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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Anleitung zum professionellen Sturztraining

Sturztraining im Kletterkurs ist eine wichtige und anspruchsvolle Einheit für Kursleiterinnen und -trainerinnen. Das Verletzungsrisiko ist im Vergleich zu allen anderen Kurs- und Trainingseinheiten gegeben und dementsprechend ist der Respekt von Kursleiterinnen Teilnehmerinnen hoch. Zusätzlich ist einem die Aufmerksamkeit des restlichen Kletterhallenpublikums gewiss. Beim Sturztraining ist der methodische Aufbau enorm wichtig. Anweisungen à la: „Klettere mal im Überhang und dann spring einfach mal rein!“, mögen der ein oder anderen Kletterpsyche subjektiv guttun, werden aber objektiv betrachtet kaum einen Lerneffekt haben und Anfängerinnen nicht weiterhelfen.

Beim Klettern unterscheidet man grundsätzlich zwischen kontrolliertem ins Seil „Springen“ und unkontrolliertem Stürzen. Ersteres ist von der Bezeichnung her nicht ideal, denn man soll eigentlich nicht wie ein Gummiball von der Wand abspringen, sondern „abtropfen“, also sich mit einem ganz leichten Impuls „flach“ von der Wand lösen und ins Seil fallen lassen. Wenn man sich zu sehr abdrückt, wird man zusätzlich zur Wand zurückpendeln, der Aufprall an der Wand wird härter werden und das Verletzungsrisiko dementsprechend steigen (Daniel Gebel, Michael Munz, Julia Janotte, Thomas Engleder & Jörg Helfrich: Anprallenergie bei Sportkletterstürzen, in: bergundsteigen #111, Sommer 2020, S. 93–101 – PDF).

Der unkontrollierte Sturz passiert meist überraschend und – wie der Name schon sagt – unkontrolliert. Ein Fuß rutscht ab, ein Griff bricht aus und zack hängt man im Seil. Für diesen Fall müssen Reaktionen so trainiert werden, dass man automatisch die richtige Position einnimmt. Dies erreicht man durch häufiges Üben des oben erwähnten kontrollierten Springens ins Seil während eines Sturztrainings.

Im folgenden Artikel versuchen wir einen möglichen methodischen Ablauf für das Sturztraining zu beschreiben, der in einer zweistündigen Kurseinheit durchführbar ist.

Korrekte Körperhaltung der Kletterin beim Sturz

Die korrekte Körperposition sieht folgendermaßen aus: Bei einem Sturz bleibt der Oberkörper aufrecht, während die Beine leicht angewinkelt sind und die Hände neben dem Kopf gehalten werden (Tormannstellung).

Ein leichter Rundrücken in Kombination mit angespannten Bauchmuskeln verhindert, dass man ins Hohlkreuz gezogen wird. Der Blick geht nach unten, um die Landung, sprich die Freiräume zwischen den Griffen, anzuvisieren. Wenn das Seil greift und man zur Wand gezogen wird, werden die Beine – wie beim Ablassen – etwa auf Hüfthöhe gegen die Wand gestellt, um den Sturz abzufangen.

Nur mit einer Hand am langen Arm zentral über dem Körperschwerpunkt (KSP) festhalten und den KSP absenken, so dass die Knie gebeugt sind und das Gewicht gleichmäßig auf beiden Füßen verteilt ist.

Die Einübung dieser Körperhaltung vor dem Sturz hat mehrere Vorteile. Wenn nur eine Hand loslassen muss, besteht nicht die Gefahr, dass die Kletterin sich dreht, falls die zweite Hand nicht zum exakt gleichen Zeitpunkt loslässt. Außerdem benötigt es weniger Überwindung. Durch Absenken des KSP entfernt sich dieser nach hinten von der Wand. Dieser Abstand genügt, dass man sich weit genug von der Wand entfernt, dass Griffe und Tritte kein Hindernis darstellen und man sich nicht, wie viele fälschlicherweise denken, nach hinten abstoßen muss. Durch das Beugen der Knie nehmen die Beine auch bereits die richtige Stellung ein, um sich später an der Wand dosiert abzufedern. Mit dem Blick durch die Beine nach unten ergibt sich automatisch ein runder Rücken. Dabei können auch gleich die Zwischenräume zwischen den Griffen und Tritten anvisiert werden, denn wie so oft werden wir uns dort hinbewegen, wo wir hinschauen. Die angespannten Bauchmuskeln ergeben sich von selbst – fehlende Spannung ist das Letzte, worüber wir uns beim Sturztraining Sorgen machen müssen.

