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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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How to Bigwall (3/3): How to Aid climb!?

Hier geht’s zum Teil 1 und Teil 2 der Bigwall-Serie.

Schon die Schwierigkeitsgrade, die beim technischen Klettern zum Einsatz kommen, geben einen Hinweis darauf, dass das technische Klettern eine weniger ‚feingliedrige‘ Angelegenheit ist als das Freiklettern. Wie bereits im ersten Teil (Ausgabe #119) genauer beschrieben, gibt es verschiedene Skalen, die verwendet werden, um eine Bigwall-Route zu beschreiben. Die wichtigste und gebräuchlichste ist die A-Skala, die von A0 bis A5 geht und auch über zahlreiche Abstufungen (+/-) verfügt.

Die Schwierigkeiten einer Seillänge werden typischerweise mit jeder Begehung geringer: die Placements werden größer und Gebrauchsspuren weisen den Weg. Die fragilsten Placements gehen kaputt und es kommen Bohrhaken und Bat Hooks (Bohrloch zum Hooken) hinzu. Ein weiterer wichtiger Hinweis findet sich im Jahr der Erstbegehung: Eine A4- oder A5-Länge aus den 1970er-Jahren entspricht oft einer A2 oder A3 Seillänge aus den 1990er-Jahren – man bezeichnet die neuen Bewertungen auch als „new wave“.

Die abgeschwächte Bewertung ist vor allem dem besseren Material geschuldet. Nicht immer ist klar, wie ‚new wave‘ eine Bewertung ist, aber ein Blick auf das empfohlene Rack (Ausrüstung) gibt meistens Aufschluss darüber, welche Schwierigkeiten zu erwarten sind. Wenn man mit 25 kleinen Haken und Copperheads anrücken muss, erwartet einen wohl etwas anderes, als wenn man hauptsächlich Camalots braucht. Im Endeffekt geben die Bewertungen sehr oft nur einen groben Anhaltspunkt.

„South Seas“ (A3+), El Capitan. Foto: Christopher Edmands

Das richtige Setup zum technischen Klettern

Bevor wir uns dem technischen Klettern widmen, werfen wir einen Blick auf das klassische Bigwall-Setup. Dafür benötigen wir Folgendes:

Abb. 1 Setup mit Fifi-Hook am Gurt, 2 Daisychains und 2 Steigleitern. Zustiegsschuhe, Knieschoner und Handschuhe sollten ebenso nicht fehlen.

Das kleine 1×1 des technischen Kletterns

Man kann das technische Klettern grob in drei Aspekte aufteilen, die relativ unabhängig voneinander sind und die auch nicht alle gleichzeitig beherrscht werden müssen:

Bevor man sich an den Fels wagt, sollte man unbedingt erstmal in die nächste Kletterhalle gehen und im „A0-Gelände“ üben. In anderen Worten: die Grundtechnik perfektionieren. Wem das mit Knieschonern und Leitern in einer Halle (verständlicherweise) zu peinlich ist: Ein Klettergarten mit (sehr) engen Hakenabständen bei Schlechtwetter tut es auch. Die wenigsten Menschen, die man beim technischen Klettern sieht, haben die elementaren Abläufe gut drauf, weil sie sie nie isoliert geübt haben.

Aus diesem Grund haben sie sich das Zaudern und Zögern angewöhnt, das zwangsläufig passiert, wenn man Zweifel hegt, ob die Sicherung hält, oder nicht weiß, wo die nächste Sicherung untergebracht werden kann. Es ist extrem wichtig, die Abläufe des technischen Kletterns zu automatisieren, bevor man sich mit dem Legen mobiler Sicherungen auseinandersetzt, und am besten geht das an Bohrhaken!

Erstens und am wichtigsten: Das Seil wird zu keinem Zeitpunkt belastet!

