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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Lebensversicherung: Dynamische Kletterseile

Zu Beginn möchten wir etwas philosophisch werden und stellen die Frage: Was ist der Sinn eines Kletterseils?

Die Antwort klingt im ersten Moment einfach, ist aber komplexer als man denkt. Es gibt viele Gründe, warum wir ein Seil an den Berg mitnehmen:

Eine richtige und gute Antwort wäre also: Ein Seil sorgt dafür, dass wir gesund und sicher wieder nach Hause kommen.

Warum muss das Kletterseil dynamisch sein?

Beim Sturz in ein Seil muss das Seil die Sturzenergie des Körpers auffangen und abmildern, um die auftretenden Kräfte für den menschlichen Körper akzeptabel zu machen. Dabei ist der Sturzfaktor eine maßgebliche Größe. Der Sturzfaktor ist entscheidend für die Härte des Sturzes und errechnet sich folgendermaßen:

Errechnen des Sturzfaktors. Grafik: BEAL

Ein „klassischer“ Sturz beim Klettern findet normalerweise bei einem Sturzfaktor unter 1 statt. Ein Sturz im Faktor 1 ist für den menschlichen Körper und das Material nicht gravierend. Die auftretenden Kräfte können vom Seil gut aufgenommen werden. Je länger das ausgegebene Seil ist, desto mehr Energie kann das Seil aufnehmen. 

Ein Sturz im Faktor 1 ist für Mensch und Material nicht gravierend. Illustration: BEAL

Drastischer ist ein Sturz bei Sturzfaktor 2. Ein solcher Sturz kommt vor allem dann vor, wenn der Vorsteiger in einer Mehrseillängentour nach dem Losklettern vom Standplatz stürzt und noch keine Zwischensicherung eingehängt hat. Die Sturzhöhe ist hierbei größer ist als die ausgegebene Seillänge.

Ein Sturz mit Faktor 2 kann bei einem halbstatischen Seil große innere und äußere Verletzungen nach sich ziehen oder zu einem Versagen des Materials führen.

Sturzfaktor 2: Die Sturzhöhe ist wie hier größer als die ausgegebene Seillänge. Illustration: BEAL

Welche Kräfte auf den Körper einwirken

Beim Topropen treten im Falle eines Sturzes sehr geringe Kräfte auf. Das Seil ist durch die Umlenkung lang und man hat wenn überhaupt einen kurzen freien Fall, der Sturzfaktor ist niedrig. Die dabei auftretende Sturzenergie sind ist sehr niedrig, Messungen haben Kräfte von 0,6 bis 1,2 kN ergeben. Beim Nachstieg findet ein Sturz immer unterhalb des Standplatzes und idealerweise bei relativ straffem Seil statt.

Bei einem Sturz im Vorstieg steigert sich die Krafteinwirkung auf Seil und Körper deutlich. Das Seil ist evtl. kürzer, man befindet oft über der letzten Zwischensicherung, wodurch die Sturzhöhe zunimmt und der Sturzfaktor sich erhöht. Hier sind das Material und der Körper je nach Situation sehr hohen Belastungen ausgesetzt, Belastungen bis 4 kN sind möglich. 

Sonderfälle sind ein weiter Sturz in den Stand (siehe Illustration unten) mit sehr wenig ausgegebenem Seil. Dort können die Kräfte noch höher sein. Bis zu 7 kN sind dort möglich. Diese Kräfte muss ein dynamisches Seil auffangen können.

Man geht davon aus, dass eine Krafteinwirkung von maximal 12 kN kurzzeitig für den menschlichen Körper zu verkraften ist. Alle Werte, die darüber hinaus gehen, sind tödlich. 


Bei der ganzen Thematik darf man das Material auch nicht vergessen:  Das gilt vor allem für den Pulley Effekt. Der ist eine einfache, physikalische Formel: Wird auf der einen Seite mit einer bestimmten Kraft gezogen (Stürzender) und auf der Gegenseite mit derselben Kraft gezogen (Sichernder) kommt auf die Umlenkung die doppelte Kraft zum Tragen. Das bedeutet, dass bei einem Fangstoß von 6 kN eine Energie von 12 kN an der Zwischensicherung ankommt. Bei brüchigem Gestein, Keile und Friends kann man schnell an die Belastungsgrenze kommen.