Korrektes Verhalten der Sicherin

Die Herausforderung beim dynamischen Sichern ist es, dem Sturzzug – also der Kraft, die bei einem Sturz der Kletterin über das Seil auf die Sicherin ausgeübt wird – nachzugehen. Intuitiv neigen die meisten Menschen, die durch ein Seil mit einer stürzenden Kletterin verbunden sind, eher dazu sich nach hinten zu bewegen und dem Sturzzug entgegenzuwirken. Ziel der folgenden Vorübung ist, dass die Sichernde lernt, dem Sturzzug, der sie über ihren Klettergurt erreicht, körperdynamisch hinterher zu gehen.

Dieselbe Übung ist auch mit dem Seil in der ersten Zwischensicherung möglich. Die Sicherin steht dabei mit dem Gesicht zur Wand, die Kletterin hinter der Sicherin, sodass diese sie nicht sehen kann. Die Sicherin steht etwa ein- bis eineinhalb Meter von der Wand weg und gleich weit aus der Sicherungslinie versetzt. Das Seil hält sie, wie beim „richtigen Sichern“, mit möglichst wenig Schlappseil und konzentriert sich auf den „Sturzzug“. Die Kletterin geht ruckartig zurück und die Sicherin versucht auch hier möglichst gleichmäßig dynamisch dem Zug nachzugehen. Der Vorteil dieses Übungsaufbaus besteht darin, dass der „Sturzzug“ wie bei einem richtigen Sturz in Richtung erster Zwischensicherung zieht. Der Nachteil ist, dass es vor allem für leichtere Personen schwer ist, genügend „Sturzzug“ zu erzeugen

Übung 2: „Hinterhergehen“: Kletterin geht ruckartig zurück, die Sicherin geht dem Sturzzug mit einem Schritt hinterher (Körperdynamik).

Übung 2 Variation: Mit dem Seil in der ersten Zwischensicherung geht die Kletterin ruckartig zurück, die Sicherin geht dem Sturzzug hinterher.

Falltraining und Sturztraining an der Wand

Mit den Vorübungen haben wir eine gute Grundlage geschaffen, um ein möglichst realitätsnahes Sturztraining ohne zu großes Verletzungsrisiko durchzuführen. Aber auch hier wollen wir wieder schrittweise methodisch vorgehen und tasten uns über das sogenannte Falltraining im Toprope an das eigentliche Sturztraining im Vorstieg heran.

Achtung: sowohl beim Falltraining im Toprope wie auch beim Sturztraining im Vorstieg sollte immer durch die Trainerin hintersichert werden, die individuelle Betreuung jeder Seilschaft ist hier erforderlich. Auch ein Knoten im Seil knapp hinter dem Sicherungsgerät kann einen Bodensturz während der Übungen verhindern!

Beim Falltraining wie auch beim Sturztraining sollte immer durch die Trainerin hintersichert werden -sie steht seitlich zur Wand, um sowohl die Sicherin als auch die Kletterin im Blick zu haben.

Ein wichtiger Faktor beim Sturztraining ist die Auswahl einer geeigneten Route und der richtigen Stelle in der Route:

Je nach Halle sollte als Mindesthöhe die sechste Zwischensicherung gelten, um einen Bodensturz auszuschließen. Die Route sollte senkrecht oder ganz leicht überhängend sein und für Anfängerinnen kletterbar. Außerdem sollte sie frei von großen Volumen und größeren Griffen sein.

