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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Nofall Alpin (7/9): neurologisches Problem

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Gemeinsam haben wir dann wieder ein praxisnahes Szenario gesucht. Die Idee dieser Serie ist es ja, nicht nur „lehrsaalmäßig“ die Erste Hilfe isoliert zu betrachten, sondern klar zu machen, dass beim Bergsteigen die mitunter lebensrettenden Maßnahmen immer im Kontext zur Situation ergriffen werden müssen.

Sind wir im Absturzgelände seilgesichert unterwegs, dann ist die traditionellerweise als „behelfsmäßige Bergrettungstechnik“ bezeichnete Seiltechnik integraler Bestandteil jeder Erste-Hilfe-Maßnahme und entscheidet durchaus über den Ausgang der ganzen Aktion.


Seit Jahrzehnten werden dazu dieselben Inhalte und Aufgabenstellungen ausgebildet und geübt. Beim Felsklettern wären das standardmäßig das Prusiken, der Körper-, Express- und Seilrollenflaschenzug, die Selbstseilrolle und die Seilverlängerung. Variiert wird maximal bei den Knoten oder Klemmen. Dabei stellt der Aufbau eines Seilrollenflaschenzuges (= doppelter Flaschenzug) meist die schwierigste seiltechnische Aufgabe dar und selbst gestandene Alpinisten, die das länger nicht mehr gemacht haben, stehen vor einer veritablen Herausforderung.

Klar, denn im normalen Kletterleben braucht kaum jemand eine solche seiltechnische Konstruktion – wozu auch? Natürlich um den bewusstlosen Nachsteiger zum Stand heraufzuziehen – aber, Moment: wer hängt dann eigentlich die Zwischensicherungen aus? Das Vermitteln dieser Seiltechniken ist natürlich eine gute Sache, dient aber primär dazu, dem Einsteiger das grundlegende Handwerkszeug zu geben.

Der Fortgeschrittene und v.a. die Könnerin sollten in einer echten Notsituation dann natürlich abhängig von den Gegebenheiten und Umständen die jeweils bestmögliche Variante oder Kombination anwenden – die vermutlich in keinem Lehrbuch abgedruckt ist. Deswegen macht es Sinn und sollte immer mehr zur Selbstverständlichkeit werden, dass ab dem Fortgeschrittenenniveau die rettungstechnischen Grundlagen in verschiedenen realistischen Szenarien mit unterschiedlichem Material (eben das Zeug, das man mehr oder weniger zufällig am Gurt hat) trainiert werden.

Warum diese lange Einleitung? Weil wir Philipps Wunsch eines „Stein fällt auf den Kopf“-Unfalls am liebsten mit einem Vorsteigersturz über der Seilmitte enden lassen wollten. Eine super Übung, die vermutlich jeden von uns vor eine Herausforderung stellt: Wie komme ich sicher und schnell zur Umlenkung hoch? Wie überwinde ich die Exen, die unter Spannung stehen? Wie komme ich zum Gestürzten hin bzw. bringe diesen zu mir herauf? Und wie bringe ich uns dann auf einen geeigneten Platz bzw. zum Stand hinunter?

Die Seiltechniken dahinter sind aber nicht ganz trivial und natürlich gibt es dabei auch nicht nur eine gute Lösung, wie wir bei zahlreichen Übungen gesehen haben. Wir heben uns das für einen eigenen seiltechnischen Beitrag auf (… aber denk doch inzwischen selbst nach, wie du das lösen würdest – und wenn du eine optimale Lösung hast, dann lass es uns bitte wissen).

Ausgangssituation: Abseilen

Um nicht zu sehr vom eigentlichen Erste- Hilfe-Thema abzulenken, haben wir uns letztendlich für einen Unfall beim Abseilen entschieden – auch diese Situation wird in Ausbildungen leider nur recht selten durchgespielt. Was natürlich auch einen Grund hat, denn in der Praxis kommen solche Unfälle selten vor.

