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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Interview Thomas Feistl: Neues vom Lawinenwarndienst Bayern

bergundsteigen: Pünktlich zum großen Wintereinbruch in Bayern ging die neue Website des Lawinenwarndienst (LWD) Bayern live – Glückwunsch! Was ist neu im Vergleich zur alten Website?

Tom Feistl: Zunächst wird man das am Design sehen. Es ist sehr anders und modern. Nutzer können sich leicht durchklicken und werden von Beitrag zu Beitrag geleitet. Neu ist auch der Bereich Blog & Wissen. Dort können wir Fachthemen präsentieren, die den LWD Bayern betreffen.

Die neue Website des LWD Bayern. Foto: Screenshot

Andere Lawinenwarndienste bieten auf ihren Blogs Zusatzinfos zur aktuellen Lage, Diskussion von Lawinenereignissen und Sicherheitstipps bei Schneefällen außerhalb der Wintersaison (z.B. Lawinen.Report, AvaBlog). Was wird uns auf eurem Blog neben Wissensthemen erwarten?

Wir wollen im Blog auf alle möglichen Themen eingehen, die es im Lawinenwarndienst gibt: Wie ist das Lawinenkataster aufgebaut? Wie liest man den Lawinenlagebericht richtig? Welche Rolle haben wir als LWD Bayern in der European Avalanche Warning Services (EAWS)? Auf Gefahrenlagen vor dem Winter oder im Sommer gehen wir wie bisher auf der Startseite unserer Website ein. Dort gibt es dann eine Mitteilung, die die aktuelle Lawinenlage in einem kurzen Text zusammenfasst, ohne Bilder und Gefahrenstufen.

Der erste Schnee in den Bergen ist auch dieses Jahr lange vor Herausgabe des ersten Lawinenlageberichts gefallen. Ab wann gebt ihr einen regelmäßigen Lagebericht heraus?

Der Anlass ist immer der Schnee! Sobald eine gewisse Schneemenge da ist und die Leute Skitouren gehen, ist normalerweise Startschuss. Aber wir können erst anfangen, wenn wir genug Informationen zur Schneedecke haben, aus allen Höhenlagen und Regionen. Nur dann sind wir in der Lage, eine Gefahrenstufe zu definieren, die ja eine regionale Größe ist. Das kann ich nicht mit einer einzelnen Beobachtung tun. Viele unserer Beobachter draußen arbeiten außerdem in Skigebieten und sind erst unterwegs, wenn das Skigebiet offen hat.

Dr. Thomas Feistl, LWD Bayern. Foto: Lawinenwarnzentrale im bayerischen Landesamt für Umwelt

Die Lawinengefahrenstufe wird anhand der EAWS-Matrix ermittelt. Ihr habt beim LWD Bayern eine Methode entwickelt, um die Ergebnisse aus Schneedeckentests den Klassen zur Schneedeckenstabilität in dieser Matrix zuzuordnen. Wie kam es zur Entwicklung eurer „Daumenmethode“ ?

Mehr zur Daumenmethode im bergundsteigen #125.

Zum einen sind wir seit vielen Jahren in der EAWS-Arbeitsgruppe engagiert, die sich mit den Definitionen der Gefahrenstufe beschäftigt. Diese Definitionen wurden jetzt überarbeitet und als neuer Standard der EAWS beschlossen. Wir waren im Thema also sehr tief drin. Zum anderen sind Schneedeckentests immer schon ein wichtiger Teil in unserer Ausbildung. Jetzt haben wir die Gelegenheit genutzt die Ergebnisse der Schneedeckentests, die unsere Ehrenamtlichen täglich machen, entsprechend der Stabilitätsklassen zu klassifizieren. Mit der Daumenmethode ist es uns gelungen, die Beobachtungen draußen im Schnee einfach und standardisiert in die neuen EAWS-Klassen zu überführen.

Die Daumenmethode zur Überführung von ECT- bzw. KBT-Testergebnissen in eine der vier EAWS-Schneedeckenstabilitätsklassen. Grafik: Lawinenwarnzentrale im bayerischen Landesamt für Umwelt

Einfachheit und Standardisierung sind wichtig. Welche weiteren Vorteile bringt die Daumenmethode?

