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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Notfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!

alle Artikel der Serie: Notfall Alpin

Jedes allgemeine Ablaufschema zu alpinen Notfällen beinhaltet den Punkt „Verletzte bergen“. Sei es aus unwegsamem Gelände, aus einer Spalte oder eben nach einer Lawinenverschüttung. Weil der Ansatz von Notfall Alpin ein „ganzheitlicher“ ist, werden wir bei solchen speziellen Situationen neben den angebrachten Erste-Hilfe-Maßnahmen auch die notwendigen Bergemaßnahmen thematisieren bzw. kurz wiederholen. Denn mit ihnen starten nicht nur unsere Bemühungen, verletzte Menschen zu versorgen, von ihnen hängt manchmal auch der letztendliche Erfolg in hohem Maße ab.

Abb. 1 Gesamtsituation erfassen und primären Suchraum festlegen. Illustration: Georg Sojer.

Wie z.B. nach einer Lawinenverschüttung, wo die Uhr sprichwörtlich tickt … Wir wiederholen das grundlegende Suchschema nach einer verschütteten Person (Abb. 1, 2). Für den Großteil der „Skifahrerlawinen“ sollte das sehr gut funktionieren, vorausgesetzt, die etablierten Standards wie LVS-Check, Abstände, Einzelfahren, gute Sammelpunkte, grundlegende Ausbildung und Ausrüstung sind erfüllt. Uns ist leider die Realität bewusst, dass selbst dieses einfache Szenario nicht von allen Skitourengehern gelöst werden kann. Aber das ist ein anderes Thema.

Eine:r übernimmt das Kommando und ist Leader und checkt

Weil die Kommandantin vermutlich die am besten Ausgebildete ist, kann es durchaus sein, dass sie auch die Verschüttetensuche übernimmt. Ob man sofort Schaufel und Sonde aus dem Rucksack nimmt und zusammenbaut, hängt von der Situation ab (komme ich von oben mit angezogenen Skiern – eher nicht, bin ich zu Fuß unterwegs – eher schon), auf alle Fälle sollten spätestens vor Beginn der Feinsuche (bei ca. 5 m) Schaufel und Sonde einsatzbereit in einer Hand des Suchenden sein!

Abb. 2 Verschüttetensuche mittels „Airport Approach“ nach Manuel Genswein. Illustration: Georg Sojer.

Kurzen Notruf absetzen

Prinzipiell wird hier der Notruf abgesetzt und die Rettungskette in Gang gesetzt. Gerade bei einer Lawinenverschüttung mit zu erwartenden Komplikationen (Bewusstlosigkeit, Reanimation) geht es darum, dass so rasch als möglich professionelle Hilfe vor Ort ist, weil unsere Ressourcen hier beschränkt sind.

Ob und „wie ausführlich” hier ein Notruf abgesetzt wird, hängt von der Situation ab. Dabei sind zwei Punkte entscheidend:

Im Idealfall ist nur eine Person verschüttet und mehrere Retter stehen zur Verfügung. Damit ist die komplette Situation schlagartig günstiger und entspannter: der Leader kann sich ausschließlich auf diese Rolle konzentrieren und hat mehr Ressourcen zur Verfügung. So kann er ohne verfügbaren Handyempfang z.B. auch jemanden (1-2 Personen) zum Alarmieren wegschicken. Auch das schnellstmögliche Herbeiholen eines AED aus der nächsten Hütte oder Liftstation kann eine entscheidende Rolle spielen – mehr dazu später.

Verschüttetensuche

Mit Auge, Ohr und LVS bis zum Erstsignal!

Vom Erstsignal schnell bis 5 m!

Langsam und direkt an der Lawinenoberfläche!

Systematisch und schnell mit der Sonde!

Systematisches Ausschaufeln

Abb. 3 Systematisches Ausschaufeln (und bei weiteren Verschütteten nicht vergessen LVS sobald als möglich ausschalten!). Foto: Max Largo, Illustration Georg Sojer.

