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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Kilian Jornet: Durch die Berge schweben

Exklusivinterview mit Kilian Jornet

Wie wird man so schnell am Berg wie du?
Es ist kein Geheimnis, dass das viele Jahre dauert. Weil jede Form von Bewegung am Berg sehr komplex ist. Das ist ein langer Prozess mit drei Säulen: Technik, Fitness und Bergerfahrung. Zuerst sollte man die Technik lernen – Skifahren, Klettern, Laufen. Anschließend kann man an seiner Ausdauer arbeiten. Für das Bergwissen und die Erfahrung braucht es am längsten.

Du warst 13, als du angefangen hast, systematisch zu trainieren.
Damals habe ich als Skibergsteiger begonnen, jeden Tag zu trainieren. Mit einem Trainingsplan. Davor bin ich viel Rad gefahren, habe Skilanglauf gemacht und war mit meinen Eltern beim Bergsteigen.

War Geschwindigkeit schon ein Thema, als du mit den Eltern in die Berge gegangen bist?
Nein, überhaupt nicht. Das war klassisches Bergsteigen in den Pyrenäen, manchmal in den Alpen. Aber ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich mit meinen Eltern einen 3.000er in den Pyrenäen bestiegen habe. Dort fand am gleichen Tag ein Berglauf statt. Und da hab‘ ich mich einfach an einen Läufer rangehängt.

Wie alt warst du da?
Fünf oder sechs. Ich hab‘ mich also schon immer gern schnell bewegt.

Was gibt dir die Schnelligkeit?
Es ist einfach sehr praktisch, schnell zu sein. Es erspart einem oft kalte oder schlaflose Hüttennächte mit schnarchenden Zimmergenossen. Wer am Berg schnell ist, kann dort mehr unternehmen, erleben, sehen.

Ein Befürworter entschleunigter Gemütlichkeit würde jetzt einwenden: Wie kann man die Berge genießen, wenn man sich abhetzt?
Ich sehe oft Menschen am Berg, die sehr langsam unterwegs, aber trotzdem völlig am Ende sind: Es geht also weniger um die Geschwindigkeit, sondern um die Fitness. Und da schließen viele zu sehr von sich auf andere, denken, dass das Tempo, das ein Bergläufer läuft, für diesen so anstrengend sein muss wie für sie selbst. Aber was für sie unmöglich wäre, ist für mich ganz normales Tempo. Hinzu kommt die Technik: Wenn man technisch gut ist, sieht man auch mehr von den Bergen, weil man sich viel weniger auf die Skier oder die Beine konzentrieren muss. Klar: Wenn ich ein Rennen laufe oder einen Rekordversuch unternehme, bin ich darauf fokussiert und nicht auf die Landschaft. Aber an 99 von 100 Tagen trainiere ich – da laufe ich nicht Vollgas und kann die Berge so genießen wie ich will.

Wie erlebst du Schnelligkeit?
Wenn es gut läuft, als eine Art Flow, beinahe wie einen Zustand des Schwebens.

Kannst du das genauer beschreiben?
Wenn ich einen langen Lauf mache und nach zehn Stunden und 80 Kilometern zurückblicke und all die Berge und Kämme sehe, die ich überwunden habe, aber trotzdem noch ziemlich frisch bin, dann fühlt sich das an, als ob ich durch die Berge schweben könnte. Aber damit sich das einstellt, braucht es die Kombination aus weit und schnell.

Wie gehst du mit dem Verhältnis von Geschwindigkeit und Risiko um?
Je nachdem, wo ich mich bewege. Im Himalaya bremst dich die Höhe. Da bist du langsam, selbst wenn du schnell bist. Da ist das Schnellsein weniger ein Risiko als eine Sicherheitsreserve, weil man so weniger Zeit in der Todeszone verbringt. Klar: Man muss abwägen, wie viel oder wie wenig Ausrüstung man mitnimmt. Wenn man – wie ich – mit sehr wenig Material unterwegs ist, um schneller zu sein, können sich daraus natürlich auch Risiken ergeben.

Und wenn die Gefahr von der Ausgesetztheit und Schwierigkeit des Geländes ausgeht?
Da ist das Management von Risiko und Tempo am wichtigsten. Und am schwierigsten. Wenn man etwa in den Alpen eine Nordwand solo und sehr schnell durchsteigen will, muss man dafür unbedingt die richtige Balance aus Geschwindigkeit und Sicherheit finden. Es muss sich immer gut und sicher anfühlen, man darf nie über seine Limits hinausgehen, man muss dem Gelände absolut gewachsen sein.

Wie bekommst du diese Balance hin?
Mit ganz viel Training. Nur so tastet man sich heran, mit welcher Geschwindigkeit man sich wo bewegen kann. Letztlich geht es immer darum, die Konsequenzen eines Fehlers abzuschätzen. In einem Rennen – egal ob Berglauf oder Skimo – breche ich mir im schlimmsten Fall ein Bein. Da kann ich das Tempo erhöhen, um das Rennen zu gewinnen, weil ich mich im Fall des Falles vielleicht verletze, aber nicht sterbe. Wenn die Folgen eines Fehlers tödlich wären, muss ich alles tun, um die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers zu minimieren.