Wenn aber doch, dann wäre es ziemlich hilfreich, wenn man das Szenario im Kopf oder noch viel besser im Training bereits durchgespielt hat. Abgesehen von der individuellen Resilienz (= Widerstandsfähigkeit) gilt es, möglichst viel an Ressourcen zur optimalen Lösung der aktuellen Situation zur Verfügung zu haben – einer Situation wohlgemerkt, die sich mir so vermutlich noch nie gestellt hat.

Deshalb benötige ich ein Maximum an Aufmerksamkeit und Energie für all die Dinge, die „neu“ sind; die erstmalig bewertet werden müssen und wo ich leicht etwas übersehen kann. Gut für mich und den Verletzten, wenn ich jetzt all das, was man geistig und praktisch üben kann, auch bereits im Vorfeld trainiert habe. Dann habe ich viel an Ressourcen für die echten Probleme frei und verzweifle nicht, weil mir der Tibloc hinuntergefallen ist und der einzige Klemmknoten, den ich kenne, ausgerechnet jetztdurchrutscht …

Plan B ist gut, aber das Alphabet hat noch mehr Buchstaben! Doch zurück zu unserer Zweier-Seilschaft. Mit einem Einfachseil hat sich Walter zuerst abgeseilt und befindet sich am nächsten Stand, Philipp fährt gerade zu ihm hinunter. Walter bekommt mit, dass einige Steine herunterfallen, er hört auch ein Aufprallgeräusch und als er zu seinem Seilpartner hochschaut, hängt Philipp in seinem Kurzprusik. Er bewegt sich zwar etwas, aber reagiert auf Walters Zurufe sonderbar, er wirkt auf ihn unkoordiniert und „neben der Spur“. Auch nach weiterem Zurufen ändert sich nichts an Philipps Zustand.

Abb. 1-6 Schnell zum Verletzten. Unsere 2er-Seilschaft seilt klassisch an einem Einfachseil ab. Beide verwenden einen Tuber, der in einer Abseil-/Selbstsicherungsschlinge eingehängt ist, und einen Kurzprusik. – Walter seilt als erster mit Tuber und Machard als Kurzprusik ab (1), sichert sich am nächsten Abseilstand (2) und sobald das Seil frei ist, beginnt Philipp sich abzuseilen. – Steine fallen herunter, Walter hört einen Aufprall und als er nach oben schaut, hängt Philipp apathisch und desorientiert im Seil (3) – Walter vermutet, dass er von einem Stein am Helm getroffen wurde. – Nach einem Triple-S-Check alarmiert er mit dem Mobiltelefon die Rettungskräfte (4) und beschließt zu Philipp hinaufzuprusiken. – Den vorhandenen Kurzprusik (Machard, schwarz) verwendet er als Sitz-, die 60 cm Bandschlinge einer alpinen Exe (bergundsteigen Ausgabe #68) – mit dem FB-Prusik (bergundsteigen #92) – verwendet er, da nichts anderes im Moment verfügbar, als Steigschlinge (5). – Er hängt seine Selbstsicherung aus und prusikt so zu Philipp hoch (6). Dies ist EIN möglicher Weg von vielen!

Hinauf zum Verletzten

Walter schließt für sich, dass ihn wohl ein Stein am Kopf/Helm getroffen hat und das nicht ohne Konsequenzen geblieben ist. Ob der Zweite immer bzw. in welcher Situation einen Kurzprusik benötigt, wird regelmäßig eifrig diskutiert (vgl. bergundsteigen Ausgabe #80). In unserer Situation zunächst ein klarer Vorteil, weil die Abseilfahrt des Verletzten sofort stoppt. Kann er aber nicht mehr selber weiter abseilen bzw. den Kurzprusik lösen, dann steckt er an dieser Position fest.

Hätte er keinen Kurzprusik verwendet, sondern der Erste hätte sein Seil gesichert, dann könnte dieser ihn jetzt im steilen Gelände sofort bis zum Stand ablassen – oder er würde ebendort selbst verletzt liegen, weil er zum Bedienen des Seils unterhalb des Zweiten stehen muss und selbst vom Steinschlag betroffen war …

Wie immer: Alles hat Vor- und Nachteile. Was an unserer Situation aber nichts ändert. Philipp hängt verletzt im Seil fest. Wir wissen nicht, wie es ihm geht und deshalb werden wir wohl zu ihm hinaufkommen müssen.

