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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Erstickt im Zelt: Was ist passiert?

Unbemerkt und unscheinbar kommt es daher und ist gerade deswegen so gefährlich: Kohlenstoffmonoxid (CO), ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas. Es entsteht, wenn kohlenstoffhaltige Substanzen bei zu geringer Sauerstoffzufuhr unvollständig verbrennen. Etwa beim Kochen in schlecht belüfteten Zelten oder Schneehöhlen.

März 2020 am Taschachferner im Pitztal. Zwei Männer sterben im Zelt an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Nur wenige Meter entfernt stehen drei weitere Zelte, trotzdem bekommt niemand etwas mit. Fast so unmerklich wie sich das toxische Gas verbreitet, wirkt es auch im Körper.

Kohlenstoffmonoxid (auch Kohlenmonoxid genannt) gelangt über die Lunge ins Blut und bindet dort an das Hämoglobin, den eisenhaltigen Proteinkomplex in den roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport zuständig sind. Da die Hämoglobin-Affinität von Kohlenstoffmonoxid zwei- bis dreihundertmal so groß ist wie die von Sauerstoff, nehmen es die roten Blutkörperchen bevorzugt auf. Infolgedessen steht weniger Hämoglobin für den Sauerstofftransport zur Verfügung und es kommt zu Sauerstoffmangel in Organen und Gewebe. Die Opfer ersticken innerlich – oft leise, ohne zu keuchen oder nach Luft zu ringen.

Die beiden Verstorbenen waren Teilnehmer eines Kurses zur Vorbereitung auf das Expeditionsbergsteigen und bereits die dritte Nacht am Taschachferner. Das Programm reichte von Sicherungstechniken am Gletscher über die Frage, was nachts in den Schlafsack kommt, bis zum richtigen Umgang mit dem Gaskocher. „Ich habe den Teilnehmern die Bedienung der Kocher gezeigt und ihnen eingebläut, dass sie nur in der Apsis und nur bei geöffnetem Eingang kochen dürfen“, erzählt Kursleiter und Bergführer Hansjörg Pfaundler. In den ersten beiden Nächten machte er Kontrollgänge. „Weil sich alle gut an die Anweisungen gehalten haben, habe ich am dritten Abend darauf verzichtet und nur über Zurufe aus meinem Zelt mit der Gruppe kommuniziert“, sagt Pfaundler. Alles schien in Ordnung.

Was in der Nacht geschah

In dieser Nacht ist es recht kalt, in einem der anderen Zelte werden -6° C gemessen. Möglicherweise verleitet das die beiden Männer dazu, den Reißverschluss des Zelteingangs entgegen der Anweisung während des Schneeschmelzens geschlossen zu lassen. Zudem schneit es leicht. Als zwei Mitglieder der Gruppe das Unglück am nächsten Morgen bemerken, bedeckt eine dünne Schneeschicht das Zelt, die Reißverschlüsse aller Eingänge sind ganz zugezogen. Beim Öffnen entströmt Gasgeruch. Die Gaskartusche ist leer, das Ventil des Kochers offen.

Schnee, Eis und Kondenswasser versiegeln ein Zeltdach regelrecht und verhindern den Luftaustausch. Beim Kochen in einem solch kleinen abgeschlossenen Raum verbraucht die offene Flamme den begrenzt vorhandenen Sauerstoff und erzeugt Kohlendioxid, das den Sauerstoff verdrängt. Hinzu kommt der Sauerstoffverbrauch durch die Atmung. Das Gas verbrennt zunehmend unvollständig, die Flamme produziert nun auch Kohlenmonoxid – mit der eingangs geschilderten Wirkung. Steht irgendwann nicht mehr genug Sauerstoff zur Verfügung, erlischt die Flamme, das Gas tritt weiter aus, bis die Kartusche leer ist. Studien legen nahe, dass ein schlecht gelüfteter Raum sogar gefährlicher sein kann als ein gar nicht gelüfteter. Da in letzterem die Flamme ohne Sauerstoffnachschub schneller verhungert und nicht immer weiter CO produziert. Eine erloschene Flamme ist – so wie eine gelbe Flamme – demnach auch ein Warnzeichen, dass der Sauerstoffanteil im Zelt zu gering ist.

