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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Gehen am kurzen Seil ist heikel. Die Alternativen auch.

Gegensätzliche Meinungen

Während über das Sichern beim Klettern oder die Strategien in der Lawinenkunde unter den Alpenvereinen ÖAV, DAV, AVS und SAC weitgehend Einigkeit herrscht, klaffen die Ansichten über das Sichern auf Hochtouren weit auseinander. So schreibt der ÖAV in der diesjährigen Ausgabe des Booklets „Sicher am Berg – Hochtouren“: „Gehen am kurzen Seil ist primär eine Technik für Bergführer. Im Rahmen der Übungsleiter- und Instruktoren-Ausbildung empfiehlt der Alpenverein seit vielen Jahren, Touren, die diese Technik erfordern, nicht in Sektionsprogramme aufzunehmen. Wer ehrenamtlich für einen Verein Touren führt, die über lange Strecken Gehen am kurzen Seil erfordern, hat die Grenzen vom Idealismus zur Dummheit überschritten.“ Eine solche Aussage würde der SAC nicht mittragen.

In der Schweiz werden die verschiedenen Sicherungstechniken für das Hochtourengehen in Sommerkursen auf allen Ausbildungsstufen vermittelt, inkl. Gehen am kurzen Seil. Im Winter wird dieses auf allen Skihochtourenkursen und in den Tourenleiterkursen II ausgebildet. Zudem bietet der SAC-Zentralverband eigens Kurse für das „Gehen am kurzen Seil“ an. In den Grundausbildungskursen wird in einfachem Gelände die Technik erlernt, in den Fortbildungs- und Tourenleiterkursen werden die Schwierigkeiten sukzessive erhöht und dem Können der Teilnehmer angepasst. Selbstredend, dass in der Schweizer Bergführerausbildung das „Gehen am kurzen Seil“ intensiv geschult und geübt wird.

Über das Gehen am kurzen Seil wurde bereits einiges geschrieben, viel diskutiert und noch mehr polemisiert. Dass alle Seilschaftsmitglieder gleichzeitig unterwegs sind und wir auf Sicherungspunkte verzichten, erlaubt ein rasches Vorwärtskommen. Es birgt aber auch die Gefahr eines Seilschaftsabsturzes, das wissen wohl alle. Die Messungen von Braun-Elwert (bergundsteigen #63, 2/08 „Verbunden bis in den Tod“), wonach auf einem 30° steilen Hang mit harter Unterlage nur noch ein Zug von ca. 10 kg zuverlässig gehalten werden kann, zweifeln wir besser nicht an. Dass es im Abstieg schwieriger ist einen „Schlag“ zu halten als im Aufstieg, ebenfalls nicht. 

Eine Sicherungsmethode, die keinen Sturz hält

Was zum Teufel soll eine Sicherungsmethode, mit der wir einen Sturz gar nicht halten können? Das Problem liegt davor. Kommt es zum Sturz, ist es beim kurzen Seil oft schon zu spät, dann ist der verhängnisvolle Fehler schon gemacht (Abb. 1). Mit dem kurzen Seil können wir nur den Beginn eines Ausrutschens oder Stolperns des Nachsteigers stoppen. Damit verhindern wir einen drohenden Sturz und den im steileren Gelände darauffolgenden Absturz bereits ganz in der Anfangsphase. Allerdings gelingt dies nur, wenn wir die Technik korrekt anwenden und in nicht zu schwierigem Gelände unterwegs sind.


