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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Battert: „Es ist kein strategisches Ziel von uns, Verbotsraten anzuheben.“

Interview mit Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder

Anmerkung: Dieser Blogartikel versteht sich als Zusatzinformation zu dem Magazinartikel „Heiße Liebe, kaltes Herz“, der im bergundsteigen #123 erschienen ist. Es geht darin um die ganzjährige Sperrung der Badener Wand am Battert im Schwarzwald.

bergundsteigen: Wie hoch war der Bruterfolg der Wanderfalken am Battert in den letzten Jahren?

Sylvia M. Felder: Die Bruterfolge und Misserfolge des Wanderfalken an der Badener Wand wurden jährlich von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz erfasst und genau dokumentiert. Die Bruterfolge der letzten zehn Jahre können Sie der folgenden Tabelle entnehmen.

Warum wird in den Pressemitteilungen zuerst von „4 Bruterfolgen in den letzten 10 Jahren“ gesprochen, neuerdings nur noch von „1 Bruterfolg in den letzten 5 Jahren“? Betrachten Sie einen so kurzen Zeitabschnitt, der noch dazu durch die Corona-Lockdown-Effekte außergewöhnlich ist, als wissenschaftlich repräsentativ?

In unseren Pressemitteilungen werden Fakten dargestellt. Beide Aussagen sind korrekt. Auffällig ist, dass je kürzer der betrachtete Zeitabschnitt ist, desto schlechter ist der Bruterfolg:

In den letzten 10 Jahren waren es durchschnittlich 1 flügger Jungvogel pro Jahr, in den letzten 5 Jahren nur noch 0,3 und in den letzten 2 Jahren 0. Es handelt sich um einen negativen Trend. Bei der Brut des Wanderfalkens am Battert handelt es sich um ein Naturgeschehen und nicht um einen wissenschaftlichen Laborversuch, der im Versuchsdesign so angelegt wurde, dass eine statistische Auswertbarkeit in jedem Fall möglich ist. Mit statistischen Methoden konnte allerdings nachgewiesen werden, dass der Bruterfolg am Battert statistisch signifikant unter dem, anderer natürlicher Brutplätze des Wanderfalken im Raum Rastatt/Baden-Baden liegt.

Der Wanderfalke. Foto: Jongsun Lee

Wie hoch müsste die Bruterfolgsquote sein, damit Sie zufrieden sind? Angesichts der Tatsache, dass der Wanderfalke in Deutschland nicht mehr vom Aussterben bedroht ist?

Wir können erst zufrieden sein, wenn das Naturschutzgebiet seinen Zweck erfüllt und den Schutz der dort lebenden Tierarten gewährleistet. Das heißt, dass der Bruterfolg innerhalb eines Schutzgebietes nicht unterdurchschnittlich sein darf, sondern mindestens durchschnittlich im Vergleich zu anderen natürlichen Brutplätzen in der Raumschaft sein muss. Ebenso muss er einen positiven Beitrag zum Populationserhalt leisten. Derzeit liegt der Wert für flügge Jungvögel pro Jahr unter dem zum Populationserhalt erforderlichen Wert von 0,7 – 0,8 flüggen Jungvögeln pro Jahr. Die Badener Wand hat sich damit in eine Populationssenke verwandelt. Dies kann uns nicht zufriedenstellen.

Mehr zum Thema: Falken-Fakten

Welche naturschutzfachliche Relevanz hat ein Vergleich verschiedener Reviere und eine Maßnahmenverschärfung wegen „unterdurchschnittlicher“ Erfolge? Steckt dahinter die Strategie, die jeweils gerade „unterdurchschnittlichen“ Reviere mit strengeren Maßnahmen zu belegen und so Stück für Stück die Verbotsrate anzuheben? Und wird bei solchen Argumentationen die besondere Attraktivität des Battert als Erholungsgebiet für Menschen irgendwie berücksichtigt?

