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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Unter 3%: Den Bergführern fehlen die Frauen

In Österreich gibt es 1399 eingetragene Bergführer*innen. Davon sind lediglich 32 Frauen – von diesen aktuell sieben noch in Ausbildung sind. Den Aspirantinnen stehen 110 männliche Auszubildende gegenüber – und ganze 1374 Männer, die die Ausbildung bereits abgeschlossen haben (Stand Frühjahr 2024). Damit beträgt die Frauenquote – alle Zahlen zusammengerechnet – nicht mal 3 Prozent (2,64 Prozent um genau zu sein).

Nadine Wallner ist Rolemodel in Sachen Bergsport. Die Allrounderin ist nicht nur auf Skiern und Klettern eine Liga für sich, sondern ist auch eine der herausragendsten Bergführerinnen. Foto: Red Bull Content Pool

Vor allem im Hinblick darauf, welche Benefits der Job für jedermann- und jedefrau zu bieten hätte, ist fraglich, woran ein höherer Frauenanteil scheitert. Denn eigentlich sind Frauen am Berg ja längst keine Exotinnen mehr – ganz im Gegenteil: Das weibliche Geschlecht steht auf den höchsten Bergen, befährt die steilsten Hänge und klettert die höchsten Schwierigkeitsgrade. Frauen beherrschen die Disziplinen, als Karriere ergreifen jedoch fast nur Männer den Beruf des Bergführers.

Wie immer, wenn man nach den fehlenden Frauen fragt, geht eine historische Komponente voran. Lange Zeit durften nur Männer die Disziplinen des Bergsports ausüben. Dabei steht aber außer Frage, dass das Bergsteigen nicht schon auch früher einen starken Reiz auf Frauen ausgeübt hätte. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert standen weibliche Protagonistinnen auf den hohen Gipfeln des Mt. Blanc oder dem Matternhorn.

Diese Frauen galten damals als Feministinnen und Vorbilder, die das Bergsteigen für die Etablierung von Frauenrechten nutzten. Es blieb jedoch bei ein paar einzelnen, wenigen. Mit einem großen Zeitsprung in der Gegenwart angekommen, hat sich heute natürlich vieles weiterentwickelt. Jüngst, vor allem durch die Präsenz weiblicher Alpinistinnen auf Social Media, erscheinen die herausragenden Leistungen vieler Frauen viel prominenter in der Öffentlichkeit.

Bergführerin Eva Schider auf Hochtour. Foto: Simon Schöpf

Ein hoher Frauenanteil schlägt sich auch in den Statistiken alpiner Vereine nieder. Überall zeichnet sich ein sehr ausgewogenes Bild zwischen männlichen und weiblichen Vereinsmitgliedern. Überall – außer, wenn man auf diverse, institutionelle Positionen und Berufe blickt: Da verschwinden Frauen plötzlich aus der Statistik. Hier einige Beispiele:

Die Bergführerinnen in Österreich stehen mit ihrem 2,64 prozentigen Frauenanteil immer noch als extreme Ausreißer dar, aber reihen sich gut in die Schiefe der statistischen Verteilungsfunktion ein.

Ausbilderin Lisi Steurer bei der Bergführerausbildung mit zwei Anwärtern. Foto: Lisi Steurer

Wo sind all die Routenbauerinnen und Bergführerinnen?

Geht man also in eine Kletter- oder Boulderhalle, sind etwa zwanzig Prozent der Routen von Frauen geschraubt (erfahrungsgemäß sogar weniger) und dass, obwohl 50 Prozent der Hallenbesucher weiblich sind. Und bucht man eine Bergtour, so wird nur jede 40ste von einer weiblichen Guide geführt. Komisch, oder?

Doch was sind denn nun die Gründe für den Frauenmangel im alpinen High-end-Beruf des Bergführens? Eine Frage, die sich in voller Gänze nur schwierig in einem Artikel von halbwegs leserfreundlicher Länge beantworten lässt. Es sollen jedoch jene Faktoren thematisiert werden, die seitens der Forschung und aus Perspektive von Bergführerinnen als ausschlaggebend angesehen werden.