Eine Überschneidung von Sturzräumen muss ausgeschlossen werden. Das sollte zwar auch bei normalem Kletterbetrieb immer der Fall sein. Wir erwähnen es dennoch an dieser Stelle, weil die Realität in den Kletterhallen leider ganz oft anders aussieht. Der Sturzraum ist die Fläche, die sich ausgehend von jeder Kletterin eineinhalb Meter zur rechten und linken Seite und acht Meter nach unten erstreckt. Grundsätzlich sollte immer mindestens eine Linie Abstand gelassen werden. Falls dies aus platztechnischen Gründen in einer kleinen Kletterhalle nicht möglich ist, muss abwechselnd geklettert und gestürzt werden.

Wenn eine geeignete Route ausgewählt und die richtige Stelle festgelegt wurde, kann sich die jeweilige Seilschaft bereitmachen. Deutliche Präsenz (Individualbetreuung) und klare Kommunikation der Kursleiterin gibt den Teilnehmerinnen Vertrauen und ist auch gut für die Kontrolle der Trainerin. Um sicherzustellen, dass der gesamte Ablauf verstanden wurde, sollten auch alle Anweisungen zur Übung bereits am Boden durchgesprochen werden. Im Idealfall kann die komplette Übung mit einer Seilschaft vorgezeigt werden. Befindet sich eine Kletterin erst einmal in einer Route wird die Kommunikation deutlich erschwert. Zur Kommunikation gehört auch, dass unabhängig von der Erfahrung und dem Können der Teilnehmerinnen der Partnercheck durch die Kursleiterin nochmals genau überprüft wird, auch wenn dies zu diesem Zeitpunkt im Kursbetrieb von den Teilnehmerinnen bereits eigenverantwortlich durchgeführt werden sollte.

Die Kletterin klettert zur besprochenen Stelle, zum Beispiel „die achte Zwischensicherung in der blauen Tour“, hängt die letzte Zwischensicherung ein und gibt das Kommando „zu“. Die Sicherin zieht das Seil straff und gibt gegebenenfalls das Kommando „ist zu“ oder „ich hab dich“. Jetzt wird die Kletterin so weit abgelassen, wie sie beim folgenden Falltraining im Toprope fallen möchte. Dann klettert sie im Toprope bis kurz unter die oberste geklippte Zwischensicherung und nimmt dort die geübte Sturzhaltung ein. Die Sicherin steht in der Sicherungsposition, aber zieht kein Seil durch das Sicherungsgerät ein. Das entstehende Schlappseil wird von der Kursleiterin nach unten gezogen, damit es die Kletterin nicht stört und sie sich nicht darin verfangen kann. Die Kursleiterin steht etwa eineinhalb bis zwei Meter seitlich neben der Sichernden und im rechten Winkel zur Wand, um einerseits händisch hintersichern zu können und andererseits sowohl die Sicherin als auch die Kletterin im Blick zu haben. Die Kletterin sagt idealerweise Bescheid und kann sich dann „abtropfen“ lassen. Diese Methode hat klare Vorteile im Vergleich zum Ausgeben von Schlappseil durch die Sicherin: Erstens bestimmt die Kletterin selbst, wie weit sie fallen will und muss sich nicht der Bodencrew „ausliefern“, und zweitens ist es sehr exakt reproduzierbar und lässt sich variieren.

Die Kursleiterin versucht sowohl die Sicherin als auch die Kletterin zu beobachten und ihnen anschließend eine Rückmeldung zu geben. Beide im Auge zu haben ist sehr anspruchsvoll und benötigt viel Erfahrung als Kursleiterin. Je nach Situation und Erfahrung der Kursleiterin kann es auch sinnvoll sein, sich auf eine der beiden zu konzentrieren und bei einem weiteren Versuch die andere zu beobachten. Die Seilschaft sollte ohnehin mehrere Versuche beim Falltraining machen, wobei die Fallhöhe von der Kletterin variiert werden kann und auch sollte. Die Rückmeldung der Kursleiterin erfolgt immer unmittelbar nach jedem Versuch. Anschließend sollte es einen weiteren Durchgang geben, um das Feedback sofort umzusetzen.