Zweitens gibt es keinen Schritt, bei dem der Fifi-Hook zum Einsatz kommen muss. Man sollte ihn nur verwenden, wenn absolut notwendig. Wer sich daran gewöhnt, erstmal im Fifi zu sitzen, verliert immens viel Zeit. Im steilen Gelände hilft der Fifi hingegen, höher zu steigen. Eine gute Faustregel ist, immer erst den Fifi in den oberen Karabiner der Exe zu hängen, da man sonst den Karabiner der Exe nicht loslassen könnte.

Drittens und letztens werden beim Üben der Abläufe nicht die Placements getestet (es sind im Übungsfall ja sowieso solide Bohrhaken) und es wird nicht lange geschaut, wie es weitergeht. Man steigt sofort in die Leiter so hoch, wie man kann, ohne zu zögern oder in der Gegend rumzuschauen. Es geht einfach nur darum, eine Seillänge so schnell es geht, ohne unnötiges Schaukeln und Ruckeln an den Bohrhaken hinter sich zu bringen.

Wenn man die ganze Seillänge über gut organisiert bleibt, also verhindert, dass sich am Gurt große Unordnung breitmacht oder sich die Daisys, Leitern und das Seil heillos verknoten und man alle drei Meter den Salat organisieren muss, geht das ruckzuck. Wer hier Routine hat und sich diesen sauberen „Schnelldurchlauf“ angewöhnt, der bringt das nötige Handwerkszeug mit, um anspruchsvollere Längen zu klettern.

Je anspruchsvoller eine technische Länge ist, desto länger dauert es auch, da mit dem Platzieren und Testen von Sicherungen einfach viel Zeit verloren geht. Eine technische Länge, die aus 50 Sicherungen besteht, kann in 20 Minuten erledigt sein oder einen ganzen Tag beanspruchen. Schritte 1–8 sind dabei immer zu erledigen. Wer bei jedem dieser Schritte zehn Sekunden verschenkt, packt schon eine Stunde auf die Begehungszeit. Es ist immer wieder zu beobachten, dass ein schneller Kletterer für eine Seillänge nur den Bruchteil der Zeit braucht, die ein langsamer benötigt (z. B. 30 min versus 2 h für eine A2-Länge in einer klassischen Tour).

„Native Son“ (A4), El Capitan. Foto: Tom Evans

Erste Gehversuche in richtigen Technorouten

Wer die grundlegende Technik beherrscht, also eine kurze Route im Klettergarten ohne größere Probleme schnell bewältigen kann, der sucht sich danach eine Seillänge, in der selbst Sicherungen angebracht werden können. Am besten, man sucht sich einen Riss, in dem man sich an Friends gut hocharbeiten kann. Die Fortbewegung sollte ausschließlich an den mobilen Sicherungen erfolgen. Die Bewegungsabfolge ist gleich wie in der Halle, also ohne Fifi-Hook und ohne die Sicherungen zu testen.

Das alles setzt natürlich voraus, dass man seinen Sicherungen vertraut. Wer mit mobilen Sicherungen wenig Erfahrung hat, wird also erstmal viel testen, Theorie und Zeitdruck hin oder her (siehe bergundsteigen #116, Klemmkeile, Camalots und Co.). Vor allem im Granit ist das Unterbringen der Sicherungen jedoch oft sehr einfach und die Lernkurve dementsprechend steil. Man beachte nur, sich das Testen und Rumsitzen in Sicherungen nicht anzugewöhnen!

Und man testet doch!

Das Testen von Sicherungen macht Sinn, wenn sich mit dem Versagen ernsthafte Folgen ergeben, wie eine Verletzung oder der Ausbruch einer notwendigen fixen Sicherung, die man nicht ersetzen kann. Zweifel, ob die nächste Sicherung hält, frisst nicht nur Zeit, sondern macht auch müde. Vor allem, wenn man danach lange in einer zweifelhaften Sicherung steht.

