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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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4x Alpinklettern: Der Reiz der Vielfalt

1. Barbara Zangerl :„Ein typischer Fall von Selbstüberschätzung ”

Barbara in „Joy Division“ (8b) Val di Mello. Foto: Hannes Mair, alpsolut.com.

Erfahrungsbericht von Barbara Zangerl

Hansjörg Auer hatte eine besondere Gabe: Er konnte einem auch das krasseste alpine Abenteuer so schmackhaft machen, dass man unbedingt dabei sein wollte. Meistens sah die Realität ganz anders aus. Mich überredete er, ihn an die Westliche Zinne zu begleiten, um „Panaroma“ (8c) zu probieren. Ich wusste damals nicht, dass die Route mitten durch ein Riesendach zieht.

Hansjörg meinte, ich könne ein bisschen im Nachstieg klettern, das Jümaren lernen und mir das Ganze einfach mal anschauen. Das war mein erstes alpines Erlebnis, und ich hatte nie zuvor solche Angst. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, mich in dem ausgesetzten Gelände aufs Vorsteigen zu konzentrieren. Selbst im Nachstieg war klar, dass ich nicht einfach rasten konnte – die Wand ist zu steil, man pendelt einfach ins Leere. Das war ein richtiger Crashkurs.

Einige Jahre später, mit viel mehr Erfahrung, kam ich zurück, um selbst die Route „Bellavista“ (8c) an der Westlichen Zinne zu versuchen. Die Leidenschaft für den Alpinismus entdeckte ich eher zufällig! Zuvor war ich meistens bouldern, bis ich mir wegen des ständigen Abspringens aus großer Höhe 2018 einen Bandscheibenvorfall zuzog. Dieses Ereignis hat meine Einstellung zum Klettern stark geprägt.

Damals wurde mir klar, dass mich am allermeisten das Gesamtpaket „Klettern“ reizt – mal Sportklettern zu gehen, mal Alpinklettern, die Disziplinen zu kombinieren und dabei ständig dazuzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln, mental zu reifen. Aufgrund der Verletzung kam ich zunächst zum Sportklettern. Mich faszinierte, wie unterschiedlich die beiden Disziplinen sind. Egal, was für einen Griff ich in die Hände bekam, nach zehn Metern Seilklettern war ich so gepumpt, dass ich nicht mehr weiterkam.

Null Ausdauer, das war eine harte Erfahrung.


Obwohl ich acht Jahre lang gebouldert hatte, fühlte ich mich wie ein Anfänger. Aber genau darin lag der größte Reiz für mich. Genauso erging es mir zwei Jahre später, als ich mit dem Alpinklettern anfing. Den inneren Schweinehund zu überwinden, wenn man einige hundert Meter über Grund und weit über dem letzten Haken steht, das war neu, aufregend, furchteinflößend und motivierend zugleich.

Zusammen mit Hansjörg reiste ich 2010 zum ersten Mal ins Yosemite Valley. Auch das war ein wildes, unvergessliches Erlebnis. Das Rissklettern fühlte sich so unmöglich an! Und wieder gab es viel zu lernen. Einmal auf den El Capitan klettern zu können, wurde mein größter Traum. Mit dieser Reise legte ich den Grundstein für viele weitere Abenteuer in großen Wänden. Egal, auf was für einem Niveau man klettert, man muss Erfahrungen sammeln, um sicher im Alpinen unterwegs zu sein.

Außer Kraft kann man wenig vom Hallenklettern mitnehmen. Ich halte den Hallenkletterboom deshalb für eine gefährliche Entwicklung. Alpine Routen sind oft viel komplexer, schwieriger und anspruchsvoller, als ihre Bewertung vermuten ließe. Man denkt, den Schwierigkeitsgrad beherrsche man im Schlaf. Und auf einmal steht man in einem schlecht abgesicherten Klassiker, die wenigen Haken sind alt und die Wegfindung schwierig.

Barbara Zangerl und Jacopo Larcher bei der Rotpunktbegehung von Joy Division (8b, 20 SL) im Val di Mello. Foto: Hannes Mair, alpsolut.com

Schnell geht man dann ein großes Risiko ein. Jacopo und mir erging es so in der Route „Moderne Zeiten“ (6c+) an der Marmolata-Südwand. Wir verstiegen uns, es wurde dunkel und wir verbrachten die gesamte Nacht mit Abseilen. Ein typischer Fall von Selbstüberschätzung. Das passiert, wenn man sein Kletterniveau im alpinen Gelände nicht langsam steigert.

