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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?

Der Einfluss von Permafrost- und Gletscherrückgang auf Sturzprozesse im Hochgebirge

Abb. 1a Fotoansicht vom Felssturz im Stubaital (siehe Abb. 1b). Foto: Lukas Prandstätter

Während der Zusammenhang zwischen Gletscherrückgang und steigenden Temperaturen in den Alpen gut dokumentiert ist, gibt es bisher deutlich weniger Informationen zum Einfluss des Klimawandels auf Sturzprozesse wie Stein- und Blockschlag sowie Fels- und Bergstürze im Alpenraum.

Ein Zusammenhang zwischen der Zunahme von Sturzprozessen und Permafrost- sowie Gletscherrückgang lässt sich vermuten, aber vieles ist noch unklar. Nicht überall, wo sich Gletscher zurückziehen oder Permafrost auftaut, „brechen die Berge zusammen“.

Auch in Regionen ohne Permafrost oder Gletscherrückgang gibt es instabile Hänge, wie zum Beispiel am Hochvogel an der österreichisch-deutschen Grenze oder in der Bärenklamm in Mixnitz, Österreich, wo ein Felssturz mehrere Wanderer tötete.

Es stellen sich nun folgende Fragen: Wann und wo passieren solche Ereignisse? Welche Rolle spielt dabei der Klimawandel? Gibt es eine Möglichkeit, solche Ereignisse vorherzusagen?

Abb. 1b Geländeschummerung mit den Höhenänderungen 2006–2017 von einem Felssturz im Stubaital (Fotoansicht in Abb. 1a). Den Ausbruch erkennt man an den negativen Höhenänderungen (Rottöne) und die Ablagerung der Gesteinsmassen unterhalb durch positive Höhenänderungen (Blautöne).

Was sind Sturzprozesse überhaupt?

Zunächst bedarf es einer Erklärung geologischer Begriffe, um Unklarheiten zu vermeiden. In den Medien werden die Arten von „gravitativen Massenbewegungen“ oft vermischt und falsch dargestellt, so dass die dahinterliegenden Prozesse nicht richtig eingeordnet werden können und vertauscht werden.

Gravitative Massenbewegungen umfassen Fest- und Lockermaterial, das sich durch die Schwerkraft hangabwärts bewegt. Entscheidend ist dabei, wie sich das Material bewegt (also die Versagensart): Es wird zwischen Fließen, Gleiten (Rutschen), Kippen oder Stürzen einer Locker- oder Festgesteinsmasse unterschieden.

Dieser Text konzentriert sich auf Sturzprozesse im Felsgestein. Bei Sturzprozessen bewegt sich das Material im freien Fall, rollt oder springt mit hoher Geschwindigkeit hangabwärts. Je nach Größe der Komponenten werden Stein- und Blockschlag (einzelne Steine bzw. Blöcke), Felsstürze (mehrere tausend Kubikmeter) und Bergstürze (ab einem Volumen von einer Million Kubikmetern) unterschieden. Dabei gilt: Je größer das Volumen, desto weiter kommen die Gesteinsmassen und desto verheerender sind die Folgen.

Permafrost im Fels

Permafrost bedeutet eine dauerhafte Felstemperatur unter null Grad. Das Auftreten von Permafrost hängt von der Hangexposition, der Sonneneinstrahlung und der Höhe ab. Ganz grob kann man sagen, dass Permafrost in Nordhängen oberhalb von ca. 2400 m–2600 m und an Südhängen oberhalb von 3000 m auftreten kann. Taut der Permafrost im Fels auf, verändern sich die felsmechanischen Eigenschaften. Durch das Auftauen verliert der gefrorene Fels seine bindende Wirkung, was die Stabilität des Felses verringert. Gleichzeitig kann das Eindringen von Wasser in Klüfte und Spalten zu einer Erhöhung des Porendrucks führen und auch Frost-Tau-Zyklen können zur weiteren Rissbildung und Schwächung der Felsstrukturen beitragen. Alle diese Faktoren führen zu einer Destabilisierung von Felsflanken, was in weiterer Folge zu einer Erhöhung der Anfälligkeit von Sturzprozessen führt.

Warum passieren Sturzprozesse?

Die Frage, warum bestimmte Felsflanken „zusammenbrechen“, also versagen, und andere, augenscheinlich gefährdetere Bereiche stabil bleiben, lässt sich nicht ad hoc beantworten, denn es ist kompliziert, sehr kompliziert.

Die Anfälligkeit für Sturzprozesse wird durch eine komplexe Wechselwirkung zwischen der Topografie, der vorliegenden geologischen Situation, den meteorologischen und klimatologischen Bedingungen, den jeweils vorherrschenden glazialen Prozessen sowie den Eigenschaften des Felses bestimmt.

