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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Routensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?

Glaubt man Volker Roth, dem Macher der „Topoguides“ und vehementen Streiter für Bohrhaken in Mehrseillängenrouten, läuft derzeit gerade wieder ein „Hakenkrieg“ an vielen kleinen Fronten: „Es könnte durchaus sein, dass in diesem Sommer mehr Haken abgeflext als neu gebohrt wurden“, wettert er – das geschehe mit dem vermeintlichen Ziel, „tolle Erlebnisse in den Alpen … einer kleinen elitären Minderheit vorzubehalten, die von der Salzburger Brause immer wieder zu neuen, flügelverleihenden Harakiri-Aktionen mit Sponsorengeldern angetrieben wird.“

Ob diese Analyse stimmt, sei irgendwohin gestellt. Fakt ist, dass die technische Entwicklung akkugetriebener Bohr-, aber auch Flex-Maschinen ein unschönes Rein-Raus ermöglicht: Die einen eröffnen neue Kletterlinien oder sanieren bestehende, die anderen schneiden die ungeliebten Bohrhaken wieder ab.

Dass eine solche Anarchie kein Idealbild der „Freiheit der Berge“ zeigt, liegt auf der Hand. Nur: Was ließe sich dagegen machen? Der Wilde Kaiser, Tiroler Parade-Kletterrevier im erweiterten Nahbereich von München, hat seine eigenen Hakenkriege in der Historie.

Die Sanierung alpiner Klassiker, wie hier im Bild die 1925 erstbegangene Wiessner-Rossi an der Fleischbank-Südostwand, gilt im Wilden Kaiser als weitgehend abgeschlossen. Nur in seltenen begründeten Fällen kann mit Abstimmungsmehrheit im Arbeitskreis ein weiteres Sanierungsprojekt umgesetzt werden. Ein Mittelweg zwischen Tradition und Sicherheit hat sich für die lokale Community bewährt. Foto: Laternbildsammlung, Museum/Archiv ÖAV

Schon die Protagonisten im ersten „Mauerhakenstreit“ um 1912, Paul Preuß und Hans Dülfer, lieferten im „Koasa“ Musterbeispiele ihrer unterschiedlichen Stilformen. Anfang der 1970er-Jahre fand Pit Schubert vom DAV-Sicherheitskreis bei Tests heraus, dass die Haltekräfte von Normalhaken oft katastrophal mies und vor allem selbst für Experten komplett uneinschätzbar sind, und entwickelte den DAV-Sicherheitshaken.

Diesen setzte er anstelle alter Rostgurken in Arco, dem Oberreintal und eben im Kaiser – eine Abseilpiste am Bauernpredigtstuhl wurde allerdings postwendend unbrauchbar gemacht. Zwanzig Jahre später – Jürg von Känel hatte gerade mit dem Schlagwort Plaisir eine nutzerfreundliche, zuverlässige Absicherung propagiert – eskalierten neue Hakensäge-Kriege: in den Tannheimern, wo allerdings persönliche Animositäten gegen den Erschließer und Sanierer Toni Freudig eine Rolle gespielt haben dürften.

Und im Kaiser wurden Bohrhaken an Rittlerkante und Predigtstuhl-Nordkante abgesägt – mit dem Ziel, eine Diskussion auszulösen, wie die Täter freimütig zugaben.

Klassiker sanieren – ja oder nein?

Ähnlich wie bei Erstbegehungen gibt es auch zur Ethik der „Sanierung“ von „Alpinen Klassikern“ allerlei Argumente; eine kleine Auswahl sei zur Erinnerung aufgeführt. Die Unberechenbarkeit von Normalhaken spräche ja dafür, alpine Kletterrouten zumindest mit einem Kernskelett ordentlicher Norm-Bohrhaken auszurüsten, so dass etwa bei Griffausbruch kein russisches Roulette droht.

Sanierte Klassiker wären dann eine logische Stufe im System Halle – Klettergarten – talnahe Mehrseillängenrouten – „Plaisirrouten“ – sanierte Klassiker – „Abenteuerrouten“. Vor allem Gebirgsneulinge könnten sich so, bei gezielter Auswahl des Sicherungs-Anspruchs, an die weiteren Anforderungen des Alpinkletterns (Zu- und Abstieg, Routenfindung, Zeitplan, Wetter …) gewöhnen.

Dem entgegen steht die Sichtweise, der „Respekt vor dem Berg“ und eigenverantwortliche Kompetenz beim Sichern seien USPs des Alpinkletterns und eine berechtigte Hürde gegenüber zu großem Massenandrang; womöglich biete das „Abenteuerklettern“ gar ein unvergleichlich intensives Erlebnis als Selbstzweck.

