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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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„Es wird schon nicht gerade jetzt passieren …“

MONT-BLANC Der Berg hat 10 mal in weniger als einer Woche getötetDie schwarze Serie

Gefahr

Die Studien von Braun-Elwert (bergundsteigen #63, 2/08) und vielen anderen haben eindeutig gezeigt, dass beim Gehen am kurzen Seil das Halten eines Sturzes in einem steilen Firnhang nur schwer möglich ist. Folgt bei dieser Technik mehr als nur eine Person oder ist die Seilschaft mit einem zu langen Seil bzw. einer anderen falschen Technik unterwegs, dann sinken die Chancen für den Führenden, einen Sturz zu verhindern bzw. einen Absturz zu vermeiden, gegen null. Auch die Analyse von Michael Wicky (bergundsteigen #64, 3/08) gibt eine wunderbare, fast mathematische Lösung mit viel Hintergrund. 

Ich möchte euch deshalb gar nicht mit noch einer weiteren Studie oder Untersuchung belasten. Stattdessen erlaube ich mir hier andere Zugänge:

Mein erster Zugang ist, dass auch wir Bergsteiger einfach akzeptieren müssen, dass wir uns den Gravitationskräften unterwerfen, sobald wir vom flachen Boden abheben. Und das ist dann automatisch mit Gefahren verbunden. Mit anderen Worten: Bergsteigen ist gefährlich! Doch sind wir ehrlich: Neben all der Freude und den tollen Erfahrungen, die wir alleine oder gemeinsam in den Bergen erleben, ist es doch auch dieses „spezielle Gefühl“, dieses Mehr oder Weniger an ausgeschüttetem Adrenalin, das uns anzieht – kurz gesagt, die Suche nach unseren Grenzen in den Gefahrenzonen der Gebirge. 

Wer in die Berge geht, muss sich dieser Gefahr immer bewusst sein, und werden solche Grenzen überschritten, dann – dann passiert oft nichts, außer einem Mehr an Erfahrung. Und manchmal kommt es eben zu einem Unfall. 

Ein Teil von dem Spiel ist, dass es aber auch zu einem Unfall kommen kann, wenn wir uns in unserer „Komfortzone“, weit weg von unseren vermeintlichen Grenzen, bewegen. Ein abgebrochener Serac, der am Mt. Blanc du Tacul eine geführte Seilschaft unter sich begrub – nicht zum ersten Mal an diesem Berg –, führte uns das vor wenigen Wochen deutlich vor Augen. Vor allem als Berufsbergführer macht das nachdenklich, sofern man es nicht ausblenden kann.

Nun sind wir noch weit weg vom Gehen am kurzen Seil, wir sind nicht einmal bei vermeintlichen „Fehlern“, die gemacht werden können. Als Bergsteiger kann man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort sein – kann man Pech haben.

In diesem von uns so geliebten und manchmal gehassten Risikoraum der Berge gilt es deshalb, zusätzliche Gefahrenpotenziale, die an sich vermeidbar oder besser formuliert „nicht notwendig“ sind, zu vermeiden. Einfach, weil das clever ist.

Und hier kommen wir zum „gemeinsamen Gehen am kurzen Seil“, denn hier trifft das zu! Bei vielen anderen Dingen und Techniken beim Bergsteigen übrigens auch, doch dort werden diese Gefahrenpotenziale interessanterweise seit zig Jahren kritisch diskutiert – im Gegensatz zum kurzen Seil: Das „kurze Seil“ ist oft gefährlich und oft nicht notwendig, und obwohl seit Jahrzehnten dieselben Unfälle geschehen, gibt es trotzdem kaum eine offene und kritische Auseinandersetzung damit. 

Statistik & Emotion

Doch zunächst zur Erfolgswahrscheinlichkeit des kurzen Seils: Ob man nun 9/10 oder 3/10 der „Ausrutscher“  halten oder nicht halten kann, ist tatsächlich nur Spekulation. Natürlich, man kann und wird immer drauf hoffen, dass im eigenen Fall alles funktioniert: Dass ich als Vorangehender stabil stehe und schnell genug reagiere und genug Kraft aufbringe, um einen Sturz zu verhindern, oder auch, dass sich das Seil irgendwo gut verhängt. Aber auch der Geführte (oder deren mehrere) hofft, dass er erstens nicht „stolpert“ und zweitens, falls doch, vor dem Absturz mit all seinen Konsequenzen bewahrt wird. Ist der Nachsteiger übrigens realistisch, wird er zudem auch hoffen, dass der Vorangehende nicht „stolpert“ und dann der Schwerkraft folgt – in seinem eigenen Interesse. 