Über lange Zeiträume verändert sich die Festigkeit einer jeden Felsflanke und Sturzprozesse sind „normale“ geologische Prozesse, die zum Abtrag und Erosion eines Gebirges führen. Wenn im geologischen Sinne von „langen Zeiträumen“ gesprochen wird, sind damit Tausende bis Millionen von Jahren gemeint.

Im Vergleich dazu hat der durch den Menschen verursachte Klimawandel in den letzten Jahrzehnten zu sehr schnellen Veränderungen geführt. Der Klimawandel hat verschiedene Folgen, die sich negativ auf die Stabilität von Felsflanken auswirken, wie den Rückzug von Gletschern, das Auftauen von Permafrost, extreme Niederschlagsereignisse und plötzliche Schneeschmelzen.

Abb. 2 Karte des Untersuchungsgebietes mit den Felsflächen oberhalb der Waldgrenze, in denen Felsausbrüche auftreten können, und den identifizierten Felsausbrüchen.

Um nun sagen zu können, ob es eine Zunahme von Sturzereignissen durch den Klimawandel gibt, müssen wir erst mal wissen wie viele es vorher schon gegeben hat. Dafür wären langjährige Messreihen notwendig, die es leider nicht gibt, da Sturzprozesse nie systematisch und flächendeckend erfasst wurden.

Was jedoch möglich ist, ist zu untersuchen, ob es mehr Sturzprozesse in Bereichen gibt, in denen die globale Erwärmung einen besonders großen Einfluss hat. In Regionen, wo der Temperaturanstieg zum Auftauen von Permafrost und zum Abschmelzen von Gletschern führt, ändern sich die Einflussfaktoren für Sturzprozesse besonders drastisch. Diese Bereiche werden nun genauer unter die Lupe genommen.

Wo entstehen Sturzprozesse?

Abb. 3a Fotoansicht vom Felssturz beim Riffelfernerkar am Kaunergrat (Lage siehe Abb. 3b–c). Foto: Christian Zangerl

In einer aktuellen Studie haben wir uns die räumliche Verteilung von Sturzprozessen in den Stubaier und Ötztaler Alpen in Tirol angeschaut. Mit Hilfe von flächendeckenden Geländemodellen von 2006 und 2017 aus Laserscandaten vom Amt der Tiroler Landesregierung haben wir ein Inventar der Felsausbrüche oberhalb der Waldgrenze erstellt (Abb. 2).

Das Geländemodell bildet die Topographie des Geländes ab und gibt für jeden Quadratmeter die Geländehöhe an. Vergleicht man die Geländemodelle von 2006 und 2017 miteinander, erkennt man, was sich in dem Zeitraum alles an der Oberfläche verändert hat. So erkennen wir zum Beispiel Block- und Felsstürze daran, dass sich die Höhe zwischen 2006 und 2017 durch das Ausbrechen von Material geändert hat und auch können wir die Höhenänderungen durch den Gletscherrückgang (Abb. 1 und Abb. 3) bilanzieren.

Abb. 3b Geländeschummerung mit den Höhenänderungen zwischen 2006–2017 vom Riffelfernerkar am Kaunergrat.

Mit Hilfe dieser Daten können nun Felsausbrüche identifiziert werden, die selbst für Expert:innen im Gelände schwer erkennbar sind. Wir konnten knapp 2000 Felsausbrüche zwischen 2006 und 2017 mit einem Volumen von mehr als 200 m³ identifizieren. Davon hatten 49 Ereignisse ein Volumen größer als 10 000 m³ und sieben Ausbrüche ein Volumen von mehr als 100 000 m³.

Abb. 3c Detailausschnitt von dem Felssturz (Lage des Ausschnitts ist als weißes Rechteck in Abb. 3b markiert). Negative Höhenänderungen (in Rottönen) entstehen durch das Abschmelzen des Gletschers und durch Felsausbrüche. Positive Höhenänderungen (Blautöne) entstehen durch die Ablagerung von Gesteinsmaterial. Durch das Abschmelzen vom Eis in dem Zeitraum 2006–2017 sind die Gesteinsablagerungen als positive Höhenänderungen nur unmittelbar unterhalb des Felssturzes und nicht am Gletscher erkennbar.

Zum Vergleich: Ein VW-Bus hat ein Volumen von etwa 19 m³. Das größte Ereignis hatte fast 200 000 m³, was etwa 10 500 VW-Bussen entspricht. Für den Einfluss des Klimawandels auf Sturzprozesse interessiert uns besonders, ob Ereignisse vermehrt dort auftreten, wo Permafrost auftaut und Eis schmilzt.