Doppelte Krafteinwirkung durch den Pulley Effekt. Illustration: BEAL

Vorgaben der UIAA

Die Vorgaben der UIAA für dynamische Seile nach der Norm EN 892 lauten wie folgt:  Bei Tests in einer genormten Testapparatur dürfen Kletterseile beim ersten Sturz mit 80 kg und Sturzfaktor 1,77 einen Fangstoß von 12kN (Einfachseil) nicht überschreiten und müssen eine bestimmte Menge an Tests bestehen.

Die Vorgaben sind je nach Seilart unterschiedlich und hier in der Tabelle zusammengefasst:


Bei den Tests wird ein Seil mit 4,6 m Länge an einer Seite fixiert und an der anderen Seite ein Gewicht von 80 kg angebracht. Auf 2,3 m Höhe befindet sich eine Umlenkung mit einem Radius von 5mm. Das Gewicht wird schließlich auf 4,6 m Höhe gezogen und von dort fallen gelassen. Dabei werden die auftretenden Kräfte (Fangstoß) auf das Seil gemessen. Warum Sturzfaktor 1,77 und nicht 2? 1,77 sind sehr nah an der Realität, während ein Sturzfaktor 2 so gut wie nicht vorkommt.

Bei diesem ersten Sturz dürfen die 12 kN Fangstoß nicht überschritten werden. Das Seil darf sich anschließend kurz entspannen und wird nochmals getestet. Dieser Test wird so lange wiederholt, bis das Seil reißt. Die Vorgaben der UIAA schreiben bei einem Einfachseil mindestens fünf gehaltene Stürze vor.

Diese Normstürze sind extrem hart und kommen in der Realität so gut wie nicht vor. Es bedeutet also nicht, dass ein Seil nach fünf Vorstiegsstürzen ausgetauscht werden muss.  

Wie erreicht man die erforderliche Dynamik?

Ein Seil besteht aus vielen miteinander verflochtenen Garnen, wobei der Kern und der Mantel aus Polyamid 6 besteht. Bei BEAL bestehen bei allen Seilen Kern und Mantel aus 100 Prozent Polyamid. Dadurch sind alle Seile zu 100 Prozent recyclebar und leichter als Mischungen.

Die Kernstränge nehmen bei einem Sturz die Hauptlast der stattfinden Kräfte auf. Das Polyamidgarn des Kerns besitzt eine Dehnungsfähigkeit von maximal 22 Prozent bevor es reißt. Ein Polyamidgarn mit 1 m Länge kann also maximal bis 1,22 m Länge gedehnt werden. 

Wenn man aus dem Garn einen Kern herstellt, werden die Garne des Kerns in einem Winkel von 45 Grad gedreht, wodurch sich die Dehnungsfähigkeit um bis zu 40 Prozent erhöht, bevor er reißt. Diese Werte gelten für ein halbstatisches Seil. Leider kann ein halbstatisches Seil die auftretenden Kräfte für den menschlichen Körper nicht akzeptabel machen, da jedoch durch die fehlende Dehnung zwar das Seil stabil, jedoch den Fangstoß hoch ausfällt.


Damit sich der Fangstoß bei einem Sturz soweit reduziert, dass der Sturz für den menschlichen Körper akzeptabel wird, muss sich das Seil dehnen. 


Um das zu erreichen, muss man das Polyamid mit Wärme und Feuchtigkeit behandeln. Wird Polyamid warmem Wasserdampf ausgesetzt, zieht es sich etwas zusammen, verliert jedoch nicht seine maximale Dehnungsfähigkeit. Ein ein Meter langes Garn schrumpft auf ca. 80 cm, kann aber unter Belastung trotzdem wieder auf 1,22 m gedehnt werden.

Dadurch erreicht das Polyamidgarn eine Dehnbarkeit von 52 Prozent und im fertigen, gesponnenen Zustand eine Dehnung von bis zu 70 Prozent bevor es reißt. Nun erst reden wir von einem dynamischen Seil, das alle erforderlichen Werte erfüllt.

Es gibt bei dem thermischen Prozess der Behandlung der Kerne zwei unterschiedliche Techniken:

Ein dynamischeres Seil, das also einen geringeren Fangstoß aufweist, bietet Vorteile an Punkten der Sicherungskette: Der Sturz des Kletterers wird durch die höhere Dehnung weicher aufgefangen und die auf den Körper wirkenden Kräfte werden reduziert. Da sich das Seil vollständig bis zur sichernden Person dehnt, wird durch den Pulley Effekt auch die Belastung der letzten Zwischensicherung reduziert.