Und damit kommen wir zum emotionellen Teil: Oft denken sich Überlebende von Alpinunfällen, deren Partner gestorben sind, im ersten Moment nach dem tragischen Ereignis, dass es leichter wäre, ebenso ums Leben gekommen zu sein, als nun den zurückgebliebenen Familien und Freunden erklären zu müssen, was geschehen ist. Wie es zu dem tödlichen Unfall kommen konnte und warum man selbst noch am Leben ist und nun auch für gemeinsam getroffene Entscheidungen alleine geradestehen muss. 

Dieser Aspekt darf nicht außer Acht gelassen werden und ist für die Überlebenden meistens eine enorme Belastung, die ihr weiteres Leben oft entscheidend prägt. Beim Bergtod eines Freundes oder Kunden dabei gewesen zu sein, – in welcher Form auch immer – verantwortlich gewesen zu sein, ist die wahre persönliche Tragödie. 

Doch auch hier reagiert jeder Mensch anders und wir kommen in der eigentlichen Sache nicht weiter.

Realität

Deshalb schlage ich vor, das Thema nüchtern und ohne Emotionen zu betrachten. Weiters möchte ich nicht auf den Zufall hoffen, sondern der Realität ins Auge blicken: 

Wir alle kennen Bergsteiger, die über steile Flanken gestürzt sind und es überlebt haben; manche nahezu unverletzt, andere mit schwersten Traumata. Und bei genau einer solchen Situation möchte ich einhaken: Also nehmen wir an, der Gestürzte ist im flachen Hangauslauf liegen geblieben. Er bewegt sich noch, kann aber nicht aufstehen – er braucht Hilfe! Die kann freilich nur von jemandem anderen kommen, der zu ihm absteigen und/oder zumindest mit einem Notruf die professionelle Rettung alarmieren kann. 

Beispiele dazu:

Nicht zuletzt Pit Schubert hat nachgemessen und dokumentiert, was passiert, wenn eine Seilschaft gemeinsam eine Firnflanke hinunterrutscht: Auch wenn eine Person es schafft zu bremsen, wird sie von der anderen überholt und wiederum aus der Flanke herausgerissen; das wiederholt sich so lange, bis – meist mehr oder weniger ins Seil eingewickelt – im flachen Hangbereich liegen bleiben.

Rutscht im Gegensatz dazu nur eine unangeseilte Person aus, hat sie – je nach Hangsteilheit, Firnhärte und Können – durchaus Chancen, ihren Sturz zu bremsen. Ohne jeden Zweifel sind diese Chancen zumindest höher, als bei dem Sturz einer Zweierseilschaft oder gar einer Gruppe, die angeseilt ist! 

Jeder Alpinist hat diese Selbstrettung nach einem Ausrutschen – Stichwort: Liegestütztechnik – geübt und kann abschätzen, wann und ob das erfolgreich sein kann.

Klassisches Gelände für „Kurzes Seil“, im Abstieg vom Finsteraarhorn. © argonaut.pro

Probleme

Dabei gibt es eine Analogie zur Lawinenthematik. Wie dort haben wir auch beim gemeinsamen Gehen am kurzen Seil (egal ob es nun richtig angewandt wird oder nur „so ähnlich aussieht“) das fundamentale Problem, dass wenige solcher Unfälle passieren, da im entsprechenden Hochtourengelände einfach wenig gestürzt wird. Was ja auch unser großes Glück ist. Also funktioniert die Technik für uns hervorragend – weil uns ja seit Jahren nichts passiert ist – und „dank“ dieser positiven Erfahrungen und der inneren Haltung, es vielleicht doch zu schaffen, glauben wir, dass wir mit dieser Sicherungstechnik richtig liegen.

Tatsächlich wissen wir nicht, wie oft das in der Praxis funktioniert, wie viele Abstürze durch das kurze Seil verhindert wurden. Andererseits sind alle von uns, die das unter realistischen Bedingungen geübt haben, ziemlich desillusioniert und wissen, dass so, wie die Technik von vielen Bergsteigern im Gelände umgesetzt wird, ein Sturz nicht zu halten ist!

Ein weiteres Problem ist besonders interessant und beim Bergsteigen einmalig: In der Diskussion rund ums kurze Seil wird gerne recht schnell argumentiert, dass diese Technik ohnehin nur für Bergführer geeignet ist. Ein Mensch ohne entsprechendes Abzeichen kann das erstens nicht und soll es zweitens auch nicht anwenden, weil – viel zu gefährlich!