Fotoserie 1: Mit dem kurzen Seil geht es darum den Beginn eines Ausrutschers oder Stolperers zu verhindern und es gar nicht zum Sturz kommen zu lassen. Das gelingt nur, wenn diese Technik intensiv trainiert wird, wie hier beim SAC-Tourenleiter Kurs 2016 in Orny: Wenn der Seilzweite wie hier nach aussen kippt, statt mit den Füßen wegzurutschen, ist das besonders schwierig. Nach den ersten „Fehlversuchen“ (Fotoserie) wird rasch klar, wie wichtig ein möglichst kurzer Seilabstand, ein permanenter „Zug“, wenig Schlingen und eine Handschlaufe (hier noch nicht korrekt) sowie volle Aufmerksamkeit des Führenden sind – und dass der Gewichtsunterschied ein limitierender Faktor ist! Am Ende dieses Übungstages hatten alle Tourenleiterinnen die Möglichkeiten und Grenzen des Gehens am kurzen Seil erfahren und wandten diese Technik bei den folgenden Touren entsprechend an.

Jedes Jahr stürzen Bergsteiger ohne Seilsicherung ab, mit Seil auch ganze Seilschaften. Der Unfallstatistik des SAC entnehmen wir, dass von 2006 bis 2015 in der Schweiz pro Jahr im Durchschnitt neun Bergsteiger ohne Seil (trotz Begleitung) und zusätzlich knapp drei Alleingänger abgestürzt sind (Abb. 2). Dem stehen knapp acht Opfer bei Seilschaftsabstürzen gegenüber. Leider können wir daraus keine Risiken berechnen, denn wir wissen nicht, wie viele Leute wie oft mit welcher Sicherungstechnik unterwegs waren.

Abb. 2: SAC-Statistik 2006 bis 2015: Anzahl Mitreissunfälle (angeseilt) mit Toten im Vergleich zur Anzahl der Toten bei unangeseilten Gruppen und von Alleingängern.

Es gibt keinen formalen Parameter für solche Ereignisse. Als Mitreissunfall werden alle Unfälle berücksichtigt, bei denen es angeseilt zu einem Totalabsturz der Seilschaft kam.

Nicht berücksichtigt werden:

Anzahl Tote bei Abstürzen unangeseilt trotz Begleitung:

Hier werden nur Ereignisse berücksichtigt, die sich im Gelände ereignet haben, wo man (nach Schweizer Lehrmeinung) üblicherweise anseilt.

Bemerkungen:

Die Unfallstatistik zeigt, wie oft die Seilsicherung (im exponierten Gelände) versagt und der stürzende Bergsteiger die ganze Seilschaft mitgerissen hat. Umgekehrt wissen wir nicht, wie viele Bergsteiger vom Seilpartner gehalten wurden und dank dem Seil überlebten.

Auch wir, die Autoren persönlich, wissen nicht, wie oft wir mit dem kurzen Seil schon einen Unfall verhindern konnten – vermuten aber, dass das mehrmals der Fall war. Bei der kleinsten Unregelmässigkeit des Nachsteigers ziehen wir reflexartig am davor schon straffen Seil, oft zig Mal pro Tour. In den allermeisten Fällen wäre der Gast vermutlich nicht gestürzt. Aber so lange dürfen wir nicht warten, müssen wir doch jeden auch noch so kleinen Ansatz eines beginnenden Rutschers sofort stoppen.

Wir wollen aber nicht verhehlen, dass wir beide auch schon einen bzw. zwei Fälle hatten, bei denen wir den Ansatz eines Rutschers nicht stoppen konnten. Wir waren zu spät mit dem Eingreifen und es kam zum Sturz des Nachsteigers. In diesen Fällen konnten wir den Sturz des Nachsteigers in Extremis noch stoppen und den Seilschaftsabsturz verhindern.

Bei dem Gedanken an diese Situationen läuft es uns aber heute noch kalt den Rücken herunter. Da hatten wir viel Glück – mehr Glück als der viel bessere Bergsteiger, unser Noppa.

Die „beste“ Sicherungstechnik

Die Diskussionen um das Gehen am kurzen Seil greifen oft zu kurz. Denn eine Hochtour führt von der Hütte auf den Gipfel und wieder zurück ins Tal und entlang dieses Weges werden verschiedenste Sicherungstechniken angewandt: Seilfrei, kurzes Seil, gemeinsamer Seiltransport, halblanges und langes Seil sind nur einige davon.

