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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Skitour: Die Kunst der guten Aufstiegsspur

Wir spulen mal eben zurück: Bis weit nach der Jahrtausendwende waren Skitourengeher wohl das, was der WWF als schützenswerte Artgenossen betrachten würde. Traf man Freunde, die wenig mit Bergen am Hut hatten, war es durchaus erklärungsbedürftig, was man denn da genau tat. Also wo rauf, wie rauf, wie runter und warum überhaupt? Dass man das auch noch als Urlaub machte oder gar den ganzen Winter über, wurde oft mit einem zwischen Bewunderung und Unverständnis schwebenden: „Du bist ja krass“ kommentiert.

Aufstiegs- und Abfahrtsspuren einer Skitour am Pass di Cascia Dur, Bergell

„Krass“ war damals also schon, überhaupt selbst raufzugehen, „krass“ waren demnach auch Skitouren im Langen Grund in den Kitzbüheler Alpen, Klassiker im Sellrain oder eben „superkrass“ alles, was sich dann in tatsächlich noch alpineren Gegenden abspielte. In seltenen Fällen gesellte sich der ein oder andere versierte Alpinskifahrer, der keinen Bock mehr auf Piste hatte, dazu – in der Summe blieb das Thema aber klein.

Wir setzen noch eins drauf: Ich erinnere mich an die Bilder aus dem Haute-Route-(Achtung!)-Dia-Vortrag meines Vaters. Der hatte in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren das Thema Skitour und speziell Skidurchquerungen mit großer Passion betrieben. Skitourengeher waren in den 70er- und 80er-Jahren noch fast so selten wie Marsmännchen.

Skitourenbekleidung der damaligen Zeit wäre heute der Knüller auf jeder Faschingsparty, damalige Ski würden für 80 % der heutigen User als unfahrbar gelten, Bindungen von damals … okay, lassen wir das. Jedenfalls war die Haute Route von Chamonix nach Zermatt oder besser noch bis Saas Fee ein extremes Abenteuer, das nur wenigen vorbehalten war und das nur eine kleine Anzahl an Protagonisten überhaupt auf ihrer „Bucketlist“ – Moment, das Wort gab’s damals auch noch nicht –, also auf ihrem Wunschzettel hatten.

Das alles liegt weit zurück, die Zeiten haben sich geändert. Das kann man toll finden oder auch weniger toll. Fakt ist, dass seit gut zehn Jahren Bewegung drin ist im Thema Skitourengehen. Die Gründe dafür dürften sehr unterschiedlich sein. Spätestens seitdem Massen-Skitourismus kritisch gesehen wird und viele sich mit Grauen vom sogenannten Skizirkus abwenden, wurde Skitourengehen eine neue Heimat für zahlreiche leidenschaftliche Wintersportler.

Klimawandel, „go green“, „ecological footprint“ und ein neues Bewusstsein für Nachhaltigkeit dürften unter vielen weiteren guten Gründen eine große Rolle gespielt haben. Ganz zu schweigen davon, dass der klassische Winterurlaub mit Skifahren für die ganze Familie für viele nicht mehr leistbar ist. Auch die Industrie und zum Teil der professionelle Tourismus witterten damals das Potenzial im Segment Skitourengehen.

Man diversifizierte das Ganze über die Jahre noch in Pistenskitourengeher, Freerider, Normalo-Skitourengeher, ambitionierter aufstiegsorientierter Skitourengeher, Skitourenrennläufer, ambitionierter abfahrtsorientierter Skitourengeher oder das vielsagende Hybrid Skimountaineerer (#skimo) oder mit etwas Freeride-Beigabe Freeskier. Schnauf. Ich weiß zwar jetzt nicht mehr genau, was ich bin, aber das ist gut so ;-). In jedem Fall „identitätsstiftend“ das Ganze.

Apropos Identität: Da kommen mir die Worte meines Vaters in den Kopf, der uns einbläute, die Aufstiegsspur sei „die Visitenkarte“ des Skitourengehers. Gleichmäßig zieht sie empor, nutzt Geländegegebenheiten geschickt aus, vermeidet Spitzkehren, bis es nicht mehr anders geht, ist nie wirklich steil – so lässt sich leichter ein Rhythmus finden und halten –, nutzt geschickt auch kleine Verflachungen für sanfte Richtungsänderungen und bleibt auf einer logischen Linie in puncto Lawinengefahr und Weiterweg.

Puh … das waren noch Zeiten! Wer also damals seine „Visitenkarte“ in die Waagschale warf, sprich, sich aufmachte, als Spurer den Weg für die Nachfolgenden zum Gipfel zu bereiten, der exponierte sich ein Stück weit – durfte sich aber bei gelungener Arbeit über Lob, Dank und nicht selten einen Schluck Feuerwasser als „Lohn der Arbeit“ freuen.