Lisi Steurer bei der Bergführerausbildung bei einem Training am Fels in der Steinernen Stadt. Foto: Archiv Österreichischer Alpenverein

Ein wesentlicher Faktor ist die Sozialisierung. Genderzuschreibungen werden in einem lebenslangen Prozess in der Interaktion mit der Umwelt stabilisiert bzw. verankert. Man nennt dies „Doing Gender“5. Von klein an sind Menschen mit soziokulturellen Stereotypen konfrontiert.

Diese Schubladen-Denke hat durchaus evolutionär bedingte Komponenten: Sich einem Geschlecht, im weiteren Sinne einem Stamm zuzuordnen, ist im Menschen verankert und für die eigene Identität und Eingrenzung der Möglichkeiten elementar. Geht man davon aus, dass Kinder zu Bergführer-Charakteren erzogen werden, wären Jungen und Männer eher mit vorteilhaften Komparativen wie „sportlicher“, „mutiger“ und „selbstbewusster“ ausgestattet. Eigenschaften, die man als Bergführer gut gebrauchen kann.

Hinzu kommt eine körperliche Ebene, die Männern einen physiologischen Vorteil mitgibt, beispielsweise ein größeres Muskelwachstum. Ein Faktum, das durchaus eine tragende Rolle spielt. Bergführerinnen wie Fanny Schmutz oder Lissy Billon deklarieren immer wieder, dass Frauen durchschnittlich weniger schwere Rucksäcke tragen können als Männer.

Mehr auf bergundsteigen.com: Lise Billon: „Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt

Nach ihrem Erfolg am Cerro Torre im Glück vereint (v. l. n. r.): Lise Billon, Fanny Schmutz und Maud Vanpoulle.
Nach ihrem Erfolg am Cerro Torre im Glück vereint (v. l. n. r.): Lise Billon, Fanny Schmutz und Maud Vanpoulle. Foto: Tad McCrea

Diese Debatte wurde auch schon im Zuge der Piolet d’Or geführt und hat durchaus Auswirkungen auf Expeditionen im Alpinstil. Ein durchschnittlicher Mann ist aus sportwissenschaftlicher Sicht ausdauernder, insbesondere unter zusätzlicher Gewichtsbelastung, als eine durchschnittliche Frau. Diese biologischen Fakten werden natürlich von fitten Einzelpersonen immer wieder widerlegt, in der Masse spielen sie aber eine wortwörtlich tragende Rolle.

Mehr dazu: Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht – Tipps für Bergsteigerinnen

Als weiteres Kriterium kommt die geschlechtsspezifische Verantwortung hinsichtlich Fortpflanzung zum Tragen: Neben der Schwangerschaft sind Frauen nach wie vor häufiger die Hauptverantwortlichen in der Kindererziehung. Man würde dies gerne mit einem modernen, emanzipierten Denken negieren, oder zumindest einmal relativieren, jedoch ist in Forschungsarbeiten zu dieser Fragestellung klar herausgearbeitet worden, dass Frauen aufgrund der mütterlichen Verantwortung dazu neigen, sportliche Fähigkeiten und Selbstglauben zu verlieren6.

Frauen wie Nadine Wallner zeigen, dass Bergführen auch eine Frauendomäne ist. Foto: Red Bull Content Pool

Es mangelt an Zeit und Energie für die Ausübung von intensiven Belastungen und Mütter sind nachweislich stärker von Schuldgefühlen geplagt, wenn sie (länger, mehrtägig) von der Familie getrennt sind7.

Weitere Erkenntnisse aus der Forschung beschreiben, dass sich Aspirantinnen des Bergführerberufs während der Ausbildung nachweislich stärker unter Druck setzen und eine höhere Erwartungshaltung an sich als ihre männlichen Mitstreiter haben8. Bergsportlerinnen sind zudem tendenziell zu bescheiden im Hinblick auf ihre Leistungen8. Sie befürchten als männlich und gefühlslos wahrgenommen zu werden, wenn sie stolz auf sich sind9.