Abb. 4a Anteil der Flächen mit vermutetem Permafrost an der Gesamtfläche und der Anteil der Sturzprozesse in diesen Bereichen.

Wir haben eine Zunahme erwartet, aber die genauen Zahlen haben uns dann doch überrascht: Unsere Untersuchungen zeigen, dass 75 % aller Felsausbrüche im Bereich von auftauendem Permafrost aufgetreten sind. Der Anteil der Felsflanken, in denen Permafrost vermutet wird, beträgt jedoch nur etwa 20 % der von uns betrachteten Gesamtfläche aller Felsflanken (Abb. 4a).

Ebenso ist die Zunahme von Sturzprozessen im Zusammenhang mit dem Gletscherrückgang signifikant: 40 % aller identifizierten Felsausbrüche ereigneten sich in Felsflanken, die 1969 noch vollständig von Eis bedeckt waren.

Abb. 4b Anteil der seit 1969 eisfrei gewordenen Felsflächen an der Gesamtfläche und der Anteil der Sturzprozesse in diesen Bereichen.

Bedenkt man, dass dieser Bereich nur knapp 4 % der Gesamtfläche des Untersuchungsgebietes ausmacht, ist dies schon beachtlich (Abb. 4b). Die Ursache hierfür liegt im Fehlen der mechanischen Stabilisierung durch das Gewicht und den Druck des Eises nach dem Gletscherrückzug. Der Eisrückgang führt zu einer Veränderung der Spannungsverteilung und zu einer komplexen Neuausrichtung der mechanischen Kräfte in den betroffenen Felsflanken.

Ebenso wie beim auftauenden Permafrost spielen thermische Effekte wie Frost-Tau-Zyklen und die Erhöhung des Drucks durch das Eindringen von Wasser in die Klüfte eine Rolle. Das Vorhandensein von Permafrost und Gletscher hängt von der Höhe und Exposition ab.

Abb. 5 Verteilung der Felsflächen (potenzielle Ausbruchsflächen) und der identifizierten Felsausbrüche nach Höhenstufe (links) und Hangexposition (rechts unten). Felsausbrüche (gelb) treten innerhalb der betrachteten Felsflächen (grün) verstärkt in den nördlichen Hangexpositionen und ab einer Höhenstufe von 3000 m auf.

Diese Abhängigkeit von Hangexposition und Höhe spiegelt sich somit auch in der räumlichen Verteilung der Felsausbrüche wider. Besonders gefährdet für Sturzprozesse sind Felswände in nördlichen Sektoren und oberhalb von 3000 m. Obwohl nur 22 % der Felsflächen oberhalb von 3000 m liegen, ereigneten sich hier 75 % aller Felsausbrüche (Abb. 5).

Die Ergebnisse und Daten zeigen eindeutig einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und dem vermehrten Auftreten von Sturzprozessen im Hochgebirge. Dies stellt bereits jetzt eine enorme Herausforderung für die hochalpine Infrastruktur wie Straßen, Lifte, Hütten, Wege und alpine Routen dar. Mit steigenden Temperaturen wird diese Herausforderung noch zunehmen.

Was passiert bei Sturzprozessen?

Und wenn etwas ausbricht, was sind dann die Folgen? Zur Gefahr werden die Ausbrüche erst, wenn sich im Auslaufbereich Menschen aufhalten bzw. Infrastruktur betroffen ist. Daher ist die Abschätzung, wie weit die Sturzmassen kommen, ein wichtiges Thema in der Risikobewertung.

Je größer das Ausbruchsvolumen, desto größer ist die Reichweite der Felsblöcke. Während häufige kleine Ereignisse den unmittelbaren Bereich unterhalb des Ausbruches bedrohen, stellen (seltenere) sehr große Ereignisse ein großes Risiko durch ein hohes Zerstörungspotential und einen langen Auslauf dar.

Der Dauersiedlungsraum ist bisher nur extrem selten und indirekt von hochalpinen Sturzprozessen betroffen. Der Siedlungsraum kann durch sogenannte Kaskadeneffekte bedroht werden. Ein prominentes Beispiel ist der Bergsturz am Piz Cengalo in der Schweiz im Jahr 2017.

Hier hat ein Bergsturz im Hochgebirge durch die Aufprallenergie auf einen Gletscher innerhalb von Sekunden sehr viel Eis zum Schmelzen gebracht. Das große Ausbruchsvolumen in Kombination mit dem hohen Wassergehalt begünstigte eine sehr große Reichweite der Gesteinsmassen, welche in Form einer Mure im 6,5 km entfernten Ort Bondo Zerstörung anrichteten.

