hänge kurz, da lässt man sich mit dem Heli hinauf fliegen. Das ist kein guter Stil, das ist nicht das Steilwandskifahren, das wir immer wollten. Das ist wie Betrug. Weil es so kurze Hänge sind, kann man mit nur fünf Kurven hinunter brausen, die Lawine im Rücken, und dann ist man unten – alles kein großes Problem. Eine alpinistische Herausforderung ist das nicht.

Es gab hier deshalb auch schon einige Tote, beispielsweise am Pointe Helbronner. Dédé Rhem, der Snowboarder – er fuhr ab, hielt an, und wurde dann von nachfolgendem Schnee mitgerissen. Und das passiert jetzt leider immer öfter. Ein Italiener, ein Norweger, ein Deutscher und auch schon ein Angestellter der Bergbahnen – er ist abgefahren und musste anhalten. Von oben kam Schnee nach gerutscht, eine kleine Lawine also, und er wurde mitgerissen.

Das darf in steilem Gelände nicht passieren und bei hartem Schnee passiert es auch nicht. Bei Lockerschnee kann man es nicht kontrollieren, aber es ist viel einfacher in weichem Schnee abzufahren. Bei harten Bedingungen muss man ein viel besserer Skifahrer sein, um die Kontrolle zu behalten. Man muss die Technik beherrschen, um nicht zu stürzen. Mit den breiten Skiern heutzutage geht diese Technik aber verloren. Die neue Generation kann nicht mehr so kontrolliert abfahren. Denke ich zumindest.

Unsere Einstellung war immer: Nicht stürzen! Wenn einem die Technik fehlt oder man physisch und psychisch nicht in der Lage ist, sturzfrei zu fahren, dann sollte man sich nicht auf so etwas einlassen. Ganz einfach.

Und wenn man bei weichem Schnee fährt, muss man sich darüber im Klaren sein, dass es das Lawinenrisiko gibt. Ich persönlich würde in so einer Situation dann aber nicht fahren.