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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Wenn Berglust zur Bergsucht wird

Mark Twight war ein Bergjunkie. „Ich trainierte. Ich bestrafte mich. Wenn ich mich Tag für Tag leiden ließ, würde mich das auf eine schwierige Tour in großer Höhe vorbereiten, glaubte ich. Ich schlief auf dem Boden. Ich schleppte Eis mit bloßen Händen. Ich hämmerte mit ihnen auf Betonwände ein, nur um zu sehen, ob ich das aushielt. Ich ließ keine Gelegenheit zum Training aus.

Foto: Pauli Trenkwalder

Ich rannte Treppen hinauf und hinunter, bis ich mich übergab, und lief dann wieder weiter“, schrieb der Bergsteiger aus den USA in seinem Buch „Kiss or Kill“: „Ich zerstörte Beziehungen, um mich an das Gefühl des Scheiterns und Opferns zu gewöhnen (was viel leichter war, als sie zu pflegen).“ Twight, heute 62 Jahre alt, gehörte in den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu den besten Bergsteigern der Welt – und zu den exzentrischsten.

Selbst seine Seilpartner – wie Kletterlegende Jeff Lowe 1986 bei zwei gescheiterten Versuchen am Südpfeiler des 7861 Meter hohen Nuptse, unweit des Mount Everest – zeigten sich irritiert über die provokanten Artikel des „Bergsteiger-Punks“: „Es kommt mir vor, als wären wir nicht mal auf derselben Route gewesen“, sagte Lowe, der 2018 an einer seltenen Nervenkrankheit starb.

Twight zeichnete von sich das Bild eines Berggetriebenen: „Ich kann meine Gier nicht abschalten. Ich verlange mir immer mehr ab. Jede erfolgreiche Klettertour ist Wasser auf einen kleinen Samen der Unzufriedenheit. Es hätte zu viel sein können, aber es kann nie genug sein.“ Das Suchtverhalten am Berg wurde inzwischen auch wissenschaftlich untersucht. „Für Personen, die in diesem Bereich Suchtcharakteristika aufweisen, ist das Bergsteigen das einzig Wichtige im Leben.

Alles andere wird vernachlässigt, auch das soziale Umfeld“, sagt Katharina Hüfner, Professorin für Sportpsychiatrie an der Medizinischen Universität Innsbruck. „Obwohl man die Intensität des Bergsteigens reduzieren will, schafft man es nicht, sondern macht weiter, selbst wenn man verletzt ist. Und pausiert man doch einmal, empfindet man das als Entzug. Man wird reizbar und unruhig.“ Das seien eindeutig Merkmale, wie man sie auch bei anderen sogenannten stoffungebundenen Süchten wie etwa der Spiel-, Kauf- oder Sexsucht vorfinde, so die 47 Jahre alte Wissenschaftlerin.

Univ.-Prof. PD Dr. Katharina Hüfner

Skitouren-Gehen.
Psychiatrie-Professorin Katharina Hüfner entspannt sich beim Skitouren-Gehen. Foto: Archiv Katharina Hüfner

Hüfner hatte eine Studie ihrer Doktorandin Leonie Habelt betreut. Das Ergebnis war im August 2022 veröffentlicht worden und hatte über die Bergszene hinaus für viel Aufsehen gesorgt. Der Grund: „Bergsucht“ wurde als medizinisches Phänomen definiert.

„Die wichtigste Erkenntnis unserer Studie ist, dass regelmäßiges und extremes Bergsteigen charakteristische Eigenschaften von Verhaltenssüchten aufweisen kann“, heißt es in der Publikation der Forschenden um Leonie Habelt.

Leonie Habelt

Leonie Habelt
Leonie Habelt

hat im Rahmen ihrer Dissertation untersucht, ob auch beim Bergsteigen negatives Suchtverhalten entstehen kann. Titel des Papers: Why do we climb mountains? An exploration of features of behavioural addiction in mountaineering and the association with stress-related psychiatric disorders.

Von der Staublunge zur Facebook-Gruppe

Bergsucht tauchte bereits vor über 450 Jahren in einer medizinischen Abhandlung auf, allerdings in anderem Zusammenhang. Der Schweizer Arzt Theophrastus von Hohenheim, bekannter unter dem Namen Paracelsus, beschrieb damit im Jahr 1567 eine der ältesten, bekanntesten Berufskrankheiten: die bei Bergleuten damals häufig auftretende Staublunge. Auch in den nächsten beiden Jahrhunderten hielt sich diese Bedeutung von Bergsucht.