Konstruktionsarten von Kern-Mantel-Seilen

Der Kern trägt die Hauptlast der Energie. Der Mantel ist nur zum Schutz des Kerns da. Tests haben ergeben, dass selbst ein Seil mit defektem Mantel noch 80 Prozent der UIAA Normstürze halten kann.. Er besteht aus mehreren Garnen, die je nach Modell und Charakter unterschiedliche Durchmesser haben. Die einzelnen Garne werden zu mehreren „Kabeln“ gesponnen.

Es gibt zwei klassische Verarbeitungsweisen für den Mantel: die 2-zu-2 Technik nimmt immer zwei einzelne Fäden zusammen und webt draus ein symmetrisches Muster. Diese Technik bietet die beste Symbiose aus Dehnbarkeit, Handling und Robustheit. Diese Webart kommt in den meisten Seilen vor.

Bei der 2-zu-1 Variante, wird immer ein Faden durch zwei versetzte Fäden geflochten. Dadurch erreicht man eine größere Robustheit, aber die Dehnung des Seils nimmt etwas ab. Diese Webart eignet sich besonders gut für Seile, die eine hohe Abnutzung erfahren und bei denen maximale Dynamik nicht im Vordergrund steht. Beispielhaft hierfür sind Seile, die vor allem im Toprope in Kletterhallen benutzt werden oder sehr robuste Halbseile, wie das IceLine 8.1 mm.

Links die 2-zu-1-Technik, rechts die 2-zu-2-Technik. Foto: BEAL

Die Anzahl der verwendeten Spindeln (also die Anzahl der Fäden) für den Mantel ist ebenfalls entscheidend für die Eigenschaften des Seils. Es werden 32, 40 oder 48 Spindeln für Seile verwendet.

Wenn wir die gleiche Fadenstärke verwenden, erhöht sich der Durchmesser der Seile mit der Anzahl der Spindeln. (Bild oben) 

Nehmen wir zum Vergleich zwei Seile mit demselben Durchmesser, jedoch einer anderen Anzahl an Spindeln: Bei einem Seil mit 32 Spindeln sind die Garne dicker und der Mantelanteil erhöht sich. Dadurch sind die Seile robuster gegen Abrieb und sind im Handling etwas grober. Derselbe Seildurchmesser mit 48 Spindeln hat folglich dünnere Garne, ist weicher und flexibler, der Mantelanteil reduziert sich. Die dynamischen Eigenschaften nehmen zu.

Durchmesser & verwendete Spindeln. Grafik: BEAL

Der Durchmesser des Seils spielt natürlich auch eine wichtige Rolle. Es ist klar, dass sich die Eigenschaften im Handling und Gewicht grundsätzlich unterscheiden, je nachdem welchen Seildurchmesser man wählt. Prinzipiell ist ein dickeres Seil – ab 9.8 mm bis 10.5 mm – etwas robuster und vom Handling her eher anfängertauglich. Das dickere Seil erzeugt in den Sicherungsgeräten mehr Reibung, bremst also besser und bietet ungeübten Sichernden eine höhere Sicherheitsreserve. 

Je dünner ein Seil wird, desto mehr Erfahrung sollte der Sichernde mitbringen. 


Mit einem dünneren Seildurchmesser kann man insgesamt auch weicher sichern. Der Schlupf durch ein Sicherungsgerät ist etwas höher, wodurch der Sturz noch weicher aufgenommen werden kann. In Einzelfällen ist auch darauf achten, ob das dünne Seil mit dem verwendeten Sicherungsgerät kompatibel ist. So ist das 7.3 mm Gully nicht mit jedem Tuber verwendbar. 

Interessant ist, dass sich der Fangstoß der Seile mit steigendem Durchmesser nur geringfügig ändert. Den vermeintlich höheren Fangstoß kann man durch Anpassung der Festigkeit der Flechtung gut ausgleichen, wodurch die Anzahl der Normstürze steigt. Damit eignen sich dickeren Seile perfekt zum Ausbouldern bzw. Projektieren, wobei schließlich, wenn die Route sitzt, ein leichteres Seil für den Durchstieg verwendet werden kann.

Die Daten im Vergleich
Opera 8.5 mm: Fangstoß 7,4 kN Normstürze: 5
Top Gun II 10.5 mm: Fangstoß 7,6 kN Normstürze 11 

Es ist also für die Auswahl des richtigen Kletterseils wichtig sich über den Durchmesser (Gewicht) Gedanken zu machen, aber ebenso über die Eigenschaften des Seils wie Anzahl der Spindeln, Mantelanteil und Webart. Durch diese vielen Optionen wird es deutlich, warum Seilhersteller so ein breites Sortiment haben.

