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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Falken-Fakten – und wie sie das Regierungspräsidium Karlsruhe darstellt

Anmerkung: Dieser Blogartikel versteht sich als Zusatzinformation zu dem Magazinartikel „Heiße Liebe, kaltes Herz“, der im bergundsteigen #123 erschienen ist. Es geht darin um die ganzjährige Sperrung der Badener Wand am Battert im Schwarzwald.

Seit Jahren sind Wanderfalken und Kolkraben im Naturschutz- und Klettergebiet Battert (Nordschwarzwald) geschätzte Kollegen als Felsnutzer. Der Kolkrabe brütete jahrelang direkt unter der vielbesuchten Bergwachthütte an der Falkenwand im Zentrum des Gebiets, auch ohne dass Sperrungen nötig waren; mittlerweile hat er seinen Horst verlegt. Der Wanderfalke hat sein Nest im linken Teil der Badener Wand im Westen des Gebiets; die Sperrung dieses Wandteils bis zum Abschluss der Brut hatte sich jahrelang bewährt, fürs Klettern – und für Wanderer, die aus dem Wald über die historischen „Felsenbrücken“ den Felskopf erreichen konnten.

Ende 2021 kamen Gerüchte auf, das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe, die zuständige Höhere Naturschutzbehörde, wolle wegen der „abstrakten Gefährdung“ des Falken durch Menschen die begrenzte Sperrungsregelung unbegrenzt ausweiten: ganzjährig für die gesamte Badener Wand. Das Totschlagargument „abstrakte Gefährdung“ – ein Relikt aus den Sperrungskriegen der 1980er Jahre – findet sich nirgends in den Pressemitteilungen (PM) des RP. Dafür andere Aussagen, die ein Abklopfen lohnen, ob die mittlerweile für fünf Jahre verhängte Vollsperrung (samt Demontage der Felsenbrücken und Abflexen der Bohrhaken) notwendig und wirksam ist – das wäre schließlich ein Maßstab, an dem sich behördliche Entscheidungen messen lassen müssen.

Wie gefährdet ist der Wanderfalke?

In den 1950er Jahren stand der Wanderfalke kurz vor dem Aussterben, weil das Insektengift DDT aus der Landwirtschaft die Eierschalen brüchig machte. Seit dem Verbot des Giftes sind die Bestände gewachsen: Im Gegensatz zu „43% der 259 regelmäßig in Deutschland brütenden heimischen Vogelarten“ (Quelle: Nabu) steht er nicht auf der Roten Liste von 2021, nicht einmal auf der Vorwarnliste.

Kolkrabe und Uhu übrigens auch nicht; die Alpendohle steht auf der Vorwarnliste, die Felsenschwalbe nicht mehr. Dennoch gehören sie, wie sämtliche europäischen Vögel, zu den „streng“ (Dohle, Kolkrabe) oder gar „besonders“ geschützten Arten. Die „Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz“ (AGW) schreibt, es gebe „in Baden-Württemberg wieder eine stabile Wanderfalkenpopulation in den Felslebensräumen, aber zunehmend auch an sekundären Standorten wie Gebäuden oder neuerdings vermehrt auch an Strommasten“. Das spricht dafür, dass die bisherigen Schutzmaßnahmen erfolgreich und ausreichend waren, die Felsreviere für die vielen Falken schon gar nicht mehr ausreichen, also auch nicht unbedingt notwendig sind.

Der Wanderfalke war 1971 der erste „Vogel des Jahres“ in Deutschland. Nach Verbot des Insektengiftes DDT erholten sich die Bestände, heute gilt die Art als stabil und steht nicht mehr auf der Roten Liste. Während der Brutzeiten haben sich in deutschen Klettergebieten räumlich und zeitlich (bis Ende des Brutversuchs) befristete Kletterverbote jahrzehntelang bewährt.  Foto: Wikipedia/Georges Lignier

Man darf also fragen: Wie viel zusätzlichen Schutz braucht der Wanderfalke?