Irgendwann kommt der Moment, in dem man feststellt, dass manche Sicherungen mysteriöserweise erst nach einer Weile ausbrechen, ohne wahrnehmbare Änderung der Krafteinwirkung. Hier liest und hört man regelmäßig vom sogenannten ‚Bouncetesten‘. Das geht so, dass der Kletterer in der nächsten Sicherung mit einem Fuß rum-‚bounced‘ (= springt, eher drücken als springen), um Kräfte zu generieren, die höher sind als das eigene Körpergewicht, während man mit dem anderen Fuß in der anderen Steigleiter steht. In leichteren und sicheren Längen ist das vollkommen unnötig und kontraproduktiv.

In schwereren Längen ist es oft nicht möglich, weil diese gerade deshalb schwer sind, weil manche Sicherungen äußerst delikat sind. Es gibt Situationen, in denen Bouncetesten aber Sinn macht: nicht delikate Sicherungen in schweren Längen. Bei zweifelhaften Sicherungen in schweren Längen lohnt sich ein angesetzter Klimmzug an der schon eingehängten Steigleiter, während man sehr eng gesichert wird. Bevor man sich an schwere Längen wagt, sollte man sich beim Testen wohlfühlen!

Und die Methoden, die einem persönlich am besten passen, bereits gefunden haben. Ab A3 ist die eine oder andere Form des Testens also notwendig, darunter sollte man es nur sporadisch gebrauchen. Es kommt vor, dass man in eine Situation gerät, in der man ausgiebig testet und Zeit verliert, weil man schlechte fixe Sicherungen geklippt hat (z. B. Copperheads), die man selber nicht angebracht hat. Zum Beispiel hat man einen guten Camalot gelegt, dann kommen in gutem Sturzgelände fünf sehr miese Copperheads und dann wieder ein guter Riss.

Dann ist es am besten, man hängt die Copperheads gar nicht erst als Sicherung ein und testet sie auch nicht groß, sondern nützt sie nur rasch zur Fortbewegung. Damit minimiert man die Chance, einen Copperhead herauszureißen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit auch höher, dass – wenn einer ausbricht – nicht gleich alle im Reißverschlussprinzip versagen.

Tipp! Beim Testen nicht nach oben schauen, sonst haut es einem die ausbrechende Sicherung ins Gesicht. Im besten Fall bricht die Brille, im schlechtesten Fall die Zähne …

Weitere Technik-Tipps

Ein weiterer häufiger Fehler ist das zu frühe Abbrechen der Aufwärtsbewegung in der Steigleiter. Man sollte fast immer, ohne zu schauen, mindestens zur vorletzten Sprosse im steilen Gelände bzw. zur letzten Sprosse im plattigen Gelände steigen. Dann erst wird überlegt, wo das nächste Placement sein wird. Das klingt banal, ist aber letztendlich die entscheidende Fähigkeit beim technischen Klettern. In Klassikern ist das nächste Placement oft viel niedriger und man kann mit „gut höher steigen“ die Zahl der Placements stark reduzieren.

Nach dem Motto „mehr Placements = mehr Sicherheit“ neigt man oft schnell dazu, jedes auszunutzen, vor allem, wenn man das Bis-in-die-letzte-Sprosse-Steigen nicht automatisiert hat. Das hat zwei große Nachteile: Erstens ist vor allem in moderatem Gelände nicht die Anzahl der gelegten Sicherungen wichtig, sondern, dass alle paar Meter etwas gelegt ist, was wirklich passt und einen Sturz hält.

Wenn einem gegen Ende der Seillänge das Material fehlt, kann man leicht in eine vermeidbare gefährliche Situation kommen, weil man z. B. in einem sehr parallelen Riss plötzlich mit Klemmkeilen hantieren muss, weil einem die Friends ausgegangen sind. Zweitens frisst jedes Placement Zeit, leicht auch mehrere Minuten. Wer auf 50 Metern nicht 50, sondern 35 Sicherungen legt, ist vermutlich fast doppelt so schnell und oft genauso sicher oben.