Wir sind gesetzlich verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den strengen Artenschutz, der für den Wanderfalken gilt, sicherzustellen. Beim Brutfelsen des Wanderfalkens an der „Badener Wand“ wird in den nächsten fünf Jahren das bisherige Brutmonitoring um die Dauerbeobachtung mittels Wildtierkamera ergänzt. Darauf beruhende Befunde lassen sich jedoch nur vor dem Hintergrund von Vergleichswerten einordnen und erklären. Insofern erfolgt bei mehreren weiteren vergleichbaren natürlichen Brutstandorten des Wanderfalkens in der Raumschaft Baden-Baden/Rastatt ebenfalls eine Beobachtung mittels Wildtierkamera.

Badener Wand am Battert im Schwarzwald. Foto: Andi Dick

Der Vergleich verschiedener Reviere ist dabei eine übliche Methode des Erkenntnisgewinns in der Naturschutzarbeit. Durch Vergleiche können Probleme in bestimmten Revieren erkannt werden. Dies ist die Grundlage dafür, Abhilfe zu schaffen. Es ist kein strategisches Ziel von uns, Verbotsraten anzuheben. Unsere Strategie richtet sich nach den Erfordernissen des Artenschutzes. Dabei wird einzelfallweise betrachtet, ob und welche Probleme auftreten und welche Maßnahmen erforderlich sind.

Sollten dabei Verbote erforderlich sein, werden diese im Rahmen der Verhältnismäßigkeit als Schutzinstrument eingesetzt. Dabei berücksichtigen wir selbstverständlich auch andere Interessen. In der Abwägung hat am Brutfelsen des Wanderfalkens, der „Badener Wand“, der in einem Naturschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet zum Schutz dieser europäisch streng geschützten Art liegt, der Naturschutz Vorrang vor der Freizeitnutzung. Dies auch im Hinblick darauf, dass in diesem Gebiet 19 von 20 Felsen weiterhin der Kletternutzung offenstehen und für Wanderer weiterhin mehrere Aussichtspunkte erhalten bleiben, die hervorragende Ausblicke ermöglichen.

Welche wissenschaftlich belegten Fakten erklären den geringen Bruterfolg der Wanderfalken am Battert?

In den vergangenen Jahren wurden regelmäßig Störungen durch Freizeitnutzung und auch Verstöße gegen geltende Regelungen festgestellt, teilweise mit direktem zeitlichem Bezug zu Brutabbrüchen. Es gibt eine ganze Reihe von Hinweisen, die darauf hindeuten, dass anthropogene Störungen die Hauptursache für den geringen Bruterfolg an der Badener Wand sind. Dies wird auch von Herrn Dr. Fiedler vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, der zu unserem Schutzkonzept eine fachliche Stellungnahme verfasst hat, so eingeschätzt.

Wie gewichten Sie die Gefährdung des Bruterfolgs durch Menschen (Wanderer+Kletterer) gegenüber derjenigen durch Fressfeinde oder Konkurrenten (Uhu, Kolkrabe, Fuchs, Marder) oder durch Starkregen?

Diese Frage lässt sich wiederum nur mit Blick auf die vergleichbaren natürlichen Brutstandorte in der näheren Umgebung, also der Raumschaft Baden-Baden/Rastatt beantworten: Hier existieren an allen natürlichen Brutstandorten des Wanderfalkens natürliche Faktoren, die den Bruterfolg reduzieren. Der Wanderfalke nutzt jedoch Brutstandorte in steilen, schwer erreichbaren Felsen, bei denen entsprechende natürliche Verlustursachen selten auftreten.

Darüber hinaus unterliegen die anderen Brutstandorte der Umgebung denselben klimatischen und meteorologischen Verhältnissen. Ferner sind Raubsäuger und umherstreifende Junguhus auch dort verbreitet. Ein Sonderfall, der eine außergewöhnlich hohe natürliche Prädationsrate vermuten ließe, z.B. durch einen nahegelegenen Uhuhorst, liegt an der Badener Wand nicht vor. Es spricht daher nichts dafür, dass natürliche Ursachen für den signifikanten Unterschied im Bruterfolg verantwortlich sein können.