Zum Zeitpunkt der gerichtsmedizinischen Untersuchungen haben die Toten beide ein Lungenödem und einen COHb-Anteil (mit Kohlenstoffmonoxid gebundenes Hämoglobin) von 48 und 59 Prozent. Das heißt, knapp beziehungsweise über die Hälfte des Hämoglobins war mit Kohlenstoffmonoxid besetzt und stand nicht mehr für den Sauerstofftransport zur Verfügung. Werte im hochtoxischen bis komatösen Bereich. „Das Kohlenmonoxid verdrängt den Sauerstoff und der zunehmende Sauerstoffmangel führt zu Schockveränderungen, zu denen auch das Lungenödem zählt“, erklärt Gerichtsmediziner Professor Walter Rabl von der Medizinischen Universität Innsbruck, der die Leichen obduziert hat. „Der reine Sauerstoffmangel führt im Körper zu Euphorie und Glücksgefühlen. Zu einem Erstickungsgefühl kommt es dabei nicht, weil der Kohlendioxidgehalt im Blut nicht ansteigt, da Kohlendioxid ganz normal abgeatmet werden kann.“

Unmittelbar zu sehen, dass ein kleiner Kocher eine so große Wirkung hat, war ein Donnerschlag.Bergführer Hansjörg Pfaundler.


Als die Flamme ihres Kochers erlischt, sind die Männer bereits eine Zeit lang bewusstlos oder zumindest eingeschlafen. Darauf deuten verkohlte Essensreste im Topf hin. Neben dem geschlossenen Eingang ein weiterer folgenreicher Fehler. „Durch das Anbrennen der Speisen dürfte der Vergiftungsvorgang durch Kohlenmonoxid beschleunigt worden sein“, heißt es im Polizeibericht. Die unsachgemäße Zubereitung der Expeditionsnahrung – das Essen im Topf über der Flamme köcheln zu lassen, anstatt heißes Wasser in den Beutel zu gießen – hat die Kochzeit wahrscheinlich verlängert und damit die CO-Produktion noch gesteigert. Und: Kleine Flammen (wie für das Köcheln nötig) produzieren mehr Kohlenstoffmonoxid als das Betreiben des Kochers mit maximaler Flamme.

Am nächsten Morgen bleibt es ungewöhnlich lange ruhig im vierten Zelt des kleinen Lagers. Zwei andere Teilnehmer wollen die vermeintlichen Langschläfer wecken, öffnen das Zelt und sehen einen Kameraden in Sitzhaltung zur Seite umgekippt, mit den Füßen noch in der Vertiefung in der Apsis. Der zweite liegt im Innenzelt im Schlafsack. Die Teilnehmer erschrecken, rufen den Bergführer zu Hilfe, gemeinsam ziehen sie einen Körper aus dem Zelt, aber Hansjörg Pfaundler merkt trotz der rosigen Gesichtsfarbe der Leichen gleich, dass alle Hilfe zu spät ist. Er kümmert sich um den Rest der Gruppe, spricht Trost zu und steigt dann zum Mittelbergjoch hinauf, wo es Handyempfang gibt, um die 140 zu verständigen.

„Unmittelbar zu sehen, dass ein kleiner Kocher eine so große Wirkung hat, war ein Donnerschlag“, sagt Bergführer Hansjörg Pfaundler. Aufgrund seiner besonderen Schutzpflicht gegenüber den Kursteilnehmer*innen (Garantenstellung) leitete die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen Pfaundler ein, das sie allerdings bald einstellte. Sowohl Kocher als auch Zelt waren hochwertig, fehlerfrei und entsprachen dem Standard und der Bergführer hatte die Handhabung wiederholt erklärt, wie er selbst und die Teilnehmer*innen gegenüber der Polizei bezeugten. Doch der Vorfall beschäftigt Hansjörg Pfaundler nachhaltig. Er fragt sich, wie oft Bergsteiger wohl nur knapp einer Kohlenmonoxidvergiftung entgehen, ohne es zu merken. Wie oft er selbst auf Expeditionen erste Anzeichen einer Vergiftung mit leichter Höhenkrankheit verwechselt hat. „Ich schlafe – und koche – seit 20, 30 Jahren in Zelten, zugegeben nicht immer unter optimalen Bedingungen.“ Wie wohl so viele.