Bei der Erstbegehung von „The Door“ am Belly Tower, Baffin Island. Foto: Hansjörg Auer

Man kann es damit natürlich auch übertreiben. Wer ganz oben in der Leiter steht und dann ganz ausgestreckt eine Sicherung legen muss, ist meist in einer recht anstrengenden Position und hat schlechte Sicht auf das Placement. Dadurch können Fehler passieren, die Zeit kosten. Man legt zum Beispiel die Sicherung, steigt rein – sie hält erstmal – und sieht dann erst, dass zwei Klemmbacken komplett offen sind und die anderen zwei im Moos stecken. Wenn man gut gesichert und frisch ist, ignoriert man das, steigt so weit es geht nach oben und hofft, die nächste Sicherung unterzubringen, bevor das Moos den Geist aufgibt.

Wenn man nicht gut gesichert oder ängstlich und müde ist, steigt man eher erstmal nicht weiter, sondern probiert – vielleicht sogar unter dem schlechten Placement! – ein besseres zu finden. Unterm aktuellen Placement rumzuwursteln ist in etwa so, wie wenn man mit kurzen Hosen wandern geht und dann die Wollsocken doch bis über die Knie nach oben zu ziehen versucht.

Als finaler Techniktipp sei noch erwähnt, dass man auf das Freiklettern nicht ganz vergisst. Nicht im Sinne, dass man, sobald man einen Zug freiklettern kann, aus den Leitern steigt, sondern dass man sich mit Händen und Füßen auch am Fels halten darf, um leichter in der Steigleiter nach oben zu kommen oder stabiler drinzustehen.

Material World

Wie eingangs erwähnt, ist die Gear List ein guter Hinweis auf die Schwierigkeiten einer Tour. Anders als beim klassischen Alpinklettern in den Alpen sollte die Materialempfehlung bei einer technischen Bigwall-Tour sehr genau und gewissenhaft studiert werden. Schauen wir uns die einzelnen Material- gegenstände sowie deren Verwendung genau an:

Ein Standard-A4-Rack im Yosemite könnte in etwa so aussehen:

1) Expressschlingen: Möglichst leichte Ausführungen. Für jeden Copperhead, Stopper, Haken und Rivet braucht man eine Expressschlinge. 25–30 Stück sind durchaus nicht übertrieben. 2–3 Expressen sollten mit Bandfalldämpfer (Screamer) ausgestattet sein.

2) Rivet Hanger: Rivets sind Bohrhaken ohne Lasche, meist einfache Schrauben, die in ein Bohrloch von kleinerem Durchmesser (6–8 mm) geschlagen werden. Die Rivet Hanger werden über den Schraubenkopf gelegt, ziehen sich zu und dienen so als Laschenersatz.

3) Camelots und Friends: Camelots und Friends in allen notwendigen Größen: „Totem Cams“ sind in Pin Scars (Haken-Schlaglöcher) den anderen Modellen überlegen, weil sie bei asymmetrischen Placements besser halten. Wer genug Offset Cams hat, hat aber eh wenig Sorgen (siehe unten).

4) Offset Camelots: Offset Camelots kombinieren zwei Größen (z. B. ein Backenpaar 0.3, das andere 0.2 oder 0.4) und passen so viel besser in nicht parallele Risse. Je mehr man davon hat, desto besser. Nachteil der Offset Cams ist, dass sie sehr teuer sind.

5) Offset Stopper: Offset Stopper sind asymmetrische Klemmkeile und eine gute Ergänzung zu den Offset Cams, auch in monetärer Hinsicht.

6) Klassische Klemmkeile: Klassische Klemmkeile sind gegenüber der Offset-Variante bei technischen Granit-Touren meist im Nachteil, weshalb man auf sie gänzlich verzichtet oder nur einen kleinen Satz mitnimmt.

7) Cam Hooks: Spezialhaken, die man quer in dünne Risse legt und die auf Belastung nach unten verklemmen. Dienen nur zur Fortbewegung.