Barbara Zangerl, 34, zählt zu den besten Big-Wall-Kletterinnen der Gegenwart. Ihr gelangen freie Begehungen schwieriger El-Capitan-Routen sowie der „Odyssee“ (8a+) in der Eiger-Nordwand. Barbara und Jacopo bilden eine der weltweit stärksten Seilschaften.

2. Jacopo Larcher: „Ich bin doch kein Alpinist“

Jacopo in „Joy Division”, 8b, Val di Mello. Foto: Hannes Mair, alpsolut.com.

Erfahrungsbericht von Jacopo Larcher

Ich war zehn Jahre alt, als ich zum ersten Mal kletterte. Und ich erinnere mich noch genau an das Gefühl der Freiheit, das ich in meiner ersten Route empfand. So etwas hatte ich nie zuvor erlebt. Mir war sofort klar, dass Klettern genau das war, wonach ich gesucht hatte. Ich begann, meine gesamte Freizeit in der kleinen, örtlichen Kletterhalle zu verbringen, meistens mit meinem Vater.

Ich hatte eine Menge Spaß, aber gleichzeitig vermisste ich es, meine neue Leidenschaft mit anderen Kindern erleben zu können. Aus diesem Grund begann ich mit dem Wettkampfklettern; nicht, weil ich mich mit anderen messen wollte – ich bin definitiv kein Wettkampfmensch –, sondern aus dem Wunsch heraus, meine Erfahrung zu teilen und mich selbst herauszufordern.

Das Wettkampfklettern ließ mich um die ganze Welt reisen, von Südamerika bis Australien. Wegen des engen Zeitplans hatte ich aber nie Gelegenheit, die Orte zu erkunden, an die ich reiste. Das Einzige, was ich sah, waren Kletterhallen. Im Alter von 22 Jahren entschloss ich mich deshalb dazu, diese Welt zu verlassen und einen neuen Weg einzuschlagen. Ich wollte neue Gegenden erkunden und mich Herausforderungen stellen, meine Komfortzone verlassen. Der Übergang vom Wettkampf- zum Big-Wall-Klettern verlief langsam und in mehreren Phasen.

Der rote Faden war (und ist) meine Lust am Reisen und an ständiger Veränderung – beides erlaubt mir, als Mensch zu wachsen.


Immer, wenn ich mich zu wohl fühle, suche ich neue Herausforderungen. So verbringe ich natürlich immer mehr Zeit in den Bergen. Ich mag das Gefühl, mich in einer großen Umgebung klein zu fühlen und mit unerwarteten Situationen fertig werden zu müssen; etwas, das ich in meiner Wettkampf- und Sportkletterkarriere nie erlebt habe. Ich würde mich trotzdem noch nicht als Alpinist bezeichnen. Ich bin ein Kletterer, der sich in naher Zukunft mehr und mehr dem Alpinismus zuwenden wird.

Was mir an dieser, für mich neuen Welt am meisten gefällt, ist die Freiheit, sich selbst ausdrücken zu können. Unser Spielplatz ist für alle gleich, aber jeder definiert seine eigenen Regeln. Natürlich gibt es verschiedene Kletterethiken – aber du selbst kannst dich für eine entscheiden.

Dabei spielt es keine Rolle, ob du an einem zehn Meter hohen Felsblock oder in einer abgelegenen großen Wand kletterst. Das ist es, was Klettern und Alpinismus für mich ausmachen: die Freiheit zu wählen. Letzten Endes zählt nur deine Einstellung.

Jacopo Larcher, 32, gelangen neben zahlreichen Big Walls weltweit auch Erstbegehungen von Trad-Routen bis zum Schwierigkeitsgrad 8c. Sein Meisterwerk „Tribe“ im italienischen Cadarese ließ er unbewertet.

