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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Overtourism an den höchsten Bergen Ost-Asiens

Die höchsten Gipfel Ost-Asiens erfreuen sich einer unglaublichen Beliebtheit. Dies führte dazu, dass am Hallasan (1950 m)  und am Fuji (3776 m) ein Online-Ticketing für Gipfel-Permits eingeführt wurde und parallel dazu ein straffes Kontrollsystem, welches den Zustieg nur zu bestimmten Zeiten erlaubt. Am Yu Shan (3952 m) in Taiwan gilt schon länger ein rigides Zutritts-Regime aus Sicherheitsgründen.

Bergsteigen und Wandern in Südkorea und Japan

In Südkorea gilt Wandern und Bergsteigen als Nationalsport. Wobei der Begriff Bergsteigen (Mountain Climbing) eher als Wandern in unserem Sinne verstanden wird. Der Großteil Koreas ist stark bewaldet, es sind schroffe Hügellandschaften unter 2000 Metern Höhe. Der höchste Berg auf dem koreanischen Festland ist der Jirisan mit 1915 Metern. Der Hallasan ist mit 1950 Metern ebenfalls nicht all zu hoch, doch kommt hier der Begriff „Meter über Meer“ voll zum tragen. Als freistehender Vulkan auf der im Ostchinesischen Meer liegenden Insel Jeju ist er sehr exponiert in Bezug auf Wind und Wetter.

Japan verfügt mit den Japanischen Alpen auf der Hauptinsel Honshu hingegen über ein Gebirge mit Gipfeln über 3000 Meter. Der Kita-dake (3193m) als höchster Berg der Japanischen Alpen und als zweithöchster Gipfel Japans ist südlich von Nagano gelegen. Die Waldgrenze befindet sich auf etwa 2300 Metern, und auch Japan ist sehr stark und dicht bewaldet. Der Fuji als höchster Berg Japans mit 3776 Metern Höhe liegt hingegen ausserhalb der Japanischen Alpen, freistehend, rund 120 km westlich von Tokyo. 

Südkorea: Bambusholztreppen und Stahlseile

Da Seoul von Hügeln und Nationalparks umgeben ist, gibt es rund um Seoul eine große Anzahl von einfach zugänglichen Wandergebieten. Der Anblick von perfekt ausgerüsteten Wandergruppen in der U-Bahn ist also nichts Besonderes. Insgesamt sind die Wege beinahe übertrieben gut ausgeschildert, zudem wird mehrfach auf Weg-Sperrungen, Steinschlag oder andere Gefahren hingewiesen. Die allermeisten Wege sind sehr einfach, auf SAC T1/T2/T3 Niveau. Doch gibt es zum Beispiel auf den Gwanaksan im Süden Seouls einen direkten Weg, bei dem mehrere Steilstellen erkraxelt werden müssen und auch mit Fixseilen ausgestattet sind.

Solche schwereren Stellen bieten aber immer eine top-gesicherte Umgehung. Exponierte Stellen wie der Zugang zum Gipfel des Bukhansan, dem höchsten Berg im Gebiet von Seoul, sind äußerst großzügig mit Stahlseilen abgesichert. Diese Wanderungen sind besonders an Wochenenden und Feiertagen sehr beliebt, sodass es an den Engstellen zu langen Wartezeiten kommen kann. 

Zahlreiche Stahlseile am Bukhansan

Eine interessante Sonderart der Wanderwege in Korea sind die Treppen: Sehr häufig werden viel begangene oder potentiell gefährliche Abschnitte, wie zum Beispiel ein Aufstieg auf einen Felskopf, durch eine lange Bambusholz-Treppenkonstruktion entschärft. Eine weitere Eigenart der Wanderwege Koreas ist es, dass Abschnitte, welche zum Beispiel einer Teerstraße folgen, mit Bambus-Faser-Matten ausgelegt sind, was sehr gelenkschonend ist.

Das Rettungswesen wird in den Nationalparks durch die Park-Ranger organisiert. Diese sind im Nationalpark an strategisch wichtigen Stellen positioniert und dadurch schnell bei den Patientinnen und Patienten. Da der Wald dicht ist, sind in regelmäßigen Abständen Lichtungen geschlagen, an welchen Rettungen per Seilwinde durchgeführt werden können. Alarmiert wird über die Telefonnummer 119, der Feuerwehr-Notrufnummer.