8) Hammer: Ein solider Holzhammer mit Karabinerloch in der Nase. Am Stielende sollte eine Reepschnur oder einfaches Schlingenmaterial befestigt werden, das man dann wiederum an eine 60er-Bandschlinge knotet, die man um die Schulter hängt. Am Gurt wird der Hammer mittels Holster vestaut.

9) Bird Peaks/Beaks (Pecker, Tomahawks): Sehr einfach anzubringende Haken, die manchmal sogar mit der Hand gelegt werden können und somit den Fels schonen. Gibt es in den USA von Moses auch in gebogenen Varianten für Verschneidungen (https://mosesclimbing.us/home/tomahawks/).

10) Hakensortiment: Je härter der Fels, desto härter der Haken! Im harten Granit des Valleys verwenden wir nur Hartstahlhaken. Eine gute Auswahl folgender Varianten ist für technische Routen sinnvoll:

11) Hooks: Zum Einhängen an horizontalen Leisten. Ideal sind zwei in jeder Größe und ein Dreizack für Bohrlöcher („bathooks“).

12) Copperheads: Aluminium in großen Größen und Kupfer in kleinen Größen. Das weiche Metall wird in seichte Risse und Strukturen geschlagen.

13) Meißel: Braucht man für die kleineren Copperheads, evtl. auch Bürste zum Reinigen von kleinen Rissen.

14) Funkness Device: Damit die Haken beim Herausschlagen nicht herunterfallen. Ein Ende hängt man in den Hammer, das andere in den Haken, den man aushämmern möchte.

15) Bolt Kit: Vor allem ein Handbohrer gehört bei wenig begangenen Routen ins Gepäck. Schuppen und Blöcke brechen immer wieder aus. Wenn dahinter kein Riss ist und man sich nicht mittels Zeltstange einen Rivet oder Head angeln kann, kann es sein, dass man ohne Bohrer nicht weiterkommt. Bohrhaken oder Rivets braucht man seltener, da man die geschlagenen Löcher hooken kann. 2–3 Stück Spreizanker (8 mm ohne Lasche) und einen Schraubenschlüssel mitzunehmen ist kein Fehler.

16) Gearsling: Das ganze Material muss natürlich auch verstaut werden. Eine große doppelte Gearsling für den Vorsteiger und eine einfache für eine schnellere Übergabe am Stand für den Nachsteiger.

Materialkunde Bigwall Klettern.
Technisches Klettern braucht enorm viel Material.

Auswahl der Ausrüstung

Technisches Klettern ist eine Materialschlacht, weshalb man sich bei der Auswahl der Ausrüstung Zeit lassen und die zahlreichen Online-Reviews ausführlich studieren sollte.

Marken, von denen man gehört haben sollte und die erstklassiges Material herstellen:

Andere renommierte Kletterfirmen wie Metolius, Petzl, Edelrid oder Cassin haben ebenfalls eine gut sortierte Auswahl an Bigwall Gear. Petzl und Edelrid können vor allem mit ihrem Know-how aus der Arbeitssicherheit punkten und bieten erstklassige Jumars, Seilrollen und Klemmen an.

Gurt-Management

Ernsthafte Bigwall-Aspiranten merken schnell, dass man um einen bequemen Bigwall-Gurt und eine doppelte Gearsling nicht herumkommt. Bei der Organisation des Materials am Gurt ist es empfehlenswert, größere Gegenstände hinten und kleinere, leichtere Dinge vorne an der Gearsling zu befestigen. Kleine, eher schwere Dinge werden am besten am Hüftgurt fixiert.

Weiters ist es sehr praktikabel und schlau, nicht alle Haken eines Typs in den gleichen Karabiner zu hängen. Es empfiehlt sich, mehrere Schnappkarabiner mit vier bis fünf verschiedenen Haken zu bestücken. Sollte mal einer runterfallen, ist man dann nicht alle Haken eines Typs auf einmal los.