So findet sich auch noch im ersten Großwörterbuch der deutschen Sprache, dem 1774 erschienenen „Grammatisch-kritischen Wörterbuch der hochdeutschen Mundart“, direkt hinter dem Punkt Bergsturz der Eintrag Bergsucht: „eine Art Lungensucht, welche die Bergleute von der ungesunden Luft oder dem metallischen Staube in den Bergwerken sehr häufig bekommen“. Es ging also nicht ums Bergsteigen, wenn man damals über die Bergsucht sprach. Das änderte sich spätestens, als Hans Kammerlander 1999 sein Buch „Bergsüchtig“ veröffentlichte.

Der Südtiroler Bergsteiger bestieg zwölf der 14 Achttausender ohne Flaschensauerstoff, sieben davon mit Reinhold Messner. In seinem Buch beschreibt Kammerlander das „berauschende“ Gefühl nach einem Gipfelerfolg: „Man sagt, das sei die Ausschüttung von Endorphinen, von körpereigenen Eiweißstoffen mit schmerzstillender Wirkung, die Glücksgefühle hervorrufen. Davon kann man, so heißt es, süchtig werden.

Wenn dem so ist, dann bin ich irgendwann in diesen Jahren zwischen den Alpen und den Himalaya-Gipfeln süchtig geworden – bergsüchtig.“ Heute ist das Internet voll mit Berichten von „Bergfexen“, die sich selbst als bergsüchtig bezeichnen und damit vor allem ihre Leidenschaft für die Berge meinen. Als Aufdruck findet sich das Adjektiv auf T-Shirts, Tragetaschen, Kissen oder Kaffeetassen. Die deutschsprachige Facebook-Gruppe „Bergsüchtig“, in der Bergsteiger und Bergwanderer ihre Erlebnisse unter Gleichgesinnten teilen, zählt mehr als 100.000 Mitglieder.

Nicht wie süchtig nach Schokolade

Weil der Begriff bislang umgangssprachlich positiv besetzt sei, hätten viele die Studie zur Bergsucht „möglicherweise falsch interpretiert“, sagt Sportpsychiaterin Hüfner. Für die Mehrheit stehe bergsüchtig für etwas, was sie gerne mögen, „etwa wie süchtig nach Schokolade“. Was daran schlecht sein soll, habe sich diesen Menschen nicht erschlossen, so die Wissenschaftlerin.

Ziel der Studie war es herauszufinden, ob „Bergsucht“ nur ein geflügeltes Wort oder auch ein reales medizinisches Phänomen ist. „Unser Ansatz war, dass man durch das Erreichen eines Gipfels ebenso Belohnungs- und Glücksgefühle erleben kann wie etwa beim Spielen. Wir haben uns gefragt, wie groß das Suchtpotential im medizinischen Sinne beim Bergsport ist“, erklärt Hüfner.

Leonie Habelt, die Erstautorin der Studie, startete eine Umfrage: in Alpenvereinen, Bergführer- Organisationen, Fachmedien und bergsportaffinen Facebook-Gruppen. Eingeladen waren Personen, die sich selbst als regelmäßige oder sogar extreme Bergsteigerinnen und Bergsteiger bezeichnen. „Regelmäßig“ stand dafür, dass jemand einen oder mehrere Gipfel pro Woche erreichte. „Extrem“ bedeutete Aktivitäten außerhalb gekennzeichneter oder gesicherter Bergzonen sowie Expeditionen mit höherem Risiko und größeren technischen Anforderungen.

Es wurde nicht zwischen Profis und Breitensportlern unterschieden. In die Studie gingen die Antworten von 335 Personen ein, 88 von ihnen wiesen medizinische Suchtkriterien in Bezug auf Bergsport auf. Das bedeute jedoch nicht, dass nun jeder vierte Bergsteiger süchtig sei, stellt Katharina Hüfner klar: „Die Frage war, ob es überhaupt eine Bergsucht gibt, nicht wie häufig sie auftritt. Unsere Umfrage war nicht repräsentativ, und sie beruhte auf einer Selbsteinschätzung der Teilnehmenden.“

Um diese als Bergsüchtige einzustufen, orientierten sich die Forschenden weitgehend an den Faktoren, mit denen allgemein Sportsüchtige identifiziert werden: Man wendet immer mehr Zeit für den Sport auf, steigert kontinuierlich die Intensität, auch über das Maß hinaus, das man eigentlich selbst angestrebt hatte. Man verliert die Kontrolle: Der Sport wird wichtiger als Beruf oder auch soziale Bindungen. Man macht immer weiter, obwohl einem eigentlich bewusst ist, dass man sich schadet, sowohl körperlich als auch psychisch.

Sportsucht noch nicht offiziell als krankhafte Störung anerkannt

Das Phänomen der Sportsucht wurde 1970 eher beiläufig entdeckt. Der New Yorker Arzt Frederick Baekeland hatte untersuchen wollen, ob viel Sport den Tiefschlaf fördert. Er bot passionierten Läufern, die täglich trainierten, Geld an. Als Gegenleistung sollten sie einen Monat lang auf ihren Sport verzichten. Die meisten lehnten ab, selbst wenn der Wissenschaftler ihnen hohe Beträge bot. Baekeland prägte den Begriff „exercise addiction“, Bewegungssucht.