Der Wanderfalke war 1971 der erste „Vogel des Jahres“ in Deutschland. Nach Verbot des Insektengiftes DDT erholten sich die Bestände, heute gilt die Art als stabil und steht nicht mehr auf der Roten Liste. Während der Brutzeiten haben sich in deutschen Klettergebieten räumlich und zeitlich (bis Ende des Brutversuchs) befristete Kletterverbote jahrzehntelang bewährt. Foto: Wikipedia/Georges Lignier

Wäre es nicht notwendig, zuerst noch ein Jahr lang mit Kameras tatsächliche Störungen – ob durch Menschen oder Tiere – zu erforschen, bevor man monokausal den Menschen die Schuld gibt?

Um dem gesetzlichen Auftrag nach Beruhigung der Lebensstätte des europarechtlich geschützten Wanderfalkens nachzukommen, ist es rechtlich weder erforderlich noch angemessen, jahrelange Grundlagenforschung zu betreiben, bis Beweise im strengen Sinne erbracht wurden. Bei derartigen Naturzusammenhängen genügt vielmehr nach dem Vorsorgegrundsatz des Umweltrechts eine hinreichende Wahrscheinlichkeit des Zusammenhangs. Dies ist hier unbestreitbar der Fall.

Zudem ist ein einmaliges Ereignis, also eine einjährige Beobachtung nicht aussagekräftig. Hierzu ist ein mehrjähriger Vergleich natürlicher Brutstandorte in einem nahen Umfeld erforderlich. Eine entsprechende Untersuchung werden wir in Auftrag geben. Dennoch kann der Schutz des Wanderfalkens nicht warten, bis die Ergebnisse vorliegen, da zu befürchten ist, dass der Wanderfalke den Brutplatz bei fortgesetzten Beeinträchtigungen ganz aufgibt.

Kennen Sie die seit Jahrzehnten erfolgreichen Konzepte mit räumlich und zeitlich befristeten Sperrungen in anderen Klettergebieten, z.B. dem Frankenjura?

Ja, uns sind Konzepte bekannt, bei denen erfolgreiche Wanderfalkenbruten bei zeitlich begrenzten Sperrungen stattgefunden haben.

Warum sprechen Sie dann für den Battert eine unbegrenzte Sperrung aus?

Die unbegrenzte Sperrung ist erforderlich, da die bisherige Regelung mit zeitlich begrenzter Sperrung an der Badener Wand nachweislich nicht ausreichend wirksam war. Insbesondere war es bislang nicht möglich, Verstöße gegen die geltende Allgemeinverfügung zu unterbinden. Daran konnten auch DAV und AKN Battert nichts ändern, die ihrerseits für die Einhaltung der Regelungen geworben haben.

Inwiefern fördert eine Sperrung außerhalb der Brutzeit den Bruterfolg der Wanderfalken?

Die ganzjährige Sperrung ermöglicht es, die Infrastruktur zur Freizeitnutzung zu entfernen. Dies ist aus unserer Sicht erforderlich, da mildere Mittel nicht wirksam waren. Zudem ist der Wanderfalke gemäß Beobachtungen der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz in den letzten Jahren am Battert ganzjährig zu beobachten. Dies stellt durchaus eine Besonderheit dar, die so nicht an allen Wanderfalkenbrutstandorten gegeben ist. Artenschutzrechtlich ist die Fortpflanzungs- und Ruhestätte geschützt. Nachweislich nutzt der Wanderfalke die Badener Wand ganzjährig auch als Ruhestätte.