Damit sich die kleinen Hooks und Beaks nicht dauernd verhaken, kann man sie angehängt in einem Sack (z. B. Chalkbag) transportieren. Weil am Gurt nicht unendlich Platz ist, klippt man eine Exe in die Materialschlaufe und dann vier Exen an den oberen Karabiner dieser Exe. Das Gleiche kann man mit Cams machen. Das spart Platz am Gurt und es geht schneller, das Zeug an den Partner weiterzureichen.

Anbringen von Sicherungen

Bezüglich der Frage, wie man die Sicherungen legt, kann kein Text Übung und gesunden Menschenverstand ersetzen. Trotzdem ein paar Tipps, die beim ersten Mal hilfreich sind:

Copperheads. Bevor man einen Head ins Placement schlägt, muss er aufgewärmt werden. Sonst ist das Metall zu hart, und bevor der Head passt, ist das Placement kaputt. Dazu legt man den Head an den Fels, und dreht ihn langsam um die eigene Achse während man mit dem Hammer mit Gefühl draufschlägt. Nach kurzer Zeit ist er spürbar warm. Gute Placements sind solche, in die mit viel Fantasie auch ein Klemmkeil passen könnte (es aber eben nicht tut). Dann Head reinlegen (im Zweifel eher die kleinere Größe) und mit Hammer und Meißel einschlagen. Ziel ist es, nicht zum Draht durchzuschlagen und dabei das Metall des Heads auf möglichst viel Felsfläche zu verteilen.

Fixe Copperheads sind mal mehr, mal weniger solide und oft schwer zu beurteilen. Wenn man gut gesichert ist und die nächste gute Sicherung in Reichweite ist, empfiehlt es sich, sie weder zu testen noch als Sicherung einzuhängen, weil ein Wiederanbringen oft schwierig oder gar unmöglich ist. Wenn nur das Kabel ausreißt, so ist das noch ungünstiger, weil man den Kopf unter Umständen gar nicht rausbekommt. Die beste Variante ist in diesem Fall, einen kleinen Beak hinter den Copperhead zu schlagen.

Haken. Die Hartstahlhaken sollten von Hand relativ weit in den Riss passen, bevor man mit dem Hammer rangeht (ca. zu ⅔). Dann die Ohren aufsperren, wenn es dumpf klingt oder sehr hoch: nicht gut. Wenn es „singt“: passt! Hier macht Übung den Meister. Vor allem in Routen, die auch frei geklettert werden, sollte man auf Haken jedenfalls verzichten und sie auch sonst sparsam einsetzen, da sie den Fels kaputt machen.

Expanding Flakes. Das sind vermeintlich „feste“ Schuppen, die leicht auseinandergehen, wenn man einen Haken schlägt. Eine bewährte Taktik ist, gleich unten die Angles durchzudeklinieren. Das bedeutet, erst einen kleineren, dann den nächst- größeren. Während der reingeht, fällt normalerweise der andere raus. Dann weiter, bis die Schuppe „aus-expanded“ ist. Aufpassen muss man, wenn man vor dem Ende der Schuppe wieder zum Hammer greift.

Dann besteht eine gewisse Chance, dass die Sicherung, in der man gerade steht, nach unten rutscht oder rausfliegt, während man den Haken schlägt. Expanding Flakes sind mit das Interessanteste, was es im Granit an technischen Herausforderungen gibt. Wenn man in einer „Expanding Flake“ einen fixen Copperhead oder anderes fixes Material antrifft, sollte man achtgeben. Es kommt vor, dass dieses völlig lose oder kaputt ist, da die Schuppe mit schwankenden Temperaturen auf- und zugeht. Das betrifft auch das eigene Material, wenn man z. B. in der Mitte einer Seillänge abbricht, um am nächsten Tag weiterzuklettern.

