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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Bergundsteigen im Gespräch mit Berufsjäger Maximilian Kofler

Christina Schwann traf ihren Gesprächspartner Max Kofler bei der Rotwildfütterung.

Konflikte zwischen Jägern, Grundeigentümern, Förstern und Freizeitsportlern bleiben nicht aus und spitzen sich in manchen Regionen regelrecht zu. Das Sellraintal in Tirol ist eines der lohnendsten und damit auch eines der am stärksten frequentierten Skitourengebiete in den Alpen. 

Wir wollten es nun genau wissen: Warum stellt der Freizeitsportler ein so großes Problem für das Wild dar? Von welchen Wildarten sprechen wir überhaupt? Was kann man als Skitourengeher bzw. Bergsportler besser machen, welche Lösungsansätze gibt es und wie wird die bereits bestehende Skitourenlenkung im Sellraintal angenommen?  

Einer, der es wissen muss, ist Maximilian Kofler, Berufsjäger im 4.500 ha großen Revier Lüsens im Sellraintal. In seinem großen alpinen Gebiet kommen alle Wildarten vor, die es in Tirol gibt, angefangen von Rot- und Rehwild im Waldbereich, Raufußhühnern im Bereich der Waldgrenze bis hinauf auf über 3.000 m Höhe. Im alpinen Bereich trifft man auf Stein- und Gamswild. Fuchs, Hase und Murmeltier grüßen einander. Der Adler ist heimisch, Bartgeier und sogar Gänsegeier kommen zeitweise auf Besuch. Große Beutegreifer wie Luchs, Wolf und Bär durchstreifen das Gebiet gelegentlich. 

Als Berufsjäger und damit Jagdschutzorgan hat Maximilian Kofler im Revier vielfältige Aufgaben: Er ist dafür verantwortlich, dass das Jagdgesetz, aber auch andere Gesetze, wie etwa das Naturschutzgesetz, das Forstgesetz etc., eingehalten werden. Er ist für die Wildzählung und die Winterfütterung zuständig, er hat darauf zu achten, wie sich die Wildbestände entwickeln, ob Krankheiten auftreten oder sonstige Auffälligkeiten zu verzeichnen sind. Der Schutz des Wildes beinhaltet zudem nicht zuletzt den Schutz vor Störungen von außen, wie etwa durch Freizeitsportler, inklusive einer entsprechenden Aufklärungsarbeit. 

Um Berufsjäger zu werden, muss man eine dreijährige Ausbildung inkl. einem Forstjahr absolvieren und legt im Anschluss eine Lehrabschlussprüfung ab, womit man Berufsjäger ist. Nach vier Jahren Praxis hat man die Möglichkeit, die Meisterprüfung zu absolvieren, womit man Revierjäger ist. Wo es einen Berufsjäger braucht, ist vom Gesetz her geregelt: Bei jedem Revier, das größer als 3.000 ha ist, ist ein Berufsjäger vorgeschrieben. Aber auch in kleineren Revieren leisten sich Grundeigentümer oder Jagdausübungsberechtigte manchmal einen Berufsjäger, einen Profi.

Erst nach tatkräftiger Unterstützung ging man ans gemeinsame Interview.

Berührungspunkte mit Freizeitsportlern gibt es mittlerweile ganzjährig – Winter wie Sommer. Früher war in den Monaten Dezember, Jänner, Februar praktisch niemand unterwegs, da hatte das Wild seine Ruhe. Im Winter sind vor allem sehr viele Skitourengeher und Schneeschuhwanderer unterwegs, die in Wildeinstandsgebiete hineingehen, also Gebiete, in denen das Wild den Winter verbringen soll oder muss. Vor allem bei Stein- und Gamswild, das nicht gefüttert wird, werden die Tiere durch die permanente Störung in Gebiete abgedrängt, wo sie zu wenig Nahrung finden und tatsächlich zum Großteil eingehen.    

Auch im Sommer wird Gams- und Steinwild gestört, wobei im Sommer aber die Fläche, die dem Wild zur Verfügung steht, viel größer ist und daher ein weniger großes Problem mit dem Freizeitsportler entsteht, als dies im Winter der Fall ist. 