Dass sie mit unterschiedlichen Schneedeckentests gemacht werden kann. In Bayern verwenden wir hauptsächlich den kleinen Blocktest (KBT) und den Extended Column Test (ECT). Man könnte die Klassen mit unserer Methode aber auch mit den Ergebnissen aus einem Rutschblock einteilen – es ist mit jedem Stabilitätstest möglich. Außerdem ist die Methode relativ einfach: Wenn ich draußen in der Gruppe zusammenstehe und mit Symbolen wie Daumen hoch/runter arbeite, kann ich ohne Stift und Papier kommunizieren, wo ich mich bei Bruchinitiierung und -ausbreitung befinde – das sind ja die zwei wichtigsten Kriterien bei der Schneedeckenstabilität. Die Stärke der Methode ist, dass sie einfach, anschaulich und standardisiert ist. Sie ist bei unseren erfahrenen Beobachtern gut angekommen.

Siehst du Potenzial, dass die Daumenmethode in anderen Ländern genutzt werden kann?

Ja. Wir haben sie in unserer Ausbildung eingeführt und in bergundsteigen #125 veröffentlicht. Außerdem haben wir die Methode in den letzten Monaten auf verschiedenen Kongressen in den USA und Österreich vorgestellt. Die meisten Reaktionen darauf waren sehr positiv. Die Schweizer nutzen den Daumen auch als Kommunikationsmittel für die Risikobeurteilung im Einzelhang. Das ist nichts Neues. Wir haben uns angeschaut, was schon da ist. Unsere neue Methode passt gut zu dem, was es schon gibt. Aber man muss sehen, wie viele es am Ende nutzen.

Haben andere Lawinenwarndienste eigene Methoden zur Bestimmung der Schneedeckenstabilität nach den neuen EAWS-Klassen?

Da die neuen EAWS-Standards erst ein Jahr alt sind, war nicht viel Zeit andere Methoden zu entwickeln. Ich wüsste nicht, dass ein anderer Lawinenwarndienst so eine klare Zuteilung vom Testergebnis aus der Schneedecke zur neuen EAWS-Stabilitätsklasse anwenden würde oder veröffentlicht hätte. Außerdem haben wir in der EAWS-Arbeitsgruppe regelmäßig mitgeteilt, was wir gerade tun. Die anderen wussten Bescheid und hatten die Gelegenheit uns Feedback zu geben und mitzugestalten. Wir haben uns immer wieder mit unterschiedlichen Fachleuten innerhalb Bayerns und international ausgetauscht.

Anrisskante an der Hocheisspitze. Foto: Andreas Hölzl

Die Ergebnisse der Daumenmethode können auch in der für den LWD Bayern programmierten LA.DOK App dokumentiert werden. Ihr nutzt sie zum Austausch von Beobachtungen zur Schnee- und Lawinenlage zwischen Lawinenwarnern und Sicherheitsbehörden. Was ist dein Fazit nach dem letzten Winter, in dem ihr die App erstmals flächendeckend eingesetzt habt?

Die App ist für alle Beteiligten eine Arbeitserleichterung. Inzwischen verwendet auch die ältere Generation ein Smartphone. Damit kann jeder vor Ort seine Beobachtung eingeben und übermitteln, was sehr komfortabel ist. Zudem kriegen wir Informationen schnell und anschaulich bei uns auf den Laptop. Wir können sie für den Lagebericht auswerten und daraus eine Gefahrenstufe ableiten. Wir haben die App unseren Leuten persönlich draußen gezeigt, haben sehr viel Zeit in die Ausbildung investiert. Diesen Aufwand musst du treiben, wenn du ein neues digitales Kommunikationsmittel einführst. Die meisten, die es einmal genutzt haben, nutzen es danach weiter.

Dr. Thomas Feistl, LWD Bayern. Foto: Lawinenwarnzentrale im bayerischen Landesamt für Umwelt

Aber es haben gar nicht alle im Einsatz?

