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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Halbseiltechnik – wieso, weshalb, warum?

Im ersten Teil des Artikels (erschienen im bergundsteigen #111) klärten wir die Abgrenzung von Halb- und Doppelseiltechnik und stellten fest, dass eine Halbseiltechnik (bei der immer nur ein Seilstrang in einen Karabiner der Zwischensicherung eingehängt wird) dazu dient, die Reibung zu verringern, die Kräfte auf die Zwischensicherungen zu reduzieren bzw. um führungstechnische Vorteile für die Nachsteiger zu erreichen. Als Sicherungsgerät für die Halbseiltechnik kommt nur der Tuber in Frage, da hierbei jeder Seilstrang einzeln ausgegeben bzw. eingezogen werden kann und Seilverbrennungen vermieden werden, die bei einem Vorstiegssturz bei Halbmastwurfsicherung (HMS) und Halbsteiltechnik drohen.

Offen blieb, welche Probleme aus der Anwendung der Halbseiltechnik entstehen können:  Zum Beispiel die niedrigen Bremskräfte bei Tube-Sicherung und der Sturz in nur einen Halbseilstrang, mögliche Seilbeschädigungen in der Zwischensicherung und mögliches Seilchaos beim Versuch, die Halbseiltechnik anzuwenden.

Probleme bei Halbseiltechnik und deren Lösungen

In Fachkreisen oft diskutiert wird die Bremswirkung bei Fixpunktsicherung mit Tuber und Halbseiltechnik, also folgende Situation: Der Vorsteiger startet vom Stand weg und hängt einen seiner beiden Halbseilstränge in die erste Zwischensicherung ein. Dann stürzt er in diese. Heikel ist, dass zum einen sehr wenig Seil ausgegeben ist und zum anderen kaum Seilreibung vorliegt, um einen Teil der Sturzenergie aufzunehmen. Der Sichernde muss also die gesamte Sturzenergie mit einem Halbseilstrang im Tuber auffangen. Aber welche Bremskraft besitzt man mit einem Halbseilstrang im Tuber? Und reicht diese aus, um einen standplatznahen Sturz abzufangen?

Zur Beantwortung dieser Fragen muss man folgende Faktoren betrachten:

Die Sturzenergie bestimmt sich aus der Fallhöhe und der Masse des Sichernden. Die Bremskraft um diese Energie abzubauen wird durch die Bremswirkung des Seils im Tuber und die Reibung in der ersten Zwischensicherung bestimmt, in die der Kletternde stürzt. Klar ist, dass die Geometrie des verwendeten Tubers sowie die Art des verwendeten Seils mit der jeweiligen Handkraft des Sichernden am Bremsseil entscheidend ist. Doch wie groß ist diese Bremskraft in der Praxis?

Um zu dieser Frage mehr Klarheit zu gewinnen, haben wir im Jahr 2017 bei der Firma Edelrid Sturzversuche durchgeführt. Es ging uns zunächst darum, einen Eindruck zu gewinnen, ob man einen solchen standplatznahen Vorstiegssturz überhaupt halten kann und wenn ja, welcher Seildurchlauf dabei im Sicherungsgerät auftritt.

Um den Worst-Case abzubilden, also viel Sturzenergie zu erzeugen, wählten wir eine Fallmasse mit 90 kg bzw. 120 kg, bestehend aus einem Reifen. Unsere erste Zwischensicherung befand sich 1 Meter über dem Stand. Der Vorsteiger (Reifen) dann 2 Meter über der ersten Zwischensicherung (Sturzpotential). Das ausgegebene Seil betrug ca. 3,5 Meter, die gesamte Sturzhöhe der Masse somit 4,5 Meter.

Gesichert wurde nun mit verschiedenen Seilen und Tubern. Der Sichernde durfte dabei das Bremsseil nur mit einer Hand festhalten, die andere Hand umfasste das Führungsseil wie beim realen Sichern. Der Bremsvorgang setzte somit nach 4,5 Metern freiem Fall und 2,5 Meter unter der Zwischensicherung ein. Bis zum Boden waren noch 3,3 Meter Platz, bis der Reifen dort aufschlagen würde. Wird es unser Sichernder schaffen, den Sturz innerhalb dieser 3,3 Meter Bremsweg zu stoppen (Abb. 1)?

