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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Total verbohrt

Eine kompakte Wand mit vielen schönen Linien und nur zwei, drei Routen mit alten Schlaghaken drin. Ein Traum für Erschließer. Aber ist es erlaubt so nah an der Gemeinde neue Kletterrouten zu eröffnen? „Als ich vor acht Jahren das erste Mal vor diesen Felsen in der Nähe von Gramais stand, hatte ich noch keine Ahnung von den ganzen Regeln“, erzählt Marvin Kärle aus Tirol. Statt sich in Gesetze, Regelungen und Verordnungen zu vertiefen, wandte er sich zunächst anderen Felsen im Lechtal zu und vergaß das Projekt in Gramais. „Im Klettergarten Steeg wird bereits seit den 70er-Jahren geklettert. Aber es ist noch viel Raum für neue Touren. Hier haben wir nach und nach Routen erschlossen und auch viele bereits bestehende saniert.“ Mit der Gemeinde sprachen Marvin und seine Freunde vorher nicht, sie verließen sich auf die Abmachungen, die andere Kletterer irgendwann einmal mündlich gemacht haben.

Betretungsrecht: das „Gehen mit Händen“ in der freien Natur

Prinzipiell fällt in Österreich, Deutschland und der Schweiz das Erschließen einzelner Kletterrouten, ob in einem gewachsenen Klettergarten oder an einem bislang ungenutzten Fels, unter das freie Betretungsrecht. Die genaue Rechtslage unterscheidet sich nicht nur zwischen den Ländern, sondern teils auch von Bundesland zu Bundesland. Das Betretungsrecht, das in diesen drei Ländern zugunsten von Naturschutz, Jagd oder anderen Interessen eingeschränkt werden kann, umfasst bei einzelnen Routen auch das Setzen von Haken, da diese zur persönlichen Absicherung gegen Absturz nötig sind.

Anders ist die Lage in Südtirol. Hier gibt es kein Recht auf Betreten der freien Natur. Deshalb müssen Erschließerinnen immer zuvor die Grundeigentümer, häufig Bergbauern, kontaktieren und mit ihnen eine schriftliche Grundnutzungsvereinbarung abschließen, die einen Halter und somit Haftenden benennt und konfliktträchtige Punkte wie Parken, Zustieg und gegebenenfalls Toiletten regelt. Der AVS hat hierfür eine Vorlage mit dem Südtiroler Bauernbund erarbeitet (für Infos und Unterstützung: bergsport@alpenverein.it). WEhn_147205

Um Auseinandersetzungen zu vermeiden, raten aber auch die alpinen Vereine und Kletterverbände der Länder mit freiem Betretungsrecht, vor einer Erschließung immer die regionalen Vertreter der Kletterverbände und die Grundeigentümer zu kontaktieren. Denn bei einer guten Wand müssen sie damit rechnen, dass es nicht bei einer Route bleibt, weil andere Kletterinnen weitere Touren erschließen werden und ein möglicherweise gut besuchter Klettergarten entsteht. Wurden Parksituation und Zustiege nicht vorher mit dem Grundeigentümer abgeklärt, sind Konflikte vorprogrammiert.

Richtet ein einzelner Kletterer einen ganzen Klettergarten ein, ist in Österreich immer die Zustimmung des Eigentümers nötig, wie das Oberlandesgericht Linz und der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien an einem Präzedenzfall festgestellt haben: Das Anlegen von 44 Kletterrouten und Einschlagen von 500 Bohrhaken in nur einer Felswand stelle eine über § 33 Abs. 1 Forstgesetz hinausgehende Benutzung dar und bedürfe daher der Zustimmung des Waldeigentümers. Wie sich Kontaktaufnahme und Vereinbarung konkret gestalten, hängt von der Region ab. Während in den Schweizer Voralpen und dem Basler Jura Klettergärten meist etwas älter sind und informelle Abmachungen bevorzugt werden, empfiehlt der ÖAV eine schriftliche Vereinbarung mit einer Klausel, die den Eigentümer vor Haftung und Klage schützt. Im Schadensfall haften zu müssen, ist oft die größte Sorge der Grundeigentümer. Mit einem Vertrag kann man sie ausräumen. Ein Sonderfall in Deutschland sind Steinbrüche. Diese gehen erst mit dem Ablauf der Abbaugenehmigung wieder in die freie Natur über, davor trägt der Betreiber die Verkehrssicherungspflicht – auch für Bereiche, in denen aktuell nichts mehr abgebaut wird. Teils schließen Vereine Verträge über eine klettersportliche Nutzung in diesen Bereichen ab und übernehmen damit die Verkehrssicherungspflicht. Je nach Historie des Steinbruchs gelten unterschiedliche Regeln, die vor Erschließungen abzuklären sind.

