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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Günter Schmudlach: „Das Problem ist nicht die Digitalisierung, sondern der Mensch“

Günter Schmudlach ist begeisterter Skitourengeher, widerwilliger Social-Media-Nutzer, Karten-Liebhaber und Informatiker. Mit der Entwicklung von Skitourenguru, einem Online-Tool zur Einschätzung des Lawinenrisikos auf Skitouren, hat er in den letzten Jahren entscheidend zur Digitalisierung des Bergsports beigetragen – besser gesagt des Skitourengehens. Im Interview erklärt der Schweizer, warum gerade der Winter und das Skitourengehen für digitale Hilfsmittel prädestiniert sind, welche Möglichkeiten für digitale Innovationen er im Sommer sieht und welche Gefahren das Ganze mit sich bringt. Eines vorweg: Digitalisierung und Innovation sind zwei verschiedene Dinge.

Günter Schmudlach ist begeisterter Tourengeher und Entwickler der Plattform Skitourenguru. Foto: Martin Scheel.

bergundsteigen: Wie bist du auf den Skitourenguru gekommen?

Günter Schmudlach: Mir fiel irgendwann auf, dass ich Freitag- und Samstagabend immer das Gleiche machte. Ich checkte immer dieselben 200 von Zürich gut erreichbaren Skitouren mehr oder weniger unsystematisch durch, um einen guten Vorschlag für die nächste Skitour zu finden. Das war viel Arbeit und führte sicherlich nicht immer zur besten Wahl. Bereits 2005, als das Institut für Schnee und Lawinenforschung (SLF) die Grafische Reduktionsmethode (GRM) herausbrachte, dachte ich mir, dass man das sehr leicht automatisieren könnte. Und dann habe ich vor acht Jahren an einem langweiligen Weihnachten begonnen zu codieren, ziemlich planlos und ziellos.

Was waren die ersten Schritte?

Zuerst habe ich versucht, beim SLF einen maschinenlesbaren Lawinenlagebericht zu bekommen. Da es den nicht gab, musste ich den Lawinenlagebericht aus der Webseite auslesen. Diese Informationen kombinierte ich mit Hangneigungskarten. Nach drei Monaten ging die erste, sehr einfache Version von Skitourenguru online. Diese Bastelversion löste erste kontroverse Diskussionen aus und stieß einen Prozess stetiger Verbesserungen an, der bis heute andauert.

Was waren entscheidende Verbesserungen?

Version zwei basiert nicht mehr auf der GRM, sondern auf der QRM, also auf der Quantitativen Reduktionsmethode. Damit ist Skitourenguru mitten im Thema „Machine Learning“ angelangt, das heißt, ein Programm erkennt Gesetzmäßigkeiten in Daten aus der Vergangenheit. Dafür wurde der Algorithmus mit Hilfe von Unfalldaten und GPS-Tracks trainiert. In der bald erscheinenden dritten Version stützt sich die Methode nochmals stärker auf die Erfahrungen, die in den Daten stecken. Mittlerweile testet Skitourenguru 40 Eigenschaften, beispielsweise Neigung, Bewuchs, Gefahrenstufe und die Frage, ob sich der Punkt in der im Lawinenlagebericht genannten Kernzone befindet. So lässt sich ein immer besseres Muster der spezifischen Eigenschaften von Unfallorten und Nicht-Unfallorten herausarbeiten.

Zwischenfrage für Laien: Was ist ein Algorithmus eigentlich genau?

Vereinfacht kann man es sich wie ein Kochrezept vorstellen. Ein Beispiel: Wir kennen alle die Skitourenschwierigkeitsskala: leicht, wenig schwierig, ziemlich schwierig, schwierig usw. Der Schwierigkeitsgrad ist abhängig von den Eigenschaften entlang der Route wie Neigung, Absturzgefährdung oder Platzverhältnissen. Ein ganz einfacher Algorithmus würde der Tour mithilfe einer willkürlich festgelegten Systematik anhand der steilsten Stelle eine Schwierigkeit zuweisen. Man kann es aber auch andersrum angehen: Indem man einen großen Datensatz von manuell bewerteten Skitouren nimmt, zum Beispiel 1500 Skitouren mit bekanntem Schwierigkeitsgrad, und eine Maschine die relevanten Eigenschaften entlang der Route suchen lässt. Das können moderne Machine-Learning-Algorithmen ziemlich automatisch, der Algorithmus erkennt, welche Eigenschaften zu welcher Bewertung führen.