Haben die Bergführer ein Imageproblem?

Aufgrund der genannten Gründe ergeben sich für Frauen bestimmte Lebensrealitäten und Bedürfnisse, die sich in der niedrigen Frauenquote widerspiegeln. Aber sind diese Argumente ausreichend? Spricht man mit Frauen, die in dem Beruf tätig sind, ergeben sich noch weitere Gründe.

Für diesen Artikel wurden aktive Bergführerinnen zur Einschätzung der Lage befragt. Diese geben einheitlich wieder, dass die Anforderungen, die Ausbildung und der Beruf absolut frauenfreundlich sind. Einschränkungen empfinden sie keineswegs – im Gegenteil: Viele Frauen sehen sogar Vorteile gegenüber Männern, da sie ihre Stärken nicht im physiologischen Bereich, sondern vor allem bei den sogenannten Softskills verorten.

Solche kognitiv-emotionellen Fähigkeiten, wie Kommunikations- und Reflektionsfähigkeit oder Empathievermögen sind maßgeblich entscheidend für den Erfolg einer Bergtour, denn das Bergführen ist ein sozialer Job, bei dem man mit Fingerspitzengefühl auf Mensch und Situation eingehen muss.

Lisi Steurer trainiert Trittsicherheit im Gelände. Foto: Archiv Österreichischer Alpenverein

Weiters meinen die Bergführerinnen, dass sich das stereotype Bild, eines familieninkompatiblen Berufs, zu Unrecht hartnäckig hält: Selten wird gesehen, dass dank flexibler Zeit- und Aufgabeneinteilung Familie, Partnerschaft und Beruf sehr gut vereinbar sind.

Bergführen ist ein sozialer Job, bei dem man mit Fingerspitzengefühl auf Mensch und Situation eingehen muss.


Woran liegt es denn dann? Kann es womöglich sein, dass der Beruf des Bergführens einfach so dermaßen überladen ist von männlichen Attributen und Klischees, dass Frau sich womöglich nur schlecht mit dem Job identifizieren kann? Ist es so simpel? Für Bergführerin und Ausbildnerin Lisi Steurer ist der Bergsport ein Abbild der Gesellschaft.

So wie auch in Führungspositionen in Wirtschaft und Politik die Frauen fehlen, fehlen sie in den Führungspositionen des Bergsports. Steurer beschreibt die Gesellschaft als ein patriarchales System, indem Frauen nicht zu Führungskräften erzogen werden, sich zu exponieren oder mal was zu riskieren, dazu werden Mädchen nicht erzogen oder ermutigt.

Podcast mit Lisi Steurer: Risikofaktor Mann – Sind Frauen die besseren Bergsteiger?

Weiters gibt sie zu bedenken, dass immer mehr ihrer Kundinnen aktiv nach Bergführerinnen suchen, die wie sie selbst starke und unabhängige Frauen sind. Hier tut sich laut Steurer eine ganz neue Nische auf: Starke Frau führt starke Frau – Klingt eigentlich perfekt!

Junge Alpinisten TEAM im Schüsselkar. Foto: Simon Schöpf

Braucht es mehr Frauenförderung?

Der Ruf nach Frauenförderung ist laut – und das nicht erst seit heute. An dieser Stelle lohnt es sich, einen Blick in die Arbeit alpiner Vereine zu werfen, denn hier werden die Grundsteine vieler späterer Bergsportler*innen und Bergführer*innen maßgeblich mitgestaltet.

Beim Expeditionskader des DAV werden Frauen und Männer seit 2011 in separaten Teams gefördert – selbe Inhalte, nachweislich bessere Ergebnisse. Teilnehmerinnen profitieren speziell von der Dynamik, die in einer Frauenseilschaft vorherrscht, sie bekräftigen sich gegenseitig und stellen sich nicht in den Schatten der Männer.

