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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Selbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen können

(Beinahe-)Unfälle

Eine Kletterin stieg an einer Kletterwand, welche mit einer Selbstsicherungsanlage ausgestattet ist, die Wand hoch. An dieser Wand der Kletterhalle Reutlingen sind zwei Selbstsicherungslinien von der Firma Perfekt Descent Klettersysteme angebracht. Solche Selbstsicherungssysteme werden außerhalb von Wettkämpfen (Speedklettern) für den normalen Kletterhallenbetrieb genutzt.

Der Auslöser ihres Beinah-Unfalles bestand darin, dass die Kletterin vergaß, sich in die Selbstsicherungsanlage einzuhängen. Am Top der Kletterroute stellte sie ihren fatalen Fehler fest. Doch in diesem Moment konnte sie sich durch fehlende Kraft und evtl. zusätzlich bestehende Blockierung nicht in eine Sicherung (Express) einhängen, um sich selbst zu sichern!

Abb A: Plane, an der der Selbstsicherungskarabiner befestigt wird. Fotos: Archiv Kaltwasser/ argonaut.pro

Ein aufmerksamer Mitarbeiter der Kletterhalle sowie ein anderer Kunde bemerkten das Geschehen und der Mitarbeiter handelte schnell: gesichert durch die zweite freie Selbstsicherungsanlage kletterte er zu ihr hinauf und die Kletterin wurde dann mithilfe der Selbstsicherungsanlage abgelassen.

Man könnte nun meinen, dass dieses Szenario einen Einzelfall darstellt, was jedoch nicht der Fall ist. Ähnliche Zwischenfälle mit Selbstsicherungsanlagen in Hallen sind seit Jahren bekannt und aufgrund des Blogbeitrages bekam der Autor zahlreiche Rückmeldungen. Drei Beispiele:

Ein Kletterer stieg, so wie in Reutlingen geschehen, die Kletterroute hoch und vergaß sich einzuhängen, er konnte aber von einem weiteren Kletterer „geholt“ werden.

Ein Kletterer trainierte im Intervall immer wieder an der Selbstsicherungsanlage. Den Einbinde-Karabiner hängte er in einer Pause nicht in die vorgesehene Schlaufe des Belaygates, sondern an einen Haken der Kletterwand. Beim erneuten Klettern vergaß sich wieder einzuhängen und stürzte aus ca. fünf Metern auf den Boden und verletzte sich an der Wirbelsäule.

Ein Kletterer machte Intervalltraining mit Pausen zwischen den Zyklen in einer Speedroute. Beim letzten Go vergaß er sich wieder einzubinden, stürzte aus ca. 15 Metern auf den Sicherheitsboden und verletzte sich glücklicherweise nach erstem Augenschein „nur“ die Wirbelsäule und Extremitäten. Wie dieser Unfall ohne Sicherheitsboden ausgegangen wäre, möchte man sich nicht ausmalen!

„Wer einen Fehler begangen hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen weiteren Fehler.“ Konfuzius


Nicht nur in meinem beruflichen Umfeld gibt es Einteilungen in sog. Kompetenzstufen (z.B. nach Benner), die vom Novizen in meist fünf Stufen bis zum Experten reichen. Die beteiligten Kletterer oben würde man wohl zwischen Novizen/Anfänger (Stufe 1, Fall aus Reutlingen) bis zumindest „kompetent Handelnden“ (Stufe 3) einstufen.

Dass jemandem auf der höchsten Stufe, also einem Experten/Profi, ein solcher (Beinahe-)Unfall an einer Selbstsicherungsanlage passieren kann, würde man sich theoretisch nicht denken. Dem ist leider weit gefehlt. Der international bekannten russischen Kletterin und Speedspezialistin Anna Tsyganova (26) – sie hat fast 15 Jahre Kletter- und Wettkampferfahrung und wurde 2016 Speed-Weltmeisterin – passierte Folgendes:

Bei der Vorbereitung für die Qualifikationswettkämpfe der olympischen Spiele in Tokyo (ursprünglich geplant für 2020) verletzte sie sich am 15. Juli 2019 schwer, da sie beim Speedtraining nach einer Pause vergessen hatte, sich wieder einzubinden. Mehrere Kompressionsfrakturen in der Brust-, Lenden- und Sakralwirbelsäule sowie ein Bruch der Halswirbelsäule bedeuteten schlussendlich einen Flugtransport nach Moskau, wo sie neurochirurgisch operiert wurde (Abb. 1).

Abb. 1 Anna Tsyganova nach ihrem Unfall (Foto mit Genehmigung von A. Tsyganova).