Das RP dazu (PM 23.5.22): „Das Regierungspräsidium Karlsruhe strebt daher in seiner Funktion als Höhere Naturschutzbehörde die Verbesserung des Wanderfalkenschutzes an den Battertfelsen unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten an.“

Wie geht es den Falken in der Region – und am Battert?

„Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat die Aufgabe den Wanderfalken zu schützen, wenn dieser in Gefahr ist“, schreibt die Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder dramatisch. Will man eine Tierart erhalten und nicht künstlich züchten, sollte es genügen, wenn sie einen ausreichenden Bruterfolg erzielt. Das RP gibt dafür nur in einer von sieben Pressemitteilungen (PM 23.5.) einen Zahlenwert an, nämlich von „0,7 flügge Jungvögel pro Brutpaar“ und Jahr. In der Region Baden-Baden/Rastatt lag dieser Wert laut den AGW-Daten von 2008-2021 bei ungefähr 2, am Battert bei 1,3 – also knapp dreifach bis doppelt so hoch wie nötig.

Dennoch nennt das RP in seinen Pressemitteilungen keine absoluten Zahlen, sondern beschränkt sich auf die Aussage „In den vergangenen zehn Jahren waren am Battert nur vier Bruten erfolgreich“ (PM 9.3.) – ab der PM vom 9.11. redet sie nur noch von einer erfolgreichen Brut in den letzten fünf Jahren.

Jeder der schon einmal selbst eine Statistik gefälscht hat, weiß, dass man mit der Wahl des Ausschnitts und der verwendeten Kriterien das Bild einer Kurve deutlich beeinflussen kann. Die eine Brut brachte nämlich drei Jungtiere durch – eine Reproduktionsrate von 0,6, nur knapp unter der gewünschten. Und erweitert man den Ausschnitt auf sechs Jahre, kommt eine weitere Brut mit drei Jungvögeln dazu, der Reproduktionswert liegt dann bei 1, deutlich über der Anforderung. Gleich hoch ist er für die Zehnjahresperiode, unabhängig von den beklagten „nur vier erfolgreichen Bruten“.

Wie begründet ist also die Aussage der Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder: „Die Umsetzung von Schutzmaßnahmen ist somit noch dringlicher“?

Wer bringt die meisten hoch?

Die Pressemitteilungen des RP verschweigen nicht nur die absoluten Zahlen der Reproduktionswerte und schneiden ungünstige Phasen aus der Statistik aus. Sie ziehen ein Argument aus dem Sack, das einem recht unförmigen Knüppel gleicht: “ Wanderfalken am Battert im Vergleich zum landesweiten Durchschnitt und im Vergleich zu den weiteren Wanderfalkenrevieren in der näheren Umgebung im letzten Jahrzehnt einen unterdurchschnittlichen Bruterfolg.“ (PM 9.3.) In einer FAQ-PM schreibt die Regierungspräsidentin pathetisch: „der Battert ist das Schlusslicht!“

In einem Kinderbuch heißt es: Vergleichen ist der sicherste Weg ins Unglück. In diesem Fall: ins Unglück der Menschen, die darunter leiden, wenn aus Naturschutz eine Art Wettbewerb gemacht wird.

Denken wir die Argumentation logisch weiter: Vielleicht gehen die Reproduktionszahlen am Battert nach oben. Dann wird der Durchschnitt steigen und eine andere Region zum Schlusslicht werden – strengere „Maßnahmen“ für jenes Gebiet wirken dann geradezu alternativlos. Wie nennt man eine solche Taktik? Pizza Salami?

Vögel sind nicht blöd und erkennen, dass Kletterer keine Gefahr für sie sind. In diesem Kolkrabennest (Links unten im Bild) unter der für Wanderer zugänglichen Falkenwand wuchsen etliche Jungvögel heran. Mittlerweile brütet der Rabe allerdings im Wald und nutzt den Battert nur als Flug- und Jagdrevier – er ist ein Konkurrent des Wanderfalken. Foto: Andi Dick

Wer ist schuld, wenn eine Brut scheitert?