Die Kursleiterin sollte vor allem auf folgende Punkt achten:

Sicherin:

Bei einem Abstand von etwa eineinhalb bis zwei Meter ist genügend Bewegungsfreiheit für das Sichern gegeben, der Winkel mit dem ein Sturzzug wirkt ist nicht zu flach und die Sichernde kann gut nach oben zur Kletterin schauen. Der optimale Abstand ist auch abhängig vom Gewichtsverhältnis. Je leichter die Sichernde im Verhältnis zur Kletterin ist, desto eher sollte der Abstand bei maximal eineinhalb Metern liegen. Steht die Sicherin zu weit weg, erhöht sich auch der „Bremsweg“ und es besteht die Gefahr, dass die Sicherin beim Sturz unkontrolliert an die Wand gezogen wird.

Kletterin:

Durch das Falltraining können sich die Teilnehmerinnen in einer bekannten Situation (Toprope) mit selbst wählbaren Fallhöhen an das Sturztraining herantasten. In einer Topropesituation ist außerdem noch etwas mehr Seil in der Sicherungskette als beim Vorstieg vorhanden, wodurch mehr von der Fallenergie durch das Seil aufgenommen wird. Dadurch wird das Sichern automatisch etwas dynamischer und fehlertoleranter. Nach einigen Fallversuchen im Toprope, wenn sowohl Kletterin als auch Sicherin eine Rückmeldung von der Kursleiterin bekommen haben und die Kursleiterin mit dem Verhalten beider zufrieden ist, kann man direkt in das Sturztraining im Vorstieg übergehen.

Übung 3: Falltraining im Toprope unterhalb der letzten Zwischensicherung.

Der direkte Übergang vom Falltraining im Toprope hin zum Sturztraining im Vorstieg hat den Vorteil, dass beide Seilpartnerinnen bereits ihr Verhalten in einer entschärften Übung einstudiert haben, bevor sie es in einer realistischen Situation anwenden müssen. Dazu klettert die Kletterin jetzt bis zur letzten eingehängten Zwischensicherung, nimmt wieder die eingeübte Sturzhaltung ein, gibt Bescheid und lässt sich dann wieder abtropfen. Die Sicherin sichert dabei jetzt „normal“, ohne unnötiges Schlappseil. Die Klettertrainerin hintersichert in gewohnter Position und versucht wiederum beiden Teilnehmerinnen eine Rückmeldung zu geben. Wenn sich beide bei einer Sturzhöhe richtig verhalten haben, kann diese etwas gesteigert werden (letzte Zwischensicherung auf Hüfthöhe, dann auf Kniehöhe, dann auf Knöchelhöhe etc.), wobei das natürlich immer die Kletterin selbst entscheidet. Die maximal sinnvolle Sturzhöhe ist erreicht, wenn der Anseilknoten der Kletterin auf Höhe der nächsten Zwischensicherung ist, denn weiter sollte ein Sturz in einer Kletterhalle ohnehin nie werden.

Die Sturzhöhe kann langsam gesteigert werden: mit der Hüfte an der letzten Zwischensicherung, dann mit den Knien und zuletzt mit den Füßen.

Einige Teilnehmerinnen neigen beim Sturztraining zur Übertreibung und sollten eingebremst werden, um unnötige Risiken zu vermeiden. Die Maximierung der Sturzhöhe ist nicht das Ziel des Sturztrainings. Vielmehr geht es darum, die normalen Sturzsituationen gut kontrollieren zu können und individuelle Fehler im Blick zu haben.

Für eine schwere Sicherin, die es mit einer leichten Kletterpartnerin zu tun hat, ist die Gefahr eines Kontrollverlustes und das Verletzungsrisiko durch einen starken Sturzzug zur Wand hin eher gering. Die Herausforderung für sie als Sicherin ist vor allem bei dem geringen Sturzzug, der durch die leichte Kletterin entsteht, im richtigen Moment genügend aktive Körperdynamik zu entwickeln und somit das Verletzungsrisiko für die Kletterin zu minimieren. Dies ist deutlich anspruchsvoller als für eine leichtere Sicherin, die sowieso passiv körperdynamisch beschleunigt wird.