Du hast gesagt, dass du von all deinen Speed-Rekorden und Fastest Known Times, mit der am Matterhorn von 2013 am zufriedensten bist, weil du da an dein Optimum herangekommen bist. Wie hast du da die Balance aus Geschwindigkeit und Sicherheit gefunden?
Es ging darum, die Route über den Liongrat so gut wie möglich kennenzulernen. Also bin ich sie vor dem Rekordversuch zehnmal gelaufen. Zu möglichst unterschiedlichen Zeiten, um zu wissen, wann es an welchen Stellen taut und gefriert – wie sich die Bedingungen verändern. Wann habe ich wo einen guten Grip? Wo muss ich besonders aufpassen? Wo kann ich Tempo machen? Die Vorbereitung auf die Route war alles. Die Fitness konnte ich einfach abrufen.

Motiviert es dich, schnell zu sein und schneller zu werden?
Wenn man auf einer Strecke schneller ist als zuvor, bedeutet das, dass man seine Sache besser macht – konditionell, technisch oder weil man die Route besser kennt. Es kann also ein Indikator dafür sein, ob man sich verbessert. Aber man darf Schnelligkeit auch nicht überbewerten.

Kilian auf 8100 m am Mt. Everest mit Blick auf den Lhotse. Foto: Kilian Jornet

Inwiefern?
Am Berg geht es zuerst einmal immer um Ausdauer – selbst bei kürzeren Unternehmungen, nicht nur, wenn man zehn, 20 oder 30 Stunden unterwegs ist.  Wenn zu einer guten Ausdauer dann noch Geschwindigkeit hinzukommt, öffnen sich natürlich die Türen für besondere Unternehmungen.

Alex Honnold hat mal in einem Interview gesagt, dass es ihm nicht um Geschwindigkeit gehe, sondern um eine möglichst flüssige, unterbrechungslose Form der Bewegung.
Das würde ich sofort unterschreiben. Es geht darum, sich möglichst effizient und kontinuierlich zu bewegen. Es geht nicht um Geschwindigkeit um ihrer selbst willen, sondern um Geschwindigkeit als Voraussetzung oder auch Folge dessen, was man am Berg machen möchte. Wie man sich bewegt. Und in welchem Stil.

Wie hat dich die Begegnung mit Ueli Steck beeinflusst?
Schon als Kind und Jugendlicher habe ich verfolgt, was er in den Alpen und im Himalaya geleistet hat. Ich habe ihn bewundert und fand seine Vision inspirierend. Als wir später in den Alpen und im Himalaya zusammen unterwegs waren, war das wie eine tägliche Masterclass für mich: nicht nur klettertechnisch, sondern auch wie er ein Projekt, eine Linie angegangen ist. Wie er alles – von der Ernährung über das Training bis zur Ausrüstung – von Anfang bis Ende durchdacht hat, damit sich alles zu einem Projekt zusammenfügt, das viele nicht für möglich gehalten hätten.

Wer hat für dich die Entwicklung hin zur Schnelligkeit im Alpinismus geprägt?
Für das, was wir heute in den Bergen machen, markiert Paul Preuß den Anfang. Er setzte als erster den Maßstab für das, was wir alpinen Stil nennen. Einen Stil, aus dem sich als Konsequenz auch das Ideal oder die Notwendigkeit der Schnelligkeit ergeben hat. Leute wie Walter Bonatti und Reinhold Messner haben diesen Stil dann weiterentwickelt und auf schwierigere und höhere Berge übertragen. Was Dani Arnold macht, finde ich sehr, sehr stark. Auf der eher sportlichen Schiene – also Skimo und Berglauf – haben mich Fabio Meraldi und Adriano Greco sehr beeindruckt. Und als Alpinist natürlich Christophe Profit – besonders seine Begehung der Petit Dru-Westwand. Ein Game Changer war natürlich auch die Durchsteigung der Annapurna-Südwand durch Enric Lucas und Nil Bohigas 1984. Da haben sie gezeigt, dass sich der alpine Stil auf schwere Kletterrouten im Himalaya übertragen lässt.

Was würdest du selbst als deine größte Stärke nennen?
Dass ich sehr schnell regeneriere. Und dadurch über die Jahre sehr, sehr viel trainieren konnte. Außerdem bin ich einfach gern in den Bergen – das ist noch immer meine größte Motivation. Und dann ist es sicher ein Vorteil, dass ich mich nicht nur als Bergläufer, sondern auch auf Skiern und als Alpinist bewege. Da lernt man das Gelände auf verschiedene Art und Weise kennen und kann es noch besser interpretieren.

Du bist dafür bekannt, dass du wie ein Wissenschaftler trainierst, der seine eigene Leistungsfähigkeit erforscht. Welche Werte misst du regelmäßig?
Eigentlich immer nur die Strecke, die Höhenmeter, die Zeit und wie ich mich dabei gefühlt habe. Manchmal – vielleicht zwei-, dreimal im Jahr – messen wir auch andere Werte: Sauerstoffsättigung, Laktat, Körpertemperatur, Kraft. Je nachdem, was ansteht.

