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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Reife(n)prüfung – Mountainbiken als alpine Kernsportart

Der Mountainbike-Boom rollt, mit und ohne E-Antrieb: Über eine Million der grobstollig bereiften und für den Einsatz in den Bergen gerüsteten Fahrräder wurden alleine 2020 in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol zusammengenommen verkauft – Tendenz steigend. Das ist den aktuellen Zahlen der Industrie- und Handelsverbände der Länder zu entnehmen. Und auch, wenn nicht jeder Mountainbike- oder E-Mountainbike-(Neu-)Besitzer den Drang verspürt, sein Fahrrad tatsächlich in den Bergen zu bewegen: Es sind eine ganze Menge Menschen, die genau das sehr gerne tun. Wichtig ist hier zu erkennen, dass es nicht den einen Mountainbiker bzw. die eine Mountainbikerin gibt, sondern es sich in der Regel um Bergsportler handelt, die die Natur nicht nur mit Wanderstiefel, Ski oder Seil, sondern eben auch mit dem Rad erkunden und genießen – alpine Multisportler sozusagen.

Darunter auch viele Mitglieder der Alpenvereine AVS, DAV, ÖAV und SAC. In Deutschland beispielsweise ergab eine Umfrage des DAV-Magazins Panorama im Jahr 2017, dass 43 % der DAV-Mitglieder Mountainbike fahren. Im SAC ist etwa jedes dritte Mitglied regelmäßig mit dem Bike unterwegs, in Österreich 53 % der Mitglieder. Damit liegt Mountainbiken in Österreich hinter Bergwandern und Wandern auf Platz drei der beliebtesten Bergsportaktivitäten – noch vor Klettern! In Südtirol seien, nach Aussage von Stefan Steinegger, Sachbearbeiter Bergsport im AVS, nicht nur zahlreiche Mitglieder (30 % in 2013), sondern auch etliche Vorstandsmitglieder als Multisportler ebenfalls den aktiven Mountainbikern zuzurechnen. Es ist daher nur logisch und konsequent, dass Mountainbiken als Bergsportart längst anerkannt ist, innerhalb der Verbände. In Österreich ist der Sport seit der Veröffentlichung eines ÖAV-Positionspapiers 2015 als alpine Kernsportart im Alpenverein anerkannt, in der Schweiz als Bergsport seit Veröffentlichung des Positionspapiers 2020 und in Südtirol seit 2013. Der Deutsche Alpenverein bildet in Sachen Mountainbike gar seit 1998 aus.

Perspektivwechsel: Gibt es ein alpines Gewohnheitsrecht?

Umso mehr drängt sich die Frage auf, weshalb dann die Debatte rund ums Mountainbiken häufig so hochgradig von Emotionen beeinflusst, ja bisweilen sogar gesteuert ist. Nicht nur in den Alpenvereinen, sondern auch gesamtgesellschaftlich. Wie wäre es, mit einem Gedankenspiel zu beginnen, um eine tatsächlich ergebnisoffene Gesprächsgrundlage zu schaffen: Was wäre, wenn Bergradler als Erste die Szenerie des Alpenbogens betreten pardon befahren hätten? Weit vor Bergwanderern und Bergsteigern? Wenn die, heute Mountainbiker genannten, Bergradler also ungefähr Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Eisenbahn und ihrem Rad im Gepäck gen Berge gefahren wären? Mit dem Ziel, aus reinem Spaß an der Sache bergauf und bergab zu fahren? Also so, wie es die ersten Freizeitbergwanderer als Vorfahren des ‚klassischen’ Bergsports eben auch taten. Nur auf Bergrädern statt in Bergstiefeln.