Mehr zur Ausbildung bei den Vereinen: bergundsteigen Schwerpunktheft „Generation Zukunft“

So seit diesem Jahr auch beim Naturfreunde Alpinkader. Beim Junge Alpinisten-Programm des ÖAV werden durchmischte Gruppen zwar bevorzugt, hier war jedoch, laut Joanna Kornacki (Mitarbeiterin Jugend, Projektleiterin Junge Alpinisten) die Anzahl der weiblichen BewerberInnen für das TEAM zuletzt sogar höher gewesen. Bei den Angeboten der YOUNGSTERS sind die weiblichen TeilnehmerInnen häufig in der Überzahl.

Die Jungen Alpinisten beim Felskurs. Foto: Alpenverein

Generell spricht der ÖAV der Frauen- und Mädchenförderung einen hohen Stellenwert zu. Jürgen Einwanger (Leitung Akademie, ÖAV) erklärt, dass einerseits die bewusste Auswahl an Bildern mit weiblichen Akteurinnen in der Öffentlichkeitsarbeit und auch der verstärkte Einsatz von Trainerinnen bei Schulungen und Kursen einen wichtigen Beitrag leisten.

Andererseits wird in der Altersgruppe 12- bis 18-Jährige auch der Bedarf gesehen und gedeckt, Mädchen eigene Möglichkeiten und Räume zur Verfügung zu stellen. Diese Herangehensweise wird auch seitens Expertenmeinung befürwortet: Mädchen und Frauen haben ein stärkeres Bedürfnis nach wertfreien Bewegungsräumen. Durch zu viel Vergleich und das Gefühl des Beobachtetwerdens (z.B. beim Vorzeigen in Ausbildungen…) agieren Frauen gehemmt und zurückhaltend8. (Anm: Haben nicht auch Jungs und Männer dieses Bedürfnis?)

Solche kritik- und wertfreien Übungsräume wären laut den Forschungsarbeiten von Hall und Doran (2020)8 auch eine Möglichkeit, Frauen speziell in der Ausbildung zum Bergführerberuf zu fördern. Zudem fordern die Autorinnen, dass Trainings- und Ausbildungseinheiten sowie Aufnahmeprüfungen in kürzere Einheiten aufgeteilt werden könnten, damit die Termine besser mit dem Familienleben oder anderen Verpflichtungen vereinbar sind.

Das Junge Alpinisten TEAM beim Eisklettern im Eispark. Foto: Alpenverein

Würde man Softskills gleichermaßen ins Rampenlicht rücken wie die körperlichen Fähigkeiten, fänden Frauen hier mehr Argumente sich über ihre systematischen Stärken, stärker mit dem Beruf zu identifizieren.

Eine spezielle Anpassung der Inhalte zur Förderung von Frauen wird derzeit allerdings beim österreichischen Bergführerverband nicht angedacht, erklärt Martina Mrak (Geschäftsstelle österr. Bergführerverband und staatl. gepr. Bergführerin). Sie begründet dies damit, dass Frauen selbst es ablehnen, „anders“ behandelt zu werden und – wie auch am Berg – herrschen im Kurs gleiche Bedingungen für alle.

Vielleicht ist diese Anpassung der Inhalte ja auch nicht notwendig, denn die gute Nachricht zum Schluss: Heuer waren erstmals so viele Frauen bei der Aufnahmeprüfung, wie noch nie zuvor. Die Außenwahrnehmung der Bergführerin bzw. der Frau am Berg verändert sich – langsam, aber stetig.

Frauen im Aufstieg

Einen immensen Vorschub für die Wahrnehmungsveränderung gibt sicher die starke Präsenz von Frauen auf sozialen Netzwerken. Dazu braucht es aber auch noch mehr Filmerinnen, Autorinnen und Protagonistinnen vor und hinter der Kamera, die für eine substanzvolle, mediale Präsenz sorgen und durch ihr Wirken all den mutigen, abenteuerlustigen, selbstbewussten und klugen Frauen ein Vorbild sind10.