Und mit selbst geschlagenen (oder gecheckten) Normalhaken und mobilen Sicherungsmitteln ließen sich die meisten Classics ordentlich absichern. Zudem lasse sich unter diesem Stress die „Leistung der Erstbegeher“ besser würdigen (mal abgesehen von der besseren Ausrüstung und der Tatsache, dass einen Normalhaken nur halbwegs einschätzen kann, wer ihn selber behämmert hat).

Wenn die wilden Klassiker allerdings nicht mehr geklettert werden, auch ohne dass sie ein Denkmal-Schild „Nicht berühren!“ tragen, ist es nicht weit her mit der Würdigung. Unterm Strich bleiben vielleicht zwei Punkte konsensfähig:

Die ersten Schritte

So in etwa war die Diskussionslage, als der Bergführer und Bohrhakenkritiker Georg Kronthaler zu einem Treffen am 30. November 1992 in Kufstein lud, das zur Gründung des „Arbeitskreises Wilder Kaiser“ führte. Zusammengesetzt wurde das Gremium dann aus Vertretern von DAV- und ÖAV-Zentralverbänden und -Sektionen, von Bergrettung, Bergführersektionen und Alpinpolizei (später wuchs die Gruppe auf knapp 20 Personen an).

Moderiert vom ÖAV-Ausbildungsleiter Michael Larcher, inspiriert von Nicho Mailänder (im DAV für Klettern und Naturschutz zuständig) und mit vielen Aktiven, die Sanierungen und dem Bohrhaken teils skeptisch, teils positiv gegenüberstanden, wie Georg Kronthaler oder Paul Koller.

Es war ein Experiment: Vertreter verschiedener Fachorganisationen fürs Alpinklettern sollten sich einigen, wie eine Sanierung klassischer Kaiser-Routen so geschehen könnte, dass sie zeitgemäße Absicherung mit Respekt für Traditionen in Einklang bringt – und dafür weitreichende Akzeptanz erfährt.

Zuerst stand allerdings eine rechtliche Frage im Raum: Wer in quasi offiziellem Auftrag Bohrhaken setzt – macht sich der damit haftpflichtig? Das Protokoll eines juristischen Expertengesprächs von 1988 brachte Entwarnung: Eine „Verkehrssicherungspflicht“ entstehe nicht, da Begeher in „völliger Eigenverantwortung“ kletterten.

Lediglich ein „Auswahlverschulden“ durch ungeeignetes Material oder inkompetente ausführende Personen gelte es zu vermeiden. Deswegen gab Pit Schubert bei den ersten Sanierungsaktionen eine Einweisung ins korrekte Setzen der Haken – und zu diesen wurde protokolliert: „Der Arbeitskreis Wilder Kaiser ist der Meinung, dass eine zuverlässige Absicherung mit Normalhaken nicht immer gewährleistet ist.“ Für die Sanierungen wurden also grundsätzlich Verbundanker („Klebehaken“) verwendet, erst in späteren Jahren auch Spreizanker.

Die Sanierungs-Projektliste

Nur: Was und wie sollte nun saniert werden? Vier Routen wurden für einen ersten Testlauf ausgewählt. Jeweils zwei Seilschaften (gemischt deutsch-österreichisch) sollten sie klettern und danach vorschlagen, an welchen „neuralgischen Stellen“ Bohrhaken wünschenswert wären. Nach Abstimmung im Arbeitskreis (AK) sollten diese dann angebracht werden, die Materialkosten wollten sich ÖAV und DAV teilen.

Willi von Redwitz (links, Bild gegenüber) und Hans Dülfer hinterließen mit der Erstbegehung der Totenkirchl-Westwand 1913 ein alpinhistorisches Denkmal. In den 1990ern wurde es saniert und anStandplätzen und „neuralgischen Stellen“ wenige Bohrhaken gesetzt. Wie weit muss alpiner Denkmalschutz heute gehen? Foto: Archiv DAV

Ein recht bürokratisches und zeitaufwändiges Verfahren. Aber die Situation war angespannt. Und entsprechend zurückhaltend waren auch die Maßnahmen, die vorgeschlagen, abgestimmt und umgesetzt wurden: Der „Dreierweg“ am Leuchsturm sollte sechs Haken bekommen, die Zettenkaiser-Ostwand fünf, die „Göttner“ an der Karlspitze acht und der „Heroldweg“ am Totenkirchl genau zwei.