Würden wir dann auch von Wanderwegen sprechen? Dazu die Erkenntnis im Hinterkopf, dass viele alpine Wege in der Vergangenheit für die wirtschaftliche oder militärische Nutzung angelegt wurden…  Wie würde dann die Diskussion zwischen Mountainbike-Befürwortern und -Gegnern rund um die Nutzungsart von Wegen im Jahr 2021 verlaufen? Genügt alleine die Tatsache, dass eine Gattung Bergsportler früher auf den Plan getreten ist als Grundlage, um eine Nutzungshoheit daraus abzuleiten? Eine Art Gewohnheits-Wegerecht? Oder liefert dieses Gedankenspiel vielleicht eine Vorlage für das, was zum Thema Mountainbike aus dem Mund einer Stubaitaler Hüttenwirtin stammt und an Wahrheit wohl nicht zu überbieten ist: „Wenn es im Kopf Platz hat, dann hat es auf dem Weg allemal Platz!“ Schließlich sind die meisten von uns ja auch ein bisschen Mountainbiker, Bergsteiger, Skitourengänger und Kletterer gleichzeitig.

Schmale Pfade reizen Berggänger und Mountainbiker. Das Platzangebot aber ist begrenzt. Lösungsansätze erfordern daher ein miteinander.


Die Natur als verbindendes Element zwischen Fußgängern und Radfahrern

Anders gesagt: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Für ein Miteinander. Oder andersrum: Wo ein Weg ist, könnte doch auch ein Wille sein? Doch selbst wenn dieser Wille nur gering vorhanden ist, die schiere Zahl an Menschen, die den zweirädrigen Bergsport für sich entdeckt haben – über 14 Millionen alleine in Deutschland – zeigt die Notwendigkeit, dass sich die Alpenvereine der Thematik annehmen. Gerade auch in ihrer Funktion als anerkannte Naturschutzorganisationen, keinesfalls als reine Mountainbike-Fachverbände. Aber als Interessensvertretung aller, die sich für die Freizeitgestaltung bergsportlich betätigen möchten – und obendrein einen respektvollen Umgang mit dem Naturraum der Alpen pflegen. Sei es zu Fuß oder mit dem Bike. Das eint beide Gruppen: 88 % der vom ÖAV in einer Umfrage mit fast 15.000 Mountainbike-fahrenden Teilnehmern geben das Naturerlebnis als Motiv für die Sportausübung an. In Deutschland immerhin 76 %. Auch darum ist Begegnungsverkehr dieser Gruppen auf Bergwegen vorhanden. Und wird nicht mehr verschwinden. Gründe dafür gibt es zuhauf: immer bessere Ausrüstung, der Trend zum Fahrrad im Kontext der Mobilität, der anhaltende Drang nach Selbstverwirklichung, kleine Fluchten aus dem stressigen Alltag.

Das Argument der Naturbelastung durch Mountainbiker hinsichtlich Bodenerosion, Vegetationsschäden und Artenreichtum eignet sich laut diversen Untersuchungen verschiedener Institutionen (u.a. Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland oder der Universität Köln) nicht als Contrapunkt: Sie ist durch Biker nicht höher oder niedriger als durch andere Aktivitäten auch. Es kommt – und das gilt für sämtliche Bergsportaktivitäten – auf die Frequentierung und das Nutzungsverhalten an. Darum ist die Frage: Kann man dem begegnen und wenn ja, wie? Der Schweizer Darco Cazin, der touristische Destinationen hinsichtlich der Lenkung von Gästen mit bergsportlichen Interessen berät, weiß um die Sensibilität des Themas: „Die Lösungsansätze, die Konzepte, rund um eine funktionierende Antwort auf die Nachfrage der Mountainbiker sind an sich pragmatisch. Aber es bedarf natürlich einer recht komplexen Abstimmung mit den verschiedenen Stakeholdern. Das ist aufwendig. Da ist es einfacher, eine Polemik draus zu machen“, sagt er. Angesichts der Menge an Mountainbikern, die die Trails zum Ziel haben, muss aber die Frage gestattet sein, ob Polemik reicht, um adäquate Antworten auf die große Nachfrage zu liefern?

Fahrverbote als vermeintlich schnelles Glück

Sind Fahrverbote in diesem Kontext als vermeintlich simples Mittel tatsächlich die richtige Wahl, um die Wege-Problematik zukunftstauglich zu lösen? Mountainbike-Gegner haben auf diese Frage in der Vergangenheit gerne und häufig mit ‚Natürlich!‘ geantwortet. Die Gründe dafür sind – zumindest theoretisch – auf den ersten Blick nachvollziehbar: Was verboten ist, kann geahndet werden. Und klar, man darf beim gesetzestreuen Bürger eine gewisse Abschreckung vermuten. Aber welches Ergebnis erzielt ein Verbot ohne alternatives Angebot? Wer soll all die Vorschriften kontrollieren? Und wie entwickelt sich das soziale Klima am Berg?