Letzten Winter war nur wenig Schnee. Viele Lawinenkommissionen hatten gar keine Einsätze, deswegen haben es nicht alle genutzt. Insgesamt hatten wir letzten Winter über die App 1400 Einträge und 230 Schneeprofile. Das sind schon Zahlen, die sehr gut sind und darauf sind wir stolz. Aber es gibt sicher noch den einen oder anderen, der mit Stift und Papier arbeitet. Die Nutzung der App ist keine Vorschrift – es ist ein Angebot von uns für die Ehrenamtlichen. Wer es nicht nutzen will, muss nicht. Auf Basis der bisherigen Rückmeldungen gehen wir davon aus, dass es diesen Winter deutlich mehr genutzt wird. Wenn alle im Lawinenwarndienst, also alle 400 Mitglieder, damit arbeiten, haben wir eine sehr gute Datenbasis.

Ihr habt die App zusammen mit der Tiroler Firma LO.LA Peak Solutions entwickelt. Wieso habt ihr euch für sie entschieden?

Wir haben in einem Ausschreibungsprozess die Firma genommen, die sich am besten präsentiert und die Ausschreibungskriterien erfüllt hat. LO.LA hatte schon Erfahrung mit ähnlichen Tools. Sie hatten damals schon eine App für Lawinenwarnungen für die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) gestaltet. Inzwischen arbeiten auch andere Lawinenwarndienste mit LO.LA. Wir nutzen alle die gleiche Basis und gleiche Funktionen.

Damit ist der Datenaustausch einfach möglich: Alle Infos, die bei uns eingehen, können auch die anderen Warndienste sehen und nutzen. Wir in Bayern haben damals angefangen, weil unsere bisherigen Systeme veraltet waren und wir die Chance zum Neustart hatten. Mittlerweile entwickeln alle beteiligten Warndienste die App gemeinsam weiter. Wenn einer zum Beispiel ein neues Feature will, wie die Eingabe von Schneeprofilen oder eine Chatfunktion, gibt es das oft schon in der App eines anderen Warndienstes und dann können sie das übernehmen. Der Programmiercode gehört dem jeweiligen Auftraggeber, damit kann jeder eigene Entwicklungen an die Nachbarn weitergeben – und das tun wir.

Eingabe einer Beobachtung in die LA.DOK App. Foto: Lawinenwarnzentrale im bayerischen Landesamt für Umwelt

Welche Warndienste nutzen derzeit die Dienste von LO.LA?

Soweit ich weiß, sind alle in Österreich dabei oder gerade am Aufspringen: Tirol, Salzburg, Vorarlberg, Steiermark, Oberösterreich, Kärnten, auch Südtirol. Ich glaube es dauert nicht mehr lange, dann sind alle Warndienste dabei.

Die Schweizer sind letzten Winter mit einer feiner abgestuften Lawinengefahrenskala (+/-/=) einen eigenen Weg gegangen, der viel diskutiert wurde. Was hältst du davon?

Unser Ziel ist es Neuentwicklungen europaweit einheitlich einzuführen, so wie das auch bei der Gefahrenstufenskala oder den Lawinenproblemen war. Wir sind schon seit den 80er Jahren in einer EAWS-Arbeitsgruppe engagiert, um solche Entwicklungen vorher abzustimmen und gemeinsam umzusetzen. Ich hätte mir gewünscht, dass das auch bei einer Einführung des „+/-/=“ passiert. Für die anderen Warndienste ist es schwer ersichtlich, wann +/-/= gesetzt werden. Wenn wir grenzübergreifend einheitlich sein wollen, wäre eine eindeutige Definition anzustreben.

Habt ihr eine solche Definition bei den Schweizern angefragt?

Wir hatten vor kurzem ein Meeting mit allen deutschsprachigen Lawinenwarnern in Salzburg. Dort wurde auch das „+/-/=“ nochmal vorgestellt. Die Abstufung basiert maßgeblich auf der subjektiven Einschätzung des Lawinenwarners. Da die Einschätzung der Lawinenwarner wahrscheinlich nicht immer die Gleiche ist, befürchten wir ohne einheitliche Vorgaben eine unterschiedliche Anwendung bei den verschiedenen Warndiensten. Wir haben es in den letzten Jahren geschafft mit den Lawinenproblemen den Fokus auf typische Gefahrensituationen im Gelände zu legen und es dem Nutzer zu erleichtern Gefahren im Gelände zu erkennen und damit umzugehen. Darauf möchten wir den Fokus legen im Lagebericht.