Wann wurde zuletzt dein legendär hoher VO2max-Wert gemessen?
Nach meinem Versuch, einen neuen Streckenrekord über 24 Stunden aufzustellen – den ich wegen Brustschmerzen ja leider abbrechen musste. Die Ärzte wollten mit dem Test auf Nummer sicher gehen und ein Herzproblem ausschließen. Also war das kein Maximaltest. Da bin ich dann auf 80 Milliliter Sauerstoff pro Minute gekommen. Sonst komme ich auf eine maximale Sauerstoffaufnahme zwischen 88 und 92 Milliliter pro Minute.

Was erklärt diesen extrem hohen Wert?
Das ist zum Teil genetisch bedingt, zum anderen Ergebnis von sehr viel Training, vor allem in jungen Jahren. Aber auch diesen Wert – ähnlich wie den Parameter Geschwindigkeit – darf man nicht überbewerten. Beim Laufen im Flachen hat er eine viel geringere Bedeutung als beim Skibergsteigen, beim Berglaufen oder beim Skilanglauf. Athleten mit einem niedrigeren VO2max können schneller sein als Athleten mit einem höheren Wert. Das ist nur ein Parameter von vielen. Wenn es anders wäre, bräuchten wir nur diesen Wert messen, könnten uns das Rennen sparen und der mit dem höchsten VO2max würde zum Sieger erklärt. (Lacht)

Wie siehst du das Verhältnis von Ausrüstung und Schnelligkeit?
Immer bessere und leichtere Ausrüstung hat uns immer auch schneller gemacht. Bessere Ausrüstung ermöglicht Dinge, die vorher unmöglich waren. Sie hat den Alpinismus immer wieder revolutioniert – vom Kletterschuh bis hin zum Drytooling.

Als Läufer bist du mit viel weniger Ausrüstung unterwegs als beim Skibergsteigen.
Das ist auch das Schöne daran. Wahrscheinlich hat der Faktor Ausrüstung das Laufen viel weniger verändert als das beim Skibergsteigen oder im Klettern der Fall war. Auch wenn die Laufschuhe über die Jahre viel besser geworden sind.

Was genau gefällt dir am Minimalismus des Laufens?
Dass da fast nichts zwischen mir, meiner Leistung, der Strecke und dem Berg steht. Je weniger Ausrüstung ich brauche, desto mehr bin ausschließlich ich es, der die Leistung vollbringt. Man kann Ausrüstung als eine Art mechanisches Doping verstehen. Beim Laufen bin ich in der Hinsicht fast nackt.

Wie schätzt du die weitere Entwicklung ein?
Immer mehr Leute werden verschiedene Formen des sich Bewegens miteinander kombinieren – auch um schneller zu werden. Und damit meine ich nicht nur die Verbindung aus Berglaufen und Alpinismus, sondern zum Beispiel auch Skifahren und Paragliden. Und viele andere Kombinationen.

Was sind deine Pläne für dieses Jahr?
Das hängt davon ab, was sich in der Pandemie überhaupt verwirklichen lässt. Ich hoffe, dass ich im Frühjahr in den Himalaya reisen kann. Ich kann leider noch nicht verraten, was ich vorhabe, weil so vieles noch unklar ist – nicht zuletzt die Permits.

Wäre die Annapurna ein Ziel?
Nein. Jedenfalls nicht unter den drei, vier großen Projekten, die mir vorschweben. Ich bin zwar schnell in großen Höhen, aber dafür müsste ich technisch stärker sein – auf dem Level von Ueli Steck.

Bist du im Alltag eigentlich auch schnell?
Natürlich bin ich auch zu Hause, im Haushalt, gern effizient. Ich mag es nicht, für irgendwas mehr Zeit als nötig zu brauchen. Andererseits mag ich es, ein langsames Leben zu führen. Ich glaube, dass ein Leben, das den Bergen gewidmet ist, eigentlich ein langsames Leben ist. Selbst, wenn man sich in den Bergen gerne schnell bewegt. Zuhause lese ich viel, oft stundenlang.

Mit deiner Partnerin Emelie Forsberg hast du eine zweijährige Tochter. Kleine Kinder sind langsamer als Erwachsene. Hat dich das geprägt?
Man muss mit einem Kind natürlich lernen, geduldig zu sein. Weil sie ihr eigenes Tempo brauchen, um alles zu lernen. Und es ist schön, zu beobachten, wie sie Sachen lernen und ausprobieren. Gleichzeitig wird man als Eltern noch besser darin, die Zeit, die einem für sich zur Verfügung steht, besser zu nutzen und zu organisieren.

Läuft sie schon?
Und wie! Die ganze Zeit. Wir laufen viel hinter ihr her.

Und wer ist schneller?
Aktuell noch wir. Aber das wird nicht mehr lange dauern.