3. Nina Caprez: „Zusammenhalt statt Konkurrenzkampf“

Nina klettert die „Changing Corners” in der Nose am El Capitan. Foto: John Glassberg

Erfahrungsbericht von Nina Caprez

Ich bin in den Schweizer Bergen aufgewachsen. Daher habe ich das Bergsteigen gelernt, bevor ich überhaupt eine Halle von innen gesehen oder einen Plastikgriff angefasst habe. Als ich 13 war, trat ich einer Jugendgruppe des Schweizer Alpenclubs (SAC) bei. Neben Ausflügen zum Klettern, Bergsteigen, Skifahren und Skitourengehen gingen wir auch immer wieder in eine Kletterhalle.

Mich packte dann schnell die Leidenschaft für das Klettern und ich trainierte regelmäßig in der Halle. Mit 17 startete ich in meinem ersten Kletterwettkampf, zwei Jahre später kam ich in die Schweizer Nationalmannschaft. Drei Jahre lang nahm ich an internationalen Wettkämpfen teil. Auch in dieser Zeit war ich immer gerne mit meinen Freunden draußen am Fels.

Das war wichtig für mich, als Ausgleich zum Wettkampfklettern. Dass ich meine Wettkampfkarriere schließlich beendete, lag vor allem am mangelnden Teamgeist. Heute ist das sicherlich anders; die Athletinnen wachsen gemeinsam auf und sorgen selbst für guten Spirit. Damals herrschte im Schweizer Team vor allem unter den Frauen ein großer Konkurrenzkampf.

Anstatt sich zu unterstützen, wollten die Mitstreiterinnen, dass du runterfällst. Das hat mich immer sehr gestört. Zudem hatte ich das Gefühl, zu viel Zeit in der Halle zu verbringen. Plastik ist einfach nicht mein Element. Im Grunde habe ich mich im Wettkampfsport nie richtig wohl gefühlt. Es war frustrierend, so viel Energie in etwas zu investieren, in dem ich mich überhaupt nicht wiederfand.

Mit dem Wettkampfklettern aufzuhören war für mich trotzdem nicht einfach. Aus diesem Leistungssystem mit all dem Druck und den Erwartungen auszubrechen, ist ein harter Prozess. Etwas Wichtiges konnte ich dabei aber lernen – es ist nicht schlimm, wenn man für etwas nicht gemacht ist. Wichtig ist nur, auf sich selbst zu hören. Nachdem ich meine Wettkampfkarriere beendet hatte, konzentrierte ich mich verstärkt auf Mehrseillängenrouten. Je mehr ich davon kletterte, desto mehr wollte ich auch wieder Bergsteigen und Mixed-Klettern. Meine wichtigste Erkenntnis war:

Während ich im Wettkampf immer nervös und gestresst war, irgendwie verloren, war ich am Fels komplett entspannt.


Natürlich gibt es einen gewissen Druck, wenn du in ein Projekt einsteigst – aber dieser Druck ist positiv. Mir wurde klar, wie viel das Draußensein, die Natur, die Kletterfreunde zu meiner Leistung beitragen.

Man muss nicht immer alles messen und vergleichen. Du machst eine Route, weil sie dir gefällt. Dein Ziel ist, irgendwann hinaufzukommen, ohne Zeitdruck, ohne Konkurrenz. Die Unsicherheit, die immer dabei ist, macht das Erlebnis zum Abenteuer. Sich ständig neuen Umständen anpassen zu müssen – das ist es, was mir am Alpinismus so gefällt.

Das Klettern hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zum Breitensport entwickelt. Meiner Ansicht nach gilt das nicht für den Alpinismus. Ich finde es sehr positiv, dass immer mehr Leute klettern – egal wie man diesen Sport ausübt, ist er gesund für Körper und Geist. Durch den Kletterboom differenziert sich der Sport immer mehr aus.

Einerseits gibt es eine große Menge an Fitness- und Hallenkletterern, andererseits wenige, die an den Fels gehen, Mehrseilrouten klettern oder bergsteigen. Das sorgt dafür, dass die passionierten Alpinkletterer näher zusammenrücken. Das ist ja auch die beste Sportart, die es gibt.

Nina Caprez, 35, konnte als erste Frau die Route „Silbergeier“ (8b+) an der Vierten Kirchlispitze im Rätikon wiederholen. Dasselbe Meisterstück gelang ihr mit Barbara Zangerl in der „Unendlichen Geschichte“ (8b+).