Im Gegensatz zum Gams- und Steinwild wird Reh- und Rotwild in Tirol gefüttert. In den Fütterungsbereichen sollte so wenig Störung wie möglich stattfinden. Vor allem das Rotwild ist extrem vorsichtig und es kann vorkommen, dass die Hirsche die Fütterung nach einer Störung für ein bis zwei Tage komplett meiden.

Viele Freitzeitsportler sind zudem mit Hunden unterwegs. Ein massives Problem, denn viele haben ihren Hund nicht im Griff. Wenn ein Tier flüchtet, löst dies beim Hund den Instinkt aus, diesem zu folgen. Ob er es dann auch reißt oder nicht, ist eine andere Geschichte. Jedenfalls treibt er es durch den Wald und über das Gelände.

Abgesehen davon boomt das Paragleiten. Immer kleinere und leichtere Schirme ermöglichen die problemlose Mitnahme auf Berg- oder Skitour und den Flug ins Tal. Die „Bedrohung aus der Luft“ ist z.B. für die Gams massiv und lässt sie in Panik flüchten. 

Dasselbe passiert bei Hubschrauberflügen nahe der Hangflanke und insbesondere beim Überfliegen von Hangkanten, wenn das Rudel dahinter im vermeintlich geschützten Bereich steht. 

Früher zog das Rot- und Rehwild im Winter von den Bergwäldern in die Auengebiete der Tallagen. Diese Aulandschaften wurden bei uns durch den Siedlungs- und Wirtschaftsraum praktisch komplett verdrängt, sodass das Wild keine Ausweichmöglichkeiten mehr hat. Es muss im Bergwald bleiben und verursacht durch die Nahrungsknappheit Verbiss- und Schälschäden an Bäumen. Dies wiederum schwächt Schutz- und Bannwälder und eine Naturverjüngung kommt praktisch nicht auf. Aus diesem Grund ist die Fütterung von Rot- und Rehwild in Tirol per Jagdgesetz verpflichtend.


Der Großteil der Menschen geht nicht wissentlich in eine Fütterung hinein. Der Skitourengeher hat kein Kartenmaterial zur Verfügung, auf dem die Wildfütterungen und die Winterlebensräume eingezeichnet sind. Daher ist die Verbesserung der Information auf jeden Fall ein Ansatz, an dem man arbeiten muss, damit der Tourengeher schon in der Planungsphase seine Tour entsprechend ausrichten kann – ähnlich wie man eine Tour nach der ausgegebenen Lawinensituation plant.  

Wenn ich Tourengeher in unmittelbarer Umgebung einer Fütterung antreffe, versuche ich, aufklärend zu wirken – sprich warum wird gefüttert, welches Störungspotenzial ist gegeben etc. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass rund 90 % auf jeden Fall einsichtig sind, das Gebiet verlassen und sich in Zukunft fernhalten. Allerdings kommt immer wieder die berechtigte Frage auf, warum die Fütterungen nicht entsprechend im Gelände gekennzeichnet werden. Hier sind vor allem Grundeigentümer, Politik und auch Vereine, wie etwa der Alpenverein, gefragt.

Die Rotwildfütterung, die wir gemeinsam mit Maximilian Kofler betreten durften, ist übrigens mittels temporärem Sperrgebiet im Gelände mit entsprechenden Tafeln gekennzeichnet und unterliegt einem strikten Betretungsverbot, dessen Übertretung auch geahndet werden kann. 

Die Projekte sind ganz, ganz wichtig. Ich bin sehr froh, dass es diese bei uns in Tirol jetzt gibt – eigentlich hat es viel zu lang gedauert, bis sie gekommen sind. Die Erfahrungen sind sehr positiv. Aber das Ganze ist noch nicht ausgereift. Man muss nach wie vor daran arbeiten. Vor allem muss das Gamswild mehr einbezogen werden. Aktuell werden nur Raufußhühner und Rot- und Rehwild bei Fütterungen berücksichtigt. 

Generell sind die Projekte aber sehr positiv zu bewerten und ohne solche Lenkungsmaßnahmen geht es meines Erachtens in Zukunft nicht mehr. Ein paar wenige Leute nützen diese Information aber auch aus und gehen gezielt in die ausgewiesenen Schutzzonen, weil sie Wildtiere beobachten wollen. Ein schaler Beigeschmack.