Windenrettung im Bukhansan-Nationalpark. Da der Wald zu dicht ist, gibt es nur stellenweise gerodete Plätze für eine Seilwinden-Rettung.

Hallasan: Ziel für Bergsteiger und Ausflügler

Der Hallasan befindet sich nicht auf dem Festland, sondern auf der im gelben Meer liegenden Vulkaninsel Jeju. Die Insel gilt als ideale Destination für ein verlängertes Wochenende oder Flitterwochen am Meer, mit Direktflügen ab Seoul im Viertelstundentakt. Für viele der Besucherinnen und Besuchern gehört eine Besteigung des Hallasan zum Besuch Jejus dazu. Dies bedeutet, dass auch viele eher unsportliche Personen die Wanderung auf den Hallasan machen, ohne Training oder der nötigen Kondition.

Der Hallasan kann das ganze Jahr über bestiegen werden, im Winter liegt oft Schnee. Normalerweise wird er als Überschreitung begangen. Dabei wird für den Aufstieg der Seongpanak Trail gewählt, der flacher, über 1200 Höhenmeter hinaufführt. Der Abstieg erfolgt über den Gwaneumsa-Trail über 1400 Höhenmeter. Insgesamt sind dabei fast 20 Kilometer Strecke zu bewältigen. Da das gesamte Gebiet ein Nationalpark ist, und abgesehen vom Weg selber ein undurchdringlicher Wald wächst, ist es ausschließlich über diese Wege möglich auf- und abzusteigen. Die Wanderung ist im Bereich SAC T2 anzusiedeln. Entweder führt er über Lavagestein oder über Bambus-Treppen mit Geländern. Vor allem der Abstieg über den Gwaneumsa-Trail geht mit unzähligen Treppenstufen auch sportlichen Berggängern arg in die Knie.

Alle, die den Hallasan besteigen möchten, müssen sich auf der, auch englischsprachigen, Website des Nationalparks registrieren, wobei maximal 4 Gipfel-Permits pro Person kostenlos gebucht werden können. Die Website bietet alle wichtigen Informationen zum Hallasan. Dadurch können die Gäste sich bereits im Vorfeld über die Anforderungen und die Wege informieren. Zudem wird auf verschiedene Problemfaktoren des Overtourism, wie zum Beispiel die Parkplatz-Situation hingewiesen. Um zu verhindern, dass auf Vorrat reserviert wird, gibt es folgende Regeln

Durch die exponierte Lage herrschen auf dem Gipfel oft sehr starke Winde vor, und es können schnell entwickelnde Gewitter auftreten. Auf dies wird ebenfalls von Seiten des Nationalparks hingewiesen.

Für den Seongpanak-Trail, den Standard-Zustieg, bestehen Zeitfenster welche den Zugang zum Trail regeln: von 05:00 Uhr bis 08:00 Uhr sind 800 Permits vorhanden, für das Zeitfenster von 08:00 bis 10:00 gibt es weitere 150 Permits und von 10:00 bis 12:30 weitere 50 Permits. Für den Start am wesentlich anstrengenderen Gwaneumsa Trail (1400 Höhenmeter) bestehen dieselben Zeitfenster, aber mit nur 400 Permits für die Frühaufsteherinnen und Frühaufsteher, 75 Permits ab 8 Uhr, und nur 25 für diejenigen, die erst nach 10 Uhr starten möchten. Das bedeutet, dass für die Hauptferienzeiten, sowie die Wochenenden einiges im Voraus reserviert werden muss.

Anstehen fürs Gipfel-Selfie.

Am Drehkreuz am Start des Wanderwegs muss die Permit-Reservation sowie der Reisepass oder ein Foto davon vorgezeigt werden. Der Wald ist derart dicht, dass das Drehkreuz zu umgehen fast nicht möglich ist. Auf einer Höhe von 1500 Metern gibt es eine Schutzhütte und einen Standort der Bergrettung. 

Das dort befindliche Gate muss bis um 13 Uhr durchschritten werden, danach ist der Zustieg zum Gipfel verboten.