Unterschiedliche Voraussetzungen, das gleiche Ergebnis

Wie oben bereits erwähnt, ist Mountainbiken als alpine Kernsportart in allen Verbänden anerkannt. Die Voraussetzungen auf Länderebene sind jedoch sehr unterschiedlich. Zum Teil unterscheiden sie sich sogar von Kanton zu Kanton oder Bundesland zu Bundesland.

Österreich hat eine sehr klare Gesetzgebung. Dennoch gibt es Probleme wie Rene Sendlhofer-Schag erzählt. Er ist seit Februar als MTB-Koordinator im ÖAV engagiert. „In Österreich bringen uns Verbote nicht weiter, denn das Befahren auf nicht explizit ausgewiesenen Strecken ist ja bereits von Gesetzesseite verboten.“ Dennoch fahren dort über die Hälfte der Mitglieder MTB. „Wir müssen mit attraktiven und zeitgemäßen Angeboten lenken.“ Stattdessen wird die Thematik rund ums Mountainbiken immer von der Seite des Problems, und nicht der Lösungsseite gedacht. „99,9 % der Begegnungen am Berg verlaufen ohne Probleme, dennoch blicken alle auf die wenigen schwarzen Schafe. Und auch hier wird der Konflikt oft nicht im Kontext betrachtet, zudem hochgeschaukelt. Dabei haben wir einen Bedarf, den es zu decken gilt“, sagt Sendlhofer-Schag. „Eine Ghettoisierung, abseits jeglicher weiterer Infrastruktur, um möglichst alle Berührungspunkte anderer Nutzergruppen mit Mountainbikern zu vermeiden, ist der falsche Ansatz, weil langfristig unattraktiv. Wegen der rechtlichen Voraussetzungen müssen wir kurzfristig dennoch zufrieden sein, weil nur dort attraktive Angebote entstehen können, wo der Grundeigentümer sein schriftliches Einverständnis gibt. Aber: Über die Zeit entsteht so ein immer dichter werdendes Netz an Mountainbike-Strecken, das irgendwann hoffentlich flächendeckend, bedarfsgerecht und legal ist.“

Auch im AVS ist man an der Lenkung statt an Verboten interessiert, wenn auch aus etwas anderem Grund: „Südtirol wird gerne als ‚Insel der Seeligen‘ bezeichnet, da es im Gegensatz zu den nördlichen und südlichen Nachbarn keine klare gesetzliche Regelung gibt und das Vorurteil herrscht, es sei alles befahrbar, was nicht verboten ist“, sagt Stefan Steinegger: „Dennoch müssen wir den Biker-Verkehr lenken, um vorzubeugen, dass es an irgendeiner Stelle konzentriert zu viele werden. Aus dem ‚zu viele‘ entstehen Probleme mit anderen Nutzergruppen oder den Grundeignern.“ Das will man in Südtirol vermeiden, nur: „Es dürfen MTB-Routen, das schreibt das Gesetz vor, nur dann offiziell ausgewiesen, beschildert und beworben werden, wenn die Grundnutzungsvereinbarung mit dem Grundeigentümer unterzeichnet ist.“ Dabei gehe es längst nicht mehr um die Haftungsfragen. Die seien über eine Versicherung von Seiten der Tourismusverbände beantwortet. Steinegger sagt: „Wir scheitern aktuell daran, dass die Tourismusverbände mit jedem einzelnen Grundbesitzer sprechen müssten.“ Eine Mammutaufgabe, mit der man nicht fertig werde. Dabei wäre die Beschilderung nach Ansicht des AVS wichtig. Einerseits, um an den Hot Spots, die es punktuell immer geben wird, Wanderer und Biker bei der Wegenutzung zu trennen. Andererseits aber auch, um das respektvolle Miteinander zwischen Fußgängern und Radfahrern aktiv zu fördern. Mit nur einem Schild. „Das transportiert eine wichtige Botschaft: Ihr seid beide willkommen“, sagt Steinegger.

