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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Absturz einer Seilschaft: Was wir daraus lernen können

Anmerkung: Der Artikel „Seil oder nicht Seil“ kommt im Heft nach der Aufarbeitung des Unfalls und soll einen Überblick über die gängigen Sicherungsmethoden mitsamt den Vor- und Nachteilen geben.

Am 27.08.2017, gegen 10:00 Uhr, kam es in den Zillertaler Alpen auf dem Normalweg von der Zittauerhütte zum „Gabler“ (Abb. 1) zu einem Absturz einer Sechser-Seilschaft, welchen letztlich keiner der Teilnehmer überlebte. Während bei fünf Teilnehmern bereits am Unfallort nur mehr der Tod festgestellt werden konnte, erlag der vorerst einzig Überlebende am 10.09.2017 im Krankenhaus den Folgen seiner Verletzungen.

Bei der verunfallten Gruppe handelte es sich um Mitglieder des DAV, allesamt Männer im Alter zwischen 34 und 75 Jahren, die sich auf Grund einer Vereinsausschreibung gemeinsam zu einer Bergtour auf die Zittauerhütte begeben hatten. Die Teilnahme erfolgte gemäß der Ausschreibung in absoluter Eigenverantwortung. Lediglich war einer der Teilnehmer mit der organisatorischen Leitung betraut.

Abb. 1 Rot eingezeichnet der ungefähre Routenverlauf von der Zittauer Hütte zum Gabler. Das schwarze X markiert die ungefähre Absturzstelle des Seilersten auf 2940 Meter Seehöhe. Bild: Alpenvereinaktiv/Wolfgang Warmuth

Die Erhebung am Unfallort und Bergung der Toten

Zum Unfallzeitpunkt befanden sich neben der verunglückten Gruppe noch ein Bergführer mit zwei Gästen und drei deutsche Alpinisten auf demselben Anstieg. Diese konnten den Absturz unmittelbar mitverfolgen und es wurde daher sofort nach dem Unfall ein entsprechender Notruf abgesetzt. Trotz massiven Einsatzes von Rettungsmitteln – letztlich befanden sich fünf Rettungshubschrauber am Einsatzort – konnte von der abgestürzten Seilschaft nur eine Person noch lebend geborgen und in ein Krankenhaus geflogen werden.

Bereits bei der Bergung der schwerst verletzten Person erlitt einer der eingesetzten Flugretter durch Steinschlag Verletzungen an seinen Unterarmen.

Wegen des unmittelbar abgesetzten Notrufes erlangte auch die Polizei-Bezirksleitstelle Zell am See bereits gegen 10:10 Uhr Kenntnis vom Unfall und so wurden wir, RevInsp Andreas Schlick und RevInsp Stefan Stadler, als Mitglieder der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) Zell am See in den Einsatz nach Krimml beordert. Bereits kurz nach Eintreffen in der Einsatzzentrale der Bergrettung Krimml wurden schnell die dramatischen Folgen des Unfalles klar. In Absprache mit der Bergrettung, den Kollegen der örtlich zuständigen Polizeiinspektion und unserem AEG-Leiter ließen wir uns umgehend vom verständigten Hubschrauber „Libelle Salzburg“ ins Unfallgebiet fliegen. Nach einem kurzen Erkundungsflug wurden wir bei der Zittauerhütte abgesetzt, um uns mit den bereits dort befindlichen Einsatzkräften (Bergrettung und fünf Rettungshubschrauber mit Besatzung) abzusprechen. Dabei wurde uns geschildert, dass sich noch ein Flugretter am Liegeort der tödlich Verunglückten befindet. Dieser sollte jedoch schnell aus dem Gefahrenbereich gebracht werden, da bereits ein anderer Flugretter durch Steinschlag verletzt wurde. Auf Grund dieser Umstände wurde entschieden, dass vorerst nur wir von der Alpinpolizei uns in den Gefahrenbereich begeben, um die notwendigen Erhebungen und Dokumentationen durchzuführen und wenn möglich auch die Bergung. Da „Libelle Salzburg“ sich zwischenzeitlich auf einem Einsatzmittelflug in Krimml befand, wurden wir gegen 11:45 Uhr von einem der Rettungshubschrauber am Seil an den Liegeort der Verunfallten geflogen bzw. der vor Ort befindliche Flugretter aus dem Gefahrenbereich gebracht.