Klettergarten ist nicht gleich Klettergarten

Aber ab wann handelt es sich überhaupt um einen Klettergarten? Felsen gelten üblicherweise als Klettergarten, wenn sich dort mehrere Touren in geringem Abstand befinden, als Richtwert schlägt der ÖAV circa zehn Routen mit Abständen von drei bis fünf Metern vor. Weitere Merkmale eines Klettergartens sind Nähe zur Zivilisation und das weitgehende Fehlen alpiner Gefahren. Über einen langen Zeitraum und durch verschiedene Kletterinnen und Kletterer erschlossene Klettergärten, wie beim Klettergarten Steeg, bezeichnet man als (natürlich) gewachsenen Klettergarten. Davon abzugrenzen sind eingerichtete also ad hoc erschlossene Klettergärten, die gezielt und planvoll in kurzer Zeit von einem Verein, Tourismusverband, einer Gemeinde oder Privatperson eingerichtet worden sind und rechtlich anders behandelt werden. Eingerichtete Klettergärten haben in der Regel einen Halter oder Betreiber, der für Einrichtung und Wartung zuständig ist. Der Großteil der österreichischen Klettergärten ist beispielsweise zunächst natürlich gewachsen, wurde aber irgendwann von einem Verein oder Tourismusverband saniert und gilt nun als eingerichteter Klettergarten der jeweiligen Organisation. Ähnlich ist es in Südtirol: 97 von 150 Klettergärten sind offizielle Klettergärten, von denen über die Hälfte vom AVS betrieben werden. Für einen Teil scheinen Tourismusverbände als Betreiber auf oder es sind historisch gewachsene Klettergärten auf öffentlichem Grund. Dem AVS sind – auch mit Blick auf die Haftung – koordinierte Strukturen wichtig. »Wir wollen nicht überall neue Routen, sondern dass sich die Erschließer hinterher auch kümmern. Wildwuchs ist nicht förderlich«, sagt Stefan Steinegger, Sachbearbeiter Bergsport und Ausbildung beim AVS. In der Schweiz sind es vereinzelte Ausnahmen, wenn ein Verein, eine Gemeinde usw. das Betreiben und somit die Haftung für einen Klettergarten übernehmen.

Ein paar Jahre nachdem Marvin Kärle das erste Mal vor der vielversprechenden Wand in Gramais. gestanden hatte, begannen er und ein Kollege schließlich doch mit der Erschließung. „Der Kollege hat sich informiert, mit der Gemeinde gesprochen und als zukünftiger Halter einen Vertrag mit dem Grundeigentümer unterzeichnet, dann haben wir nach und nach Routen eingebohrt“, erzählt Marvin, der mittlerweile die Ausbildung zum Bergführer absolviert und in den letzten Jahren um die 50 Sportkletterrouten erschlossen hat. Obwohl sie mit der Genehmigung der Gemeinde nun den ganzen Felsen auf einmal erschließen könnten, wollte Marvin es langsam angehen. Der Klettergarten soll trotzdem natürlich wachsen. „Da geht es auch um die Qualität der Touren. Ich will nicht einfach zehn Haken in die Wand hauen, sondern die schönsten natürlichen Linien finden.“ Dass er Haken von unten einbohrt, um die beste Position zu finden, die Route ordentlich putzt, selbst klettert und erst dann freigibt, ist für den Kletterer eine Selbstverständlichkeit.

Marvin Kärle und der Halter des Klettergartens haben eine vertrauensvolle Beziehung, daher fragt er seinen Kollegen nicht vor jeder Neutour um Erlaubnis. Fremde müssen das schon. Denn in eingerichteten Klettergärten haften die Halter auch für die Installationen anderer. Ihre Kontroll- und Verkehrssicherungspflichten müssen die Halterinnen in Österreich wie auch in Deutschland, Südtirol und der Schweiz aber nur in einem vertretbaren Rahmen ausüben. Die österreichische Rechtsprechung verlangt beispielsweise einen Kontrollgang pro Jahr. Wobei die Anforderungen mit kommerziellem Interesse steigen, etwa wenn der Klettergarten zu einer Hütte oder Seilbahn gehört oder ein Bergführer ihn für Kurse nutzt.