In Deutschland steht der DAV selbst mit dem vereinsinternen Ausbildungsprogramm seit Kurzem vor ganz eigenen Problemen: Die im Dezember 2020 veröffentlichten neuen Vollzugshinweise des Umweltministeriums in Bayern brachten das DAV Bundeslehrteam MTB dazu, die Schulungsveranstaltungen in Bayern sehr konkret zu hinterfragen – und notfalls ins Ausland zu verlegen. Denn auch Baden-Württemberg ist aufgrund der Zwei-Meter-Regelung nur eine theoretische Option.

Die Folge sind längere Autofahrten als Konsequenz einer Gesetzesauslegung durch das bayerische Umweltministerium. Klingt wie eine Farce? Nun…

Auch die vom DAV geplanten Modellregionen im Allgäu und im bayerischen Oberland bei Bad Tölz können als Ausbildungsort nicht dienen: Weil der DAV nach Aussage von MTB-Projektleiter Benjamin Trotter explizit gegen die Neuanlage von Wegen ist, sollen Mountainbiker vorhandene Wege nutzen. Nur: Da kommen wiederum die Vollzugshinweise ins Spiel. Deutschland steht seit Veröffentlichung der Hinweise infrastrukturell plötzlich sehr schlecht da: „Auf dem Papier mögen die Hinweise ein Sieg der Mountainbike-Gegner sein. Aber im Frühjahr und Sommer, da werden die Hinweise selbst zum Konflikt. Nicht die Begegnung von Bergsportlern untereinander“, sagt Trotter. Konflikt und Miteinander am Berg – das passt eben nicht zusammen.

In der Schweiz spricht man sich ganz klar und eindeutig für die Koexistenz der Bergsportler aus, Mountainbike inklusive: „Wir wollen die Koexistenz fördern, auf der Verständnisebene arbeiten. Auf bestehenden Wegen, nicht auf neuen. Dahingehend wollen wir sensibilisieren und damit Verbote vermeiden, auch in den vom SAC angebotenen Kursen“, sagt Rolf Sägesser, Fachleiter Ausbildung Sommer beim SAC und Mitverfasser des 2020 erschienenen Positionspapiers des SAC. Es gebe lokal oder situativ sicher die Notwendigkeit einer Zweiteilung der Nutzergruppen Radfahrer und Fußgänger am Berg. Dort müsse im Weg eine Entflechtung stattfinden, weil es nicht anders lösbar sei. Größte Zurückhaltung verlange der SAC jedoch beim beim bikefähigen Ausbau von Wanderwegen außerhalb touristischer Hotspots, denn dadurch könnten sie für Wandernde an Attraktivität verlieren, sagt Sägesser. Denn die Idee der Koexistenz ziehe sich im Schweizer Alpen-Club insgesamt durch: „Der Prozess bis zur Veröffentlichung dieser Position letztes Jahr hat lange gedauert. Und natürlich gibt es Gegenstimmen.“ Aber ohne diese Position könne der SAC nicht mitreden, sagt Sägesser, der mit Abstand der älteste offizielle Vertreter für den Mountainbike-Sport im Vergleich der vier Alpenvereine ist. „Wir kommen gar nicht darum herum um das Thema, wenn wir uns entwickeln wollen. Mit Entwickeln meine ich: Öffnen. Wir können nicht der traditionelle Verein bleiben mit den roten Socken, sondern es geht weiter.“

Auch Tourismusberater Cazin widerspricht dem Ideal der Verbote: „Der Mechanismus von Lenkung ist überall der gleiche: Ich muss ein Angebot schaffen, das für das Gros der Interessensgruppe attraktiv ist, dann bekomme ich sie dorthin, wo ich sie haben möchte.” Genauer gesagt: “Das muss man sich vorstellen, wie in der Normalverteilung, der Gauß’schen Glockenkurve: Da sammelt sich die Masse in der Mitte und an den Rändern wird es weniger, läuft aus. In den Bergen, auf Trails funktioniert das wunderbar: Durch ein passendes Angebot konzentrieren sich die Ströme, das entlastet aktiv andere Bereiche, weil diese für die meisten Nutzer fahrtechnisch zu schwierig sind oder zu weit oben am Berg oder sonst wie unattraktiv. Und ich bekomme ich sie von dort weg, wo ich sie nicht haben möchte“, erklärt Cazin.