Eine sehr zurückhaltende Definition der „neuralgischen Punkte“. Aber es sollte ja akzeptanzfähig sein – und immerhin brachte es schon eine deutliche Verbesserung der Sicherungssituation für die heikelsten Stellen (später wurde teils noch nachsaniert).

Und trotzdem war es nicht allen willkommen: Die Haken am Zettenkaiser wurden umgehend abgesägt. Laut Protokoll jedoch vermutlich, weil „ein im Arbeitskreis nicht vertretener Bergsteiger ohne die Möglichkeit der Mitsprache mit einer Situation konfrontiert wurde“. Anzeige wurde erstattet, die Haken wieder gesetzt – und nun blieben sie drin.

Die ersten Schritte

Nach einem Jahr tauschte man sich über sonstige Rückmeldungen und Erfahrungen aus und besprach das weitere Vorgehen. Die Protokolle dokumentieren sehr unterschiedliche Sichtweisen, die offen und in konstruktivem Geist diskutiert wurden; ein Spirit, der sich durch die gesamte niedergeschriebene Geschichte des AK zieht.

Eine Umfrage, die Michael Larcher in bergundsteigen gestellt hatte, lieferte 110 Rückmeldungen, die vor allem für eine Frage Input brachten, die bei den Aktionen aufgepoppt war: Sollten Stände prinzipiell saniert werden? Der Beschluss fiel: Alle Stände werden gebohrt, außer solchen, „an denen ohne Klemmkeile eine zuverlässige Standplatzsicherung errichtet werden kann (z. B. Sanduhr, Baum, Zacken, Köpfl …)“.

Gleichzeitig sollte aber bei jeder Sanierung auch darauf geachtet werden, „dass über die Kletterroute keine Abseilpiste entsteht“. (Wohl, um „Klassiker“ von „Sportkletterrouten“ zu unterscheiden, bei denen das Abseilen üblich ist.) Die nächsten Sanierungen fanden erst zwei Jahre später, 1995/96, statt: Predigtstuhl Dülfer-West (6 Stand-, 1 Zwischenhaken), Bauernpredigtstuhl Alte Westwand (5 SH, 10 ZH), Westliche Hochgrubachspitze Neue Südwand (2 SH, 1 ZH).

Auch die Fleischbank-SO-Verschneidung hätte man gerne saniert, aber der Erstbegeher Wastl Weiß war dagegen; erst 10 Jahre später, 2005, gab er sein Placet für die Verschneidung und für die Mauk-Westwand. Ob ein Erstbegeher durch seine Tat ein mindestens lebenslanges Bestimmungsrecht über „sein“ Stück Fels erwirbt, wird freilich immer wieder in Frage gestellt.

Das Bohrhakenmaterial in den ersten alpinen Sportkletterrouten im Wilden Kaiser, wie hier im Bild „Sportherz“ aus 1985 oder in der benachbarten „Hessenpoker“ aus 1986, ist in die Jahre gekommen und wurde bzw. wird saniert. Kletterer Christian Hechenberger. Foto: Michael Meisl

Ob ein Sanierungs-Aktivist oder ein die Route kreuzender Erstbegeher mehr Recht hat, bleibt mindestens genauso fraglich. Im UIAA-Papier „to bolt or not to be“ jedenfalls (kuratiert von Nicho Mailänder und von der UIAA 1998 vorgestellt, 2000 verabschiedet) wird dazu der common sense der seinerzeitigen hitzigen Diskussionen festgehalten, dass eine Sanierung „nicht gegen den Willen des Erstbegehers“ stattfinden soll.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Aussage von Georg Kronthaler von 2024, „dass sie sich damals narzisstisch etwas beweisen mussten und Denkmäler ihres Mutes hinterlassen wollten. Ziel war es, dass die Routen niemand wiederholt und man sich damit einen Namen macht. Heute sieht er das alles anders und entspannter“, steht im AK-Protokoll. Altersweisheit statt Ethik-Heldentum?

Verfahren im Wandel

1997 wurde die Rittlerkante zum soundsovielten Mal saniert – mit dem erleichterten Verfahren, dass die damit Beauftragten bei der Begehung direkt entscheiden sollten, wo denn wirklich „neuralgische Stellen“ lägen (es wurden gerade mal zwei).

Für die meisten Projekte blieb es beim komplexen Abstimmungsverfahren; etwa auch für die Christaturmkante, wo wegen der verwickelten Routenführung auch erstmals ein „strategischer“ Zwischenhaken genehmigt wurde.