Ein weiterer Erfahrungsbericht eines Beinah-Unfalles einer Kletterin (Trainerin einer Sektion) beschreibt Folgendes: Nach dem Warmmachen in einer Route mit Selbstsicherung wechselte sie in der Kletterhalle an eine andere Route, wo sie mit ihrer Kletterpartnerin weiter klettern wollte. Am Start dieser Route vergaß sie, sich in das Seil einzubinden, und kletterte los (vom vergessenen Partnercheck wollen wir an dieser Stelle nicht reden).

Ihre Erklärung war, dass sie durch das Klettern mit der Selbstsicherungsanlage gar nicht mehr an das Einbinden ins Seil dachte. Glücklicherweise ist alles glimpflich ausgegangen: Nach Hinweis ihrer Partnerin kletterte sie zurück auf den Boden.

Zusammengefasst ist zu konstatieren, dass diese Berichte von Unfällen und Beinah-Unfälle zeigen, dass bei der Bedienung der vermeintlichen „idiotensicheren“ Selbstsicherungsanlagen immer wieder auf etwas Elementares vergessen wird: Sich selbst zu sichern!

Konsequenzen im Kletterzentrum Reutlingen

Bereits vor den Berichten aus anderen Kletterhallen wurden in Reutlingen Konsequenzen gezogen. Diese sind noch nicht perfekt, aber ein guter Start zur Unfallvermeidung. Der klassische Partnercheck wird in jedem Kletterkurs gelehrt und in Kletterhallen gibt es z.B. auch entsprechende „Hinweisschilder“ an den Einstiegen jeder Route. Beim Klettern mit einer Selbstsicherungsanlage entfällt dieser Partnercheck gezwungenermaßen.

Auf dem sogenannten „Belaygate“, einer Plane, in die der Sicherungskarabiner fixiert ist und welche den Zugang zur Route bzw. den ersten Tritten „abdeckt“, wird durch Schrift und Piktogramme auf die Selbstkontrolle nach dem Einhängen hingewiesen (Abb. 2). Aber was ist, wenn die Selbstsicherungsanlage gar nicht genutzt, also der Karabiner gar nicht eingehängt wird?

Abb. 2 Schilder an den Kletterrouten mit Selbstsicherungsgerät in der Kletterhalle Reutlingen nach dem Beinahe-Unfall. Fotos: Archiv Kaltwasser/ argonaut.pro

Aus diesem Grund wurde an den Einstiegen jeder mit der Selbstsicherungsanlage nutzbaren Route über die jeweilige Schwierigkeitsangabe ein weiteres Hinweisschild zur Selbstkontrolle angebracht. Des Weiteren wird auf die Gebrauchsanweisung der Selbstsicherungsanlage bezüglich Min./ Max.-Gewicht des Kletterers hingewiesen (Abb. 2). Stellt sich nur die Frage, wo der Geist bzw. Verstand ist, wenn er liest!

Zusätzlich wurde der Beinahe-Unfall in der regelmäßigen Trainerbesprechung der DAVSektion Reutlingen thematisiert sowie bei diesem Termin auf die Schweizer Seite alpinesicherheit.ch als auch auf den Bericht in bergundsteigen 3/13 (Artikel: Wie sind wir da nur reingeraten) zu dieser CIRS (Critical Incident Reporting Systems)-Plattform hingewiesen. (Mehr zu CIRS siehe weiter unten)

Ergänzend muss auch darüber nachgedacht werden, in den Bereichen, bei denen mit einer Selbstsicherungsanlage geklettert werden kann, die Vorstiegs-Infrastruktur – sprich Laschen bzw. Expressen – soweit vorhanden zu entfernen. Dass die Tritte des Einstieges, wie bereits erwähnt, selbstverständlich unter der Plane versteckt sein sollten, stellt die Hersteller vor Herausforderungen, hier umfangreichere Konzepte, z.B. den Kletterhallen auch größere Planen anzubieten.

Abb. 2a Nicht optimal, da die Plane – das „Belaygate“ – auch die ersten Tritte der Route abdecken sollte.Fotos: Archiv Kaltwasser/ argonaut.pro

Die Climbing Academy Glasgow empfiehlt u.a. zusätzlich, die Kletterlinien mit Selbstsicherungsanlagen farblich so zu unterscheiden, dass sie sofort gut erkennbar sind. Helen Cassidy von der Climbing Academy Glasgow sagt zu einem Video einer an einem Selbstsicherungsgerät verunfallten Kletterin, das sie auf ihrem YouTube-Kanal „The Climbing Academy” online gestellt haben:

„We plan to introduce even more measures over time that will – along with this video – remind climbers that they have to focus on what they are doing and take responsibility. We encourage all users to look out for one another and ask them not to be afraid to let other customers know there is an issue. We advise solo climbers to take extra care and time. As with all procedures in our centres, TCA (Climbing Academy Glasgow) will closely monitor auto belay usage and adapt further if necessary.“


Welcher Faktor könnte noch eine Rolle spielen?