Die Sicherungstechnik muss laufend dem Gelände und den Menschen angepasst werden. Die Frage ist nicht „kurzes Seil oder seilfrei“, sondern: Welches ist die beste Sicherungstechnik und kann ich damit das Risiko – für mich und die anderen – auf ein vertretbares Mass reduzieren? Wenn nicht, kehren wir um. Wenn ja, dann müssen wir die entsprechende Technik korrekt anwenden.

Die Frage nach der „besten“ Sicherungstechnik kann also nicht pauschal beantwortet werden, sie hängt von zu vielen Einflüssen ab, wie z.B.:

Oft geht es von der Hütte seilfrei (Abb. 3) und auf Wegspuren weg. Kommen wir auf einen Gletscher, so wechseln wir auf das lange, gestreckte Seil (Abb. 4). Dass wir am langen Seil von Standplatz zu Standplatz sichern, kommt durchaus vor, aber meist nur ein kurzes Stück. Für lange Strecken ist diese Sicherungsart schlicht zu langsam und in Firnflanken sind solide Standsicherungen ohnehin kaum möglich. Auf klassischen Hochtouren klettern wir deshalb oft über weite Strecken am kurzen (Abb. 5) oder halblangen Seil (Abb. 6). Mit diesen Techniken sind wir schnell unterwegs, aber seiltechnisch sind sie anspruchsvoll.

Auf einfacheren Abschnitten ohne Absturzgefahr seilen wir meistens nicht los, meist gehen wir dort am einigermassen kurzen Seil. Dies ist dann bewusst ein gemeinsamer Seiltransport und keine Sicherungstechnik (Abb. 7).

Abb. 3: Seilfreies Gehen. Führungsmassnahmen wie gute Spur legen, Tritte schlagen, Tempo anpassen usw. sind auch ohne Seil anzuwenden.

Abb. 4: Langes, gestrecktes Seil.Die einzige korrekte Sicherung auf dem verschneiten Gletscher.

Abb. 5: Kurzes Seil. Nicht allzu schwierige gute Spur, kurzer Seilabstand, Handschlaufe, Arm leicht abgewinkelt und – wie eine Feder – immer auf Zug, volle Aufmerksamkeit, nur ein Nachsteiger und passendes Gewichtsverhältnis – die besten Voraussetzungen, um mit dem kurzen Seil einen Sturz bereits im Ansatz zu verhindern.

Abb. 6: Halblanges Seil. Das Seil ist entsprechend verkürzt und ein Sturz des Nachsteigers wird gehalten, indem (hier am Felskopf) gesichert wird. Geht man gemeinsam, wird ein Seilschaftsabsturz verhindert, indem das Seil durch/um Sicherungspunkte (Stangen, Felskopf, Haken) läuft.

Abb. 7: Gemeinsamer Seiltransport. Keine Sicherungstechnik, weil ein Absturz nicht möglich ist; stolpert der Nachsteiger, bleibt er an Ort und Stelle liegen.

Der Seilführer darf nicht stürzen

Beim kurzen Seil müssen wir sicher sein, dass der Seilerste mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht stürzt (!), die ganze Seilschaft würde mitgerissen. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, müssen wir eine andere Sicherungsmethode wählen, die auch einen Sturz des Vorsteigers hält, oder umkehren. Rutscht der Seilzweite aus, kann er oft – aber leider nicht immer – gleich zu Beginn vom Seilführer gestoppt werden.

Seilfrei hat der schwächste Bergsteiger der Gruppe das höchste Risiko. Am kurzen Seil dagegen ist das Risiko für alle gleich: entweder ein Rutscher wird gestoppt oder die ganze Seilschaft stürzt ab. Das kurze Seil verlagert also die Risiken: weg vom schwächeren Bergsteiger, hin zum Besseren (siehe Wicky: „Kurz und schmerzlos“ in: bergundsteigen #64, 3/08).