Von diesem Rangerposten aus steigt um 13 Uhr ein Ranger auf den Gipfel und drängt alle Wandererinnen und Wanderer zum Aufstieg, und ab 14:30 Uhr vom Gipfel her zum Abstieg. Analog einer Pistenschlusskontrolle begleitet er die letzten Gäste und stellt sicher, dass sich danach keine Personen mehr auf dem Berg befinden.

Da die Waldgrenze bei rund 1700 Meter liegt, und der Wald dermaßen dicht ist, dass eine Rettung per Helikopter praktisch unmöglich ist, führt bei beiden Trails eine Garaventa Monorack Bahn parallel zum Weg bis zu den Schutzhütten auf 1500 Meter. Auf dieser können Patienten und Patientinnen liegend abtransportiert werden, allerdings in bescheidenem Tempo. Zudem wird die Bahn für den Unterhalt des Weges genutzt. 

Monorack-Bahn mit Kabine und Anhänger für den liegenden Patienten-Transport. Foto: Nicolas Buechi

Klettern in Südkorea & Japan

Südkorea verfügt gemäß thecrag.com über rund 3100 Sportkletter-Routen. In der unmittelbaren Umgebung von Seoul befinden sich einige sehr ansprechende Granit-Felswände. So ist zum Beispiel der Insubong im Bukhansan Nationalpark, von der Form und Art her ähnlich dem El Capitan, einfach nur mit einer Wandhöhe von rund 200 Metern. Über das ganze Land verteilt gibt es ansprechende Granitklettereien in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. 

In Japan gibt es gemäss thecrag.com nur rund 2200 Routen (Im Vergleich, der Kanton Tessin verfügt gemäss thecrag.com über 7000 Routen). Der Grossteil der Routen liegt in den südlichen Japanischen Alpen, meistens im Kalkstein. Abgesehen davon gibt es noch wenige Klettergebiete rund um Tokyo. 

Overtourism und der Andrang auf den Fuji

Wer an Japan denkt, hat schnell einmal ein Bild des Fuji vor Augen. Als fast perfekte, freistehende Vulkan-Pyramide, den Großteil des Jahres mit schöner Schneekrone, ist er visuell extrem ansprechend und dadurch auch sehr „instagrammable“. Als Ausgangsort für eine Besteigung des Fuji dient meist der Ort Fujikawaguchiko. Aber auch für alle, die nur ein Bild des Fuji ergattern möchten, ist Fujikawaguchiko erste Wahl. Ein Bild des Fuji mit dem Supermarkt „Lawson“ im Vordergrund ist ein klassisches Instagram-Motiv, für welches viele Leute gezielt anreisen. Die Verschmelzung dieser zwei visuellen Ikonen Japans führt aber zu einem übergroßen Andrang. Der Gehweg vor dem Supermarkt war versperrt mit Leuten aus aller Welt, die den perfekten Schnappschuss suchten. Dies selbst im Sommer, wenn die Sicht auf den Fuji wegen Wolken sehr eingeschränkt sein kann. 

So in etwa sieht das beliebte Insta-Motiv aus; aufgenommen aus dem Ortsbus. Foto: Nicolas Buechi

Die Gemeinde sah sich deshalb gezwungen, Sichtschutz-Netze zu installieren. Der Ansturm wurde so groß, dass die Supermarkt-Filiale Reisecar-Anbieter bitten musste, den Besuch des „Kawaguchiko-Lawson“ nicht mehr ins Programm ihrer touristischen Sightseeing Fahrten zu nehmen, da die häufigen Busse den normalen Betrieb der Filiale komplett überforderten. Neben diesem enormen Andrang im Tal, besteigen rund 300’000 Personen den Fuji jährlich. Für viele Japanerinnen und Japaner gehört es sich, einmal im Leben den Sonnenaufgang auf dem den Fuji gesehen zu haben.