Hooks. Diese hinterlassen unter dem Placement Kratzer, die dann einen Hinweis geben, welche Größe die Vorgänger wo verwendet haben. Generell gilt, dass ein zu großer Hook besser ist als ein etwas zu kleiner. Deshalb ist es gut, mit dem größten Hook im Sortiment zu probieren, wenn man das Placement nicht sieht.

Nicht nur in selten begangenen Routen sollte man sich bewusst sein, welch fatale Folgen es haben kann, wenn eine Schuppe oder ein Block, hinter die oder den man gerade etwas gelegt oder geschlagen hat, ausbricht. Viele sehr schwierige Längen sind vor allem sehr brüchig. Beim technisch Klettern ist „weich greifen“ oft nicht so leicht möglich wie beim Freiklettern.

Jorg Verhoeven im „Cyclops Eye“ in der Route „El Niño“ am El Capitan. Foto: Ben Lepesant

Schlussbemerkung

Am Ende lohnt ein weiterer Blick auf die zwei Schwierigkeitsskalen. A1–A5 klingt objektiv, F1–F4 tut gar nicht erst so, als wäre die Schwierigkeit unabhängig vom Kletterer. Jemand meinte mal, dass er seine Längen nach der Zeit bewertet, die er benötigt hat: 1 h = A1, 2 h = A2 etc. Von einem anderen, wohl eher furchtlosen Kletterer, stammt das Bonmot „It’s all A1 until you fall“.

Das alles sagt viel darüber aus, worum es beim technischen Klettern letztendlich geht: sich nicht unnötig in die Hose zu machen. Vor allem in mittelschweren, steilen Längen hilft der Zugang eines Sportkletterers, der drei Meter über dem Haken nicht nervös wird, weil er weiß, dass ein Sturz kein Problem ist. Und wo soll man jetzt so richtig anfangen, wenn man die Hallensessions und einen ersten cleanen Riss hinter sich hat?

Erfahrungsgemäß ist es eher frustrierend, in Routen rumzubasteln, die man selbst auch freiklettern könnte. In kurzen Routen zu üben hat den großen Nachteil, dass man sich ständig in Bodennähe befindet. Wer die Abläufe hinter sich hat, sollte sich deshalb eine „echte“ technische Route suchen und sich an dieser versuchen. Ein paar Vorschläge haben wir am Ende des Artikels zusammengetragen. Wer sich vorher noch mehr detailliertes Wissen zum Bigwallklettern aneignen möchte, sollte unbedingt auf die verlinkte Website reinschauen. Dort finden sich zu allen angesprochenen Themen weitere Tipps und Beispiele aus der Praxis.

Routenempfehlungen

Die großen leichten Klassiker befinden sich fast alle in den USA, besonders im Zion National Park und im Yosemite Valley. Etwas näher an den Alpen bieten sich ein paar Routen in Arco, im Tessin, im Val di Mello oder im Valle dell’Orco an, wobei man sich dort eher an die häufig begangenen Routen halten sollte, um böse Überraschungen zu vermeiden. Auch im Verdon finden sich einige technische Leckerbissen. Als gute Einsteigertour im Yosemite gilt die „West Face“ am Leaning Tower.

In den ersten Längen wiederholt man die Lektionen aus der Kletterhalle, danach folgt steiles, leichtes Gelände in toller Position: eine perfekte Einsteigerroute durch eine tolle Wand. Besonders empfehlenswert im unteren Schwierigkeitssegment am El Capitan ist die „Zodiac“, eine der wenigen durchwegs gut absicherbaren Techno-Routen, die von oben bis unten sehr interessant ist (im Gegensatz dazu bietet der Nachbar „Tangerine Trip“ viele Meter der Sorte leicht und fad). Hat man erstmal Blut geleckt, ergeben sich die nächsten Ziele von selbst.

Literatur Empfehlungen

Andy Kirkpatrick (2018): Higher Education. A Big Wall Manual.

Fabio Elli & Peter Zabrok (2019): Hooking Up. The ultimate Bigwall and Aid Climbing Manual.

Chris McNamara (2012): How to Big Wall Climb.