Es gilt, je mehr Daten umso genauer?

Richtig. Wenn ich zurückkomme auf die Berechnung des Lawinenrisikos durch Skitourenguru, stehen einer Unmenge an aufgenommenen GPS-Tracks, die als Nicht-Unfallorte ja auch Information tragen, mit circa 1000 Datensätzen eher wenige Lawinenunfälle gegenüber. Aus statistischer Sicht wäre es besser, mehr Lawinenunfälle zu haben.

Günter Schmudlach genießt die Aussicht beim Skitouren. Foto: Georg Aerni

Stichwort Sicherheit: Wie sehr kann ich mich auf Skitourenguru verlassen? Wie viel Eigenverantwortung bleibt?

Das 3×3 von Werner Munter gilt weiterhin. Skitourenguru ist in Phase 1, also der Planung, situiert. Es geht darum, eine passende Tour auszuwählen und zu planen. Wenn ich dann im Gelände bin, kann ich in Phase 2 und 3 (vor Ort und vor den Einzelhängen) neue Informationen gewinnen, etwa Wetterverlauf, Schneeverhältnisse oder Frequentierung. Diese Informationen muss ich in meine Risikobewertung mit einbeziehen, deshalb entsteht in Phase 2 und 3 eine Eigenverantwortung.

Also ist Skitourenguru doch nicht so geeignet für Einsteigerinnen?

Wenn eine Einsteigerin grüne Routen mit tiefen Schwierigkeitsgraden wählt und bei Aufstieg und Abfahrt auf der Route bleibt, ist das verbleibende Restrisiko kaum höher als bei der Anfahrt mit dem Auto. Die Route hat bereits einen ersten Test bestanden, was dazu führt, dass ich draußen im Gelände auch mal den einen oder anderen Fehler machen darf. Bei einer unsystematisch gewählten Tour muss ich hingegen genau wissen, wie ich einen Einzelhang bewerte. Allerdings zielt Skitourenguru nicht vorwiegend auf Einsteigerinnen. Die Webseite enthält sehr viele Informationen. Erst Fortgeschrittene, Skitourenleiterinnen, Bergführerinnen oder Lawinenexpertinnen können diese adäquat verarbeiten.

Könnte man das Konzept Skitourenguru auch auf den Sommer übertragen? Auf andere Bergsportarten?

Ich denke nicht. Mir sind neben Skitourenguru vier Bereiche im Bergsport bekannt, wo Algorithmen zum Einsatz kommen: die Modellierung der Schneedecke, automatisch zugewiesene Schwierigkeitsgrade, automatische Skitourenkarten wie sie Andi Eisenhut entwickelt hat und der Wetterbericht. Nun fällt auf, dass fast alle Beispiele in den Winter gehören. Der Sommer ist einfach zu komplex. Beim Klettern, Alpinbergsteigen oder Wandern ist das Gelände charakterisiert durch sehr lokale Details, etwa Bohrhaken oder das Vorhandensein eines Geländers. Diese Daten stehen schlicht nicht zur Verfügung.

„Was hingegen interessant werden könnte, ist die sogenannte Smart-Brille, die Augmented Reality bietet und Informationen in der Brille selbst einblendet.“


Wären Gletscherspalten auch noch zu klein?

Die modernen digitalen Höhenmodelle zeigen zwar Gletscherspalten, aber diese Daten sind nicht zeitnah, da die entsprechenden Vermessungen nur circa alle zehn Jahre durchgeführt werden. Daher sehe ich hier in den nächsten ein, zwei Dekaden keine Chance für einen Hochtourenguru. Und wie wäre es mit der Verknüpfung von Pulsuhr oder Trackingdaten mit einer Tourenplanungsapp? Ein paar Freaks, denen es wichtig ist, ihre Planung genau auf ihre persönliche Fitness abzustimmen, würden das sicher nutzen, aber es wäre wohl ein Nischensegment. Das ist übrigens sehr typisch für die Frage nach Innovation: Das Nützliche bleibt und viele Spielereien verschwinden wieder.

Siehst du denn irgendwo Potenzial für Digitalisierung?