Zum Gipfelkrater des Fuji auf rund 3750 Metern Höhe führen vier verschiedene Wege. Keiner von ihnen ist alpinistisch besonders herausfordernd (SAC T3). Dennoch müssen zwischen 1500 Höhenmeter und 2400 Höhenmeter zurückgelegt werden. Der Weg führt meist über Vulkangestein und Schotter, mit einzelnen Steinstufen und wenigen Partien, wo man auch kurz die Hände gebrauchen kann. Am beliebtesten ist der Yoshida-Trail, da dieser am besten erschlossen ist, nur knapp 1500 Höhenmeter benötigt und von Fujikawaguchiko her leicht erreichbar ist. Der Weg ist jeweils links und rechts mit einer Schnur gegen das freie Gelände hin markiert. Der Aufstieg folgt dem klassischen, altehrwürdigen Pfad, wobei der Abstieg über einen breiten, in den lockeren Vulkan-Schotter gegrabenen Weg erfolgt. Dies verhindert vor allem einen Stau, wenn die Bergsteigerinnen und Bergsteiger, welche den Sonnenaufgang betrachtet haben, sich zum Abstieg bereit machen, währenddessen die ersten der Ein-Tages-Besteiger am frühen Morgen ankommen.

Beliebtes Ziel: Der Fuji

Viele Japanreisende aber auch Einheimische verfügen kaum über die nötige Ausrüstung. Hierfür gibt es mehrere Anbieter von kompletten Wandersets. Bereits in Tokyo gibt es Vermieter von Wanderschuhen, Stöcken, Socken, Gamaschen, Mützen, Pullover, Gore-Tex-Jacken und Regenhosen zu erschwinglichen Preisen. Ein interessantes Detail: als freundlicher Kundenservice werden nur die effektiven Nutzungstage verrechnet bei einer Rückgabefrist von sieben Tagen.

Übersicht über ein Mietgeschäft. Foto: Nicolas Buechi

Häufig wird der Fuji in zwei Tagen bestiegen. So gibt es bei jedem Trail mehrere Berghütten, in denen übernachtet werden kann. Allerdings sind diese vom Komfort her noch bescheidener als die meisten Berghütten in den Alpen. Meist wird am Nachmittag bis zur Hütte aufgestiegen, nach einer kurzen Nacht geht es weiter, sodass der Sonnenaufgang vom Gipfel aus betrachtet werden kann. Die Besteigung ist aber auch in nur einem Tag sehr gut machbar.

Bei allen Hütten können Snacks, Getränke und Fertig-Nudelsuppen erworben werden, bei den oberen Hütten auch Sauerstoff aus der Dose. 


Für die Versorgung der Hütten, die Logistik ist bei der hohen Anzahl an Bergsteigerinnen und Bergsteigern enorm, wurde eine Bulldozer-Piste angelegt. Auf dieser Piste verkehren auch Rettungs-Bulldozer, welche bei jedem Wetter eingesetzt werden können. Für Erschöpfte ist es auch möglich, beim Abstieg bei rund 2600 Metern Pferde zu mieten, und bis zum Trail Beginn auf rund 2300 Metern zu reiten. 

Die Gipfelhütte am Fuji.

Nach Auskunft der Präfektur Shizuoka, die für einen Teil der Fuji-Trails zuständig ist, wurden die Gipfel-Permits in diesem Jahr unter anderem eingeführt, weil die Verschmutzung und rücksichtsloses Verhalten überhandgenommen hatten. Außerdem waren während des Sonnenaufgangs so viele Gäste auf dem Gipfel, dass es zu einem Gedränge kam, das nun vermieden werden soll. Der Hauptgrund für die Einführung der Gipfel-Permits war aber, dass man dadurch hofft, die Fuji-Besteigerinnen und Besteiger vermehrt zu sensibilisieren und grundlegende Verhaltensweisen im Gebirge zu vermitteln.

Die Nacht durch wandern, um bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu stehen wird Bullet Climbing genannt und möchte von der Regierung aus Sicherheitsgründen verhindert werden. Foto: Nicolas Buechi

Die offizielle Saison für die Besteigung des Fuji ist nur vom 1. Juli bis zum 10. September. Danach sind die Trails und die Berghütten offiziell geschlossen wobei er auch im Winter mit Tourenski bestiegen wird. Schneebedeckt ist der Fuji von Oktober bis Juni. Da das Zeitfenster für eine mögliche Besteigung dementsprechend klein ist, der Andrang aber riesig, wurde auf dem beliebten Yoshida-Trail daher analog zum Hallasan ein Online-Reservierungssystem eingeführt. Pro Tag sind daher nur noch 4000 Tickets erhältlich. In der Sommersaison 2024 wurden die 4000 Tickets pro Tag aber nie ausgeschöpft. Rekordtag war der 11. August mit 3260 vergebenen Permits, der offizielle japanische Tag des Berges. Durch die Einführung der Beschränkungen konnte die Zahl der „Bullet-Climber“ stark in dieser Saison reduziert werden: Mit diesem Begriff werden Personen bezeichnet, die die Nacht durchwandern, um direkt zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu stehen. Insgesamt sind die Behörden zufrieden mit der Maßnahme, die Gäste kämen vorbereiteter und vor allem für Ausländerinnen und Ausländer sei die Organisation einer Besteigung einfacher geworden.

Im Gegensatz zum Hallasan ist das Ticket nicht kostenlos. Pro Person werden 2000 Yen Gebühr fällig, zudem wird man aufgefordert, die Erhaltung der Wege und des Rettungswesen mit einer freiwilligen Spende von 1000 Yen zu unterstützen, umgerechnet sind dies zusammen rund 20 Euro. Von den 4000 täglichen Gipfelpermits sind nur 3000 online erhältlich, 1000 können direkt am Zugangs-Gate gekauft werden. Pro Person können online bis zu 100 Tickets erstanden werden – dies ist für allem für die vielen Anbieter geführter Touren praktisch. Am Gate muss das Online-Ticket vorgewiesen werden, und es wird in einen „Festival-Bändel“ umgetauscht, welcher gut sichtbar am Rucksack befestigt werden muss. 

Die offizielle Website des Fuji listet übersichtlich alle nötigen Informationen für Gäste auf. Hier wird vor allem auf Warnungen zum Wetter, zur vulkanischen Aktivität, zur Erdbebensituation und zum Wanderweg-Zustand gesetzt. 

Die Portale an den Trail Zugängen sind von 16 Uhr bis morgens um 3 geschlossen. Nur Besteigerinnen und Besteiger mit einer Hüttenreservation dürfen nach 16 Uhr noch die Gates passieren. Die Regierung möchte Nachtbesteigungen – das Bullet Climbing – unter allen Umständen verhindern. Neben allen Schwierigkeiten, die wandern in der Nacht mit sich bringt, ist vor allem das Thema des zu schnellen Aufsteigens ein Problem und der damit verbundenen größeren Chance der akut auftretenden Höhenkrankheit. Die allermeisten Gäste reisen direkt mit Express-Bussen aus Tokyo (Meereshöhe) zum Start auf 2300 Metern Höhe an. Unakklimatisiert wird mit dem Aufstieg begonnen. Da es ab 2500 Metern bereits zu ersten Fällen von Höhenkrankheit kommen kann, führt dies zu einer dementsprechenden Anzahl an Notfällen. Das Rettungswesen ist daher gut ausgebaut und leistungsfähig. Ranger-Posten mit ausgebildetem Personal findet sich bei den Hütten auf 2600 und 2800 Metern. Auf 3100 Metern – die letzte Hütte vor dem Gipfel – ist auch ein Arzt. 

Ein Ranger mit einem Rettungsbulldozer auf dem Weg zu einem Einsatz.

Neben der Höhenkrankheit ist die Unterkühlungs-Thematik ebenfalls von großer Bedeutung. In Tokyo können schwül-heisse 35 Grad herrschen, auf dem Gipfel vor allem in den frühen Morgenstunden aber Minusgrade und stürmischer Wind. Da der Fuji absolut freistehend ist, sind Gewitter im Sommer ein fast tägliches Problem. Der Berg bietet aber kaum natürlichen Schutz durch Schluchten oder große Felsen.

In den ersten Tagen der Saison 2024 kam es bereits zu drei Todesfällen durch Kreislauf-Probleme und Abstürze. Im Schnitt gibt es am Fuji rund 10 Todesfälle pro Sommer, dazu kommen rund 100 Verletzte und Suchaktionen. Nochmals etwa 10 Todesfälle gibt es außerhalb der kurzen Sommersaison. 70 Prozent der Unfälle ereignen sich aufgrund Stürzen, Unterkühlung und Höhenkrankheit. Insgesamt stiegen die Unfallzahlen am Fuji im Vergleich zu Vor-Corona um 20 Prozent.

Unfallstatistik am Fuji

Wintersport in Korea und Japan

Südkorea verfügt über 19 Skigebiete, Pyeongchang ganz im Norden war Austragungsort der olympischen Winterspiele 2018. Die Winter in Korea sind zwar sehr kalt, aber auch sehr trocken, mit nur 20 mm Niederschlag im Januar. Die Skigebiete sind somit auf eine künstliche Beschneiung angewiesen. Die Hügellandschaften Koreas sind für Skitouren oder Backcountry-Freeriden zu stark bewaldet, sodass dies nur höchst marginal stattfindet.

Japan hingegen ist nur zu Recht als Powder-Paradise bekannt. Hokkaido profitiert von regelmässigen Sturmsystemen und dementsprechend mehreren Metern Schneefall pro Winter. In den bekanntesten Resorts Hokkaidos Niseko, Furano, Kiroro und Tomamu ist das Gelände sehr lieblich und durch den offenen Wald relativ lawinensicher zu befahren. Die Region um den Daisetsuzan-Nationalpark ist mit zwei Seilbahnen beim Asahi-dake und in Kurodake erschlossen und bietet sich, da es oberhalb der Waldgrenze von etwa 1500 Metern zugänglich ist,  als Skitourenregion an. Daneben gibt es weitere Skitourenklassiker wie den Yotei oder den Tarumae. 

In den Japanischen Alpen hingegen, lässt sich ernsthaftes alpines Gelände mit den damit einhergehenden alpinen Gefahren finden. In den bekannten Gebieten rund um Nagano und Hakuba findet man alles, was sich im Bereich Freeriden und Skitouren wünschen lässt. Daneben gibt es aber noch eine Vielzahl versteckter Perlen wie Tanigawadake oder Naeba-Tashiro, meist nur durch eine einzige Liftanlage erschlossen, welche perfektes kombiniertes Gelände bieten.

Die Situation in Taiwan am Yu Shan (Mount Jade)

Die Situation in Taiwan ist eine gänzlich andere als in Japan und Korea. Taiwan verfügt über 300 Gipfel über 3000 Meter Höhe. Der höchste Berg Yu Shan (Mount Jade) ist beachtliche 3952 Meter hoch. Im Vergleich zum Fuji oder dem Hallasan ist er schwerer erreichbar und auch einiges anspruchsvoller (SAC T4) zu besteigen. Für den Aufstieg werden meist zwei Tage benötigt, da 1700 Höhenmeter bewältigt werden müssen. Ohne Guide ist die Organisation der Anreise, der Hüttenübernachtung, einer Bewilligung der Polizei und dem Peak-Permit vor allem für Ausländerinnen und Ausländer kompliziert.

Die Beschränkungen für die Gipfel-Permits bestehen gemäß Aussage des Yu Shan-Nationalparks vor allem aus Sicherheitsgründen. Es soll verhindert werden, dass Unerfahrene sich im Hochgebirge in Gefahr bringen. Um ein Permit zu erhalten muss eine Passkopie eingereicht werden.

Der Nationalpark reguliert die Permits sehr stark, und verunmöglicht daher einen Ansturm wie beim Fuji. Für die meisten hohen Gipfel in Taiwan kann 60 Tage im Voraus ein Permit angefragt werden, welche dann über ein „first come-first serve“-System kostenlos vergeben wird. Für den beliebten Yu Shan werden 116 Plätze verlost, 60 zusätzliche Plätze stehen für Bergsteigerinnen und Bergsteiger reserviert, die den Yu Shan in einem Tag besteigen möchten. Laut den Bergführern von „Taiwan Adventures“ ist es für Wochenenden und kurzfristiger als 30 Tage praktisch unmöglich, eine Bewilligung zu erhalten. Für Ausländerinnen und Ausländer stehen täglich 24 Bewilligungen zur Verfügung, welche verlost werden, auch für diese wird empfohlen, sich mindestens zwei Monate im Voraus zu bewerben, idealerweise aber vier Monate, wenn die Bewerbungsfrist beginnt. Diese 24 sind Teil der Total 116 Permits.

Für eine Winterbesteigung – der Yu Shan ist im Winter schneebedeckt – braucht es ein spezielles taiwanesisches „Snow Training Certificate“ und einen Foto-Beweis für jedes Mitglied der Gruppe, dass zuvor bereits einen anerkannten 3000er im Schnee in einer mehrtägigen Tour bestiegen wurde.