4. Jorg Verhoeven: „Die Lust am Abenteuer“

Jorg Verhoeven in seinem Element. Foto: Heiko Wilhelm.

Erfahrungsbericht von Jorg Verhoeven

Ich bin wegen des Kletterns und der Berge aus den Niederlanden nach Österreich gezogen – der Schritt vom Bergwandern mit der Familie hin zum Alpinismus kam daher sehr natürlich. Dabei spielten Neugier, Interesse und Leidenschaft eine wichtige Rolle. Und meine Lust am Abenteuer hat sicherlich auch geholfen.

Mich fasziniert der Klettersport in seiner ganzen Vielfalt; sowohl Hallentraining und Wettkampfklettern als auch Felsklettern und Alpinismus. Weil aber gerade die Vielfalt so einen Reiz ausübt, fiel es mir oft schwer, mich auf eine spezifische Disziplin zu fokussieren. Das ist besonders für einen Wettkampfsportler schwierig.

Sinnvoll wäre ja, den Fokus voll und ganz auf die Halle zu legen. Für den Erfolg gewiss von Vorteil … Weil meine Leidenschaft für die Berge aber nie nachgelassen hatte, kam es regelmäßig vor, dass ich zwischen internationalen Wettbewerben in einer großen Wand vorzufinden war. Meiner Leistung kam das nicht unbedingt zugute; im Hinblick auf meine Einstellung und mentale Stärke konnte ich aber vom Gebirge profitieren.

Ich habe die eine Disziplin als Ausgleich für die andere gebraucht und so meine Vorlieben kombiniert. Das brachte andererseits aber auch mit sich, dass ich für meine alpinistischen Abenteuer oft nicht ideal vorbereitet war. Dafür war die Motivation umso größer. Nach dem Ende meiner Wettkampfkarriere verlagerte sich mein Fokus auf das Felsklettern, und somit hatte ich auch mehr Vorbereitungszeit für alpinistische Aktivitäten.

Zwei Fähigkeiten konnte ich aus dem Wettkampfsport mitnehmen: Selbsteinschätzung und Durchhaltevermögen. Als Wettkampfkletterer befasst man sich intensiv mit sich selbst und seinem Können und lernt sich sehr gut kennen.

Sich selbst einschätzen zu können, ist für einen Alpinisten extrem wichtig, da diese Fähigkeit Hand in Hand mit der Gefahr geht.


Man muss ehrlich zu sich sein. Wie reagiere ich auf Gefahr? Bin ich in der Lage, diese richtig einzuschätzen? Wie verhalte ich mich in unerwarteten Situationen? Wie ist mein physischer und mentaler Zustand? Das sind einige von vielen Fragen, von deren richtiger Beantwortung eine sichere Rückkehr ins Tal abhängt. Auch das Durchhaltevermögen ist von großer Bedeutung, sowohl im Wettkampfsport als auch im Alpinismus.

In beiden Disziplinen benötigt man es, um seine Ziele erreichen zu können. Besonders, wenn man an seine Grenzen geht und sich selbst herausfordert. Ich sehe also Parallelen zwischen Hallen- bzw. Wettkampfklettern und Alpinismus und glaube, dass sich die Disziplinen gegenseitig befruchten können. Dennoch bin ich der Meinung, dass dies nicht für die breite Masse an Kletterern gilt. Vielen Besuchern einer Kletter- oder Boulderhalle geht es darum, ein paar Stunden sportlich aktiv zu sein und Gleichgesinnte zu treffen.

Aus diesem Freizeitverhalten eine Linie zum Alpinismus zu ziehen, entspräche nicht der Realität. Die Entwicklung des Kletterns hin zum Breitensport sowie der Boom des Hallenkletterns haben deshalb, meiner Meinung nach, keinen wesentlichen Einfluss auf den Alpinismus.

Jorg Verhoeven, 37, zählt zu den besten Allroundkletterern seiner Generation. Der Niederländer gewann 2008 den Gesamtweltcup im Lead, kletterte „The Nose“ (5.14a) am El Capitan frei und beging unter anderem den gesamten Peutérey-Grat am Mont Blanc.

Mehr zu Jorg Verhoeven auf bergundsteigen.com: Über Klettern & psychische Probleme