Leider scheiterte die Brut 2022; in der PM vom 23.5. schreibt das RP von einer „Umverpaarung“: Anscheinend lachte sich der Falke ein neues, vielleicht jüngeres oder schöneres Weibchen an und hatte dann keine Lust auf Nistpflege. Bedauerlich – aber hat daran jemand oder etwas eine Schuld?

Am einfachsten ist es natürlich, den „unterdurchschnittlichen Bruterfolg“ (s.o.) Kletterern und Wanderern anzulasten, die die befristete Sperrung nicht einhalten. Die Rhetorik dazu steigert sich von PM zu PM. 9.3.: „immer wieder Verletzungen der Regelungen und damit Störungen – 14.4.: „einzelne Verstöße und damit Störungen … häufig Personen verantwortlich“ – 23.5.: „zunehmend missachtet“. Zahlen und Belege fehlen aber leider. Am 9.11.: wird das Scheitern der Brut dann schon „mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Störungen“ zurückgeführt, und auch ein Experte vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, Dr. Wolfgang Fiedler, findet sich zum 24.11. bereit, zu bestätigen, dass die „wahrscheinlichste Ursache für den niedrigen Bruterfolg die Störung durch Freizeitnutzung ist“. Den wissenschaftlichen Nachweis dafür sucht man in seiner Stellungnahme (die oft zum „Gutachten“ hochgelobt wird) vergeblich.

Klar, Menschen können Falken stören. Andererseits sind in den letzten Jahren, bei räumlich begrenzter Sperrung, immer wieder Bruten gelungen – an der Badener Wand und bundesweit an vielen Kletterfelsen. Nur hat der Falke ja auch andere Probleme als Menschen: Starkregen, Hitzewellen oder Fressfeinde.

Die Badener Wand mit Infotafel. Foto: Andi Dick

Der Brutplatz liegt auf dem „Alpinen Band“, das schon im ersten Battertführer aus den 1920er-Jahren erwähnt wird und über leichte Schrofen zu erreichen ist; kein Problem für Marder und co. Auch sind die Kolkraben und die Wanderfalken nicht unbedingt beste Freunde. Das Regierungspräsidium lässt durch seinen Wissenschaftler solche Probleme jedoch ablehnen und lobt den Horstplatz eskalativ: Am 9.3. attestiert es ihm „eigentlich günstige Voraussetzungen“; am 14.4. heißt es: „Der Horstplatz am Felsmassiv „Badener Wand“ ist dafür ideal geeignet. Raubsäuger gelangen schlecht an den Horst und es gibt zudem eine kleine Nische, die die Jungvögel bei besonders schlechtem Wetter schützt.“ Und am 9.11., als die Vollsperrung verkündet wird, herschen dort schlicht „optimale Bedingungen“.

Idealisierendes Brutplatzlob, monokausale Schuldzuweisung – sieht so differenzierte Ursachenforschung und Kommunikation aus?

Wie setzt man Gesetze durch?

Wie empfindlich Vögel sind, ist schwer zu erforschen. Möglicherweise kann schon eine einzige Störung für den Brutabbruch ausreichen. Möglicherweise können Falken auch gut leben mit den langsamen und tendenziell ruhigen Kletterern in ausreichendem Abstand; es gibt genug Indizien dafür.

Das freie Betreten der Landschaft ist ein Grundrecht, das nur zugunsten höherer Rechtsgüter eingeschränkt werden darf. Ein Brutversuch eines schönen und faszinierenden Vogels wie des Wanderfalken wurde von Kletterern schon immer als Grund für gezielte, begrenzte Sperrungen akzeptiert – um ja auf Nummer Sicher zu gehen. Doch leider gibt es auch schwarze Schafsköpfe, die kletternd oder wandernd in Sperrzonen eindringen und womöglich noch lärmen. Während der Corona-Lockdowns kamen zusätzlich schlecht sozialisierte Leute in die Natur.