Sowohl in dem Fall aus dem oben erwähnten YouTube-Video in Großbritannien/ Schottland als auch in Anna Tsyganovas Bericht geht hervor, dass Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche bei diesem Unfallmuster eine weitere Rolle spielen kann. Dies wurde auch in einem Post zum ukclimbing.com Artikel von „Tom“ folgendermaßen formuliert:

„Combination of tiredness from doing endurance and repetition if you’ve done a bunch of laps. You just get used to being on autobelay and forget about it. It is a low probability event but autobelays lend themselves to lots of repetitions. Even a very small chance of error will result in occasional accidents.“


Gibt es noch weitere Dinge, die zu beachten wären?

Bei Lärmmessungen im Nachgang des Beinahe-Unfalles in Reutlingen wurde festgestellt, dass alleine durch die Selbstsicherungsanlage beim Ablassen mehr als eine Verdopplung des Lärms in der Kletterhalle entsteht (Abb. 3). Hier wurde noch mit dem Hersteller Kontakt aufgenommen, da Lärm auch zu weiteren (Beinahe-)Unfällen z.B. durch Konzentrationsminderung bei anderen Seilschaften in der Kletterhalle führen könnte (eine Rückmeldung des Herstellers steht noch aus).

Abb. 3 Lärmpegelanstieg vom Grundrauschen ca. 55 dB auf über 75 dB. Fotos: Archiv Kaltwasser/ argonaut.pro

Das hat zwar nichts direkt mit Unfällen durch die Selbstsicherungsanlage selbst zu tun, kann aber dazu beitragen, dass insgesamt das Risiko von Unfällen in der Kletterhalle oder eventuellen Außenanlage reduziert wird. Eine Änderung der Platzierung des Selbstsicherungsautomaten, um Schallübertragungen auf die Kletterfläche zu reduzieren, muss noch getestet werden. Eventuell kann damit die Lärmbelastung weiter gesenkt werden.

Weitere Lösungsmöglichkeiten

Der einleitend beschriebene Beinahe-Unfall von Reutlingen wurde in der akuten Situation gelöst. Von der Auslösung des Notfallplans konnte abgesehen werden. Dieser Beinahe-Unfall könnte aber in allen Kletterhallen bzw. -anlagen mit Selbstsicherungssystemen auftreten und ist so bzw. ähnlich bereits 2010 als tödlicher Unfall in einer Kletterhalle in Baden-Württemberg dokumentiert als auch 2016 in Berchtesgaden mit tödlichem Ausgang mit einem erfahrenen Heeresbergführer.

Im letzten Fall ging der Polizeibergführer nach dem Bericht von einem „Fehler beim Einhängen des Sicherungskarabiners in den Klettergurt“ aus. Umso wichtiger ist es, sich über weitere sinnvolle Lösungsansätze Gedanken zu machen und in der Fachwelt zu diskutieren. Eine vorstellbare Lösung wäre, dass es durch Sensoren ausgelöste Warnhinweise gibt, ähnlich dem Anschnallsignal in einem Auto, das das Losfahren ohne Gurt verhindert.

Die in Reutlingen gefundenen und angedachten Lösungen des Beinah-Unfalles wie auch die Ideen von der Climbing Academy Glasgow stellen mögliche Lösungswege für die Verbreitung über ein Critical Incident Reporting System (CIRS) dar.

Das CIRS ist ein Tool zur öffentlichen Fehlervermeidung bzw. Risikominderung in Fachkreisen. Die Nutzung von Statistiken und das Lernen aus Unfällen (siehe z.B. Bergunfallstatistiken der Alpenvereine und Bergwachten) tragen ebenso dazu bei. Ein Lernen aus Beinahe-Unfällen steckt allerdings im Gegensatz zur Luftfahrt und der Medizin beim Bergsport noch in den Kinderschuhen.