Bisher hat sich vor allem in der Tourenplanung viel getan. Hier wäre noch eine Verzahnung mit dem öffentlichen Verkehr sinnvoll. Eine vollautomatisierte Tourenplanung, die alles ausspuckt, Öffis, letzte Meile mit dem Rad, Skitour. Aber auch das wäre ein Nischenprodukt und wird kaum das Verkehrsproblem in den Alpen lösen. Was hingegen interessant werden könnte, ist die sogenannte Smart-Brille, die Augmented Reality bietet und Informationen in der Brille selbst einblendet. Denkbar wäre, dass die Brille den geplanten Routenverlauf über dem Gelände anzeigt oder im Winter die Hänge je nach Lawinenrisiko einfärbt. Ob wir das dann wollen, ist eine ganz andere Frage.

Klingt utopisch. Würdest du dir eine solche Brille in den Bergen aufsetzen?

Jetzt sage ich natürlich ganz klar nein. Allerdings staune ich immer wieder, wie schnell sich gewisse Neuerungen etablieren. Es ist noch nicht sehr lange her, dass wir uns über die ersten Handynutzerinnen lustig gemacht haben. Heute rennen wir alle mit einem Smartphone rum und können es eigentlich gar nicht mehr wegdenken.

Noch Gedankenspiel, bald vielleicht nicht mehr wegzudenken? Eine Smart-Brille könnte den Routenverlauf und mögliche Gefahrenstellen einblenden.

Brauchen wir überhaupt noch mehr Digitalisierung? Oder eher weniger? Um die Berge als Rückzugsraum von all dem zu behalten?

Es gibt keine Instanz, die verhindern kann, dass eine bestimmte Innovation stattfindet. Angenommen die Alpenvereine verschließen sich dieser Entwicklung, dann wandert die Thematik zu privaten Anbietern. Damit stellt sich die Qualitätsfrage.

Reinhold Messner hat sinngemäß gesagt, dass die Verwendung von technischen Hilfsmitteln (GPS-Gerät, Handy etc.) dem Bergsteigen die Grundlage entziehe, weil man damit das Abenteuer zerstöre. Ist das so? Wie viel Hilfe ist erlaubt?

Wir haben hier eine schizophrene Haltung: Auf der einen Seite hat der Mensch Angst vor Veränderung, auf der anderen Seite ist er auch sehr opportunistisch. Wir benutzen Werkzeuge, die uns nützlich erscheinen. Niemand kann dieses Spannungsfeld zwischen Konservatismus und Neugierde einfach auflösen. Theoretisch können wir selber wählen, mit wie viel Technologie wir unterwegs sein wollen. Praktisch gibt es einen sozialen Druck, „Technologie“ zu nutzen. Wer hat ein Rad, mit dem wir die Entwicklung zurückdrehen können?

„Die modernen digitalen Höhenmodelle zeigen zwar Gletscherspalten, aber diese Daten sind nicht zeitnah … Daher sehe ich hier in den nächsten ein, zwei Dekaden keine Chance für einen Hochtourenguru.“


Beim Klettern gibt es ja eine Fraktion, die stark auf Tradition und den Begriff „fair means“ setzt, technische Hilfsmittel, wie Bohrhaken und Akkubohrmaschine sind verpönt. Am besten kein Strom in den Bergen. Soll es so etwas nicht auch beim Skitourengehen geben? Also zurück zu Karte und Kompass?

Der Kompass ist ein hochgradig technisiertes Präzisionsinstrument. Wie steht es um die Steigeisen? Die wurden zur Zeit der Erschließung der Alpen heiß diskutiert, ebenso die ersten LVS-Geräte. Und heute? Empfindet ein Digital-Native das Smartphone als innovativ? Was wird der Homo digitalensis in 100 Jahren zur Smart-Brille sagen? Wir beurteilen unsere Möglichkeiten immer aus unserer Zeitepoche heraus.

Wir könnten uns immerhin sagen, der Berg ist handyfreie Zone. Es ist nur für Notfälle dabei.

Wer bin ich, dass ich jemandem verbieten könnte, sein Handy in den Bergen zu nutzen? Selbst wenn das Handy im Rucksack bleibt, verändert es unser Erlebnis. Zum Beispiel weil wir wissen, dass es da ist und wir im Notfall vermutlich alarmieren können. Die Technik, die Werkzeuge sind da und wir können sie nicht wegdenken, auch wenn wir uns das wünschen.

Was waren bislang die größten digitalen Innovationen?

Digitalisierung heißt nicht in jedem Fall Innovation. Eine Papierkarte zu digitalisieren ist keine Innovation, nur das Medium hat sich verändert. Wenn mir aber ein Gerät über GPS in jedem Moment anzeigt, wo ich bin, ist das eine echte Innovation. Denn dann mache ich die Dinge anders als zuvor. Statt mit Kompass und Höhenmesser zu hantieren, werfe ich zur Orientierung einen Blick auf die digitale Karte.