Nun sahen wir uns mit einer nicht alltäglichen Situation konfrontiert. Unterhalb einer Eisflanke bzw. einer ca. zwei Meter hohen Abbruchkante in eine geschlossene Spalte/Kluft lagen ineinander verkeilt mehrere Körper. Erst bei genauem Hinschauen konnte man drei Personen erkennen, die teilweise mit Steinen und Eisbrocken bzw. dem eigenen Material überdeckt waren. Außerhalb der Kluft bzw. im weiteren Verlauf der Flanke lagen noch zwei weitere Männer ineinander. Offensichtlich wurde ihr weiteres Abrutschen durch die Seilverbindung verhindert. Alle waren noch am nahezu unbeschädigten Seil eingehängt bzw. hatte sich dieses bei den Körpern teilweise wild herumgeschlungen. Lediglich der Anseilknoten des bereits geborgenen schwer Verletzten wurde offensichtlich bei der Bergung herausgeschnitten.  Unter ständiger Beobachtung des auf Grund von Ausschmelzung aus der über uns liegenden Eisflanke resultierenden Steinschlages begannen wir, die Situation fotografisch festzuhalten. Wir nummerierten die Körper der Verstorbenen und die jeweiligen Anseilknoten.

Nun ging es an die Bergung. In Absprache wurde für die Dauer der Bergung ein Bergretter oberhalb unserer Position als Warnposten abgesetzt. Der Bergretter warnte uns durch lauten Zuruf vor Steinschlag. So begannen wir Körper für Körper zu bergen. Es war gar nicht so einfach, die Körper frei zu bekommen bzw. auseinanderzubringen. Zum Beispiel mussten wir mit einem Flaschenzug einen Stein anheben, um die Körper frei zu bekommen. Da sich mit Fortdauer des Einsatzes das Wetter zusehends verschlechterte, wurde zusätzlich die „Libelle Tirol“ angefordert. So konnte gegen 15:30 Uhr die Bergung abgeschlossen werden. Recht länger hätte es auch nicht dauern dürfen, da gegen 17:00 Uhr eines der schwersten Hagelgewitter des Sommers 2017 über den Oberpinzgau zog.

Erhebungen

Noch während der Totenbergung konnte mit Hilfe der Eintragungen im Hüttenbuch der Zittauerhütte und mittels Kontakt zur deutschen Polizei die Identität der Gruppenmitglieder festgestellt werden. Zum Teil konnten auch Ausweisdokumente in den mitgeführten Rucksäcken gefunden werden, die zweifelsfrei die Identitäten bestätigten.

Weiter wurden die Zeugen des Unfalles niederschriftlich vernommen und Befragungen durchgeführt. Von einem Zeugen konnten sogar Fotos beigebracht werden, die die verunfallte Gruppe ca. 20 Minuten vor dem Unfall als Seilschaft im Aufstieg zeigt (Abb. 2).

Aus den Vernehmungen, den Befragungen und eigenen Erhebungen ergab sich zusammenfassend folgendes Bild:

Die Gruppe setzte sich aus Teilnehmern mit unterschiedlichem bergsteigerischen Niveau zusammen. Während zumindest drei der Teilnehmer schon Erfahrungen im Umgang mit Steigeisen und Pickel gehabt haben dürften, dürfte der Rest noch unbedarft gewesen sein. Der Umstand, dass der Wirt der Zittauerhütte die Gruppe auf die schwierigen Eisverhältnisse (Blankeis) am Zustieg zum Gabler hinwies, dürfte bei den Teilnehmern doch Unsicherheit hinsichtlich der Durchführbarkeit der Tour aufkommen lassen haben. Die Unsicherheit dürfte zumindest so offensichtlich gewesen sein, dass andere Hüttenbesucher am Vorabend auf die Gruppe aufmerksam wurden und diese bewusst am Unfalltag im Aufstieg beobachteten.

Abb. 2 In der Bildmitte die sechsköpfige Seilschaft wenige Minuten und wenige Meter vor ihrem tödlichen Absturz. Links im Bild der nachfolgende Bergführer mit zwei Gästen am „Kurzen Seil“.

Innerhalb der Gruppe dürfte jener Teilnehmer, der auch mit der organisatorischen Leitung betraut war, die Teilnehmer instruiert haben und führte die Gruppe auch an.