Der Gedanke ist unerträglich, dass es Leute gibt, die nicht bereit sind, angemessene Sperrungen während der Brutzeit einzuhalten. Und die durch ihr ignorantes, egoistisches, rücksichtsloses Verhalten nicht nur den Bruterfolg der Falken gefährden, sondern das Klettern überhaupt. Wenn das RP am 9.3.22 schreiben kann, dass im Februar „die Absperrung an der Felsenbrücke beschädigt“ wurde, ist das ein Unding.

Die Aufgabe hätte nun eigentlich geheißen: angemessene rechtliche Regelungen wirksam durchsetzen. Das geht alle an: Kletter-Community, Vereine, Behörden. In vielen Gebieten beteiligen sich Kletterer an Horstbewachungen, in anderen sind Ranger unterwegs, Haken werden durch Verschraubungen temporär unbrauchbar gemacht.

Der vom RP bezahlte Experte Dr. Fiedler plädiert trotzdem für die Holzhammermethode: „Bei der Entscheidung zwischen einer temporären und einer dauerhaften Sperrung weist Herr Dr. Fiedler außerdem auf die Durchsetzbarkeit hin. … kommt es für eine wirksame Beruhigung der Situation am Felsen vor allem auf die Entfernung der baulichen Einrichtungen an, die bisher während der Sperrzeiten illegal genutzt wurden.“ (PM 24.11.)

Durch Zerstörung der Infrastruktur (Felsenbrücke, Haken) Übertretungen unmöglich zu machen, ist die faule und billige Lösung – so wie man gegen Raser in einer Straße den Asphalt umpflügen könnte.

Aber wie wollte man abgewogene Lösungen erwarten, wenn das RP auf seiner Website entgegen allen positiven Erfahrungen mit befristeten Sperrungen tönt: „Das Konzept sieht eine vollständige Beruhigung der Badener Wand vor. Diese Ruhe braucht , um zu brüten und die Jungvögel großzuziehen.“

Die Badener Wand am Battert im Schwarzwald. Foto: Andi Dick

Wie misst man Wirksamkeit?

Ob angesichts der dokumentierten Bruterfolge und des allgemein gesicherten Wanderfalken-Bestandes derart maximale Restriktionen für eine Wand von weit überregionaler sportlicher und historischer Bedeutung notwendig sind, ist also mehr als fraglich. Wären sie überhaupt wirksam?

Dazu bringt das RP am 9.11. wieder seinen Experten ins Feld: „Dr. Wolfgang Fiedler … konnte bestätigen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen dazu geeignet sind, die jetzige Situation zu verbessern.“ Prima, klingt ja logisch: Wo kein Mensch, da Natur. Das stimmt sicher in der Hinsicht, dass es für die Biodiversität der Welt besser wäre, wenn die Menschheit sich aus der Diktatur des Wachstumszwangs samt Ressourcenverschwendung emanzipieren könnte.

Die Chance, eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Aussage zu bekommen, wird allerdings verpasst, wenn die Wand gesperrt wird, ohne vorher einen Status Quo dokumentiert zu haben. Mit der Sperrung soll künftig auch ein „Monitoring“ stattfinden; unklar bleibt, ob dies nur menschliche Störungen erfassen wird oder auch andere durch Fressfeinde, tierische Konkurrenz oder Naturereignisse. Eine solche exakte Beobachtung existiert aber für die bisherige Zeit gar nicht. Ein Vorher-Nachher-Vergleich wird also nicht möglich sein – nur die Primitivlogik: Wo kein Mensch, da kein Problem.

Für eine faire und fachlich belastbare Aussage wäre es nötig gewesen, noch eine Brutsaison lang mit exaktem Monitoring eine begrenzte Sperrung zu beobachten. Warum kam das RP nicht auf diese naheliegende Idee?

Wann ist genug genug?