Erste Hilfe

Eine Beurteilung des Zustandes des Verschütteten kann erst erfolgen, wenn der Kopf freigelegt ist. Auch wenn bereits beim Schaufeln Lebenszeichen wahrgenommen werden, kann die Atmung verlegt sein und ein Ersticken drohen. Deswegen wird rasch und zielstrebig Richtung Kopf geschaufelt und sobald als möglich versucht, eine Atemkontrolle durchzuführen. Im Gegensatz zur Standard-Atemkontrolle (siehe bergundsteigen #100) ist es hier wichtig, die Mundhöhle zu kontrollieren und gegebenenfalls Schnee und/oder Erbrochenes zu entfernen.

Vor dem weiteren Ausschaufeln wird nun Folgendes abgeklärt bzw. ergeben sich folgende weitere Wege:

Die Atemwege (A = Airway) sind frei und die Person ist wach und ansprechbar. Dann sind die körpereigenen Schutzreflexe vorhanden und ein Ersticken droht nicht. Der Retter hält ab jetzt den Kopf stabil inline (Abb. 4, siehe auch Notfall Alpin: die ersten 5 Minuten in bergundsteigen #99).

Bezüglich der Atmung (B = Breathing) gilt es, schnellstmöglich die Atemqualität (Tiefe, Frequenz, Rhythmus – siehe bergundsteigen #100) zu checken. Dazu wird der Verschüttete auch befragt, ob er gut Luft bekommt und ob ein tiefes Ein- und Ausatmen schmerzfrei möglich ist.

Abb. 4 Möglichkeit 1. BEST CASE, die Verschüttete ist wach und ansprechbar, Atemwege und Atmung sind OK. Eine Retterin hält beim weiteren Ausschaufeln den Kopf stabil inline (mit beiden Händen umfasst). Foto: Max Largo

Bezüglich des Kreislaufs (C = Circulation) wird bereits versucht festzustellen, ob und wo starke Blutungen vorhanden sind. Je nach Situation wird reagiert: ist z.B. der Oberschenkel bereits jetzt schon freigeschaufelt und ist hier eine starke Blutung erkennbar, dann wird diese bereits jetzt gestillt. Wie immer gilt, dass es kein Patentrezept gibt, sondern situationsbezogen und im Sinne des ABC-Schemas agiert werden muss.

Während des weiteren schonenden Ausschaufelns hält ein Retter den Kopf (Abb. 4) und verhindert somit Bewegungen im Bereich der Halswirbelsäule, da aufgrund der Dynamik eines Lawinenabganges mit Verletzungen gerechnet werden muss. Daneben sorgt er dafür, dass durch das weitere Ausschaufeln kein Schnee in das Gesicht rieselt.

Dem ABC-Schema folgt auch ein Punkt Neurologischer Status (D = Disability). Diesen sprechen wir hier erstmals an. In unserem Best Case fragen wir den Verschütteten nach seinem Namen, Tag und Datum, dem Unfallort und -hergang. Werden diese Fragen adäquat beantwortet, gilt der Verschüttete als voll orientiert und es entsteht kein Handlungsbedarf.

Reagieren werden wir aber zum Punkt Äußere Einflüsse (E = Environment). Diesem kann bereits jetzt Rechnung getragen werden, indem einer weiteren Auskühlung des Verschütteten durch eine Mütze, Wärmepack, Daunenjacke etc. vorgebeugt wird. Ist der Verschüttete komplett freigeschaufelt, bleibt er an der Halswirbelsäule weiter immobilisert und ein Komplettcheck von A bis E wird durchgeführt und entsprechend reagiert.

Im Idealfall liegen keine Auffälligkeiten vor, und auch wenn der Verschüttete „unverletzt“ scheint, ist er für uns weiterhin kritisch und wird von den Einsatzkräften zur weiteren Überwachung und Diagnostik in ein Krankenhaus gebracht. Nicht nur jeder Ganzverschüttete muss professionell in ein Krankenhaus abtransportiert werden, durch die Dynamik eines Lawinenabganges sind auch Teil- oder Nichtverschüttete massiven Kräften ausgesetzt. Bei geringsten Zweifeln ist auch hier eine weitere Abklärung notwendig.