Abgesehen vom GPS und den bereits erwähnten Algorithmen sehe ich gar nicht so viele echte Innovationen. Ob Social Media im Zusammenhang mit Bergsport eine Innovation ist, bezweifle ich. Tourenbeschreibungen statt in Büchern auf Webseiten nachzuschlagen, macht eigentlich auch kaum einen Unterschied. Allgemein sehe ich im Bergsport gar nicht so das gewaltige Digitalisierungspotenzial. Das ist vielleicht auch gut so.

skitourenguru.ch

Das Online-Tool Skitourenguru erstellt basierend auf der Quantitativen Reduktionsmethode eine Einschätzung des Lawinenrisikos für Skitouren. Unter Verwendung des aktuellen Lawinenlageberichts, digitaler Höhenmodelle und händisch digitalisierter Routen ermittelt ein Algorithmus das Risiko für jeden Punkt auf der jeweiligen Tour und berechnet daraus einen Gesamtwert für das Lawinenrisiko der Route (0–3).

In der Schweiz deckt Skitourenguru bereits 1700 Routen ab, in den Ostalpen 1500. Eine Ausweitung auf Frankreich und Italien ist in Arbeit. Im Winter 2020/2021 riefen die Nutzer*innen 2,6 Mio. Routen auf.

Auf einer Übersichtskarte zeigt Skitourenguru alle bewerteten Skitouren mit unterschiedlichen Symbolen in Ampelfarben. Filteroptionen grenzen die Tourenauswahl ein. Lässt man sich eine bestimmte Tour anzeigen, ist die Route auf der Karte abschnittsweise gemäß Risikowert grün, orange oder rot gefärbt, Schlüsselstellen sind zusätzlich mit grauen Kreisen markiert. Zu jeder Tour gibt es eine Zusammenfassung der wichtigsten Kennzahlen inklusive automatisch errechnetem Schwierigkeitsgrad, weiterführende Links, GPX-Track und den Lawinenlagebericht, wie er in die Bewertung eingeflossen ist.

Skitourenguru finanziert sich durch Sponsoren und Spenden und wird auch in Zukunft gratis und werbefrei sein. Zudem verzichtet die Plattform bewusst auf Logins, Tracker und Newsletters.

Die Lawinenrisikokarte zeigt das mit der QRM berechnete Risiko.
Die Lawinenrisikokarte zeigt das mit der QRM berechnete Risiko.
Die Routenansicht zeigt das Lawinenrisiko jedes Abschnitts sowie statische Schlüsselstellen.
Die Routenansicht zeigt das Lawinenrisiko jedes Abschnitts sowie statische Schlüsselstellen.
Detailierte Routenansicht mit markierten Schlüsselstellen.
Detailierte Routenansicht mit markierten Schlüsselstellen.

Siehst du auch Gefahren, die die Digitalisierung des Bergsports bringen könnte oder bereits bringt?

Es stellt sich eine Qualitätsfrage. Die Digitalisierung geht ja mit einer Demokratisierung einher. Während früher die Alpenvereine die Literatur erstellten, kann heute jeder auf einer Webseite Touren veröffentlichen. Im Internet gibt es zigtausende von Tracks, die können auf der Karte digitalisiert oder mit einem GPS im Feld aufgenommen worden sein und ich weiß nicht, welche Qualität sie haben. Bräuchte es eine Instanz, die das alles prüft? Wir wollen alle keine Internetzensur. Aber es braucht Garanten für Qualität, die Alpenvereine könnten diese Rolle übernehmen. Wenn sie eigene Portale in die Welt setzen, können sie dort für Qualitätsstandards sorgen. Es bleibt die Hoffnung, dass sich Qualität durchsetzt.

Das passiert bislang aber nicht wirklich, oder?

In den Ostalpen haben die Alpenvereine die Digitalisierung mit Alpenvereinaktiv früh begonnen. In der Schweiz gibt es erst seit zwei Jahren das digitale Tourenportal des SAC und seit vergangenem Dezember eine App. Der SAC ist spät eingestiegen, aber es ist sehr wichtig, dass er nun dabei ist, um eine qualitativ hochwertige Alternative zu anderen Tourenportalen zu bieten. Wobei ich damit nicht sagen will, dass andere Tourenportale per se schlechter sind. Die Spannbreite ist groß.