Worauf achten?

„ Kohlenstoffmonoxid imitiert die Symptome der Höhenkrankheit hervorragend, mit unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen, die jedem bekannt sind, der schon mal in großer Höhe war: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwäche und Schwindel“, heißt es dazu in der Literatur . Mit starken Bewusstseins- und Bewegungsstörungen und schließlich Bewusstlosigkeit ähneln die Symptome einer schweren CO-Vergiftung denen eines Höhenhirnödems. Aber: „Trotz der ähnlichen Symptome ist eine Kohlenmonoxidvergiftung eigentlich recht gut von der Höhenkrankheit zu unterscheiden – es sei denn, die Bergsteiger sind erst kurz zuvor aufgestiegen“, sagt Ken Zafren, Professor für Notfallmedizin der Universität Stanford und ehemaliger Vizepräsident der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen. Die Vorgeschichte und die Umstände seien meist sehr aufschlussreich. „Entwickeln mehrere Personen innerhalb eines Zeltes, in dem gekocht wird, ähnliche Symptome, also Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, ist eine CO-Vergiftung die wahrscheinlichste Diagnose.“ Dann ist schnelles Handeln angesagt. Die betroffene Person muss sofort aus dem geschlossenen Raum ins Freie (gebracht werden). Handelt es sich wirklich um eine CO-Vergiftung, verschwinden die Symptome nach einer Weile an der frischen Luft von alleine – im Gegensatz zu denen der Höhenkrankheit. In schweren Fällen ist die Gabe von reinem Sauerstoff sinnvoll, der den Abbau des COHb im Körper beschleunigt.

Das Problem dabei: Um noch handeln zu können, müssen die Bergsteiger*innen ihre Vergiftungssymptome rechtzeitig bemerken, bevor Bewusstsein und Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind. Der Kohlenstoffmonoxidgehalt in der Luft steigt zunächst langsam an, dann aber exponentiell. „Bereits bei 0,1 Prozent Kohlenstoffmonoxid in der Umgebungsluft kann es zum Tod kommen“, sagt Gerichtsmediziner Rabl. Laborexperimente haben gezeigt, dass in Zelten schon nach einer halben Stunde Kochen eine kritische Konzentration erreicht sein kann.

Von einem glücklichen Fall, in dem ein Bergsteiger eine CO-Vergiftung gerade noch rechtzeitig bemerkte, berichtet Jelle Staleman, ein Bergführer aus Holland, der Hansjörg Pfaundler die Gruppe vermittelt hat und am Tag nach dem Unfall gleich vor Ort war. Mit anderen Bergführern war Staleman vor Jahren auf einer Expedition im Karakorum. „Zwei Kollegen waren schon ein Lager weiter oben auf 6000 Metern, es tobte ein Sturm. Mit 80 bis 100 km/h Windgeschwindigkeit war es schlicht unmöglich, bei offenem Zelt zu kochen“, erzählt er. Als der eine Bergsteiger bewusstlos geworden sei, habe der andere geistesgegenwärtig den Kocher ausgeschaltet und den Zelteingang aufgerissen. „Ich fand es bemerkenswert, dass der zweite Alpinist noch reagieren und den Kollegen retten konnte. Das heißt, es lohnt sich, wirklich immer aufmerksam zu sein“, sagt Staleman.