Der Fels ist meist brüchig. Foto: Ross Tweedie

Ebenfalls wichtig für die restriktive Vergabepraxis ist, dass die nötige Berghütte im Aufstieg zum Yu Shan nur über 116 Schlafplätze verfügt. Die Hütten sind meist gratis und mit sehr begrenztem Komfort. Zelten ist grundsätzlich verboten, außer in wenigen, auch online buchbaren, Zeltplätzen.

Hat man dann schlussendlich eine Peak-Permit erhalten, so ist keine Änderung des Datums oder Gipfels möglich. Dadurch ist man dem Wetter gegenüber sehr unflexibel. Durch die Lage Taiwans als Insel im Chinesischen Meer und die Höhe von fast 4000 Metern Höhe ist der Yu Shan wie der Fuji und dem Hallasan dem Wetter stark ausgesetzt. Im Sommerhalbjahr sind neben Gewittern auch mehrere Typhoons ein Problem, welche die Besteigung für ein längeres Zeitfenster unmöglich machen können.

Das Rettungswesen wird durch die Ranger des Nationalparks durchgeführt. Helikopterrettungen sind weniger häufig, meist wird terrestrisch geborgen, was konkret vielfach bedeutet, dass die verletzte Person herausgetragen wird.

Fazit und Rückschlüsse für die Alpen

Nachdem es im Sommer 2022 kurz nacheinander beim Äscher im Alpsteingebiet zu fünf tödlichen Unfällen kam, wird auch in den Alpen abgewägt, ob bauliche Maßnahmen auf extrem beliebten Wanderwegen nötig sind. Das System Südkoreas der Entschärfung gefährlicher Passagen durch massive Treppenbauten ist effektiv, stellt aber einen starken Eingriff in die Landschaft dar. Es wird sich zeigen, ob erweiterte bauliche Maßnahmen auch bei uns im Alpenraum Akzeptanz finden.

Overtourism im Alpenraum ist bereits ein Thema. Es tritt momentan hauptsächlich in den Tälern und an den Seen auf, könnte sich aber vermehrt zu den Gipfeln hin verlagern. Aktuell diskutierte Maßnahmen zielen vor allem auf eine finanzielle Hürde: Zermatt erwägt die Einführung einer „Eintrittsgebühr“ von 12 Franken, für einen bekannten Insta-Spot des Brienzersees muss ein Drehkreuz für 5 Franken Gebühr passiert werden. Da aber der angereiste Gast bereits mehrere Hundert bis Tausend Euro in die Reise investiert hat, ist es fraglich, ob dies wirklich zu einer Besucherlenkung führt.


Im Gebirge gibt es glücklicherweise oft eine automatische Limitierung durch begrenzte Schlafplätze in Hütten oder durch die Erreichbarkeit durch Bergbahnen. Beispiele, bei denen kleine Bahnen, Seen oder Berghütten überrannt werden gibt es Zuhauf. Overtourism führt zu Konflikten, wie auch das kürzlich erschienene Interview mit der Hüttenwartin der Muttseehütte zeigt. Die Ansprüche der Gäste seien zu hoch geworden, der Berg diene nur noch als Instagram-Kulisse. Hier wäre der Ansatz Japans für den Fuji, sprich einer vorgängigen Registrierung und damit verbunden einer Sensibilisierung, ein möglicherweise sinnvoller Ansatz. Auch die Thematik, dass viele mit falscher Ausrüstung in die Berge gehen, flammt regelmäßig auf. Hier könnte ein Ansatz ähnlich dem Japans, mit Sensibilisierung und Information, wirkungsvoll sein.

Die Diskussion, wie mit Overtourism im Gebirge umgegangen werden soll, und welche Handlungen zur Besucherlenkung sinnvoll, nachhaltig und zielführend sind, hat wohl erst gerade begonnen. Gerade ein Blick nach Ost-Asien kann uns zeigen, dass es gute Lösungsansätze gibt.

Herzlichen Dank für die Unterstützung bei der Recherche: Anja Bachmann (Südkorea, Japan), Patrick Woodtli (Japan) und Ross Tweedie/Taiwan Adventures (Taiwan).

Nützliche Anlaufstellen, Informationen und Links

HALLASAN

FUJI

YU SHAN (MOUNT JADE)