Die eine Lösung, es wird sie nicht geben. Es erfordert eine differenzierte Betrachtungs- und Herangehensweise. Denn: Das Mountainbiken wird sich nicht mehr verlaufen. Es ist bereits alpine Kernsportart. Und es obliegt nicht der Macht der Alpenvereine oder anderer Gruppierungen zu entscheiden, ob das so ist oder nicht. Die Menschen fahren und werden weiterhin fahren. Allein eine konstruktive und kollektive Lösung des Konflikts sollte in den Fokus der Debatte gerückt werden. Das Sportklettern hatte einst ebenfalls einen schweren Stand, aber ist zum Glück noch immer da. Dabei verliefen die Diskussionen darum vor 30 Jahren sehr ähnlich …

Wegerecht – länderspezifische Situation

DEUTSCHLAND:

In Deutschland gelten von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Regelungen. Die vielleicht relevantesten, weil meist diskutierten betreffen Baden-Württemberg und Bayern – und die könnten im Kern unterschiedlicher nicht sein: In Baden-Württemberg gilt die so genannte Zwei-Meter-Regel, die das Befahren von Wegen schmäler als zwei Meter grundsätzlich untersagt. Das verlagert den MTB-Verkehr rein rechtlich auf Forst- und Schotterstraßen. Allerdings entspricht diese Form der Nutzung nicht im Ansatz dem, wie Mountainbiker ihren Sport ausüben bzw. ausüben möchten: 55% der Befragten einer Umfrage innerhalb der Mountainbike-fahrenden DAV-Mitglieder sind Trail-Nutzer, also explizit an Wegen schmäler als zwei Meter interessiert. In BaWü sind sie daher bislang auf gezielt legalisierte Trails, wie beispielsweise vom DAV Heilbronn mitgetragen, angewiesen, um zumindest Rechtssicherheit bei der Ausübung ihres Sports zu haben.

In Bayern gilt ein grundsätzliches Betretungsrecht der freien Natur, sofern dadurch keine Schäden im Naturraum entstehen oder übergeordnete Schutzgebietsverordnungen wie z.B. in Naturschutzgebieten oder Nationalparks verletzt werden. Das Befahren vorhandener Wege mit dem Fahrrad (Mountainbike) ist dabei grundsätzlich eingeschlossen, das haben Gerichte in Bayern in der Vergangenheit bestätigt.

Jedoch liegen den ausführenden Behörden im Freistaat seit Mitte Dezember 2020 neue Vollzugshinweise vor, wie die Gesetzgebung auszulegen ist: Die Neufassung sieht nun vor, dass die Beurteilung der Eignung eines Weges zum Befahren mit dem Bike nicht mehr auch Sache des Bergsportlers ist, sondern nurmehr alleinige Sache des Grundeigentümers. Den Grundeigentümern wird damit faktisch die Möglichkeit eingeräumt, dass er einen Weg nach, womöglich unkundiger, Beurteilung als „nicht geeignet“ sperren (lassen) kann. Dafür muss der Weg bei der zuständigen Naturschutzbehörde als ungeeignet angezeigt und dann von der Behörde überprüft werden. Problematisch an der Sache ist: Die Gesetzgebung als solche hat sich nicht verändert, nur deren Auslegung auf Seiten der Exekutive. Zudem ist der behördliche Aufwand zur notwendigen Prüfung sämtlicher Einzelfälle enorm. Vorher treten die Sperren schließlich nicht offiziell in Kraft.

ÖSTERREICH:

Grundsätzlich ist Mountainbiken bzw. Radfahren abseits von Straßen und Radwegen, also auf Forststraßen, Pfaden und Steigen bzw. Trails, in Österreich per Gesetz in allen Bundesländern verboten. Außer es liegt eine schriftliche und unterschriebene Zustimmung des Grundeigentümers vor. Das ist insbesondere überall dort der Fall, wo im touristischen Kontext Mountainbike-Strecken in Form von Bikeparks und Trail-Zentren angeboten werden. Alle nicht explizit ausgewiesenen Wege mit dem Mountainbike zu befahren, ist daher streng genommen illegal – und führt sogar das Thema Alpenüberquerung auf nicht befestigten Wegen in eine Grauzone: Sämtliche Übergänge, Überquerungen und Passhöhen klassischer Transalp-Routen führen über Schotterwege oder Pfade, jedoch wird deren Nutzung in den meisten Fällen toleriert.