Zu den Rauhfußhühnern zählt Auer- und Birkwild sowie das Schneehuhn. Das Schneehuhn, im Winter bestens durch das weiße Federkleid getarnt, kommt bis auf über 3.000 m Höhe vor und lässt sich gerne einschneien. Es hat eine sehr kurze Fluchtdistanz, d.h. es fliegt erst im letzten Moment auf. Generell kommt das Schneehuhn mit Störungen besser zurecht als Auer- und Birkwild. Die großen Vögel (ein Auerhahn kann bis zu 5 kg wiegen) sind schlechte Flieger und flüchten daher immer hangabwärts. Um wieder zurück in ihr Versteck zu kommen, müssen sie sich mühsam zu Fuß durch den Schnee aufwärts kämpfen. Kommen Störungen allzu oft vor, verbrauchen sie schlicht zu viel Energie und verenden.

In der Skitourenregion Sellraintal wird das Lenkungsprojekt „Bergwelt Tirol – Miteinander erleben“ umgesetzt. Hier die Infotafel am Parkplatz Lüsens mit dem Lüsener Fernerkogel im Hintergrund.

Die Gams ist unsere ursprünglichste Wildart, die ohne Fütterung überleben muss. Durch eine ständige Störung kommt es zu großen Ausfällen, weil die Tiere schlicht verhungern. Wenn man selbst einmal gesehen hat, wie so ein Tier verhungert und stirbt, dann kann man sich ausmalen, warum es mir ein so großes Anliegen ist, dass auch für die Gams etwas getan wird und noch viel mehr getan werden muss.

Gams- und Steinwild sind seit jeher Bewohner des alpinen Bereichs, bestens an das karge Leben im Hochgebirge angepasst und Symbole für den Alpenraum. Gams- und Steinwild wird nicht gefüttert. Die Strategie, um den Winter zu überleben, liegt im Energiesparen. Jegliche Beunruhigung führt zu kräfteraubender Flucht und Verbrauch von viel Energie. Im Gegensatz zum Kalk zeigt die Gams im Urgestein einen wesentlich höheren Fluchtweg, bis zu einem Kilometer, was mit den weiten offenen Flächen ohne Deckung zu tun hat.


Wenn das passiert, dann habe ich jedenfalls schon etwas falsch gemacht – zumindest hier im Sellraintal, wo durch das Lenkungsprojekt ausreichend Information zur Verfügung steht. Sollte es dennoch passieren, dann lautet die klare Empfehlung: Das Gebiet umfahren und verlassen und sich dabei normal verhalten – sprich: nicht irgendwo in Deckung gehen. Keinesfalls stehenbleiben, Tiere beobachten oder ihnen nachgehen. 

Ich glaube, es hat immer mit den handelnden Personen auf beiden Seiten zu tun. Man sollte die Sache immer eher sachlich und besonnen angehen. Aber es kommt schon auch vor, dass man von Freizeitsportlern beschimpft wird. Ist man aber in einem bestimmten Alter, dann kann man das abfedern. 

Selbstverständlich, ich bin selber Naturnutzer und Freizeitsportler, nicht nur Jäger. Ich habe vollstes Verständnis, dass die Leute raus müssen aus der Stadt, ins Gelände wollen. Aber dazu braucht es eben diese begleitenden Maßnahmen, denn das Wild war schon früher da und ich möchte es schon so haben, dass es auch die nächsten Generationen von uns noch weitervererbt bekommen. Wir sind jetzt allerdings auf einem so hohen Frequenzlevel, dass gewisse Wildarten sich extrem schwertun und vor dem Aussterben stehen, eben weil zu wenig Rücksicht auf die Tiere genommen wird. Und das Tier hat leider keinen Vertreter – außer dem Jäger und diesem wird angeheftet, er würde das nur tun, um mehr Wild erlegen zu können, was aber nicht der Fall ist. 

Max Kofler bei seiner täglichen Arbeit in der Fütterung.

In meinem Revier geht mir vor allem die Situation des Gamswildes extrem nahe. Ich habe die Bestände über 25 Jahre durchgehend beobachtet und es ist dramatisch, wie stark hier die Rückgänge sind. Der Gesamtzustand der Tiere ist sehr schlecht geworden. Der Ausfall ist extrem hoch. Da muss in Zukunft viel passieren – auch von Seite des Grundeigentümers. 