Video: Die Osttiroler Fotografin und Filmemacherin Ramona Waldner dokumentierte eine spektakuläre Segel- und Kletterexpedition von acht Frauen nach Grönland.

Mehr dazu auf bergundsteigen.com: Via Sedna – eine Frauenexpedition nach Grönland

Führungspositionen im Management und in anderen operativen Rollen des Bergsports sollten häufiger durch Frauen besetzt werden, denn sie dienen als wichtige Meinungsmacher und Sprachrohre für die Gesellschaft. Last but not least muss die ganze Darstellung des Berufs aufpoliert werden.

In der „Comici“ an der großen Zinne. Foto: Lisi Steurer

All die maskulinen Zuschreibungen werden auch den männlichen Partizipierenden nicht (mehr) gerecht – sie werden auch aktiv von vielen KundInnen abgelehnt. Es ist an der Zeit, den Bergsport von diesen Stereotypen zu befreien und auch Männer von einer anderen Seite darzustellen, um so auch dem modernen Rollenbild des Mannes gerecht zu werden.

Was Normalität eigentlich heißt

Wichtig ist es, dass das Bild der Frau am Berg zur Normalität wird. Frauen sollen für ihre Leistungen nicht mehr Anerkennung bekommen als männliche Gleichgesinnte. Normalität verlangt, dass es nicht „besonders“ oder „vorbildlich“ ist, wenn Frauen Bergführerinnen sein wollen oder sind. Mädchen müssen ganz selbstverständlich auch mutig erzogen werden.

Ohne Ellbogenkampf, ohne Feminismus. Derzeitig sind wir an diesem Punkt noch nicht angekommen, aber wenn ich um mich herumschaue, auf all die männlichen und weiblichen Bergsportler, bin ich zuversichtlich, dass wir diesen Weg gemeinsam einschlagen können, vielleicht noch nicht Morgen, aber sicher einmal Übermorgen.

1) DAV (2020). Geschlechterverteilung im DAV 2022. Zugriff unter: https://www.alpenverein.de/files/dav-geschlechterstatistik-2022.pdf

2) ÖAV (2017). Frauen in alpinen Vereinen… noch immer nicht selbstverständlich. Zugriff unter: https://www.alpenverein.at/portal/news/aktuelle_news/2017/2017_10_02_frauen-in-alpinen-vereinen.php

3)ÖAV (2024). Bundesausschuss. Zugriff unter: https://www.alpenverein.at/portal/der-verein/ueber-uns/bundesausschuss/

4) De Bruin, B (2019) In Search of Female Routesetters. Zugriff unter: https://gripped.com/profiles/in-search-of-female-route-setters/

5) Surur, A. (2006; 2014). Geschlecht und Gender. Zugriff unter: https://erwachsenenbildung.at/themen/gender_mainstreaming/theoretische_hintergruende/geschlecht_und_gender.php

6) Dilley, R.E., & Scraton, S.J. (2010). Women, climbing and serious leisure. Leisure Studies, 29(2), 125-141.

7) Day, K. (2000). The ethic of care and women’s experiences of public space. Journal of Environmental Psychology, 20, 103- 124.

8) Hall, J. & Doran, A. (2020). Researching Women in Mountaineering, United Kingdom. Sheffield Hallam University

9) Hall, J. (2018). Women mountaineers and affect: Fear, play and the unknown. In H. Saul & E. Waterton (Eds), Affective Geographies of Transformation, Exploration and Adventure. Oxon: Routledge, 147-164

10) Adventure Travel Research Association (ATTA). (2017). Out in front: tracking women’s leadership in adventure travel. Zugriff am 21.2.2021 unter https://www.adventuretravel.biz/research/out-in-front-tracking-womens-leadership-in-adventure-travel/