Die Gefahrenstufe steht an der Spitze der Informationspyramide und hat eine begrenzte Aussagekraft für den Einzelhang. Unser Wunsch ist es, dass sich die Leute mit dem Thema Lawinen auseinandersetzen, dass sie sich am Einzelhang überlegen, ob es dort eine Gefahr gibt, ob ein Lawinenproblem erkennbar ist. Wir finden es auch gut, wenn jemand in die Schneedecke reinschaut. Das „+/-/=“ unterteilt zwar die Gefahrenstufe detaillierter, führt aber nicht unbedingt dazu, dass ich mir mehr Gedanken über die Prozesse mache.

Wobei du das als Experte betrachtest. Für viele, die draußen unterwegs sind, ist die Gefahrenstufe (leider) die Hauptinformation und damit ziehen sie los. Dieser Zielgruppe würde die feinere Abstufung mit „+/-/=“ vielleicht einen Mehrwert bieten.

Das möchte ich nicht anzweifeln. Wenn ich ein Produkt anbiete, das detaillierter ist als vorher, wird es kaum einen Nutzer geben, der das nicht gutfindet. In der Praxis ist es oft so, dass wir Experten bei der Einschätzung der Gefahrenstufe damit kämpfen, ob es jetzt zum Beispiel ein Dreier oder ein Zweier ist. Wir kommen mit der Anzahl und Detailliertheit unserer Daten hier an Grenzen und liegen in ca. 10 bis 15% der Fälle mit der Gefahrenstufe daneben. Auf jeden Fall werden wir die Entwicklungen bei unseren Nachbarn sehr genau verfolgen und wenn es einen EAWS-Beschluss für einen gemeinsamen Standard und eine klare Definition für die Abstufungen gibt, sind wir gerne bereit mitzumachen.

Verschiedene Tests, Apps und Skalen: Auch wenn alle Lawinenwarner das gleiche Ziel haben – Lawinenunfälle zu vermeiden – arbeiten sie teilweise unterschiedlich. Wo könntet ihr (mehr) voneinander lernen und zusammenarbeiten?

Lernen ist das richtige Stichwort. In der EAWS wird es wahrscheinlich demnächst eine neue Arbeitsgruppe geben, die sich damit befasst, wie wir Lawinenwarner einheitlich ausbilden können. Jeder, der Lawinenlageberichte schreibt, sollte eine vergleichbare Ausbildung bekommen, egal ob in Norwegen, Italien oder Slowenien. Und ich fände es sehr gut, wenn es dazu einen Austausch gäbe – zum Beispiel, dass ein Lawinenwarner aus Bayern für zwei Monate in die Steiermark geht oder nach Norwegen. Das würde zu mehr Verständnis für Unterschiede zwischen den Lawinenwarndiensten führen, warum es diese gibt oder geben muss. Und es würde die Zusammenarbeit und die Einheitlichkeit der Berichte verbessern. Wir tauschen uns zwar mit anderen Lawinenwarndiensten aus, zum Beispiel auf Konferenzen. Und wir haben fast täglich mit unseren Nachbarn zu tun, vor allem im Zusammenhang mit der Ausgabe der Lageberichte. Aber ein paar Monate beim Nachbarn arbeiten und umgekehrt würde uns, glaube ich, alle weiterbringen.

Zum Schluss: Du bist selbst Skitourengeher – genauer gesagt Splitboardgeher. Wahrscheinlich hast du im Winter eher wenig Zeit dafür, oder?

Natürlich können Lawinenwarner im Winter nicht lange Urlaub nehmen. Diejenigen, die Lagebericht schreiben, sind von Anfang Dezember bis Anfang Mai im Schichtdienst eingeteilt. Zwischendrin haben wir schon auch ein paar Tage frei. Skitouren beschränken sich aber meist auf Tagestouren. Auf der anderen Seite sind wir in unserem Job oft draußen im Schnee, zum Beispiel für Ausbildungszwecke. Es ist eine gute Mischung und ich würde nicht sagen, dass ich zu wenig draußen bin im Winter.