Das Problem dabei ist, dass jedoch zwischen der Verantwortung eines Bergführers seinem Kunden gegenüber und der eines „Amateurs“ seinem Freund gegenüber nicht unterschieden werden kann. In nahezu allen Lehrbüchern und Zeitschriften werden beide Gruppen komplett gleich behandelt. Die beschriebenen Techniken gelten für alle, die sich im Gebirge bewegen: egal ob blutiger Anfänger, engagierter Wochenendbergsteiger, semiprofessioneller Alpinist oder hauptberuflicher Bergführer. Die jeweilige Funktion, in der diese Menschen unterwegs sind, und das dementsprechend erforderliche Können und die notwendigen Pflichten werden komplett negiert bzw. bunt vermischt.

So hat ein Bergführer nun einmal die Vorgabe, eine spezielle Ausbildung zu durchlaufen. Daneben muss er physisch und psychisch in Form sein, auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurückgreifen können u.v.m.; und er muss bei manchen Führungstouren bereit sein, ein erhöhtes Risiko für sich selbst zu akzeptieren (an dieser Stelle bietet sich wiederum ein Link zur Lawinenthematik an: im Zusammenhang mit dem Lawinenrisiko, das Bergführer bereit sind in Kauf zu nehmen, formulierte ein gewisser Werner M. einmal vor versammelter Expertenrunde, dass manche Bergführer bereit seien, für Geld alles zu tun – und verglich sie mit einem noch älteren Gewerbe).  

Während meinen bisherigen Tätigkeiten als Bergführer war mir immer wieder klar: „Ein Fuß im Grab, weil ich angeseilt von einem Kunden einmal mitgerissen werde, oder ein Fuß im Gerichtssaal, wenn ich ihn nicht angeseilt habe und er alleine abstürzt.“ Oft fragte ich mich dann, welcher Illusion ich mich in meinem Job eigentlich hingebe.

Illusion bzw. Aktion für unseren Komfort oder die Folge unserer Faulheit

Doch „verkaufen“ wir diese Illusion an Hochtourengeher und Bergführeraspiranten weiter, vermitteln sie in Lehrbüchern und Ausbildungskursen. Ist nicht der Punkt bereits erreicht, um laut zu sagen: „Halt! Das gemeinsame Gehen am kurzen Seil ist oft gefährlicher, als unangeseilt unterwegs zu sein!“

Michael Wicky beschreibt in seinem Beitrag in bergundsteigen #64 (3/08) sehr schön die Unterschiede, wo das kurze Seil eine gute Idee ist und wo nicht. Doch leider kommt an dieser Stelle noch unsere Faulheit ins Spiel. Wissen, dass es gut wäre, jetzt etwas zu tun, ist die eine, es tatsächlich sofort umzusetzen, die andere Sache – das beweisen wir regelmäßig in allen möglichen Lebenssituationen. Nicht anders läuft es oft, wenn wir am kurzen Seil unterwegs sind: Wir stellen unsere Sicherungstechnik nicht um, wenn es notwendig wäre. Wir machen keine parallele Spur zu anderen Seilschaften, um nicht mitgerissen zu werden, falls eine von ihnen abstürzen sollte. Wir gehen in der Querung selten oberhalb von unserem Partner, wenn schon eine Spur existiert. Dazu kommen Müdigkeit, Zeitdruck, Komfort und weitere Gründe, warum wir mit unserem Kunden im Schlepptau unbeeindruckt „auf Zug“ weitergehen, anstatt auf das halblange Seil o.Ä. zu wechseln. „Es wird schon nicht gerade jetzt passieren!“, lautet das Credo, an das wir so sehr glauben möchten.

Am kurzen Seil des Bergführers im Aufstieg zum Mittellegigrat/Eiger. ©argonaut.pro

Lösung

Was also tun? 

Am wichtigsten erscheint es mir jedoch, nach Mitreißunfällen zu analysieren, wie und warum es zum Entstehen eines Schuldgefühls bzw. zu Schuldzuweisungen kommt. Auch wenn es uns schwerfällt, wir müssen den Mythos der unauflösbaren Gefahrengemeinschaft aufheben; wir müssen an dem Bild kratzen, dass der Kamerad folgen muss, wenn sein Partner stürzt. Wir müssen an einer Entlastung der Heimkommenden arbeiten!

Das Gebirge erleben zu dürfen, ist ein großes Glück. Bergsteigen besitzt für uns einen hohen Wert und dieser entsteht unter anderem auch wegen dem Unbekannten, wegen den möglichen Gefahren. Wie damit umgegangen wird, dafür gibt es keine Regeln. Im Hochgebirge gibt es auch keine allgemein geltenden Universallösungen, es gibt nur Kompromisse, für die jeder von uns selbst verantwortlich ist.

Für uns als Gruppe bedeutet das aber auch, die Entscheidungen des Einzelnen zu respektieren und auf unnötige Kritik zu verzichten.