Ein weiteres hochaktuelles Beispiel für einen solchen Kaskadeneffekt ist die Zerstörung des Bergdorfes Blatten im Lötschental im Kanton Wallis Ende Mai 2025. Hier führte eine instabile Felsflanke zu der Ablagerung von großen Massen an Bergsturzmaterial innerhalb weniger Tage auf den Birchgletscher. In weiterer Folge kam es zu einem Gletscherabbruch, bei dem das Dorf Blatten komplett zerstört wurde. Aufgrund der Seltenheit und der Komplexität dieser großen Ereignisse, ist die genaue Rolle von Permafrost und Gletscherrückgang bei diesen Extremereignissen noch nicht ganz klar und aktuelles Forschungsthema.

Wann passieren Sturzprozesse?

Das Inventar der Felsstürze zeigt, wo es zwischen 2006 und 2017 Felsausbrüche gegeben hat und wie groß diese waren. Den genauen Zeitpunkt können wir allerdings nicht in den Daten sehen. Das Wann ist jedoch von enormer Bedeutung für die Prognose von zukünftigen Ereignissen.

Der Zeitpunkt des Abgangs ist wichtig, um den Zusammenhang zu meteorologischen Ereignissen und Anomalien (Hitzewellen, Temperaturstürze und Schwankungen, Frost und Tauwechsel, plötzliche Schneeschmelze in Verbindung mit Starkniederschlag etc.) herstellen zu können. Ziel wäre es, in der Zukunft in der Lage zu sein, Wetterlagen zu erkennen, bei denen es im Hinblick auf Sturzprozesse im Hochgebirge gefährlich werden kann, und im Vorhinein schon eine Warnung für bestimmte Höhenlagen und Hangexpositionen aussprechen zu können.

Im Gegensatz zur Lawinenwarnung, wo sich der Schneedeckenaufbau über den Winter beobachten lasst und der Einfluss von Temperatur und Niederschlag auf die Schneedecke physikalisch leichter zu modellieren ist, fehlt bei Felsflanken auf regionaler und selbst auf lokaler Ebene das Wissen über den Aufbau und auch das Wissen über den genauen Auslöser.

Dennoch lässt sich beobachten, dass es einen Zusammenhang zwischen Wetteranomalien und einer Häufung von Sturzprozessen gibt. So warnte während der Hitzewelle im August 2023 die GeoSphere Austria im Alpenvereins-Wetterbericht erstmals, die außergewöhnlich hohen Temperaturen im Hochgebirge in der Planung von Hochtouren zu berücksichtigen.

Aber es sind nicht nur Hitzewellen, sondern auch die Kombination der vorausgegangenen Wetterlagen, welche z.B. zum Wassereintrag durch Niederschlag und Schneeschmelze in den Fels oder durch Frost und Tauwechsel einen Einfluss auf die Stabilität haben können. Um diese Wetterlagen zu erkennen, wird eine große Anzahl an Daten mit dem Zeitpunkt der Abgänge benötigt.

Auch wenn der Weg zur Prognose von Sturzprozessen noch sehr weit ist und die Forschung hier erst am Anfang steht, so müssen wir einmal Anfangen – und dies beginnt mit der systematischen Erfassung von Sturzereignissen.

Fazit

Um wieder auf die Eingangsfrage zurückzukommen: „Brechen die Berge durch den Klimawandel wirklich zusammen?“ Diese Frage können wir für die Bereiche, wo Permafrost und Gletscher abtauen, eindeutig mit Ja beantworten. In Regionen, wo Permafrost- und Gletscherrückgang keine Rolle spielen, müssen wir hingegen mit „wir wissen es noch nicht genau“ antworten.

Wetterextreme, veränderte Niederschlagsmuster und erhöhte Temperaturen können auch in Gebieten ohne Permafrost und Gletscherrückzug die Stabilität von Felsflanken beeinflussen. Aktuell ist die Datenlage jedoch noch nicht gut genug, um hier eindeutige Aussagen treffen zu können.

Mehr dazu: Wissenschaftlichen Publikation „Influence of permafrost degradation and glacier retreat on recent high mountain rockfall distribution in the eastern European Alps“ (Christine Fey, Volker Wichmann, Christian Zangerl)

Meldung von Sturzereignissen

Ähnlich wie beim Lawinenlagebericht würden Meldungen von Sturzereignissen von Beobachter:innen am Berg der Forschung beim Prozessverständnis und in der Prognose helfen. In Tirol wird es hier bald das App-basierte Meldesystem AlpsWatch geben, um u. a. Sturzprozesse systematisch zu erfassen. Im Rahmen unserer Forschung sind wir dankbar für die Meldung von Block- und Felssturzereignissen in Tirol an christine.fey@boku.ac.at.