Bevor wir uns aber aktiv für das Hochprusiken entscheiden, checken wir erst unseren Plan. Alternativ zum bekannten SISURF-Check (bergundsteigen #99) entscheiden wir uns heute für den kürzeren Triple-S-Check

Retter prusikt zum Verletzten

Um dies in der Eile und dem Stress nicht zu übersehen, ist es sehr hilfreich, jedes Mal ein 10für10 also 10 seconds for 10 minutes (bergundsteigen #99ff) einzubauen, bevor wir eine neue Aktion starten. Egal, ob das Problem seiltechnischer oder medizinischer Art ist. Dabei steht sowohl die eigene Sicherheit als auch die Sicherheit des Verletzten im Fokus.

Wir entscheiden uns also zu Philipp hoch zu prusiken. Wie immer zeigen die abgebildeten Fotos eine von vielen möglichen Varianten, die wir in „unserer“ Situation recht gut gefunden haben. Aber bitte selber ausprobieren und nach Belieben und Können verbessern. So stehen wir beim Abseilen auf den Machard als Kurzprusik (Absturzsicherung) und haben diesen gleich als „Sitzprusik“ verwendet (superschnell und elegant, nur später beim gemeinsamen Abseilen etwas zickig zu bedienen).

ABCDE-Durchgang

Oben beim Verletzten angekommen bringen wir unseren Prusik in eine gute Position und sehen, dass der Helm beschädigt ist; deswegen und weil wir den Steinschlag beobachtet haben, gehen wir bereits jetzt von einem kritisch verletzten Menschen aus.

Darüberhinaus stellen wir im Ersteindruck aber keine kritischen Blutungen fest und beginnen unseren ersten ABCDE-Durchgang. –>kritisch verletzt, Start mit ABC-Schema

Abb. 7 Gute Position und erster Eindruck. Walter prusikt sich in eine möglichst gute Position, um weiterarbeiten zu können und erkennt, dass ein Stein den Helm von Philipp beschädigt hat – er geht von einer kritischen Verletzung aus. Er wird Philipps schwarzen Kurzprusik entfernen müssen, um nahe genug zu ihm hinzukommen.

Wie beim Notfall-Lawinen (bergundsteigen #102) ist auch bei Steinschlag die Mechanik, sprich Dynamik entscheidend. Gerade bei Schädel- und Gehirnverletzungen (SHT=Schädel-Hirn-Trauma) ist es präklinisch schwierig, den Grad der Verletzung zu erkennen. So passiert es immer wieder, dass (schwere) SHTs übersehen werden, da die betroffene Person augenscheinlich unverletzt wirkt.

Für die Ersthelferin bietet es sich daher an, die Unfalldynamik (mit) als Parameter zu verwenden und z.B. bei kaputtem/zerstörtem Helm einfach (pauschal) von einer schweren Verletzung auszugehen, welche eine professionelle medizinische Versorgung (idealerweise Hubschrauberrettung) und Klinikabklärung benötigt.

Leider gibt es derzeit kein valides Schema – wie bspw. bei Schlaganfall (Schnelltest FAST: Face-Arms-Speech-Time) -, das den Ersthelferinnen empfohlen werden kann. Das macht die Beurteilung der Unfalldynamik umso wichtiger. So gibt es Unfallverläufe, die ganz ohne D–Auffälligkeiten einhergehen (z.B. symptomfreies Intervall) und dann dramatisch enden. Im Zweifel ist demnach immer von einer Verletzung auszugehen.

Bei verletzten Personen sollte beim Ansprechen sofort der Kopf fixiert werden (im Zuge von A, siehe bergundsteigen #99ff). Dies wird in unserer Situation aber schwierig sein, da nur zwei Hände zur Verfügung stehen und wir zusätzlich im Seil hängen. Wir haben uns dennoch dafür entschieden, mithilfe des Rucksackes und einer Bandschlinge einen „behelfsmäßigen Brustgurt“ zu installieren und dadurch eine „Abstützung“ des Kopfes bzw. der HWS bzw. des Rückens vorzunehmen.

Abb. 8-9 Behelfsmäßigen Brustgurt anlegen. Für A den Kopf zu fixieren ist frei im Seil hängend kaum möglich; Walter versucht aber, den Kopf bzw. die HWS mit dem Rucksack durch das Anlegen eines behelfsmäßigen Brustgurtes zu stabilisieren. Er entfernt seine Steig- Bandschlinge und legt damit an den Rucksackgurten einen behelfsmäßigen Brustgurt an, den er mit einem Karabiner am Ende von Philipps blauer Abseil-/Selbstsicherungsreepschnur einhängt (weil deren Länge hier ideal passt; Achtung, der Hals darf durch die Träger nicht eingeengt werden).

Dies hat auch den Vorteil, dass der Körper des Verletzten bei einer Bewusstlosigkeit nicht nach hinten wegkippen kann. Auch versuchen wir während der ganzen Erstversorgung, so schonend wie möglich mit der HWS umzugehen. Klar – das Ganze ist ein Kompromiss. Weiters checken wir in A mit einem kurzen Blick in den geöffneten Mund, ob Blut, Zähne o.Ä. den Atemweg gefährden.

Mit der kurzen Frage, ob „schlucken“ geht, vergewissern wir uns, dass die Schutzreflexe funktionieren und aktuell die Atemwege als nicht gefährdet eingestuft werden können. –>HWS beachten, Atemweg derzeit frei

In B beurteilen wir kurz, ob die Atemquantität (-frequenz) und Atemqualität (-tiefe) adäquat sind. Außerdem schauen wir, ob sich der Thorax symmetrisch hebt und senkt und tiefes Ein- /Ausatmen schmerzfrei möglich ist. Hierzu kann der Thorax kurz abgetastet werden. In unserem Fall kann B als in Ordnung eingestuft werden. –>B derzeit kein Problem, genauerer Check dann später im Liegen

Abb. 10-11 Weiter nach dem ABCDE Schema. A: Walter checkt den Mundraum und ob Philipp schlucken kann – beides ist OK und die Atemwege frei (10). Die HWS behandelt er weiterhin behutsam. B: Atemquantität und -qualität werden gecheckt und der Thorax abgetastet, ob er schmerzfrei ist und sich symmetrisch hebt/senkt (11). C: Blutungsräume sind hängend kaum zu beurteilen und eine kritische Blutung ist bereits beim Ersteindruck nicht erkennbar gewesen, deswegen Haut und Recap-Zeit prüfen. D: Beurteilung nach WASB-Schema. E: Wird zweitrangig beurteilt, da A und B bzw. rasches Abseilen zu einem guten Platz Vorrang haben.

Da die Blutungsräume („Blood on the Floor and four more“: Bauch, Beine, Becken) im Hängen schwer zu beurteilen sind – außer offensichtliche kritische Blutungen (bergundsteigen #103), welche schon im Ersteindruck gecheckt wurden -, begnügen wir uns kurz mit einen Blick auf die Haut (Farbe, schwitzig) und den Check der Recap-Zeit (Nagelbettprobe: in Nagelbett gedrückter „weißer“ Fingernagel wird nach 2 Sekunden wieder rosa durchblutet > sonst Durchblutungs-/ Kreislaufproblem). –>C potentiell kritisch, da nicht vollständig gecheckt

Eine genauere Einteilung erfolgt hier mit Hilfe des WASB-Schemas:

Im Ersteindruck und während dem Hochprusiken haben wir bereits gemerkt, dass der Verletzte mit uns gesprochen hat, gefragt hat, was los ist und wer wir sind. Da er verwirrt ist – zur Person und Situation – fordern wir ihn auf, sich mit beiden Händen fest am Seil zu halten, so dass er nicht versehentlich einen „Scheiß baut“ und sich bspw. aushängt oder ausbindet.

Auch sollte ein Messer am Gurt usw. entfernt werden, da mit ungewollten bzw. unkontrollierten Handlungen gerechnet werden muss. –>D Wach, aber kritisch, da nicht orientiert und der zerstörte Helm (Dynamik), der auf ein SHT schließen lässt.

Lassen wir aus, da wir die Priorität auf ein zügiges Abseilen und A und B legen.

Abb. 12 Walter hängt seine weiß-rote Abseil-/Selbstsicherungsschlinge passend abgelängt mit dem goldenen Verschlusskarabiner in den Karabiner von Philipps rotem Tuber.

Abseilen und erneut ABCDE

Um möglichst schnell nach unten zu kommen, verwendet man in dieser Situation das Abseilgerät des Verletzten in Kombination mit der Absturzsicherung (Kurzprusik) des Retters. Am Stand (bzw. dem geeignetsten Lagerungsplatz darüber/darunter) angekommen ist das oberste Ziel, einen weiteren Absturz oder andere Gefährdungen für den Verletzten oder mich zu minimieren.

Wenn dies mit Hilfe des 10für10 gecheckt ist, beginne ich wieder mit meinem ABCDE-Schema.

In A wiederhole ich die bereits durchgeführte Prozedur und achte allem voran auf eine mögliche Verschlechterung. Da wir ein D-Problem haben, muss ich in A mit Problemen rechnen, wie z.B. Verlust von Schutzreflexen und möglicher Aspiration oder Verlegungen der Atemwege durch die Zunge und Ersticken.

Um der HWS gerecht zu werden, platziere ich die Person so achsengerecht wie möglich (Inline) oder halte nach Möglichkeit den Kopf, um Bewegungen/Manipulation zu vermeiden. Da wir nach wie vor alleine sind, ist das nicht durchgängig zu gewährleisten – wiederum ein Kompromiss.

Anm.: Sollte ich jedoch kein D–Problem feststellen oder meinen Verdacht auf eine schwere Wirbelsäulenverletzung legen, kann ich meine Priorität durchaus auf das „Festhalten“ richten und die anderen Punkte hinten anstellen. –>Wiederholte Prüfung von A OK – aber gefährdet, d.h. Fokus auf Überwachung und ggf. Plan B bereitlegen (Was ist, wenn …?)

Abb. 13-19 Abseilen & wieder ABCDE. Ziel ist, mit dem Verletzten zum besten Platz für die weitere Versorgung abzuseilen; das wird oft der nächste Abseilstand sein, kann aber auch ein Band o. Ä. darüber oder darunter sein – evtl. schnellen Triple-S-Check machen. Für das Abseilmanöver gilt es, stets den Überblick zu bewahren und ruhig und systematisch zu arbeiten. Im Zweifelsfall „Stopp“ und die nächste Aktion nochmals durchdenken. – Walter löst seinen festgefressenen Machard (13) und beginnt sich mit dem Verletzten abzuseilen (14). – Bei Problemen kann er jederzeit stoppen und hat Philipp unmittelbar vor sich (15). – An einem Band vor dem Standplatz angekommen wird Philipp behutsam abgeseilt bis er liegt (16, 17). – Dann wird er bestmöglich gelagert (18) und erneut das ABCDE-Schema durchgeführt (19).

Auch in B wiederhole ich hier die oben erwähnten Aspekte. Es bietet sich an, auch die Schultern kurz zu inspizieren, da sie neben dem Kopf stark exponiert sind. Der Thorax sollte kurz entkleidet werden (Leiberl hochschieben/daruntergreifen), um nach Verletzungen zu suchen. Den Rücken können wir in dieser Position allerdings nur schwer anschauen, daher wird dies hinten angestellt. –> B OK – aber aufgrund des D-Problems kann mit „komischen“ Atemrhythmen/- mustern gerechnet werden, ggf. sogar Atemstillstand.

Bei C kommt nun der wichtige Check der beiden Oberschenkel, des Bauches und die Beurteilung des Beckens (nicht tasten, nur Kinematik). Bei uns ist dies alles OK, da auch kein Sturz erfolgte, sondern der Stein vermutlich isoliert den Kopf traf. –> C OK.

Im Rahmen des D-Checks registrieren wir eine Verschlechterung: Der Verletzte wirkt jetzt bewusstlos und reagiert lediglich bei direkter Ansprache mit einem Öffnen der Augen. Nach der Ansprache erfolgt eine verzögerte desorientierte Äußerung. Wir checken, ob der Verletzte vierfach orientiert zu ZOPS ist und stellen ihm einfache Fragen zu:

Oft sind Verletzte zur Situation nicht orientiert (retrograde Amnesie) und fragen – auch mehrmals hintereinander: „Was ist passiert?“. Der ZOPS ist negativ und auch die Aufforderung, zwei Finger zu zeigen, kann vom Verletzten nicht mehr befolgt werden. Die Pupillen machen einen normalen Eindruck. Außerdem kommt kein Blut aus Mund, Ohr oder Nase. Ein Druck auf die Gesichts-/ Schädelknochen lässt deren Stabilität vermuten. Den Helm nehmen wir nicht ab. –>kritisches D – im Verlauf deutlich schlechter geworden, nur noch auf Ansprache erweckbar; A im WASB-Schema


Da sich im Verlauf bereits eine Verschlechterung dargestellt hat, sollte an dieser Stelle mit einem weiteren Eintrüben gerechnet werden, was direkt zu noch größeren A- und B-Problemen führen kann. Darüber hinaus kann ein Krampfanfall und/oder Erbrechen weitere Probleme bereiten. Um über genügend Handlungsfähigkeit zu verfügen, müssen wir uns darauf vorbereiten – also mit Komplikationen rechnen – und einen entsprechenden Plan zur Hand haben.

Da wir einen kritischen Verletzten haben, entschließen wir uns in E nur für den Wärmeerhalt und lassen den vollständigen bzw. restlichen Bodycheck weg.

Auf Rettung warten/vorbereiten

Anschließend setzen wir einen erneuten Notruf ab mit dem Inhalt: „Schweres D-Problem nach Steinschlag, jetzt bewusstseinsgetrübt!“ Wenn notwendig verbessern bzw. verstärken wir den Standplatz und ziehen das Seil ab. Für die anstehende (Tau-)bergung richten wir alles sauber und übersichtlich her (dazu mehr an anderer Stelle) und beginnen wieder mit dem erneuten ABCDE-Check.


Komplikationen Krampfanfall

Im Zuge der SHT Verletzung kann es als Komplikation zu einem Krampfanfall kommen. Für die Ersthelferin ist es hierbei in erster Linie wichtig, die Person vor Begleitverletzungen zu schützen (durch das unkontrollierte Bewegen von v.a. Armen und Beinen der krampfenden Person) sowie ein Abstürzen zu verhindern.

Auch bietet es sich an, A (Airway/Atemwege) zu überwachen und mittels Esmarch-Handgriff (Kopf-Kiefer- Handgriff) den Mund offen zu halten. Es soll aber während des Krampfens nicht in den Mund hineingelangt werden, noch versucht werden, die Person zu fixieren. In der Regel erfolgt eine tiefere Bewusstlosigkeit nach erfolgtem Krampfen, hierbei geht es vor allem darum, A B und C zu überwachen.

Durch den Krampfanfall kann es auch zu einem Zungenbiss kommen. Mittels einer stabilen Seitenlage (ein Helfer) sollte bei ausreichender Spontanatmung das Blut gut ablaufen können. Ideal wäre ein achsengerechter LogRoll (zwei Helfer) in Kombination mit einem Esmarch. Bei mangelndem Erfolg und als Rückfallebene –>Stabile Seitenlage.

Resümee

Die Beurteilung eines D-Problems ist immer eine Herausforderung. Die vorhandenen Daten und verfügbaren Quellen für die Einschätzung eines SHT im Rahmen der Ersten Hilfe sind überschaubar, eindeutige Kriterien bzw. Beurteilungen sind daraus mitunter schwer ableitbar.

Hinzu kommt, dass die betroffene/verletzte Person aufgrund der Verletzung u.U. renitent, mitunter aggressiv werden kann. Nicht selten kommt es dann auch zu irrationalen Handlungen. Die „take home message“ lautet daher: die Summe aller Auffälligkeiten erfassen und entsprechend rechtzeitig von einer (zeit-)kritischen Verletzung ausgehen, d.h. die Rettungskräfte alarmieren.

Zum Teil 6 der Serie Notfall Alpin: erste Hilfe Material zur Blutstillung

Zum Teil 8 der Serie Notfall Alpin: neurologisches Problem Teil 2