Es ist eine Summe von vielen Faktoren. Hier spielen vor allem Krankheiten eine Rolle, die u.a. von Haustieren (z.B. Moderhinke, Räude) eingeschleppt werden. Der schlechte Gesamtzustand in Kombination mit der ganzjährigen Beunruhigung setzt den Tieren sehr zu. Wir sprechen heute von wirklich 360 Tagen im Jahr – Tag und Nacht – sprich: Mondscheinskitouren oder mit Stirnlampe unterwegs zu sein, was übrigens auch stark auf das Eisklettern zutrifft. Das nimmt Formen an, die kann man nicht mehr unterstützen. 

Ja, die Gams kann genau einschätzen, auf welche Distanz sie den Feind – wenn man den Freizeitsportler als solchen bezeichnen möchte – heranlassen darf, bevor sie flüchten muss. Im Normalfall haben die Tiere eine Fluchtdistanz von 200 bis 300 Meter. Wenn man ihnen nicht folgt, dann sichern sie zwar, bleiben aber ruhig stehen und beobachten. Sprich, bleibt man auf Wegen, Steigen und bestehenden Routen, hat das Wild kein großes Problem damit – ein Miteinander ist also durchaus möglich, wenn die Grenzen beachtet werden. 

Wenn in Gebieten gejagt wird, in denen das Wild offensichtlich mitbekommt, dass der Mensch dort jagt, dann zeigen die Tiere generell eine größere Fluchtdistanz. Durch den Abschussplan gibt es gesetzliche Vorgaben, die die Jäger erfüllen müssen, wodurch es passiert, dass Distanzen nicht immer eingehalten werden können und auch einmal weiter geschossen werden muss. Aber das ist ein sehr komplexes Thema.

Der Abschussplan wird jährlich nach der Größe und der Lage des Reviers, dem Geschlechterverhältnis und eventuellen Waldschäden (Wald vor Wild) für jede Wildart erstellt und verpflichtend vorgegeben. In Summe soll ein angemessener Wildbestand erzielt werden, der dem Interesse der Landeskultur entspricht. Die Abschusszahlen werden im Zuge der Trophäenschauen überprüft. Wird der Abschussplan nicht erfüllt, drohen Strafen.

Wo immer Menschen handeln, gibt es solche und solche. Auf beiden Seiten gibt es manchmal welche, die überreagieren. Aber das bringt uns in der Sache überhaupt nicht weiter. Es geht nur mit einem Miteinander. 

Ich bin der Meinung, es braucht in jedem Gebiet eine Skitourenlenkung, der eine entsprechende Feststellung der Wintereinstandsgebiete vorausgeht. Alle Naturnutzer müssen sich zusammensetzen und ganz normal und unaufgeregt mittels Kartenmaterial darlegen, wo die sensiblen Gebiete sind. Das Informationsmaterial muss dem Freizeitnutzer zur Verfügung gestellt werden. Das ist das Um und Auf, das braucht es flächendeckend – außer freilich dort, wo es keine Freizeitnutzer gibt. 

Das ist sicher sehr wichtig. Jeder, der die Natur nutzt und auch eine Ausbildung in diese Richtung macht, sollte auf die Problematik hingewiesen und entsprechend geschult werden.

Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher: Die Gams hat das Gespür für Lawinen. Ich habe das über die Jahrzehnte beobachtet, schließlich bin ich hier aufgewachsen und ständig in den Bergen unterwegs. Zum Beispiel konnte ich mehrfach beobachten, dass sie einen Hang einzeln queren, wenn sie offensichtlich spüren, dass die Belastung des gesamten Rudels für die Schneedecke zu groß ist. Sie halten also Entlastungsabstände. Wie sie sich das untereinander ausmachen, weiß ich natürlich nicht, wobei besonderer Bedeutung der erfahrenen Leitgams zukommt.

Sicher. Wenn ich sehe, dass das Gamsrudel ihren Winterlebensraum, ihre Äsungsflächen, verlässt, dann ist das für mich ein Zeichen, dass sich hier irgendetwas tut. Vor allem im Frühjahr, wenn die Schneedecke feuchter wird, zieht die Gams dort weg. Ich kann also davon ausgehen, dass an dieser Stelle eine Lawine abgehen wird – und meistens ist es dann auch so. 

Christina Schwann und Peter Plattner bedanken sich für das Gespräch.


 

Alle Fotos: argonaut.pro