Der Arzt Frederick Baekeland prägte den Begriff „exercise addiction“, Bewegungssucht, die er zuerst bei passionierten Läufer:innen feststellte. Foto: Alex Gorham

Inzwischen gibt es mehr als 1000 wissenschaftliche Artikel zu dem Phänomen. In den letzten Jahren nahm die Forschung dazu immer mehr an Fahrt auf. Dennoch ist sie eine eher junge Disziplin. „Wir sind noch so früh im Stadium der Forschung, dass wir nicht einmal Therapieformen testen konnten“, sagt Flora Colledge, Sportwissenschaftlerin an der Universität Luzern. „Es gibt noch keine klinische Studie zur Sportsucht-Therapie.“

Das sei ein Grund, warum die Sportsucht – im Gegensatz zur Spielsucht und Wettsucht – noch nicht offiziell als psychiatrische Krankheit anerkannt sei. Es gebe jedoch Hinweise, dass eine sogenannte kognitive Verhaltenstherapie hilfreich sein könne, erklärt die Wissenschaftlerin, die sich seit Jahren mit Sportsucht beschäftigt: „Dabei lernt man mit seinen Gefühlen rund um den Sport anders umzugehen. Man versucht, das Pensum langsam zu reduzieren, um mit den damit verbundenen Gefühlen klarzukommen.“

Ein völliger Sportentzug wie etwa bei einer Alkoholsucht mache keinen Sinn: „Menschen brauchen Sport, komplette Abstinenz geht also gar nicht.“

Einzelsportler eher gefährdet

Mit der Zahl der Studien wuchs auch die Zahl der möglichen Erklärungen für Sportsucht. Die einen können nicht mehr ohne die „Glückshormone“ leben, die beim Ausdauersport ausgestoßen werden und etwa beim Laufen zum sogenannten „Runners High“ führen. Andere rutschen in die Sportsucht, weil sie einschneidende biographische Ereignisse wie Schicksalsschläge kompensieren wollen.

Wieder andere werden als „Eskapisten“ eingestuft, die sich auf der Flucht vor dem Alltag in den Sport stürzen. Auch ein Zusammenhang mit Persönlichkeitsmerkmalen wurde nachgewiesen. So finden sich unter Sportsüchtigen überproportioniert Narzissten und Perfektionisten. Und dann gibt es auch noch die vielen Fälle, in denen die Sportsucht zusammen mit anderen Krankheiten auftritt, wie Essstörungen oder einer teilweise bis ins Wahnhafte gesteigerten Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper.

Einzelsportler seien gefährdeter, „weil sie im Gegensatz zu Mannschaftssportlern die Kontrolle darüber haben, wie viel sie machen und wie häufig“, sagt Expertin Colledge. „Bei bestimmten Bergsportarten ist das Suchtpotential definitiv gegeben. Man kann sie allein ausüben, sie sind mit vielen Stunden mittlerer Anstrengung verbunden, ohne dass lange Pausen nötig sind.“ Colledge ist selbst als Extremsportlerin mit einer Profilizenz in den Bergen unterwegs.

Die Wissenschaftlerin Dr. Flora Colledge nach dem Sieg beim Norseman in Norwegen. Sie ist Weltmeisterin im Extrem-Triathlon. Foto: Pauline Monasterska

Die 37 Jahre alte Britin gewann im vergangenen August in Norwegen den „Norseman“ und darf sich seitdem XTri-Weltmeisterin nennen. XTri steht für Extrem-Triathlon. Neben der Ironman-Distanz-3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,2 Kilometer Laufen – kommt als zusätzliche Herausforderung das bergige Profil der Strecke hinzu: Beim Norseman sind auf dem Rad rund 3000 Höhenmeter zu bewältigen, der Wettbewerb endet mit dem Zieleinlauf des Marathons auf dem 1883 Meter hohen Gipfel des Gaustatoppen.

„Ich habe nicht das Gefühl, dass ich sportsuchtgefährdet wäre“, sagt Colledge. Dabei trainiert sie im Schnitt 25 Stunden in der Woche. In ihren Studien hat die Wissenschaftlerin einen Schwellenwert von sieben Trainingsstunden pro Woche ermittelt, ab dem es zu Sportsucht kommen kann. Wie geht das zusammen? „Sport darf eine zentrale Rolle im Leben spielen, aber nicht die einzige Priorität sein“, erklärt Colledge.