Für die leichte Sicherin ist es vor allem interessant, ob sie auch bei höherer Sturzenergie im Stande ist, die Kontrolle zu behalten und sich an der Kletterwand wieder kontrolliert mit den Füßen abzubremsen, wenn sie nach vorne-oben gezogen wird. Bei zu großem Gewichtsunterschied muss auf Hilfsmittel wie Reibungsclip („Z-Clip“) oder Geräte zur Erhöhung des Seilwiederstandes wie das OHM oder den BAUER zurückgegriffen werden, um Verletzungen oder gar Bodenstürze zu vermeiden. Im Vorstieg sollte die Kletterin maximal ein Drittel mehr wiegen als die Sicherin und für Anfängerinnen sollte die Grenze etwas defensiver gesetzt werden (max. Gewicht Kletterin = Gewicht Sicherin + 1/4). Untersuchungen haben auch gezeigt, dass es von der jeweiligen „Gewichtsklasse“ abhängt und Sicherinnen in „schweren Seilschaften“ oft mehr Probleme haben Stürze zu kontrollieren, auch wenn kein Gewichtsunterschied vorliegt. Aus diesem Grund, und wegen der leichten Anwendbarkeit, kann auch die „10-Kilogramm-Regel“ sinnvoll sein: Ab einem Gewichtsunterschied zwischen Kletterin und Sicherin von 10 Kilogramm sollten zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.

Wichtig bei allen Übungen zum Stürzen ist es, nicht zu übertreiben: Man sollte „klein“ anfangen und die Fall- und Sturzhöhen langsam steigern. Und dann heißt es: Üben, Üben, Üben! Häufige kleine Stürze in jeder Klettereinheit schaffen Routine und Vertrauen für Kletterin und Sicherin.

Wie schon erwähnt glauben manche Kursteilnehmerinnen, das Ziel eines Sturztrainings sei es, die Aufmerksamkeit der gesamten Kletterhalle auf sich zu ziehen und den Extremfall mit besonders weiten Stürzen zu trainieren. Dies ist nicht nötig und oft sogar gefährlich. Denn: Das Verletzungsrisiko steigt und man stresst Teilnehmerinnen, die mehr Respekt oder gar Angst vor dem Stürzen haben. Man sollte vorweg erklären, dass das dynamische Sichern kleiner Stürze mit wenig Sturzzug auch sehr anspruchsvoll ist und dementsprechend geübt werden sollte.

Ein Sturztraining ergibt immer nur dann Sinn, wenn es für die Kletterin psychisch keine zu große Überwindung darstellt, man muss sich je nach „Mut“ der Kletterin möglichst langsam an das eigentliche Sturztraining herantasten. Respekt vorm Stürzen und eine entsprechende Anspannung sind normal. Wenn jedoch die Angst überhandnimmt, die Kletterin dadurch zu sehr verkrampft und nicht mehr genügend handlungsfähig ist, nimmt einerseits die Lernfähigkeit ab und andererseits erhöht sich das Verletzungsrisiko. Manchmal wird diese Grenze schon vor dem eigentlichen Sturztraining erreicht und wir müssen uns mit den Vorübungen und dem Falltraining im Toprope zufriedengeben oder versuchen in einer anderen Einheit, in der die Tagesverfassung der Kletterin vielleicht besser ist, weiterzumachen.

Doch selbst, wenn wir an diesem Punkt stoppen, ist damit meistens deutlich mehr erreicht als mit unsystematischen Sturzversuchen, die mit zweifelhafter Methodik und in fragwürdigem Gelände durchgeführt werden. Die Teilnehmerinnen haben dann trotzdem erfahren, welche Energien ungefähr auftreten können und sich darauf vorbereitet, wie sie im Fall der Fälle reagieren sollten – idealerweise unter professioneller Anleitung!