Das Ergebnis war ernüchternd. Doch der Reihe nach:

Zunächst testeten wir, ob man einen Sturz direkt in den Stand mit zwei Halbseilsträngen überhaupt halten kann. Die Sturzmasse (120 kg) wurde 2 Meter über dem Stand ausgelöst und stürzte dann direkt in den Stand. Die gesamte Sturzhöhe betrug mit realistischen 50 cm Schlappseil in der Sicherungskette 4,5 Meter. Dabei wurde einmal mit HMS gesichert, einmal mit ATC Guide und vorgeschaltetem Karabiner. Das Seil war ein 7,1 mm Edelrid „Skimmer“.

Beide Male konnte der Sturz gehalten werden. Auffällig dabei war, dass die Sicherung mit vorgeschaltetem Karabiner am Tuber (Abb. 3) deutlich mehr Bremskraft als die HMS zeigte (Abb. 2, siehe die ersten zwei Versuche in der Tabelle).

Danach wollten wir sehen, ob man einen Sturz in die erste Zwischensicherung mit Doppelseiltechnik halten kann. Einmal mit HMS, einmal mit ATC Guide gesichert. Denn wenn das schon nicht gelingt, brauchen wir uns über die Halbseiltechnik gar nicht erst den Kopf zu zerbrechen.

Auch das gelang. Auffällig dabei war, dass hier der HMS extrem hohe Kraftspitzen erzeugte und fast „statisch“ wirkte.

Nun wurde es spannend. Wir bauten um auf Halbseiltechnik und klippten nur einen der beiden Stränge in die erste Zwischensicherung. Um uns langsam an die Sache heranzutasten und den Sichernden, der natürlich Bremshandschuhe verwendete, nicht zu überfordern bzw. gefährden, begannen wir mit einem relativ dicken 8,9 mm Seil, dem dreifach zertifizierten Edelrid „Swift“.

Ernüchternd. Der Sichernde hatte keine Chance den Sturz in den zur Verfügung stehenden 330 cm Bremsweg abzustoppen und der Reifen prallte auf den Boden. Ohne Bremshandschuhe wären seine Hände „durch gewesen“. Auch mit dem Reverso 4, das eine höhere Bremskraft als das ATC Guide zeigt, konnte der Sichernde den Sturz nicht halten. Es erübrigte sich also, denselben Versuchsaufbau mit dünneren Halbseilen auszuprobieren.

Wir setzten nun auf eine höhere Bremskraft und verwendeten zwei Karabiner im Tuber (Abb. 4).

Siehe da, beim ersten Versuch mit Reverso 4 konnte der Sichernde damit den Sturz halten, wobei der Bremsweg mit 2,9 Metern schon recht lang war. Mit ATC Guide gelang dies nicht mehr und der Reifen schlug am Boden auf.

Nun verringerten wir das Sturzgewicht und somit die Fallenergie auf 90 kg. Denn 120 kg sind schon recht viel für einen Kletterer. Zum Bremsen verwendeten wir das Reverso 4 mit nur einem Karabiner.

Hierbei zeigte sich, dass es mit dem 8,9 mm Swift gut möglich war den Sturz zu halten. Auch mit dem 7,9 mm „Apus“ gelang es noch, die Masse vor dem Boden zu stoppen. Bei Verwendung eines 7,1 mm „Skimmer“ war dann Schluss, und der Reifen setzte unten durch die Seildehnung leicht am Boden auf.

Das ATC Guide konnte die Sturzmasse bereits mit dem 7,9 mm „Apus“ nicht mehr rechtzeitig bremsen und setzte diese leicht am Boden auf.

Man muss also feststellen, dass bei Halbseiltechnik die erste oder eventuell auch die ersten zwei Zwischensicherungen besser im Doppelstrang geklippt werden sollten. Denn in Doppelseiltechnik wurden auch mit dem sehr dünnen 7,1 mm „Skimmer“ die Stürze in dem Szenario gehalten. Die HMS ist neben der Problematik, dass sie für eine Halbseiltechnik ungeeignet ist auch für Doppelseiltechnik von der Sturzhärte her grenzwertig.

Einen Standsturz zu halten erscheint unproblematisch. Heikel wird es, wenn mit Halbseiltechnik und dünnen Halbseilen, nah am Stand und wenig Seilreibung im Seilverlauf ein Sturz gehalten werden soll.