„Ich finde, die Alpenvereine müssten die Thematik dringend ‚an sich reißen’, um die Qualität zu sichern.”


Es wird oft kritisiert, Social Media verleite Menschen dazu, sich zu überschätzen. Aber gilt das nicht auch für Skitourenguru?

Ja, diese Gefahr besteht. Allerdings werden Lawinenunfälle primär von älteren, erfahrenen Männern verursacht und nicht unbedingt von Einsteigerinnen. Studien belegen das sehr deutlich. Es hängt vermutlich damit zusammen, dass wir zunehmende Fähigkeiten durch höhere Risiken „kompensieren“. Auch Bergführerinnen und Lawinenexpert*innen geraten immer wieder in Lawinen. Einsteigerinnen sind oft eher defensiv unterwegs. Außerdem sollten wir selbstkritisch sein. Welche Motivation steckt hinter dieser Sorge? Ich habe den leisen Verdacht, dass es uns auch darum geht, die Berge freizuhalten. Sind wir wirklich bereit die Berge mit Einsteigerinnen zu teilen?

Die vereinfachte Tourenplanung führt womöglich zu mehr spontanen Bergfahrten und verstärkt so den Bergsportboom noch mehr. Wie passt das mit ökologischer Verantwortung zusammen?

Berge bieten ein unglaubliches Potenzial, um Erfahrungen zu sammeln. Deshalb ist es nicht unbedingt schlecht, wenn der Bergsport demokratisiert, also leichter zugänglich wird. Im Grunde genommen arbeiten wir alle in diese Richtung: Alpenvereine, Autor*innen, Bergführer*innen, Webseiten-Betreiber. Natürlich ist der Boom im Zusammenhang mit der ökologischen Frage relevant. Wir haben hier allerdings einen blinden Fleck: unser Auto! Wenn es uns ernst ist, dann sperren wir die Zugangsstraßen, heben die Parkplätze auf und reisen mit dem Bike an. Wenn es uns aber in Wirklichkeit darum geht, dass wir die Berge für uns allein haben, dann sollten wir das auch ehrlich so benennen.

Und der Berg als Natur-, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen?

Da gibt es ganz klar einen Interessenskonflikt, den man allerdings durch das Schaffen von Wildtierschutzgebieten lösen kann. Da hat sich sehr viel getan. Die Wildtierschutzgebiete werden in der Schweiz von Gemeinden und Kantonen ausgeschieden, zentral gesammelt, digital aufbereitet und dem Publikum in einem homogenisierten Format zur Verfügung gestellt. Dadurch können sie wiederum in die Webseiten einfließen. Skitourenguru macht in der Schweiz bereits eine automatische Kollisionsanalyse mit den verfügbaren Wildtierschutzgebieten. In den Ostalpen ist da noch viel Aufbauarbeit zu leisten.

Werden die Alpenvereine ihrer Rolle beim Thema Digitalisierung gerecht?

Ich finde, die Alpenvereine müssten die Thematik dringend „an sich reißen“, um die Qualität zu sichern. Das ist natürlich eine Wahnsinnsherausforderung, weil es sehr teuer ist und die Alpenvereine sich dazu eigentlich in Digitalkonzerne verwandeln müssten – nicht einfach für diese eher behäbigen Organisationen.

Was genau sollten sie machen?

Ich sehe die Innovationsmöglichkeiten für den Moment vorwiegend im Winter, allen voran die Lawinenrisikobewertung – und vielleicht die automatischen Skitourenkarten. Im Moment überlassen die Alpenvereine das noch privaten Trägern. Aber wenn sie versuchen würden, diese Technologien an sich zu binden, könnten sie sie auch mitgestalten. Ob die Alpenvereine deshalb gleich eine Smart-Brille in die Welt setzen sollten und können, bezweifle ich. Das würde sie vielleicht überfordern. Bei diesem Gedanken müssen wir ja gleich schmunzeln.

Kann die Digitalisierung den Alpenvereinen helfen, das Paradoxon „Berge erschließen und zugleich verschließen“ aufzulösen?

Die Berge zerstören wir durch unseren ökologischen Footprint (Mobilität, Wohnen, Konsum) und nicht durch die Digitalisierung. Es gäbe durchaus Wege für eine smarte Digitalisierung, die unseren Footprint senkt.

„Das Problem ist nicht die Digitalisierung, das Problem ist der Mensch.“