Die Behandlung des Seils

Neben den o.g. Varianten der Herstellung der Seile kommt natürlich die Ausrüstung der Seile zum Tragen. Dazu gehören Imprägnierungen oder Kern-Mantel-Verklebungen. Auch dort gibt es von Hersteller zu Hersteller unterschiedliche Varianten, auf die ich nicht alle eingehen kann. Deshalb hier die Ausstattungen bei Béal Seilen:

Bei der Kern-Mantel-Verklebung Unicore wird beim Flechten des Mantels ein Klebestreifen zwischen Kern und Mantel gelegt. Das Seil wird kurz mit einer Infrarotlampe erhitzt (Thermofluid) und dadurch verbindet sich der Kleber mit Kern und Mantel. Die Technik hat viele Vorteile für den Nutzer: Bei einem normalen Seil ohne Verklebung ist der Mantel beweglich und kann bei einem Schaden abrutschen. Das hat eine Blockade im Sicherungsgerät oder im schlimmsten Fall einen Absturz zur Folge. Durch die Verklebung kann der Mantel nicht abrutschen, er hält auch bei komplett durchtrenntem Mantel ein Gewicht von über 80 kg ohne abzurutschen. Zusätzlich nimmt das Seil auch weniger Schmutz auf und hält länger seine Spannung, was das Seil länger verwendbar macht.

Diese Bearbeitung ist einzigartig und auch früher als Mantelimprägnierung bekannt gewesen. Bei diesem Verfahren werden die Garne des Mantels beim Färben mit einer Imprägnierung versehen und thermisch fixiert. Dadurch ist die Imprägnierung wie die Farbe tief in den Fasern und kann nicht mehr entweichen. So lange das Seil seine Farbe hat, ist es auch imprägniert. Diese Imprägnierung stärkt die Struktur des Materials und sorgt dadurch für bessere Abriebwerte. Auch hier gelangt weniger Schmutz in das Seil, was die Langlebigkeit erheblich erhöht. Seile mit Mantelimprägnierung nehmen immer noch bis zu 35% Feuchtigkeit auf (ein nicht behandeltes Seil bis zu 50 Prozent). Dadurch sind sie nicht wasserfest, aber günstiger als vollimprägnierte Seile und eignen sich hervorragend zum Sportklettern.

Auch wenn es morgens etwas klamm am Felsen ist, kann man DRY Cover Seile sehr gut verwenden.


Bei der Golden Dry Behandlung wird neben der DRY Cover Behandlung der Kern zusätzlich imprägniert. Dadurch kann das Seil unter zwei Prozent Wasser aufnehmen und unterschreitet die UIAA Norm für wasserfeste Seile deutlich. Sie sind also für alle alpinen Spielarten erste Wahl und glänzen mit einer großen Robustheit.

Tipps & Tricks: dynamische Produkte zum Klettern

An Standplätzen kann die Verwendung von dynamischen Standplatzschlingen viele Vorteile bringen. Nicht umsonst wird bei Mehrseillängentouren das Kletterseil als Standplatzschlinge verwendet. Geht mal etwas schief kann man immer noch auf die Dynamik des Seils vertrauen.Verwendet man als Standplatzschlinge und zum Abseilen eine klassische Bandschlinge, landet man im Sturzfall mit Pech sehr hart in seinem Gurt. Tests haben ergeben, dass bei einem harten Sturz die Anbindeschlaufe der Klettergurte reißen kann (z.B. siehe bergundsteigen-Artikel zu Seilrissen).

Am Standplatz ist eine Verwendung einer dynamischen Schlinge von Vorteil und bietet erheblich mehr Sicherheit und Komfort.


Beide Produkttypen bestehen ebenfalls einen Sturz mit Faktor 2 für dynamische Seile während eine einfache Bandschlinge bei einem Normsturz reißen kann.  

Fazit

Ein Kletterseil ist nicht nur ein lästiges Beiwerk. Es ist Begleiter und Lebensversicherung gleichzeitig. Es ist hochtechnisch und in der Herstellung sehr kompliziert. Deshalb ist die Wahl des richtigen Kletterseils und die regelmäßige Prüfung ein wichtiger Teil des Klettersports. Man kann mit jedem Seil klettern gehen, aber das richtige Seil kann den Unterschied ausmachen.

Die Herstellung dynamischer Kletterseile: hochtechnisch und kompliziert. Foto: BEAL

Text, Bilder und Grafiken: BEAL