Das folgt dem Prinzip ‚Wo kein Kläger, da kein Richter‘, aber ist als Infrastrukturvoraussetzung für eine alpine Kernsportart äußerst ungünstig. Auch in Österreich geben 61 % der fast 15.000 Teilnehmer einer ÖAV-Studie an, dass der Trail für sie elementarer Bestandteil einer Tour sei. Nach der Auffahrt über die Forststraße, wählen sie Trails für die Abfahrt. Ein gelungenes MTB-Modell, das als Vorbild für andere Regionen dienen kann, wurde in Tirol erarbeitet. Hier stehen 970 Kilometer überregionale Radwanderwege, 6000 Kilometer Mountainbikerouten und 140 Kilometer Singletrails durch Vertragsabschlüsse zur Verfügung. 

SCHWEIZ:

In der Schweiz obliegt die Auslegung des Bundesgesetzes hinsichtlich der Wegenutzung per Fahrrad den Kantonen. Einerseits über das Straßenverkehrsgesetz, andererseits über das Bundesgesetz für den Wald. Nach Annahme der „Veloinitiative“ durch das Volk, wurde das Fahrrad, einschließlich des Mountainbikens und einschließlich des Tourismus zur Aufgabe des Bundes erklärt. Seitdem werden nun Strukturen erschaffen, damit der Bund die Kantone unterstützt, um mit einem Zeithorizont von fünf Jahren u. a. ein Mountainbike Konzept zu entwickeln.

Aktuell positionieren sich die Kantone in Bezug auf das Mountainbiken sehr unterschiedlich: Im Kanton Appenzell etwa ist es überall dort verboten, wo nicht ausdrücklich gestattet. In Graubünden dagegen gelten die schweizweit freizügigsten Regelungen, da man dort bereits seit etlichen Jahren touristisch profitiert und davon ausgehend grundsätzlich eine friedliche Koexistenz verschiedener Nutzergruppen am Berg fördert. Generell gilt in der Schweiz: Als Mountainbiker umgeht man rechtliche Schwierigkeiten in den meisten Fällen, indem man – kantonübergreifend – auf jene Strecken verzichtet, die explizit mit Sperrungen beschildert sind.

SÜDTIROL:

Für Mountainbiker ist Südtirol von der rechtlichen Grundlage her äußerst attraktiv, denn zunächst ist alles legal befahrbar, was nicht explizit gesperrt ist. Allerdings können die Bürgermeister der einzelnen Gemeinden Wege sperren, jedoch erst nachdem sie in den Austausch mit allen beteiligten Parteien – vom Grundbesitzer angefangen, über die Nutzergruppen, den Naturschutz bis hin zu den Tourismusverbänden – getreten sind. Genauer: Im Frühjahr 2017 wurde die Vereinbarung über die Nutzung der Wanderwege zwischen dem Land Südtirol und allen Interessengruppen unterzeichnet. Diese Vereinbarung gibt in Zukunft auch die Rahmenbedingungen für die Mitnutzung durch Mountainbike vor. MTB-Routen können nur dann offiziell ausgewiesen, beschildert und beworben werden, wenn die Grundnutzungsvereinbarungen unterzeichnet sind, sowie die Wegehalter in den gesamten Prozess der Planung und Projektierung eingebunden sind.

Das klingt und ist grundsätzlich sehr positiv, weil das gemeinsame Gespräch mit allen Stakeholdern unumgänglich ist. Gleichzeitig torpediert selbst in einem vorgeschriebenen Austausch jegliches Fehlverhalten – von wem auch immer – eine konstruktive Lösung. Und die ist in Südtirol aufgrund des hohen Nutzungsdrucks auf die Berge, von Einheimischen und Gästen, besonders wichtig.