Spuren war eine Aufgabe für Mitarbeiter aus dem gehobenen Dienst. Eine gute Spur – ein Gesamt(kunst)werk. In grenzenloser Hingabe für die noch Aufsteigenden durch liebevolle Detailarbeit in die Hänge gemeißelt. Jeder durfte hier nicht ran – eine gute Spur sollte ja kein mittelmäßiges Gesellenstück werden. Prädikate wie „zu steil“, „ohne Gefühl fürs Gelände“ oder „zu ungleichmäßig“ führten keinesfalls zu Schulterklopfen durch die Nachfolgenden.

Wurde die Spuranlage zur Themaverfehlung, war’s auch nix mit Feuerwasser. „G’lernt is g’lernt – und wer’s ned kon, soll’s bleiben lassen.“ Gegenwärtig würde man von hartem Feedback sprechen – und das gab’s tatsächlich gratis obendrauf. Zu Dank verpflichtet fühlten sich nachfolgende User nur bei einer „guten Spur“. Inzwischen sind solche „guten Aufstiegsspuren“ selten. Hat man das Glück, auf eine solche zu treffen, stehen den Veteranen der alten Zeit beim Aufstieg Tränen der Rührung im Gesicht.

Gebetsmühlenartig wird der seltenen Spezies ihre hohe Güteklasse bescheinigt. Auch in der Hoffnung, kein anderer würde das Zepter vorne in die Hand nehmen und dadurch mit großer Wahrscheinlichkeit eine klare Verschlechterung herbeiführen. So etwa eine massive Versteilung der Spur. Deren Superlativ – die sogenannte Berchtesgadener Spur – hatte sich zum Charakteristikum gemacht, den Weg Tal–Berg in möglichst kurzer Strecke zu überwinden.

Da ist natürlich ein Augenzwinkern dabei, denn viele Skitourengeher aus Bergisch-Gladbach … äh … Berchtesgaden legen vortreffliche Spuren. Wird eine Spur zu steil und zu direkt, wird aber gerne eine heimatliche Nähe zum Königssee unterstellt. Hintergrund ist, dass zu steil einfach immer viel kraftraubender ist als eine eher flache Spur. Und zu flache Spuren gibt es nur seeeehr selten.

Der oben beschriebene Skitouren-Boom hat vermutlich nicht wenig damit zu tun, dass Visitenkarten auf Skitour inzwischen zu Schmier zetteln verkommen sind. Vermutlich haben drei Faktoren hier einen wesentlichen Beitrag geleistet: Pistenskitouren, Skitouren-Rennlauf und der Trial-and-Error-Charakter des „Nicht-Sports“ Skitourengehen.

Auf Pistenskitouren gibt es in der Regel einen kleinen Bereich – nicht selten der Rand der Piste –, der für den Aufstieg benutzt wer den kann. Dieser Aufstieg führt dann kerzengerade den Hang hin auf – wie auch anders? Diejenigen, die das Skitourengehen in den letzten Jahren angefangen haben, haben so oft ihren ersten Berührungspunkt mit dem Thema Aufstiegsspur.

Als Neuling würde man nie die Aufstiegsspur kritisieren. Man sucht den Fehler bei sich. Man akzeptiert das, was gegeben ist – die Spur. Wird später die Karriere im freien Skigelände fortgesetzt, wird steil, direkt und un gleichmäßig als normale Spur akzeptiert bzw. selbst so angelegt. Ein Teufelskreis. Bei der Spezies Skitouren-Rennlauf ähnlich.

Hier geht es rein um sportliche Leistung, steil ist geil, die Oberschenkel werden sauber aufgeblasen, nicht selten finden Training und auch Rennen ebenso auf Skipisten statt. Der erste Blick am Gipfel gilt nicht der Aussicht, sondern der Stoppuhr. Klar, dass da Ästhetik und Sinn einer guten Spur eher die Unbekannten in der Gleichung sind. Die Zielsetzung eines Skitouren-Rennläufers ist einfach eine ganz andere.

Erfahrung im Gelände und raffiniertes Bewegen im freien Skigelände sind untergeordnet. Rennanzug und gute Spur bleiben oft gleich gepolte Magneten. Skitourengehen an sich ist indes ein Hybrid zwischen Sport und Naturliebhaberei. Das Lebensgefühl „draußen zu Hause“ schneidet sich manchmal mit der Einsicht, dass es auch in der Disziplin Skitourengehen „was zu lernen“ gibt.

Beim Tennis wird man ohne einen guten Trainer nicht zum Vereinsmeister. Trial and Error funktioniert im Sport nur im Stadium der Grobkoordination. Wenn’s mehr werden soll, ist gutes Coaching entscheidend. Viele Newbies der letzten zehn Jahre – insbesondere die mit viel Kraft in den Haxen – haben dabei die Grobkoordination in Sachen Spuranlage ins Gelände übertragen.