Die Idee aus Beinah-Unfällen zu lernen, hat insgesamt Charme, da nicht erst ein reales Unfallgeschehen vorhanden sein muss aus dem man deutlich schmerzlicher lernen müsste. Sein Verhalten nach Unfällen kann man dann erst hinterher (wenn dann noch möglich) ändern:

„Ein Critical Incident Reporting System (CIRS) ist ein wichtiges Instrument zur Erkenntnis solcher Risikokonstellationen. Kennt man die Risiken, die Fehler auslösen, lassen sich Fehler vermeiden oder jedenfalls verringern. Man muss einen Fehler nicht begehen, um ihn zu vermeiden. CIRS ist international anerkannt, in vielen Ländern praktiziert und wegen seiner fehlervermindernden Wirkungen bewährt.“ (Aktionsbündnis Patientensicherheit, Empfehlungen zur Einführung von CIRS im Krankenhaus).

Die zuvor erwähnte Schweizer Website www.alpinesicherheit.ch könnte ein Anfang sein. Andere Bergsteigerverbände wie das British Mountaineering Council sind diesem Beispiel mit einer eigenen Website bereits gefolgt (www.thebmc.co.uk/nearmiss-incident-reporting-system-goes-live).

Ein solches präventives Fehlermeldesystem besteht in Deutschland aus diversen Gründen leider (noch) nicht. Wie an den Fallbeispielen zu erkennen ist, sollten wir nicht nur für den – eingangs erwähnten – Fall der Fälle vorbereitet sein, denn die Sicherheitskonzepte sind vielschichtig und müssen ständig angepasst werden.

Das Lernen aus Beinahe-Unfällen und das offene Ansprechen und Reden über die möglichen Risiken sollte dazugehören. Auf der Homepage der Friends of YOSAR (Yosemity Search And Rescue) bin ich über folgende Aussage gestolpert, die wir uns auch für die (Beinahe-)Unfälle in der Halle merken sollten:

„Most Yosemite victims are experienced climbers, 60 % have been climbing for three years or more, lead at least 5.10, are in good condition, and climb frequently… at least 80 % of the fatalities and many injuries, were easily preventable. In case after case, ignorance, a casual attitude, and/or some form of distraction proved to be the most dangerous aspects of the sport.“ John Dill in „Staying Alive”


Autobelay- bzw. Selbstsicherungsgeräte für die Kletterhalle

Der Vorteil für den Kletterer ist, dass er im Prinzip ohne Partner eine Kletterwand hochsteigen kann und dann durch den Selbstsicherungsautomaten langsam wieder abgelassen wird. Das Seil/Band des Selbstsicherungsautomaten wird mit einem Safelock Karabiner am Klettergurt befestigt.

Beim Hochklettern zieht sich das Seil/Band automatisch ein. Oben angekommen, oder auch vorher, kann der Kletterer sich ins Seil/ Band fallen lassen und wird mit ca. 1 bis fast 2 Meter pro Sekunde abgelassen. Im Wettkampfsport werden sie bei den Speedwettbewerben – mit einer höheren Einzugsgeschwindigkeit – eingesetzt.

Selbstsicherungsgeräte sind eigentlich als Rückhaltesysteme z.B. auch für die Höhenarbeit bzw. -rettung entwickelt worden. Diese müssen nach einer EN (Europäische Norm EN 341 Klasse A) geprüft werden. Die aktuellen Prüfkriterien speziell für den Bereich des Klettersportes können z.B. bei der DIN in Berlin erworben werden.

Zu beachten ist, dass natürlich auch diese Geräte einer Lebensdauer unterliegen und regelmäßig gewartet und inspiziert werden müssen. Für den Anwender, sprich Kletterer, aber auch Hallenbetreiber ist noch zu beachten, dass die Gebrauchsanweisung bekannt sein sollte (Nutzung, min./max. Gewicht des Kletterers, Einweisungspflicht usw.)!

Um eine Nutzung der Route ohne Selbstsicherungsanlage zu verhindern, haben die Systeme am Einstieg in der Regel eine Plane, an der der Selbstsicherungskarabiner befestigt wird (siehe Abb. A ganz oben). Selbstsicherungsgeräte gibt es z.B. von Trublue, Redrock, Toppas, Perfect Descent. Die Bremswirkung erfolgt in der Regel über eine Fliehkraftbremse. Eine Gegenüberstellung ist im Artikel Ist die Maschine der bessere Sicherungspartner der gleichen Ausgabe #111 zu finden. Das „Speed Drive Auto Belay“ von Perfect Descent – erhältlich mit Leinenlängen von 8,5/ 12,2/16,1 m sowie mit Stahl-/Aluminium-/Wettkampfkarabiner – kostet um die € 2.100,- und ist für Speed-Kletterwettkämpfe zugelassen.

Selbstsicherung
Selbstsicherung. Fotos: Archiv Kaltwasser/ argonaut.pro