Ob bei längeren Technopassagen (A0, A1) jeder Normal- durch einen Bohrhaken ersetzt werden sollte, wurde anlässlich der „Rebitsch-Spiegl“ in der Fleischbank-Ostwand diskutiert – mit dem Ergebnis, dass an ungefährlichen Stellen eine Rostgurke zum „Nullern“ reichen kann.

Ähnlich wie Georg Kronthaler hat auch der AK Kaiser sich im Lauf der Zeit gewandelt, angesichts von Hallenboom, Plaisirwelle und Overtourismus. Sogar der berühmt-berüchtigte „Woll-Woll“ in der Mauk-Westwand erhielt bei der Sanierung 2005 zwei Zwischenhaken, die auch bei nachträglichen Diskussionen bestätigt wurden.

In anderen Routen wurden zusätzliche Haken nachgesetzt oder entfernt – in den Sitzungsprotokollen spiegelt sich auch der Einfluss und Austausch mit anderen Regionen, wo Arbeitskreise gegründet oder Sanierungsaktionen organisiert wurden (Tannheimer, Schüsselkar, Kalkkögel, Halleranger, Berchtesgadener, Hochkönig).

Die Linie der Südtiroler Bergführer, die in den Dolomiten Klassiker nur mit Normalhaken „sanieren“ wollen, wurde für den Kaiser abgelehnt; bis heute heißt es: Wenn neues Metall, dann normgerechte Bohrhaken.

Mittlerweile wird für die Sanierungen auch wieder Honorar gezahlt wie von 2000 bis 2007, der Betrag liegt allerdings deutlich unter einem Bergführersatz. Und man reißt sich nicht wirklich um den Job: Nicht zuletzt wegen fehlender personeller Ressourcen wurden seit 1994 gerade mal 57 Routen saniert (mit 840 Haken), knapp zwei pro Jahr.

Andererseits entspricht das auch der Grundidee des AK, „nur wenige, häufig begangene“ Modetouren zu sanieren. Und das langsame Vorgehen konnte auch gründlich und abgewogen sein. So wurden auch die anderen beiden Kernziele verfolgt: „Keine Autobahnen, die viele anlocken (kein Plaisir).

Und für die Jungen die Möglichkeit bewahren, den Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln zu lernen.“ Trotz einer gewissen Renaissance des „Trad“-Gedankens sind sanierte Klassiker beliebter als unveränderte. „Geklettert wird dort, wo saniert wurde“, konstatierte 2007 Josef Astl von der Bergrettung Kitzbühel, AK-Mitglied seit der ersten Stunde.

Und ob durch die besseren Haken inkompetente Aspiranten angelockt werden, die dann (zu) lange Begehungszeiten brauchen, wie auf einer Sitzung gesagt wurde, müsste nachgeprüft werden.

Der AK wird wieder belebt

Ab 2009 kam der Arbeitskreis nicht mehr zusammen, die meiste Arbeit schien getan. Erst 2021 gab es wieder ein (Zoom-)Treffen, 2024 eines live auf der Griesner Alm; ausgelöst durch die Anfrage eines Kletterers, der die Routen „Spiel der Narren“ und „Bellissima“ am Predigtstuhl sanieren wollte – auch die dort gesetzten Bohrhaken waren vom Zahn der Zeit angenagt.

24 Institutionen entsandten ihre Vertreter in den AK; man war sich einig, dass er als Anlaufstelle und zur Koordination weiterhin wichtig sei. Denn bei Zunahme des Klettersports müsse geregelt werden, was im Kaiser passiert; es gebe einen Sanierungs-Wildwuchs und alternde Bohrhaken brächten neue Probleme.

Die Koordination hat nun der Local (und bergundsteigen Chefredakteur) Gebi Bendler von Michael Larcher übernommen. Das Selbstverständnis des „neuen“ AK, dem etliche „alte Hasen“ angehören, hat sich nicht wesentlich gewandelt:

Organisiert oder chaotisch?

Nach gut 30 Jahren kann man den Arbeitskreis Wilder Kaiser als Erfolgsmodell sehen; ähnliche Gruppen hat er mit inspiriert. Der Absicherungsstandard für viele schöne Kaiser- Klassiker wurde deutlich angehoben – nicht auf Plaisir- Niveau (übrigens sind einige Plaisirrouten immer noch recht gefährlich), aber auf ein Alpin-Niveau mit Augenmaß.

Und eine Abflex-Anarchie blieb aus. Gleichzeitig entstanden viele Neutouren mit Sportkletter-Standard, so dass der Wilde Kaiser nicht komplett gezähmt ist, aber für alle Interessen etwas bietet. Man mag lästern, dass Frauen (mit vielleicht anderen Absicherungs-Wünschen) bei dieser Entwicklung praktisch keinerlei Rolle gespielt haben.