Und fühlen sich bestätigt in ihrem Tun: Denn diejenigen, die gerade von der Piste kommen, sowie Skitouren-Rennläufer folgen ihren zu steilen, zu wenig dem Gelände angepassten, zu ungleichmäßigen Spuren treu ergeben. Dann muss die Spur wohl gut sein. Noch ein Teufelskreis.

Folgerungen

Diese Entwicklung ist nicht zu ändern. Deshalb macht es auch wenig Sinn, mit ihr zu hadern. Es ist, wie es ist, und vielleicht tut dieser Erklärungsversuch hier gut, um zu verstehen, warum die Spur da gerade so steil raufgeht. Und wer weiß? Nachdem Sportlern immer auch eine mentale Nähe zu Künstlern nachgesagt wird, könnte es ja sein, dass sich Sportler bald etwas mehr verkünsteln und Künstler ihren Hang zur Sportlichkeit entdecken und man sich immer öfter in der goldenen Mitte trifft.

Oder die Fronten bleiben verhärtet – wir werden es kaum beeinflussen. Für mich persönlich gibt es aber nichts Schöneres, als vom Gipfel aus eine „gute Spur“ am Berg gegenüber zu sehen und die ästhetische Linienführung des Künstlers dort drüben zu bewundern. Manchmal trink ich dabei einen Schluck Feuerwasser 😉

Qualitätsmerkmale der Aufstiegs-Spur

Make the track great again!


Steil ist hier relativ. Denn wenn eine Spur zu steil ist, hilft es auch wenig, wenn sie gleichmäßig (das heißt durchgehend) zu steil ist. Noch schlimmer: ungleichmäßig, also ein wiederkehrender Wechsel von zu flachen und zu steilen Abschnitten. Was ist also „gleichmäßig steil“?

Abb.1 Aufstiegstechnik. Illustration: Georg Sojer

Einen guten Hinweis liefern unsere „Haxn“: Wer bei jedem Schritt deutlich aus den Oberschenkeln drücken muss (subjektives Belastungsempfinden) und gleichzeitig beim Absenken des Schuhs ständig Spannung in der Wadenmuskulatur verspürt (subjektives Belastungsempfinden), geht zu steil – auch die höchste Steighilfe schafft nur bedingt Erleichterung, siehe unten.

Ist die Spur hingegen nicht „zu steil“, ist gleichmäßiges Gehen besser umsetzbar, denn der Gehrhytmus wird individuell leichter gefunden und kann besser eingehalten werden. Und das ist bei zyklischen aeroben Belastungen (Joggen, Radfahren etc. ) wichtig für einen möglichst langen Erhalt der Leistungsfähigkeit während einer Trainingseinheit (z. B. ein Aufstieg).

Hilfreich ist es dabei, Geländepunkte mit der Spur „anzupeilen“, die in einer gleichmäßig steilen Aufstiegslinie liegen (Abb. 1). Idealerweise werden topographische Versteilungen rechtzeitig antizipiert und die Spur entsprechend „geplant“.

Abb.2 Bogentreten. Illustration: Georg Sojer.

Die hohe Steighilfe vieler Skitourenbindungen ist wenig sinnvoll: Gleichgewicht schwieriger (Highheels), Schrittlänge kürzer, bei kurzen Verflachungen spürbar anstrengender (ständiges Umstellen), Kraftübertragung auf den Ski mehr über den Vorderfuß und punktueller, dadurch leichter möglich, dass der Ski „durchgeht“.

Daher ist die Nutzung der höchsten Steighilfe nur selten eine gute Antwort auf eine steile Spur. Gleichmäßig und angemessen breit, meint den Abstand der Ski zueinander. Etwas weniger als hüftbreit ist zwar abhängig von der individuellen Anatomie, trifft es aber meist am besten. Auch die Komponente Skibreite ist hier eine Variable. Immer mühsam zu gehen: zu schmale Spuren.

Abb.3 „Bahnhof“ bauen. Illustration: Georg Sojer.

Mehr dazu: How to Spitzkehre

Abb.4 Konsequenzanalyse. Illustration: Georg Sojer.

Hier soll nur auf Zusammenhänge eingegangen werden, die man während des Spurens durch eine möglicherweise andere Spuran lage berücksichtigen und somit Risiken minimieren kann. Dass wir lawinenrelevantes Gelände immer mit unserer Spur zu einem sub jektiv mehr oder weniger hohen Risiko machen, ist klar – das kann auch nicht immer durch eine bessere Spuranlage beeinflusst wer den. Eine ungünstige Spuranlage kann ein vorhandenes Risiko aber gegebenenfalls steigern. Wenn durch kritische Geländeabschnitte „nur durchgegangen wird“, ist das anders, als wenn in kritischen Bereichen Spitzkehren oder eine Begehung zu Fuß notwendig wer den. Zudem macht es Sinn, auch das Thema Spuranlage vom Lawi nenproblem her zu denken: