Notfall Alpin (1/9): die ersten 5 Minuten
alle Artikel der Serie: Notfall Alpin
- Teil 1: Die ersten 5 Minuten (Ausgabe #99)
- Teil 2: Atmung und Kreislauf (Ausgabe #100)
- Teil 3: Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am Berg (Ausgabe #101)
- Teil 4: Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain! (Ausgabe
#102) - Teil 5: Kritische Blutung z.B. nach einem Spaltensturz (Ausgabe #103)
- Teil 6: Erste-Hilfe-Material zur Blutstillung (Ausgabe #103)
- Teil 7: Neurologisches Problem (Ausgabe #104)
- Teil 8: Neurologisches Problem (D). Teil 2 be FAST (Ausgabe #108)
- Teil 9: E-Problem nach Skisturz (Ausgabe #109)
- Teil 10: Ablaufschema Lawinenverschüttung (Ausgabe #110)
- Teil 11: Pandemie – quo vadis? Teil 1; Teil 2 (Ausgabe #111)
- Teil 12: A/B-Problem bei allergischen Reaktionen (Ausgabe #112)
- Teil 13: Eine Frage der Kommunikation? (Ausgabe #113)
Egal ob beim Wandern oder Klettern. Es kann uns passieren, dass wir eine Person auffinden – evtl. im abschüssigen Gelände liegend – ohne zu wissen was genau geschehen ist. Im Folgenden das Vorgehen, wie ein solches Szenario abgearbeitet werden kann:
1. Ausgangslage: Ersthelfer nähert sich der Verunfallten Person
2. Überblick verschaffen
3. Hingehen, Ansprechen, Notruf.
4. Notruf mit Freisprecheinrichtung
5. 3-A Regel: Ansehen, Ansprechen, Anfassen
6. A-B-C-Schema
7. Check der Verletzungen
Erster Status:
- „A“: Atemwege sind frei! (Achtung: Falls sie bewusstlos wird, kann der Atemweg sehr schnell blockiert werden). Aufgrund des mutmaßlichen Unfallhergangs muss ich aber achtsam bleiben und mit Problemen rechnen.
- „B“: Breathing, d.h. Atmung; Atemfrequenz/-tiefe/-Rhythmus ausreichend, derzeit keine Probleme
- „C“ Mit Circulation/Kreislauf habe ich momentan keinen Handlungsbedarf – das kann sich aber ändern.
- Allgemein handelt es sich aber um eine „kritische Patientin“, die notärztliche Versorgung und einen schnellen Transport in die Klinik benötigt!
- Ich rufe neuerlich in der Leitstelle an, um den Status bzw. die gewonnenen Informationen durchzugeben.
8. Lagerung
9. Szenario: 2 Ersthelfer
Neuerlicher Status
- Ansprechen
- „A“: Check der Atemwege
- Untersuchung des Kopfes: vorsichtig tasten und dann schauen, ob sich auf den Handschuhen Blut befindet. Besondere Aufmerksamkeit auf Ohren, Mund und Nase richten! Ein Helfer stabilisiert dabei immer den Kopf.
- Check von Brustkorb: Atemfrequenz und Atemqualität
- Check des Bauchraums: Ist der Bauch weich? Gibt es Blutungen (Check der Handschuhe)?
- Check der knöchernen Strukturen, v.a. der Oberschenkel
- Beweglichkeit der Füße (links, rechts) checken.
- Checken, ob Verunfallte Druck mit Füßen und Händen ausüben kann (gegen meine Hand).
- Laufend kommunizieren wir untereinander bzw. auch mit der Verunfallten.
Zum Teil 2 der Serie Notfall Alpin: Atmung und Kreislauf