Allgemein stellt sich die Frage nach der Bremskraft bei dünnen glatten Seilen und Tubern. Bei den Sturzversuchen hatte unser Sichernder eine recht ordentliche Handkraft sowie Bremshandschuhe an. Was aber, wenn leichte Personen sichern, deren Handkraft in der Regel entsprechend geringer ausfällt? Und ist es wirklich der Seildurchmesser, der hier hauptsächlich neben der Handkraft entscheidend für die Bremskraft ist?

Um sich diesem Problem anzunähern, haben wir 2020 den ersten Corona-Lockdown genutzt, um weitere Versuche zur Bremskraft von Tubern mit unterschiedlichen Seilen und unterschiedlicher Handkraft durchzuführen. Danke an dieser Stelle an Stefan Blochum sowie die Bergwacht Bayern, für die perfekte Unterstützung!!

Um die Bremshand eines Menschen zu simulieren und die Kraft am Bremsseil konstant zu halten, verwendeten wir die „Simulated-Hand“ (Abb. 5), mit deren Hilfe man unterschiedliche Handkraftwerte einstellen kann.1

Als Seile verwendeten wir das Edelrid „Apus“ (7,9 mm), das Beal „Opera“ (8,5 mm), das Edelrid „Canary“ (8,6 mm) sowie das Petzl „Volta“ (9,2 mm). Alle vier Seile sind mehrfach zertifiziert und erfüllen die Zwillings- als auch Halbseil-Norm, die drei letztgenannten zusätzlich auch noch die Norm für Einfachseile.

Die Handkraft hielten wir unabhängig vom Seil mit zwei Werten konstant. Einmal simulierten wir mit 220 N eine sehr geringe Handkraft, wie sie bei sehr leichten Personen zu beobachten ist, zudem testeten wir mit 400 N Handkraft, was in etwa dem Durchschnitt der Kletterer bei dünnen Seilen entspricht.2

Wir installierten das entsprechende Zugseil im Tuber und prüften jeden Tuber mit ein und zwei Karabinern. Der Einlaufwinkel des Bremsseils unter dem Tuber zum Lastseil betrug ca. 150° (Abb. 7). Gemessen wurde, bei welchem Wert das Seil im Sicherungsgerät zu laufen beginnt (Abb. 8).

Abb. 8 Bremswerte verschiedener Tuber mit unterschiedlichen Seilen.

Auffällig sind drei Dinge.

Die Werte in der Tabelle sind in rot, gelb und grün bzw. gar nicht eingefärbt. Die Kriterien für die Einfärbung wurde anhand folgender Plausibilitätsüberlegung vorgenommen.

Bei den dynamischen Sturzversuchen wurde deutlich, dass am Einzelstrang die Bremskraft bei einem Sturz in die erste Zwischensicherung oft unzureichend ist und ein Sturz schwer zu halten war. Die dabei gemessenen Umlenkungsbelastungen und Bremswege entsprechen sich.

Geht man davon aus, dass ein Bremsweg von 1,5-2 Metern für den Sichernden in diesem Worst-Case-Szenario tolerabel sind und betrachtet die dabei gemessenen Umlenkungsbelastungen, dann kann man die notwendigen Bremskräfte abschätzen, die wirken müssen, um die gewünschte maximale Bremslänge zu erreichen. Wir teilten dem entsprechend eine Bremskraft von weniger als 2 kN als „heikel“ ein (rot), einen Wert zwischen 2 und 2,4 kN als akzeptabel (gelb) und eine Bremskraft von 2,5 bis 3,5 als unproblematisch (grün). Größere Bremskräfte erhöhen die Belastung auf die Sicherungskette und verursachen sehr harte Fangstöße und wurden nicht eingefärbt. Hier sollte man überlegen, wie man „weicher“ sichern kann. Aber wie bereits erwähnt, das ist eine Interpretation und basiert nicht auf praktische Versuche.