Am kurzen Seil sind Zweierseilschaften ideal. Grössere Seilschaften erhöhen das Risiko für alle Seilschaftsmitglieder massiv:

Theoretisch könnten zwei gleich starke Bergsteiger immer auf das kurze Seil verzichten und das Risiko wäre etwas kleiner. Warum „theoretisch“, „könnte“ und „wäre“? Ausser auf reinen Schnee- oder Firntouren wie z.B. gut eingeschneiten Eiswänden gibt es nur selten ganze Touren, die sich durchgehend für das kurze Seil oder eben seilfrei eignen. Sinnvollerweise betrachten wir das Risiko nicht isoliert für die Abschnitte am kurzen Seil, sondern als Summe über die ganze Tour – und dann werden psychologische Einflüsse wichtig.

Psychologische Einflüsse

Ein straffes Seil ist für den Seilzweiten beruhigend und ohne Stress ist er sicherer und genussvoller unterwegs. Der Seilerste ist durch das permanent gespannte Seil in unmittelbarem Kontakt mit seinem Nachsteiger: Er spürt sein Tempo und bekommt mit, wie es ihm physisch und psychisch geht (Kondition, Unsicherheit …). Seilfrei mit meist grösserem Abstand ist dies kaum wahrzunehmen.

Angeseilt entscheidet der (stärkere) Seilführer unter Berücksichtigung des Wohlbefindens des Seilpartners über die Art der Sicherung. Ist es ihm nicht wohl am kurzen Seil, kann er problemlos für ein paar schwierigere Meter auf eine andere Sicherungsmethode wechseln.

Vielfach meistern die besseren Bergsteiger einer Gruppe eine schwierigere Passage locker, während der Schwächste überfordert ist. Dieser wird sich aber kaum gegen den Gruppenstandard „Wir können das ohne Seilsicherung“ auflehnen und trotz seiner Ängste seilfrei weiterklettern.

Seilfrei verpassen wir leicht den idealen Zeitpunkt zum Anseilen: Bisher war die Route tatsächlich recht einfach; jetzt kommt plötzlich eine wohl nur kurze, schwierigere Stelle oder unerwartet kommt unter dem Schnee das Eis hervor. Eigentlich wäre hier Sichern angesagt, aber jetzt auf den Frontzacken stehend anseilen wäre mühsam. Bisher ging ja alles gut, also wird das hier auch noch gut gehen: Augen zu und Flucht nach vorne.

In einer Garantenstellung ist seilfrei auf einfaches Gelände zu beschränken. Der Garant ist verpflichtet, Massnahmen zu treffen, um seine Teilnehmer vor überhöhten Risiken zu schützen. Seilsicherung ist je nach Gelände eine dieser Massnahmen. 

Fazit

Auf Hochtouren muss die Sicherungstechnik laufend den Verhältnissen, dem Gelände und den beteiligten Menschen angepasst werden. Die jetzt und hier beste Sicherungstechnik müssen wir sorgfältig abwägen und laufend neu beurteilen. So ist z.B. das Sprungseil, das auf dem Firngrat richtig ist, in einer Felsflanke ungeeignet und an einem Ort, wo seilfrei unter Kollegen sinnvoll ist, kann es in einer Garantenstellung problematisch werden.

Vermutlich sollten wir Schweizer tatsächlich das eine oder andere Mal auf das kurze Seil verzichten, eine kleinere Seilschaft bilden oder früher auf das halblange Seil wechseln. Unseren deutschsprechenden Nachbarn dagegen empfehlen wir, das Gehen am kurzen Seil früher zu erlernen. Denn nur korrekt durchgeführt besteht eine gute Chance, am kurzen Seil einen Nachsteiger zu halten.

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Teil 1: Kurzschluss? „Führen am kurzen Seil“ in der Schweizer Bergführerausbildung

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