Und man kann immer wieder die Grundlagen in Frage stellen, die in Papieren wie „to bolt or not to be“ oder der Tirol Deklaration formuliert sind. Ob das besser wäre als die unregulierte Konfrontation zweier entgegengesetzter Maximal-Ansprüche (flächendeckend Plaisir versus konsequent Abenteuer), ist mehr als fraglich. Im Koasa jedenfalls ist das Hakenkriegsbeil seit 30 Jahren ziemlich gut vergraben.

Klettergärten mit Grundwerten

Der Arbeitskreis Wilder Kaiser beschäftig sich primär mit Mehrseillängenrouten, aber in letzter Zeit häuften sich Anfragen und Diskussionen zur Erschließung von Klettergärten. Übungsbetrieb. Auf Anregung des Arbeitskreises und der Kitzbüheler Bergführer organisierte und finanzierte die Alpenvereinssektion Kufstein (Andreas Sausgruber) die Komplettsanierung (Danke Andi Gastl und Tom Rabl!) des nahe des Stripsenjochhauses gelegenen Hundskopfklettergartens für den Kursbetrieb.

Mehrseillängencoachings können dort nun noch besser als zuvor durchgeführt werden. Braucht es mehr solcher Übungsklettergärten fürs Alpinklettern oder reicht das Angebot? Dichtestress. Im Hauptsektor des berühmtesten Klettergebietes der Region wurden ohne Absprache mit der lokalen Klettercommunity neue Routen eingebohrt („hineingezwängt“), obwohl dort die Erschließung seit Jahren als abgeschlossen gilt, weil das bestehende Routennetz im zentralen Teil so dicht ist, dass im Abstand von zwei bis drei Metern Routen starten.

In den letzten 30 Jahren sind viele mit Bohrhaken abgesicherte Kletterrouten im Wilden Kaiser entstanden, wie die „Via Aqua“ auf die Kleine Halt. Kletterer Gebi Bendler und Christoph Schranz. Foto: Michael Meisl

Die Community ist verärgert und fordert ein Entfernen der Haken. Hätte das nicht verhindert werden können? Besitzanspruch. Früher wurden neue Klettergärten nach Absprache mit dem Grundbesitzer von der Klettercommunity gemeinsam erschlossen. Oberstes Prinzip war es, die „Drecksarbeit“ (Bohren, Putzen) und die Freude am Einrichten und Erstbegehen mit Gleichgesinnten zu teilen.

Inzwischen setzt sich auch beim Erschließen mehr und mehr eine „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“-Mentalität durch. „Mein Haus, mein Auto, mein Boot, mein Klettergarten“, so könnte man den bekannten Werbeslogan erweitern. So als ob die Erschließer die Grundherren wären (nein, sind sie nicht, sie sind auch nur geduldet), dürfen an „ihren“ Felsen nur sie neue Routen einrichten (Begründung: Sie hätten ein Gesamtkonzept und die Bohrkompetenz, andere nicht. Oder doch: ein Denkmal setzen – sich selbst?).

Was wenn Hans Dülfer nach der Erstbegehung der Fleischbank-Ostwand 1912 im Kaisergebirge die gesamte Fleischbank für sich reserviert hätte? Wer lange fragt, geht lange irr. Oder beim Reden kommen doch die „Leut zamm“? Früher kannte jeder jeden in der lokalen Klettercommunity und wenn jemand ein unberührtes Stück Fels entdeckte, sprach sich das auch bei strengster Geheimhaltung meist herum.

Derjenige, der die ersten Routen dort eingerichtet hatte, erhielt von der Community ein unausgesprochenes Vorrecht („Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“) und galt dann zumindest zu Beginn der Erschließung als Art Hausmeister (Achtung: Hausmeister≠Besitzer). Wollte nun dort jemand anders auch Routen einbohren, ziemte es sich, den Hausmeister um seine Zustimmung zu bitten bzw. einfach Kontakt aufzunehmen, um sich abzusprechen.

Da der Hausmeister nicht der Grundbesitzer ist, konnte er Neutouren von anderen nicht verbieten, aber für eine positive Grundstimmung und ein gutes Zusammenleben am Fels war die Anfrage und der Austausch wichtig. Beim Reden kommen schließlich die Leute zusammen. Inzwischen ist das offenbar nicht mehr gängige Praxis. Aber was spricht dagegen?

Wie seht ihr das? Gibt es solche Entwicklungen alpenweit? Schreibt uns eure Erfahrungen und Meinungen an redaktion@bergundsteigen.at