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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Notfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem Spaltensturz

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Klar. Die Wahrscheinlichkeit, in eine Gletscherspalte zu stürzen, ist gering – das zeigen Zahlen und Praxis. Dass man sich dabei verletzt, kann passieren, starke Blutungen treten dabei selten auf. Warum also dieses Szenario? Weil es super passt, um darzustellen, dass die Erste Hilfe im Lehrsaal anders aussieht als in einer exponierten Situation.

Aus diesem Grund stellt Phillipp später auch Notverband und Tourniquet als die Mittel der Wahl vor – für viele Bergsteiger neue Materialien, die wir nochmals ausführlich auf Seite 40 beschreiben, weil wir sie als wichtig und fürs Bergsteigen relevant bewerten. Doch nicht nur bei der Ersten Hilfe läuft es oft anders als bequem geübt, auch die notwendige Rettungstechnik kann vom 08/15 Schema abweichen – gerade beim Spaltensturz.

Abb. 1-8: Schnell zum Verletzten. – Unsere 3er-Seilschaft ist klassisch angeseilt. Philip ist Seilerster (das weiße Tape-Kreuz am linken Oberschenkel stellt die spätere Blutungsquelle dar), gefolgt von Teresa und Sissi. Sie haben das Szenario wie folgt gelöst (1)– Philip stürzt angeseilt in die Spalte (2). – Die Seilschaft hält den Sturz, Teresa baut einen T-Anker, Sissi unterstützt sie beim Halten (3).

Denn was dabei leider immer wieder passiert, ist, dass Bergsteiger – angeseilt oder nicht – in eine Spalte stürzen und dort feststecken, unter dem nachfallenden Schnee ersticken oder im Eiswasser ertrinken bzw. eine tödliche Unterkühlung erleiden. Kurz gesagt: Sobald ein Spaltensturz kritische Dimensionen erreicht, ist es wichtig, sofort zum Abgestürzten zu kommen und ihm zu helfen – auch, wenn er handlungsunfähig im Seil hängt und verletzt ist.

Geübt wird seit Jahrzehnten standardmäßig das Gegenteil: Die Retter bleiben am Spaltenrand und der Abgestürzte wird herausgezogen oder prusikt selbst heraus. Funktioniert das, d.h. der Abgestürzte ist handlungsfähig und nicht wirklich verletzt, dann habe ich in der Praxis kaum ein echtes Problem. Die Zeit ist sekundär und irgendwie bekommt man ihn schon heraus. Im schlimmsten Fall muss man auf weitere Seilschaften oder externe Rettung warten.

Unangenehm, aber mit entsprechendem Wissen und Können machbar. Deshalb sind die ganzen Diskussionen, ob und wie und mit welchen Raffinessen man aktiv oder passiv am besten aus der Spalte kommt, interessant, aber eigentlich am Thema vorbei. Stellt euch die Frage, wie ihr so schnell als möglich zu eurem verletzten Seilpartner hinunterkommt, um ihm zu helfen. Und übt das! Und natürlich, wie ihr dann wieder herauskommt …

Schnell hinunter zum Verletzten

Abb. 5-7: – Teresa überträgt mit einem Prusik die Last auf den T-Anker (4). – Sissi kommt vor, verstärkt den T-Anker, indem sie sich darauf stellt und beide lösen die Bremsknoten (5). – Teresa bereitet am unbelasteten Seil ihren armlangen (roten) Selbstsicherungs-Prusik (inkl. engem Abbund für evtl. Münchhausen (=Selbstseilrollen-Technik) vor, während sich Sissi ausgebunden hat, damit das Restseil aus dem Rucksack gezogen werden kann (5). – Sissi setzt einen Notruf ab und bleibt telefonisch erreichbar (5). – Teresa hat sich am (roten) Prusik gesichert, aus ihrem Anseilknoten ausgehängt und bindet sich noch in das Seilende ein (6). – Sissi bleibt ungesichert auf dem T-Anker – wenn das System versagen sollte (was natürlich nicht passiert), bleibt sie oben und kann alternative Rettungsmöglichkeiten ergreifen (7). – Am Prusik gesichert geht Teresa zum Spaltenrand vor und nimmt Kontakt mit Phillip auf (7).

Je nach eurem Können, dem der Seilschaft, der vorhandenen Ausrüstung, der Art wie angeseilt wurde usw. habt ihr mehr oder weniger Möglichkeiten zur Verfügung, eine solche Situation zu lösen. Abgebildet – weil es uns recht realistisch vorgekommen ist – haben wir eine Dreier- Seilschaft mit einem 50-m-Einfachseil.

Die Abstände betragen ca. 10 m, dazwischen befinden sich drei Bremsknoten und der Erste und der Letzte haben das Restseil im Rucksack verstaut. Angeseilt wurde mit Achterschlinge und Verschlusskarabiner, jeder hat eine Abwurfschlinge montiert. Bitte die Fotos nur als eine von vielen (guten) Möglichkeiten verstehen – es geht dabei nicht um richtig oder falsch.

In den Abbildungen wird die seiltechnische Lösung gezeigt, nach dem Sturz eine Verankerung zu bauen und rasch zum Verunfallten hinunter zu kommen. Überlegt euch selber, was ihr tun würdet bzw. was bei eurer Anseilmethode und den aktuellen Verhältnissen möglich ist. Auch einige „Wenn und Abers“ einbauen, d.h. einen Plan B haben.

Abb. 8: Dazu lässt sie sich mit dem armlangen (roten) Prusik einfach zu ihm hinunter. Das funktioniert bei durchschnittlich sportlichen Leuten in „normalen Spalten“ tatsächlich recht gut und „nein“, man muss nicht unbedingt eine Selbstseilrolle aufbauen, die unnötig viel Zeit kostet!

Bei uns hat sich z.B. tatsächlich herausgestellt, dass Sissi (die Letzte der Seilschaft) eine Knie-OP gehabt hat und noch nicht voll belastungsfähig ist – deswegen ist sie bei der Verankerung geblieben und nicht hinuntergegangen, was vermutlich schneller gewesen wäre … wenn sie im Rucksack das notwendige Material gehabt hätte … und damit auch umgehen könnte … (was sie natürlich hat und kann).

C-ABCDE-Schema bei kritischer Blutung

Das C-ABCDE-Schema wird angewendet, wenn der Verunfallte eine augenscheinlich starke oder sogar spritzende Blutung aufweist. Die Entscheidung für C-ABCDE wird also schon beim „Ersteindruck“ der verletzten Person getroffen, noch bevor wir uns A (=Atemwege) widmen. Stark blutende Verletzungen entstehen oft bei „penetrierenden“ Traumen – also bei einer Gewalteinwirkung, welche in den Körper „einsticht“ – z.B. durch spitze Gegenstände (Eisgerät, Steigeisen Ast, etc.).

Im militärischen Bereich geschieht dies meist durch Splitter oder Kugeln, was wir an dieser Stelle deshalb erwähnen, weil von dort auch die Idee stammt, das ABCDE-Schema zu modifizieren: nämlich dann, wenn kritische Blutungen ein Überleben gefährden bzw. verhindern. Im Sinne der Schockbekämpfung ist es dabei von zentraler Bedeutung, wichtige Bestandteile des Blutes (Erythrozyten) im Körper bzw. im Gefäßsystem zu halten, um den lebenswichtigen Sauerstofftransport zu gewährleisten.

Nach dem Motto: „Jeder Ery“ zählt! Die Blutstillung ist in diesem Rahmen absolut lebensrettend und hat denselben Stellenwert wie eine Reanimation. Und weil diese Blutstillung lebensrettend ist, muss sie so schnell als möglich geschehen, also sofort! Ein regulärer Druckverband mag zwar unter „normalen“ Umständen, z.B. in einer Werkstatt bei einem gut zugänglichen Verletzten, funktionieren, doch da selbst hier Probleme entstehen können, empfehlen wir bei kritischen Blutungen die Verwendung eines Notverbandes („Israeli Bandage“, vgl. Notfall Alpin: Erste Hilfe Material zur Blutstillung in bergundsteigen #103).

Zum einen ist der Druck – welcher die Wunde komprimiert – leichter aufzubauen und auch höher, das heißt, die Maßnahme führt schneller zum Erfolg, also zum Stoppen der Blutung. Zum anderen kann es gerade im alpinen Umfeld – Kälte, Nässe, ungünstige Position des Opfers – oft kaum bis gar nicht möglich sein, einen ordentlichen Druckverband anzulegen.

Kritische Blutung stoppen

Unser Opfer hängt offensichtlich mit einer starken Blutung im Seil. Die aufgerissene Hose und der offene Oberschenkel lassen eine starke Verletzung durch das Steigeisen vermuten. Deshalb wird die Entscheidung getroffen, nicht wie sonst mit dem A (Airway, siehe bergundsteigen #99/100/101) zu starten, sondern sofort die Blutung zu stillen.

Der verletzte Bergsteiger drückt bereits mit seiner Hand auf die Wunde, um den Blutverlust zu verringern (falls nicht, wird er angewiesen das zu tun!). Diesen Druck soll er aufrechthalten, bis unser Notverband angelegt ist. Ist das Opfer (bereits) bewusstlos, soll ein weiterer Helfer stark auf die Wunde drücken oder das Blutgefäß oberhalb der Blutung sehr stark komprimieren. Die Blutstillung darf dabei nicht verzögert werden.

Abb. 9 Die Blutung durch die aufgerissene Hose (weißes TapeKreuz) lässt auf eine Verletzung durch Steigeisen/Pickel schließen. Die Stoppung dieser Blutung hat jetzt oberste Priorität (C-ABCDE).

Nun wird der Notverband ausgepackt und angelegt (Vgl. Notfall Alpin: Erste Hilfe Material zur Blutstillung in bergundsteigen #103). Die Wundauflage, und damit der „Druckbügel“, liegt dabei genau auf (direkt über) der Wunde. Durch mehrmaliges Umwickeln des Beins unter Zug wird hoffentlich so viel Druck aufgebaut, dass die Blutung „steht“, nachdem das Ende der Bandage (mit der integrierten Kunststoffklammer) fixiert wurde.


Konnte der Notverband die Blutung nicht stoppen, hilft die Anlage eines Tourniquet (Details Vgl. Notfall Alpin: Erste Hilfe Material zur Blutstillung in bergundsteigen #103). Dieses Abbinde-Gerät ersetzt das Abdrücken der Blutgefäße, welches in unserem Szenario kaum konsequent und ohne Unterbrechung durchzuführen wäre.

Im Sinne einer Eskalations-Strategie bietet es sich an, starke Blutungen zuerst mit einem Notverband zu versorgen. Erst wenn dies nicht zur Blutstillung führt, kann das „stärkere“ Mittel eingesetzt werden (mitunter verursacht das Tourniquet starke Schmerzen, die man sich sparen kann, wenn der Notverband wirkt). Ausnahme hierbei stärkste Blutungen durch (Teil-) Amputationen oder mehrere großflächige Verletzungen an einer Extremität.

Auch die Lage (Einklemmung) kann die sofortige Anwendung eines Tourniquet erfordern.


Weiter mit ABCDE-Schema

Ist die Blutung nun definitiv gestoppt, machen wir unmittelbar mit A (Airway=Atemwege) weiter. Da unsere verletzte Person kommuniziert und einfache Handlungen befolgen kann, sollte zuerst ihre Position – hängt mit Hüftgurt im Seil – verbessert werden, indem sie mit einem behelfsmäßigen „Brustgurt“ aufgerichtet wird.

Dazu kann man auch gleich die Rucksackgurte verwenden, denn idealerweise wirkt dabei der ganze Rucksack stabilisierend auf die Hals- und Brustwirbelsäule. Eine sonst sofort angestrebte HWS-Immobilisation ist in unserem Unfall-Szenario (ein Retter beim Opfer) kaum durchführbar und wird zwangsläufig hinten angestellt.

Abb. 21-23: Verletzten in aufrechte Position bringen. Zum Beispiel Bandschlinge durch die Rucksack-Tragegurte fädeln, Karabiner durch die Enden und das Band dazwischen einhängen und – die HWS stabilisierend – den Karabiner im Hauptseil einhängen.

Unsere A-Kontrolle hat keine Auffälligkeit ergeben, so dass wir zu B kommen. Auch hier wird der entsprechende Teil des Bodychecks ( siehe bergundsteigen #99/100/101) durchgeführt.

Abb. 24: A (Airway=Atemwege) & B (Breathing=Atmung) überprüfen.

Bei C werden nun sowohl die restlichen Blutungsräume gecheckt als auch unsere blutungsstillende Maßnahme überprüft. Da wir nach wie vor von einem kritischen C ausgehen, erfolgt in diesem Fall bereits hier die Wärmeerhaltung. Diese hat deshalb so einen hohen Stellwert, da sich Hypothermie sehr negativ auf die körpereigene Blutstillung auswirkt (Gerinnung). Im Sinne der Schockbekämpfung muss eine Auskühlung verhindert werden!

Körperstamm und Extremitäten nach weiteren Verletzungen/Blutungen checken.

In D erheben wir den neurologischen Status, um auf Kopf- und/oder Wirbelsäulenverletzungen zu schließen und um ggf. den Verlust wichtiger Schutzreflexe (und daraus resultierende A-Probleme) im Fokus zu behalten.

Check von neurologischen Fähigkeiten, um auf Wirbelsäulenverletzungen zu schließen.

Die in E vorgesehene Wärmeerhaltung wurde bereits durchgeführt. Weitere Untersuchungen außerhalb des A, B und C werden erst nach der Rettung aus der Spalte durchgeführt.

Auch kümmert man sich jetzt um den Wärmeerhalt und schützt den Verletzten vor Auskühlung (Kapuze, Daunenjacke, Wärmepackung).

Weiteres Vorgehen (Rettung) beurteilen

Anschließend müssen wir eine Entscheidung treffen: Ist der Verletzte aktuell soweit stabil oder sind weitere Komplikationen zu erwarten?

A- und B-Probleme können in dieser Lage (hängend im Seil) mitunter nicht gelöst werden. Hierbei kann es hilfreich sein, bei Vorhandensein einer Spaltenbrücke weiter nach unten abzuseilen (Kapern) um ggf. weitere stabilisierende Maßnahmen durchzuführen – je nach Situation kann das einiges an seiltechnischem Können und Improvisation verlangen.

A und B sind derzeit stabil, C kritisch – aber die Blutstillung ist momentan erfolgreich.

In D ist nach wie vor Orientiertheit vorhanden. Zur weiteren und besseren Untersuchung und auch für einen umfangreichen Wärmeerhalt entscheiden wir uns eine „schnelle Rettung“ nach oben anzustreben. Dabei nehmen wir in Kauf, dass der Verletzte für kurze Zeit alleine in der Spalte bleibt. Dies sollte – wenn möglich – in Absprache mit der Profirettung/ILS (Integrierte Leitstelle) passieren. Ist der Rettungshubschrauber in wenigen Minuten da, kann der Retter auch beim Verletzten bleiben und muss ihn nicht alleine lassen. Hierbei sollte die HWS so gut als möglich stabilisiert werden.

Der Verletzte ist gänzlich stabil, nur der Sturz aus „großer Höhe“ (> 3 m) lässt auf Verletzungen schließen, v.a. HWS-Trauma. Konnte ein Notruf abgesetzt werden und sind die Rettungskräfte unterwegs, dann empfiehlt sich, die „schonende Rettung“ durch die Profiretter abzuwarten. Bis dahin wird nach der ABCDE-Strategie konsequentes Stabilisieren der HWS durch den Helfer durchgeführt. Maßgeblich für die Entscheidungsfindung sind die Prinzipien der C-ABCDE Versorgung.

Aber wir befinden uns im alpinen Gelände, genauer gesagt mit einem Verletzten in einer Spalte hängend, und hier spielen etliche weitere Fragen mit, die nur jeder selbst und vor Ort beantworten kann und für die es kein Patentrezept gibt. Mögliche Entscheidungsfragen sind:

Während jeder Rettung müssen wir uns permanent folgende Frage stellen: „Hilft die angestrebte Maßnahme dem Verletzten oder nicht und mit welchem Risiko ist sie durchführbar?“ Am Beispiel der Blutstillung lässt sich das sehr gut zeigen: Der unerfahrene Ersthelfer hat mit dem Notverband oder der Tourniquet eine sichere Möglichkeit, die Blutung zu stillen.

Anders der Profi, welcher die Blutung vielleicht als weniger stark einschätzt und dank seiner Routine einen perfekten Druckverband anbringen kann. Die richtige Anwendung und Handhabung ist aber in jedem Fall Voraussetzung.

Abb. 29: Umbau für Prusik-/Münchhausen-Technik. Als Sitzschlinge wird der handlange (rote) Prusik vom „Abseilen“ verwendet, die (graue) Steigschlinge wird ergänzt.

Rettung durchführen & erneut ABCDE

Im dargestellten Szenario haben wir uns für eine schnelle Rettung entschieden: die Helferin ist aus der Spalte geprusikt und hat gemeinsam mit ihrer Partnerin den Verletzten herausgezogen und gut gelagert (Abb. 31, 32). Außerhalb der Spalte wird der Verletzte abermals nach dem ABCDE-Schema untersucht (Abb. 33). Hierbei ist v.a. auf einen strikten Wärmeerhalt zu achten (Windchill). Nochmaliger Notruf, Abtransport durch Profirettung usw. wie gehabt …

Fotos: Max Largo

Special Thanks to: Retterin Teresa Brenna, Partnerin Sissi Krammer & Wild Walt

Zum Teil 4 der Serie Notfall Alpin: Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!

Zum Teil 6 der Serie Notfall Alpin: Erste-Hilfe-Material zur Blutstillung