Abb. 5 Möglichkeit 2. Die Verschüttete ist nicht ansprechbar, die Atemwege und Atmung sind kritisch. Die Atmung wird geprüft, die Mundhöhle gecheckt und u.U. freigeräumt, der Kopf wird ab sofort stabil inline gehalten und das Chinlift-Manöver angewendet (rechts), während die Verschüttete weiter ausgeschaufelt wird. Fotos: Max Largo

Die Atemwege (A = Airway) sind frei, die Person ist aber nicht wach und ansprechbar. Darunter fallen auch Verschüttete, die nur stöhnen oder nur auf Schmerzreiz die Augen öffnen. Hier droht ein Ersticken, da die körpereigenen Schutzreflexe nicht oder nur teilweise vorhanden sind. Die Mundhöhle wird kontrolliert und gegebenenfalls freigeräumt (Abb. 5). Der Retter hält ab jetzt den Kopf stabil inline und wendet das Chinlift-Manöver an: er schiebt das Unterkiefer nach oben und verhindert dadurch ein Verlegen der Atemwege durch die Zunge.

Abb. 6 Situationsbedingt kann ein Helm behutsam abgenommen und eine warme Mütze aufgesetzt werden. Das Freischaufeln geht oft leichter, wenn der Rucksack weggeschnitten wird. Fotos: Max Largo

Ein massives Überstrecken des Kopfes ist dabei nicht notwendig. Abgesehen davon, dass dies die Halswirbelsäule schützt, benötigen wir weniger Raum und somit ist dieses Manöver bei bereits nur teilweise freigeschaufelten Personen möglich.

Die Atmung (B = Breathing) wird bezüglich der Atemqualität mit allen Sinnen überprüft (siehe Notfall Alpin: Atmung/Kreislauf in bergundsteigen #100). In dieser Möglichkeit 2 atmet der Verschüttete eindeutig adäquat. Nun wird so schnell als möglich der Oberkörper freigeschaufelt, damit im Falle des Erbrechens ein Logroll (siehe bergundsteigen #99) durchgeführt werden kann. Dieses Manöver (Abb. 7) erfordert einen zweiten Retter (Schaufler) und ersetzt die stabile Seitenlage, wenn der Verschüttete noch nicht komplett freigeschaufelt ist, und hat den weiteren Vorteil, dass die Wirbelsäule weniger manipuliert wird.

Abb. 7 Die Logroll kann die stabile Seitenlage bei Erbrechen ersetzen, wenn erst der Oberkörper freigeschaufelt ist. Dazu sind aber zwei Retter notwendig. Foto: Max Largo

Erst jetzt beschäftigen wir uns mit dem Kreislauf (C = Circulation), d.h. wir versuchen festzustellen, ob und wo starke Blutungen vorhanden sind und reagieren entsprechend. Während des weiteren schonenden Ausschaufelns führt der Retter den Chinlift fort und kontrolliert permanent A und B, um gegebenenfalls reagieren zu können (Logroll).

Der neurologische Status (D = Disability) wird hintangestellt, weil A und B relevant sind. Der Situation entsprechend wird der Punkt Äußere Einflüsse (E = Environment) berücksichtigt. Ist der Verschüttete komplett freigeschaufelt, kann solange auf eine stabile Seitenlage verzichtet werden, wie durch Chinlift und Logroll ein freier Atemweg gewährleistet werden kann.

Bei Ressourcenknappheit oder Zweifel am Erfolg dieser Maßnahmen wird der Verschüttetete in die klassische stabile Seitenlage gebracht (Abb. 8), die einfacher und fehlertoleranter (und durch nur einen Retter) angewendet werden kann. Spätestens jetzt wird im Sinne von Kreislauf (C = Circulation) der Verschüttete auf Blutungen hin untersucht und gegebenenfalls behandelt.