Ob es sich um einen eingerichteten Klettergarten handelt und vor dem Erschließen der Halter kontaktiert werden muss, ist oft an der Beschilderung zu erkennen. Tourismusverbände oder alpine Vereine stellen in ihren Klettergärten, natürlich gewachsen oder nicht, Schautafeln mit Topos und Verhaltenshinweisen auf. Gibt es keine Tafeln sollten sich Erschließerinnen bei den lokalen Kletterern durchfragen. „Normalerweise kommt man ja nicht gleich mit der Bohrmaschine in der Hand in ein neues Gebiet. Sondern man ist zunächst als Kletterer da, sieht dann eine interessante neue Linie, kommt mit den Locals ins Gespräch und kann so die Möglichkeiten für Neuerschließungen ausloten“, sagt Sebastian Weiß.

Ein Regelungsdschungel für den Naturschutz

Der Münchner Kletterer hat verschiedene Alpintouren wie Sportkletterrouten in den Bayerischen Alpen erschlossen und feststellen müssen, wie begrenzt die Möglichkeiten für neue Touren in den Voralpen sind. „Es ist schwer hier noch unerschlossene Gebiete zu finden, wo es keine Bedenken von Seiten des Naturschutzes gibt“, sagt Sebastian. Auf wenig Raum kommen zu viele Interessensgruppen zusammen: Naturschützer, Jäger, Förster und zunehmend mehr Wanderer, Mountainbiker und eben Kletterer.

Felsen samt Geröllhalden und Felsköpfen sind sensible Biotope, in denen extrem angepasste Arten wie Mauereidechsen leben.Foto: DAV/S. Reich

Um das Thema Naturschutz vorab abzuklären, sollte man unbedingt die Regionalvertreter von Alpenverein oder IG Klettern kontaktieren. Diese sind gut mit den lokalen Naturschutzbehörden vernetzt und sprechen gegebenenfalls mit den zuständigen Stellen. Auch hier unterscheiden sich die Regeln von Land zu Land. In Österreich gibt es – abgesehen von Oberösterreich und Vorarlberg – außerhalb von Naturschutzgebieten und Sonderstandorten keine allgemeine Bewilligungspflicht für Klettergebiete durch die Naturschutzämter. Dennoch wird eine Abklärung empfohlen. Eine Bewilligung kann nötig sein, wenn in der Gegend seltene Arten vorkommen, Felsen, Zustiegswege oder Parkplätze in der Nähe von Seen und Flüssen (500 bzw. fünf Meter Abstand) oder in Sonderstandorten wie Feuchtgebieten und Auenwäldern liegen. Sogar ein längerer Zustieg oder ein größerer Parkplatz können eine Bewilligung erfordern. Eine Erschließung in Nationalparks, Natur- und Landschaftsschutzgebieten ist in Österreich möglich, muss aber jedenfalls genehmigt werden.

In der Schweiz ist das Klettern in Naturschutzgebieten oft auf bestehende Sektoren oder bestimmte Zeiten beschränkt, auch in Wildruhezonen und Jagdbanngebieten kann es (saisonale) Verbote geben. Wildruhezonen und deren Bestimmungen können im Portal www.map.geo.admin.ch (im Suchfeld Wildruhezonen eingeben) eingesehen werden. „Neuerschließungen sind in solchen Gebieten viel schwieriger, jedoch nicht unmöglich. Hier muss zwingend Kontakt mit dem verantwortlichen Jagdaufseher, Förster oder wer auch immer für die saisonale Einschränkungen verantwortlich ist, aufgenommen werden“, sagt Bruno Hasler, Bereichsleiter Ausbildung und Sicherheit beim SAC. „In den meisten Gebieten in der Schweiz muss das Klettern nicht offiziell bewilligt werden. Zwischen bestehenden Routen neue zu erschließen ist weniger problematisch, als den Klettergarten zu erweitern oder einen neuen zu eröffnen.“ Letztlich muss jedoch jeder Klettergarten einzeln beurteilt werden. Im Schweizer Nationalpark im Unterengadin/Münstertal ist Klettern generell verboten.