Es besteht breiter wissenschaftlicher Konsens, dass die Beruhigung von Lebensstätten, positive Effekte auf störungsempfindliche Vogelarten hat. So gilt in praktisch allen Naturschutzgebieten des Landes ein ganzjähriges Verbot, Wege zu verlassen, um Fortpflanzungs- und Ruhestätten störungsempfindlicher Arten zu schützen. Störungen außerhalb der Brutzeit führen ebenfalls zu negativen physiologischen Reaktionen (z.B. erhöhter Herzschlag) sowie veränderten Aktivitätsmustern und Fluchtreaktionen, die letztlich Energieverluste für die Vögel bedeuten. Dies kann in der Folge zu verminderter Fitness und damit letztlich auch zu populationsrelevanten Auswirkungen führen. Es kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass die außergewöhnlich hohe Zahl an Umverpaarungen an der Badener Wand auch mit Störungen außerhalb der Brutzeit, v.a. während der Herbstbalz, zusammenhängt.

Die Badener Wand mit Infotafel. Foto: Andi Dick

Welche Belege für Verstöße gegen das Kletterverbot 2022 haben Sie?

Für das Jahr 2022 liegen uns keine Belege für Verstöße gegen das Kletterverbot vor, wohl aber ein Verstoß durch Personen auf dem Felskopf nach Zerstörung des versperrten Tors zur Felsenbrücke. Zu den festgestellten Störungen bleibt anzumerken, dass es sich dabei im Wesentlichen um Stichproben handelt, die auf Beobachtungen von wenigen Stunden pro Woche im Rahmen des Brutmonitorings der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz beruhen. Wir müssen daher von einer hohen Dunkelziffer von nicht festgestellten Störungen ausgehen.

Wie bewerten Sie die Chancen, durch freiwillige Horstbewachung – auch aus der Kletter-Community – Verstöße gegen die befristete Sperrung zu verhindern?

Wir haben jahrelang versucht, die Überwachung zu verbessern. Im Jahr 2019 wurde von Seiten der Naturschutzbehörde sogar eine finanzielle Aufwandsentschädigung für Personen angeboten, die ehrenamtlich als Naturschutzwart Überwachungstätigkeiten übernehmen. Trotzdem konnte eine entsprechende Überwachung mangels Interesse an der Mitarbeit nicht organisiert werden. Allerdings ist diesbezüglich auch anzumerken, dass eine zielführende lückenlose Kontrolle – ob durch hauptamtliches Personal oder ehrenamtliche Helfer – kaum leistbar ist. Zudem kann ein Eingreifen durch die Kontrolleure auch erst dann erfolgen, wenn es bereits zu Verstößen und damit zu Störungen im Bereich der Wanderfalkenlebensstätte gekommen ist.

Die Unbrauchbarmachung der ersten drei Haken durch Schlösser (2022 durchgeführt) ist eine wirksame Maßnahme, ein Kletterverbot durchzusetzen. Warum sollen die Haken komplett entfernt werden?

2022 wurde die östlichste gesperrte Route verschraubt und gekennzeichnet. Diese Maßnahme ist reversibel. Sie bietet damit nicht denselben Schutz wie eine Beseitigung der Haken. Wir haben es an der Badener Wand leider auch mit Personen zu tun, die vor Sachbeschädigung und illegalen Handlungen nicht zurückschrecken.

Welche Kriterien müssten erfüllt werden, damit die Sperrung jemals wieder aufgehoben wird?

Wir erweitern nun das Brutmonitoring mit einer wissenschaftlichen Untersuchung zum Bruterfolg an der Badener Wand und anderen natürlichen Brutstandorten der Umgebung durch Kameras. Sollten dabei neue Erkenntnisse gewonnen werden, die die aus heutiger Sicht erforderlichen Schutzmaßnahmen für nicht mehr relevant erachten, werden wir unser Schutzkonzept entsprechend anpassen.

Wie hoch ist der Bestand der Wanderfalken in Baden-Württemberg? Ist die Art im Bestand bedroht?

Der Wanderfalke gehört nach wie vor zu den sehr seltenen Brutvögeln Baden-Württembergs. Es ist ein großer Erfolg des Naturschutzes, dass sich der Bestand der Wanderfalken, der 1970 noch kurz vor dem Aussterben stand, wieder erholt hat und nun rund 250 Brutpaare umfasst.