Abb. 8 Nach dem Freischaufeln ist die stabile Seitenlage einfacher und fehlertoleranter als z.B. Chinlift und Logroll bei Bedarf. Die Verschüttete wird auf Verletzungen bzw. Blutungen (C) untersucht, der neurologische Status (D) ist wenig relevant, jedoch wird auf die äußeren Einflüsse (E) reagiert und mit allen Mitteln vor Auskühlung geschützt. Foto: Max Largo

In diesem Szenario liegt der Erste-Hilfe-Schwerpunkt auf den Punkten A und B, wobei nach dem Ausschaufeln ein weiteres Auskühlen unbedingt zu verhindern ist. Leider kann es vorkommen, dass der in diesem Beispiel beschriebene Verschüttete Probleme mit A und B bekommt und somit reanimationspflichtig wird, womit wir zum Worst-Case-Beispiel kommen.

Sind die Atemwege (A = Airway) nicht frei, ist keine Atmung möglich. Deswegen wird der Mund- und Rachenraum mit den Fingern freigeräumt und der Kopf überstreckt bzw. das Chinlift-Manöver durchgeführt. Das Freiräumen der Atemwege kann u.U. dazu führen, dass die Atmung wieder einsetzt.

Abb. 9 Möglichkeit 3. WORST CASE, keine Atmung. Nachdem keine Atmung festgestellt wurde, wird der Mund-/Rachenraum freigeräumt und das Chinlift-Manöver angewendet. Foto: Max Largo

Stellen wir bei Atmung (B = Breathing) allerdings trotzdem keine adäquate Atemtätigkeit fest bzw. haben Zweifel bezüglich der Atemqualität, muss mit der Reanimation begonnen werden (siehe Notfall Alpin: Atmung/Kreislauf in bergundsteigen #100) – was bei einer nicht gänzlich freigeschaufelten Person eine Herausforderung darstellt. Deswegen ist es oberste Priorität, den Verschütteten so schnell als möglich soweit frei zu legen, dass eine Thoraxkompression (Herzdruckmassage) möglich ist.

Das setzt voraus, dass

Muss der Verschüttete dazu weiter ausgeschaufelt werden, wird in dieser Zeitspanne bereits mit der Notfallbeatmung begonnen:

Diese Notfallbeatmung dient zur Überbrückung und muss so schnell als möglich durch eine kombinierte Reanimation im Verhältnis 30 x Herzdruckmassage (vgl. Notfall Alpin: Atmung/Kreislauf in bergundsteigen #100) zu 2 x Beatmung ersetzt werden. Diese ist fortzusetzen, bis man von den Rettungskräften abgelöst wird.

In diesem Zusammenhang:

Mit dem Punkt Kreislauf (C = Circulation) beschäftigen sich freie Retter, d.h. während der Reanimation werden evtl. vorhandene, starke Blutungen bestmöglich gestoppt.

Der neurologische Status (D = Disability) entfällt und auch auf die äußeren Einflüsse (E = Environment) wird nicht eingegangen, weil eine weitere Auskühlung in diesem Szenario von Vorteil sein kann.

Je nach Situation und Ressourcen ist dieses Szenario aufwendig und ein guter Leader wird maßgeblich dazu beitragen den Überblick zu bewahren, die Retter optimal einzuteilen und zu erkennen, welche Maßnahmen Priorität haben.

(Neuerlicher) Notruf

Je nach Situation und Ressourcen wird spätestens jetzt ein umfangreicher Notruf abgesetzt bzw. vervollständigt (Abb. 10).

Abb. 10 Der Notruf wird situationsabhängig idealerweise vor Beginn der Suche abgesetzt, spätestens aber, wenn der Verschüttete versorgt ist. Sofern ein Mobiltelefonnetz zur Verfügung steht. Foto: Max Largo

Übergabe Rettungskräfte

Sobald die Rettungskräfte vor Ort eintreffen, informiert der Leader das Einsatzteam über

Alle anderen Kameradenretter vor Ort führen davon unbeeindruckt ihre Maßnahmen weiterhin fort, bis sie von den Rettungskräften direkt weiter instruiert werden.

Zum Teil 3 der Serie Notfall Alpin: AED

Zum Teil 5 der Serie Notfall Alpin: Blutung stillen.