In Südtirol ist für Erschließungen in Naturparks und im Nationalpark Stilfserjoch das schriftliche Einverständnis der Verwalter nötig, was einen gewissen bürokratischen Aufwand erfordert, da neben Grundbesitzern alle beteiligten Institutionen, also beispielsweise auch Jäger, zustimmen müssen. Der AVS beschränkte sich in den letzten Jahren daher darauf, in Naturschutzgebieten bestehende Klettergebiete offiziell eintragen zu lassen und durch Nominierung eines Betreibers die Kontrollen und Sanierungsmaßnahmen zu gewährleisten.

Foto: Franziska Haack

In Deutschland fallen die Naturschutzgebiete unter das jeweilige Länderrecht. Dieses kann das Verlassen der Wege gänzlich verbieten oder wie etwa in Bayern grundsätzlich erlauben, wobei der Zugang je nach Schutzzweck eingeschränkt werden kann. Die Länder sind auch für die Umsetzung der EU-Richtlinien zum Schutzgebietenetz Natura 2000 zuständig, je nach zu schützender Art gelten verschiedene Bestimmungen. Besondere Bedeutung für das Klettern haben die nach Paragraf 44 BNatSchG streng geschützten Vogelarten Uhu und Wanderfalke – wieder mit regionalen Unterschieden. In Bayern, besonders in Franken, gibt es flexible Sperrzeiten für Brutfelsen, in Baden-Württemberg hingegen werden die Felsen für festgelegte Zeiträume gesperrt. Generell ist die Vogelbrut beim Erschließen unbedingt zu beachten, denn die Störung des Brutgeschäfts kann strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Der DAV hat den Anspruch, dass alle außeralpinen Klettergebiete von einer seiner Sektionen oder einem anderen Verein betreut werden. Die Gebietsbetreuer sind für die Umsetzung der Strategien zu naturverträglichem Klettern verantwortlich und können auch bei Fragen zu Neuerschließungen helfen (zu finden unter www.felsinfo-alpenverein.de). Wo nötig erarbeiten sie Kletterkonzeptionen und stimmen diese mit den Behörden ab. Bewährt hat sich die Einteilung in drei Zonen (Kletterverbot, Klettern auf bestehenden Routen möglich, Neuerschließung erlaubt).

Mit Respekt und Rücksicht

Sind Neutouren aus Naturschutzsicht möglich ist, dies jedoch kein Freifahrtschein, denn Felsen sind als letzte von den Menschen unberührte Orte wertvolle Biotope, in denen extrem spezialisierte Arten leben. Erschließer sollten Routenverläufe wählen, bei denen der Fels nicht übermäßig geputzt werden muss. Felsen regelrecht freizuschälen oder Risse auskratzen ist nicht im Sinne des naturverträglichen Kletterns. Durch Umlenker lassen sich das Betreten empfindlicher Felsköpfe – der Teil des Felsbiotops mit der vielfältigsten Flora – und das Anlegen zusätzlicher Abstiegswege umgehen. Wird ein Gebiet komplett neu erschlossen, sollte man die Zustiegswege am besten in Abstimmung mit Eigentümern und Behörden anlegen und sensible Bereiche wie die Geröllhalden unter den Felsen möglichst meiden. Da Fixseile und Expressen für Projekte unnötige Aufmerksamkeit erregen und für Ärger sorgen können, sollte man sie nicht zu lange hängen lassen.

Als letzte Hürde vor dem Einbohren sind nun noch Stil- und Ethikfragen zu klären. Bereichert diese Route das Angebot und bringt sie der Gemeinschaft einen Mehrwert? Welche Hakenabstände sind im gewählten Klettergebiet üblich? Kommt die geplante Route bereits bestehenden zu nahe oder kreuzt sie sogar eine Tour, die dadurch möglicherweise entwertet oder entschärft würde? Sich vor dem Einbohren mit den lokalen Kletterern und Erstbegeherinnen der Nachbarrouten auszutauschen, ist nicht nur „ein Zeichen des Respekts“, wie Kletterer Sebastian Weiß sagt. Es verhindert auch Streit, böses Blut und eigenmächtiges (oder vereinbartes) Entfernen von Bohrhaken wie zuletzt wieder im Frankenjura, an den Wendenstöcken oder an der Drusenfluh im Rätikon.

Der DAV befindet sich derzeit in einer Arbeitsphase, in der umfangreiche Fragen zum Thema Recht, Haftung, Raumplanung, Bohrhakentechnik u. a. geklärt und nach aktuellem Stand beantwortet werden sollen.

Literatur

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