Wie hoch ist diese Reproduktionsrate in Baden-Württemberg für die vergangenen zehn Jahre? Bitte möglichst nach Jahren aufgeschlüsselt.

* Für das Jahr 2013 ist die Datengrundlage krankheitsbedingt unvollständig.
Die landesweiten Daten für 2021 und 22 liegen uns aktuell noch nicht vor. Diese müssten ggf. direkt bei der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz erfragt werden.

Welche Reproduktionsrate (Zahlenwert) wird für den Arterhalt des Wanderfalken im überregionalen Durchschnitt wissenschaftlich als notwendig erachtet?

Nach wissenschaftlichen Auswertungen sind zur Bestandserhaltung 0,7 bis 0,8 flügge Jungvögel pro Brutpaar und Jahr erforderlich.

Ist es für gelingenden Artenschutz notwendig, dass an jedem bestehenden Brutplatz diese Rate erreicht wird?

Dies ist pauschal weder möglich noch erforderlich. Allerdings sind auffällige Veränderungen im Bruterfolg, wie hier am Battert von sehr hohem Bruterfolg zu nur noch sporadischem Bruterfolg ein Indiz, dass es negative Veränderungen am Standort gegeben hat und damit Handlungsbedarf besteht. Gerade Naturschutzgebieten kommt dabei als der Natur vorbehaltene Fläche eine besondere Bedeutung zu.

Welche Möglichkeiten, eine befristete Sperrung wirksam durchzusetzen, sehen Sie – ohne Abbau von Infrastruktur?

Wir haben über viele Jahre versucht, die befristete Sperrung wirksam durchzusetzen und dabei in den vergangenen Jahren zahlreiche Verbesserungen bei Beschilderungen und Absperrungen vorgenommen und für verstärkte ehrenamtliche Kontrollen geworben. Dabei wurden wir auch durch Akzeptanzarbeit des DAV unterstützt. Dennoch wurden immer wieder einzelne Störaktionen offenkundig. Auch 2022 wurde das Tor zur Felsenbrücke zur Brutzeit aufgebrochen und der Felskopf nur wenige Meter über dem Brutplatz betreten. Und die Dunkelziffer der Störungen insgesamt dürfte um ein Vielfaches höher sein. Solange die baulichen Gelegenheiten zum Betreten des Felskopfes oder Beklettern vorhanden sind, müssen wir trotz Verboten und Sperrungen leider immer wieder mit illegalen Aktionen rechnen. Zum Abbau der Infrastruktur sehen wir daher keine Alternative mehr.

Wie hoch bewerten Sie die Dringlichkeit, „unterdurchschnittlich erfolgreiche“ Brutplätze durch strengere Verbotsmaßnahmen zu fördern?

Hier ist zu unterscheiden, ob es sich um einen natürlicherweise weniger geeigneten Brutplatz handelt, oder ob Verstöße gegen das Artenschutzrecht, zum Beispiel durch Störungen vorliegen. In letzterem Fall sind wir zu behördlichem Handeln verpflichtet.

Wer oder was hat Ihnen den Anlass gegeben, die begrenzte Sperrung am Battert auf eine unbegrenzte zu erweitern?

Entscheidend hierfür war die Erkenntnis, dass die bisherige Regelung nicht ausreichend war, um Störungen zu vermeiden und den Bruterfolg sicherzustellen.

Die Fragen stellte Andi Dick; die Antworten kamen über die Pressestelle des Regierungspräsidiums Karlsruhe.

Anmerkung: Dieser Blogartikel versteht sich als Zusatzinformation zu dem Magazinartikel „Heiße Liebe, kaltes Herz“, der im bergundsteigen #123 erschienen ist. Es geht darin um die ganzjährige Sperrung der Badener Wand am Battert im Schwarzwald.