„Die „Badener Wand“, einer von 20 Kletterfelsen …, wird … ganzjährig – zunächst für die nächsten fünf Jahre – zum Klettern gesperrt werden“ heißt es in der Verordnung, die am 9.11. bekanntgemacht wurde. Der Verweis auf die verbleibenden 19 Felsmassive am Battert, auf weitere 300 Routen und auf den „übrigen Nordschwarzwald“ (23.5.) soll wohl den Verlust verschmerzbar machen. Trost verspräche auch die Aussage „Die Entfernung von Kletterhaken und Felsenbrücke ist reversibel“ (PM 9.12.). Verspräche – falls das RP Kriterien für eine Rückkehr zur begrenzten Lösung nach Ablauf der fünf Jahre nennen würde. Fehlanzeige.

Stattdessen findet sich die Kletter-Community gefangen in einer inquisitorischen Logik: Einst wurden vorgebliche Hexen gefesselt ins Wasser geworfen. Trieben sie nach oben, war ihre Hexerei bewiesen und sie wurden verbrannt. Gingen sie unter, war man sie auch los. Das Battert-Prozedere funktioniert genauso: Die Menschen sind auf jeden Fall raus aus der Natur. Denn scheitern die Brutversuche auch künftig, muss man die Falken natürlich weiter streng schützen. Gelingt aber die Brut, hat sich die Sperrung bewährt und muss selbstverständlich beibehalten werden, um den Erfolg nicht zu gefährden.

Sicherheitshalber winkt das RP bei der Verkündung der Vollsperrung noch mit der ganz großen Keule und verweist darauf, dass „in anderen Naturschutzgebieten das Klettern generell untersagt ist“. Man kann ja auch anders, wenn die Opfer unglücklich sind und sich womöglich zu heftig wehren …

Zurück in die Steinzeit?

Die ganze erbärmliche Geschichte weckt Erinnerungen an die 1980er Jahre. Damals führten übermotivierte Naturschutz-Aktivisten einen offenen Krieg gegen das Klettern, mit Lügen und Verleumdungen. Heute sehen wir zwar „nur“ eine manipulative, einseitige Kommunikation – dies aber durch die zuständige Behörde, und zur Rechtfertigung einer Maßnahme, deren Notwendigkeit, Wirksamkeit und Angemessenheit bezweifelt werden dürfen.

Wir sind konfrontiert mit Argumenten, deren Logik Tür und Tor öffnet für weitere Ignoranz und Machtmissbrauch: „unterdurchschnittlicher“ Bruterfolg als Anlass für Extrem-Maßnahmen, unbewiesene und nicht quantifizierte Schuldzuweisungen. Was der Badener Wand passiert, kann künftig jedem Kletterfelsen passieren, wenn dieses „Recht“ erfolgreich durchgepeitscht wird.

RP Felder behauptet zwar (24.11.): „Eine pauschale Übertragung … auf andere Gebiete ist deshalb aus unserer Sicht gar nicht möglich. Wir haben es hier mit einem Einzelfall zu tun, den wir lösen müssen.“ Die Argumentation und Untersuchung ist aber nicht differenzierend, wie für einen Einzelfall angemessen, sondern dümpelt an der Oberfläche dahin, bleibt Nachweise schuldig und basiert auf Zahlen, die ihrer eigenen Dramatisierung Hohn sprechen.

Wir finden auf den Verlautbarungen des RP viele Elemente manipulativer Kommunikation:

Die Causa Battert ist kein Einzelfall. Sie ist mehr als ein Präzedenzfall, sie ist ein Testfall – für die Widerstandskraft der Kletter-Community.

Für wen oder was?

Eine letzte Frage wird wohl für immer ungelöst bleiben:

Wer oder was motiviert die Chefin einer Behörde, mit derart manipulativer Kommunikation sich zur Vorreiterin zu machen für eine schwerlich zu rechtfertigende Sperrung?

Die hier aufgeworfenen Fragen und weitere hat das Regierungspräsidium in einem Interview beantwortet.

Anmerkung: Dieser Blogartikel versteht sich als Zusatzinformation zu dem Magazinartikel „Heiße Liebe, kaltes Herz“, der im bergundsteigen #123 erschienen ist.