Ein generelles Problem beim Klettern und Halten von Stürzen ist, dass unsere notwendige Bremskraft sich ständig ändert. Benötigt man am Beginn einer Seillänge eine recht hohe Bremskraft um einen Worst-Case-Sturz ausreichend abbremsen zu können, so wäre weiter oben mehr Dynamik gefragt, um die Zwischensicherungen und den Stürzenden zu schonen. Hier kann die angepasste Halbseiltechnik helfen, indem man direkt nach dem Stand die erste und ggf. zweite Zwischensicherung im Doppelstrang einhängt und dann auf Halbseiltechnik wechselt. Aus Abb. 3 wird ersichtlich, dass der Fangstoß nicht nur vom Bremsweg und der Sturzmasse abhängt, sondern auch davon, ob in einen oder in zwei Stränge gestürzt wird. So kann man unten über das Doppelseil ausreichend Bremskraft erzeugen und weiter oben dann ausreichend Dynamik über die Halbseilstrangbelastung schaffen.

Oft hört man, dass Halb- und Doppelseiltechnik nicht kombiniert werden dürfen. Befürchtet wird, dass wenn man von Doppelseil- auf Halbseiltechnik wechselt, die Gefahr von Seilverbrennungen bestünde. Denn in solch einem Fall wird in nur einen der beiden Stränge gestürzt. Das heißt, im Tuber wird nur der belastete Strang laufen und in der Sicherungskette läuft nun einer der beiden Halbseilstränge, während der andere unbelastet parallel in der ersten und eventuell auch zweiten Zwischensicherung „ruht“.

In der Praxis sind hierzu keine Unfallberichte bekannt oder Seilschäden gemeldet worden. Seilverbrennungen sind bekannt bei Halbseiltechnik mit HMS im HMS-Karabiner selber oder beim Ablassen in einem Umlenkkarabiner, in dem zwei unabhängige Seile gleichzeitig eingehängt und belastet sind, aber nur über einen Strang abgelassen wird (mögliches Unfallszenario beim Sportklettern). Im ersten Beispiel ist klar, dass der unbelastete Seilstrang im HMS-Knoten durch den belasteten beschädigt werden muss. Im zweiten Beispiel ist eine Umlenkung vorhanden (ca. 180°), eine Last auf beiden Seilen und ein langer Belastungszeitraum gegeben (Ablassen über die gesamte Seillänge).

Im oben empfohlenen Szenario, dass zunächst zwei Seile im Doppelstrang geklippt werden und dann später auf Halbseiltechnik gewechselt wird, liegt im Karabiner kein deutlicher Umlenkwinkel vor. Das Lastseil läuft somit mehr oder weniger parallel zum unbelasteten Strang.

Um sicher zu gehen, stellten wir die Situation nach. Wir führten die gemeinsam geklippten Seile mit einem Winkel von 130° in der Zwischensicherung, hängten dann nur einen der Stränge in die nächste Zwischensicherung, legten die Seile absichtlich so in den Karabiner mit beiden Seilen, dass sie übereinander lagen und ließen die Sturzmasse mehrmals fallen.

Es konnten dabei keine Beschädigungen am zweiten Seilstrang beobachtet werden. Nicht einmal leichte Brandspuren waren zu beobachten (Abb. 9).

Es ist also durchaus legitim, von Doppelseiltechnik auf Halbseiltechnik zu wechseln. Theoretisch könnte man auch wieder zurück wechseln. Nur hier stellt sich die Sinnfrage bezüglich Seilreibung und Sturzhärte, möchte man weiter oben doch ausreichend weich sichern.

Tuber sind für Einfachseile gebaut und selbst hier nicht für sehr dünne. Insbesondere bei Halbseiltechnik reichen die Bremskräfte einer Tuber-Sicherung nicht aus. Abhilfe können kleinere, speziell für dünne (Halb-)Seile konzipierte Tuber schaffen sowie eine erhöhte Bremsstufe, indem zwei Karabiner unter dem Tuber verwendet werden. Auch ist es angeraten zu überlegen, wann eine Doppelseil- und wann eine Halbseiltechnik Sinn macht.

Weitere Aspekte, die sich mit der praktischen Anwendung beschäftigen werden im dritten und letzten Teil dargestellt, Fortsetzung folgt:

Seilmanagement (kommt in Teil 3 / Sommer 2021)

führungstechnische Maßnahmen für Bergführer (kommt in Teil 3 / Sommer 2021)

Literatur

1 A. Thomann: Diplomarbeit TU-München, 2007, S.88 ff.
2 A. Thomann: Diplomarbeit TU-München, 2007, S. 79.