Ab dem Gletscherbeginn bewegte sich die Gruppe mit einem 30 Meter langen Halbseil in Abständen zwischen ca. 4,10 Meter und ca. 6,50 Metern (Abb. 3). Von Zeugen wurde geschildert, dass noch am Anseilplatz einer der Teilnehmer Bedenken hinsichtlich der Durchführbarkeit äußerte bzw. es nach dem Anseilen mehrmals zum Anhalten der Gruppe kam, offensichtlich, weil es Probleme mit den Steigeisen gab. Schließlich querte die Gruppe bergwärts, oberhalb einer Felsinsel in eine ca. 36 bis 38° Grad steile Eisflanke. Die ersten drei der Seilschaft bewegten sich bereits in einer Art Linksbogen in Falllinie in Richtung einer Eiskrone, eines dort markant ausgeprägten Windkolkes. Die hinteren drei befanden sich noch in der Querung. Noch bevor der Seilerste die Eiskrone erreichen konnte, dürfte es innerhalb der Seilschaft zu Problemen gekommen sein. Laut Zeugen befand sich der Seilerste in einer Art Liegeposition und versuchte offensichtlich, die hinter ihm befindlichen Teilnehmer zu halten oder zu ziehen. Als dann der Zweite oder Dritte zudem den Halt verlor, kam es zu einer Mitreißsituation, in Folge derer alle mitgerissen wurden und die Gruppe über die durchgehend ca. 36 bis 38° Grad steile Eisflanke abstürzte. In der Absturzbahn befanden sich mehrere im Eis eingefrorene Steine. Die Auffindungssituation lässt darauf schließen, dass jene Steine, an welchen das Seil sich verhängen hätte können, einfach ausgerissen wurden und mit der Gruppe mit abstürzten. Größere im Eis eingefrorene und talwärts geneigte Steine in der Absturzbahn dürften zudem wie eine Art Schanze gewirkt haben. Laut Zeugen wurde zumindest ein Abgestürzter katapultartig in die Höhe geschleudert (Abb. 4). Letztlich kam die Gruppe im Bereich einer Art geschlossenen Randkluft (ca. zwei Meter hoher Eisabsatz) zum Stillstand. Messungen ergaben, dass der Seilerste ca. 165 Meter über die Flanke abgestürzt war (Abb. 5, 6 und 7).

Abb. 3 Im Bild das 30-Meter-Seil der abgestürzten Seilschaft mit den eingezeichneten Abständen der Seilschaftsmitglieder.

Abb. 4 Im Bild die vier markierten Blöcke, über die die Verunglückten im Absturz katapultiert wurden.

Abb. 5 Rot eingezeichnet die Sturzbahn der Verunglückten. Das Foto wurde vom Hubschrauber aus aufgenommen, Blickrichtung Süden.

Abb. 6 Rot eingezeichnet die 165 Meter lange Sturzbahn der Seilschaft. Das Foto wurde von der Eiskrone oberhalb der Absturzstelle aufgenommen, Blickrichtung Nordosten. Weiß eingekreist die Zittauer Hütte.

Abb. 7 Schematische Darstellung des Unfalles: Die Punkte 1, 2, 3, 4 sind die Steine in der Sturzbahn der Verunglückten. Diese Steine wirkten laut Augenzeugen wie Sprungschanzen, über die die Verunfallten katapultiert wurden. 55, 57, 70 und 92 Meter beträgt jeweils der Abstand der einzelnen Steine vom angenommenen Absturzort des Seilersten, der ca. 1 Meter unterhalb der Eiskrone ins Rutschen geriet. 165 Meter beträgt die Gesamtabsturzlänge der Seilschaft.

Abb. 8 Im Aufstieg zum Gabler. Die Absturzstelle auf Blankeis lag zum Unfallzeitpunkt noch im Schatten. Aufgrund der durch den Klimawandel gehäuft auftretenden heißen Sommer werden die Verhältnisse im Sommer schwieriger: Blankeispassagen sind häufiger anzutreffen als früher. Schneebedeckte und somit einfach zu begehende Gletscherflanken finden sich immer seltener.

Was kann man aus dem Unfall lernen?

Ob des dramatischen Ereignisses folgten in diversen Medien Aussagen von Experten ob der richtigen oder falschen Technik, die die Gruppe zur Anwendung brachte.

Uns von der Alpinpolizei steht eine solche Wertung nicht zu.