Menschen mit einer Sportbindung wie sie selbst hätten klare Ziele, kämen im Gegensatz zu Süchtigen aber auch mit Trainingspausen gut klar. „Dann für einen Tag auszusetzen ist in Ordnung und führt nicht zu Entzugserscheinungen. Sportsüchtige dagegen berichten von heftiger Angst und schweren depressiven Symptomen bis hin zu Suizidgedanken, wenn sie nicht regelmäßig trainieren können.“

Neigung zu psychiatrischen Störungen

Einen starken Zusammenhang mit anderen psychiatrischen Störungen fanden auch die Innsbrucker Forschenden um Leonie Habelt in ihrer Bergsucht-Studie. 22,1 Prozent der Befragten, die der Gruppe der Bergsüchtigen zugeordnet wurden, berichteten über Essstörungen. Der Wert lag fast viermal höher als jener in der Kontrollgruppe (5,7 Prozent).

Ebenfalls sehr hoch waren die Unterschiede bei depressiven Symptomen (21,6 Prozent der Bergsüchtigen vs. 7,7 Prozent der übrigen) und Angstsymptomen (20,5 Prozent vs. 8,5 Prozent). „Am meisten überrascht hat mich, wie viele der Befragten ihre psychiatrischen Erkrankungen selbst benannt haben. Man geht ja eigentlich davon aus, dass die Leute, die in die Berge gehen, wahnsinnig gesund sind“, sagt Professorin Hüfner, die die Studie betreute.

Nachdem die Studie veröffentlicht worden war, hätten sich auch besorgte Menschen aus dem Umfeld von Bergsportlern gemeldet. „Sie sagten, ihre Verwandten oder Freunde trieben den Bergsport so exzessiv, dass es ihnen nicht mehr guttue. Sie nähmen psychisch und körperlich Schaden.“ Neben den psychiatrischen Störungen traten bei den Bergsüchtigen auch stoffgebundene Abhängigkeiten deutlich häufiger auf. So erwähnten 26,1 Prozent der Befragten Alkoholmissbrauch (11,7 Prozent in der Kontrollgruppe), 10,2 Prozent (4,5 Prozent) den Konsum illegaler Drogen, meist Marihuana.

Auf der Suche nach dem Kick

Weniger überraschend war das Ergebnis, dass Bergsüchtige eine erhöhte Risikobereitschaft zeigten und eher zu „Sensation Seeking“ neigten, der Suche nach immer wieder neuen Erfahrungen mit intensiven Eindrücken. „Viele gaben an, dass sie sich bewusst in Gefahr begeben“, berichtet Hüfner, schränkt jedoch ein: „Leute, die sehr viel am Berg machen, gehen häufiger Risiken ein. Aber was für den einen als Ausnahme erscheinen mag, ist für den anderen Alltag.“

Marco Waltenspiel und Georg Lettner springen von der Drachenwand mit ihren wingsuits während dem Sonnenuntergang am Mondsee, Österreich. Foto: Wolfgang Lienbacher / Red Bull Content Pool

Eine Anfang 2023 veröffentlichte Studie der walisischen Universität Bangor über die Motive von Bergsteigern und traditionellen Kletterern sieht sogar einen positiven Effekt des Sensation Seeking – wenn auch nur einen vorübergehenden. „Menschen, die das Gefühl haben, wenig Kontrolle über ihr tägliches Leben zu haben, die sich als ,Bauer im Schachspiel‘ fühlen“, so Sportpsychologe Marley Willegers, „können von Risikosportarten angezogen werden, bei denen sie in der Lage sind, starke Emotionen wie Angst zu kontrollieren und bei denen sie Handlungen ausführen können, die über Erfolg oder Tod entscheiden.“

Diese emotionale Kontrolle nähmen die Berg-Risikosportler dann auch zunächst mit in ihren Alltag. Dies gestalte sich jedoch schwieriger, „je länger sie sich von ihrer Bergaktivität fernhalten“. Die Folge: Sie kehren zum extremen Bergsport zurück und folgen ihrer Sucht: immer höher, immer schwieriger, immer schneller. Grund zur Panik sieht Katharina Hüfner trotz der Ergebnisse der Innsbrucker Bergsucht-Studie nicht.

„Es ist ein Randproblem. Unsere Gesellschaft hat das Problem, dass sich die Menschen zu wenig bewegen, nicht zu viel“, sagt die Wissenschaftlerin. „Das Problem Sportsucht und erst recht das Unterproblem Bergsucht sind vor diesem Hintergrund absolut zu vernachlässigen. Es gilt weiterhin: Bewegung ist gesund für Körper und Psyche, und Bewegung in der Natur ist wahrscheinlich noch gesünder.“

Betroffene Bergsportlerinnen und -sportler dürften ihre Verhaltensstörung jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen, findet Hüfner: „Wenn jemand Zeichen einer Sucht aufweist, fühlt er oder sie sich meistens nicht gut, sondern schlecht. Und immer wenn es Leuten schlecht geht, muss man es auch behandeln. Eine Sucht im medizinischen Sinne ist niemals etwas Positives.“

Literatur