Während der Unfall am Taschachferner einer der seltenen Fälle von Kohlenmonoxidvergiftung bei Bergsteiger*innen in Österreich war, ist das Problem in anderen Teilen der Welt verbreiteter. Ken Zafren schätzt, dass viele Alpinist*innen von leichten Vergiftungen betroffen sind. Das dürfte mit der Infrastruktur zu tun haben – wo keine Hütten sind, wird öfter im Zelt gekocht – und damit, dass Kohlenstoffmonoxid in der Höhe gefährlicher ist. Aufgrund des geringeren Sauerstoffpartialdrucks ist in einem Zelt im Höhenlager weniger Sauerstoff vorhanden, wodurch sich die Atemfrequenz erhöht. Die Alpinist*innen nehmen mehr Kohlenstoffmonoxid auf. Auch verlängert sich die Halbwertszeit des COHb im Körper, die auf Seehöhe vier bis sechs Stunden beträgt, mit zunehmender Höhe. Und nicht zuletzt verbringen Höhenbergsteiger*innen mehrere Stunden pro Tag damit, Schnee zu schmelzen – bei suboptimalen Bedingungen, da die Kocher bei Kälte und geringerem Sauerstoffanteil in der Luft schlechter brennen und mehr Kohlenstoffmonoxid produzieren.

Eigentlich weiß ja jeder, wie man richtig im Zelt kocht. Aber es unterschätzen viele, wie schnell Kohlenstoffmonoxid gefährlich werden kann.Hansjörg Pfaundler


„Eigentlich weiß ja jeder, wie man richtig im Zelt kocht. Aber es unterschätzen viele, wie schnell Kohlenstoffmonoxid gefährlich werden kann“, sagt Hansjörg Pfaundler. Und dass der Mensch wohl nur aus Tragödien lernt. Zwar war er selbst seit dem Unfall auf keiner Expedition mehr, aber für ihn ist seitdem „gesetzt, dass das Zelt offen bleibt, auch wenn es noch so ungemütlich wird“. Vor allem aber will er andere Bergsteiger und Kollegen für das Thema sensibilisieren.

Kohlenstoffmonoxidvergiftung erkennen

Ab 10 Prozent COHb handelt es sich (bei Nichtrauchern) um eine milde Vergiftung. Die Kohlenstoffmonoxidtoleranz kann individuell unterschiedlich sein, Raucher haben generell einen erhöhten COHb-Anteil. Erste Symptome treten bis 20 Prozent COHb-Anteil in Form von leichten Kopfschmerzen auf, gefolgt von Müdigkeit, Herzrasen, Sehstörungen und mit weiter zunehmender Konzentration Benommenheit, Schwindel, Ohrensausen sowie Muskelschwäche und schließlich Übelkeit, Erbrechen, Konzentrationsstörungen, Kreislaufkollaps und Bewusstseinsverlust. Weitere Anzeichen für eine Vergiftung sind rosa Haut und kirschrote Schleimhäute, Verstorbene haben rosa Leichenflecken. Bei einem COHb-Anteil über 50 Prozent fallen die Opfer in tiefe Bewusstlosigkeit, können Krämpfe und Atemstörungen bekommen und schweben in akuter Lebensgefahr. Der Tod tritt bei dieser Konzentration wahrscheinlich innerhalb von zwei Stunden ein.

So lassen sich Kohlenstoffmonoxidvergiftungen vermeiden

  1. für ausreichend Lüftung sorgen, vorgeschlagene Öffnung von min. 50 cm², ideal ist eine tiefe Öffnung für O-Zufuhr und eine höher gelegene für CO-Ableitung
  2. bei andauernder Kochernutzung auch mal Stoßlüften
  3. geringe Luftzufuhr kann schädlicher sein, als gar keine Belüftung (Flamme geht dann einfach aus)
  4. nur mit maximaler und blauer Flamme kochen; ist die Flamme gelb, für mehr Luftzufuhr sorgen
  5. langes Köcheln vermeiden
  6. Töpfe mit kleinem Durchmesser verwenden
  7. Zelt regelmäßig von Eis und Schnee befreien
  8. auf Symptome achten, bei Eintreten ins Freie gehen
  9. möglichst aufmerksam bleiben, nicht schlafen, wenn Kocher in Betrieb

Literatur

(1) Editorial zu Grant S. Lipman „Carbon Monoxide Toxicity at High Altitudes“