Was im gegenständlichen Fall aber sehr wohl auffällt und vielleicht zur eigenen Betrachtung angeführt werden kann:

Es befanden sich zum Unfallzeitpunkt drei Gruppen im Unfallbereich, die verschiedenste Praktiken anwendeten:

Eisverhältnisse – Eis ist nicht gleich Eis!

Bei unseren Erhebungen drei Tage später am Unfallort, nahezu zur selben Tageszeit wie am Unfalltag, fiel uns auf, dass das blanke Gletschereis trotz sehr milder Außentemperatur glasiert war. Es hatte am Vortag noch Niederschlag gegeben und über Nacht aufgeklart. Dieser Umstand wurde auch mit der ZAMG Salzburg erläutert. Anhand von Wetterdaten und den Erkenntnissen aus Befragungen ergab sich auch für den Unfalltag ein ähnliches Bild. Es hatte nämlich am Vorabend noch gewittert und in der Nacht zum Unfalltag aufgeklart. Daher dürfte zum Unfallzeitpunkt die Eisoberfläche mit hart gefrorenem Wassereis glasiert gewesen sein. Auch lag die Unfallstelle zum Unfallzeitpunkt noch im Schatten (Abb. 8). Ein Umstand, der bei einem derartigen Absturz nahezu keinen Reibungswiderstand ergibt. Beim Absturz dürfte die Seilschaft daher, fast wie in einer Art freiem Fall, beschleunigt haben.

Wahrscheinlich waren diese Eisverhältnisse auch mit ein Auslöser für den Absturz. Sogar versierte Steigeisengeher müssen bei derartigen Verhältnissen konzentriert gehen und man darf sich im Prinzip dabei keinen Fehler erlauben.

Resümee der erhebenden Beamten

Trotz des dramatischen Ereignisses handelte es sich um einen erhebungstechnisch einfach aufzuarbeitenden Unfall. Auch der Umstand, dass letztlich keiner der Teilnehmer den Unfall überlebte, veranlasste die Staatsanwaltschaft dazu, jedes weitere Verfahren einzustellen.

Was bleibt, sind natürlich die Eindrücke am Unfallort, die Kontakte mit den Angehörigen und die persönliche Verarbeitung des Erlebten.

Kein sonderlich großes Verständnis bleibt für die mediale Dynamik eines solchen Ereignisses. Schon kurze Zeit nach der Unfallalarmierung, noch in der Abklärungsphase, erfolgten Presseanfragen, die mangels Sachverhaltskenntnissen gar nicht seriös beantwortet hätten werden können. Hier muss man vielleicht auch einmal kritisch bemerken, dass die mittlerweile auch von Blaulichtorganisationen gängige Gepflogenheit, unmittelbar nach Eintreffen eines Notrufes umgehend die Presse zu informieren, mitunter einen pietätlosen und unseriösen Verlauf nehmen kann.

Man stelle sich vor, man sitzt als Angehöriger zu Hause und erhält aus diversen Medien, ohne nähere Details, Kenntnis von einem dramatischen Bergunfall einer deutschen Alpenvereinsgruppe im Bereich der Zittauerhütte, im Wissen, dass es sich bei den Betroffenen unter Umständen um den Gatten oder Sohn handeln könnte. Die Bestätigung dafür kommt aber erst Stunden später durch die offizielle Verständigung. Vor allem wir von der Polizei können nur gesicherte Fakten weitergeben und nicht mit Vermutungen und Halbwahrheiten in die Öffentlichkeit gehen.


Der Betrachtungszeitraum 2016–2020 (blau) müsste ebenso im 10-Jahresvergleich bis 2025 dargestellt werden. Da aber zum Redaktionsschluss nur die Daten bis 2020 vorliegen, können wir nur diese Daten zeigen. Würde man die Zahlen der letzten fünf Jahre (blau) auf eine Dekade hochrechnen, wäre die Zahl der Mitreißunfälle in etwa konstant, es gab aber deutlich weniger Opfer. Die Ursachen dafür sind: Es gab keine großen Gruppenunfälle und im Corona-Jahr 2020 reduzierte Aktivitäten, insbesondere von Ausländern.

Interessant: Der Rückgang von Mitreißunfällen seit 1986 ist markant.

Mögliche Gründe für die Abnahme:

Es gibt keine genauen Zahlen darüber, wie viele Menschen auf Hochtouren unterwegs sind. Geschätzt wird, dass die Zahl in den letzten Jahrzehnten etwa gleichgeblieben ist.