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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Lehren aus Kanadas verheerendstem Lawinenunglück

Vor mehr als 20 Jahren war der kanadische IVBV- Bergführer Ken Wylie dabei, als bei einem Lawinenunglück im La-Traviata-Couloir in den Selkirk Mountains, Kanada, sieben Menschen starben. Er selbst war über 40 Minuten lang unter dem Schnee verschüttet. Bei der Aufarbeitung derartiger Katastrophen müssen wir manchmal tiefer graben und nach den potenziellen Schwachstellen in uns selbst suchen. Und die Lehren daraus ziehen.

Genau das hat Ken Wylie getan. In seinem Buch „Buried“ (2020) und bei seiner Arbeit in industriellen Umgebungen mit hohem Risikopotenzial (HRP) untersucht er, warum das innere Bewusstseinemotional, psychologisch, relational – am Berg ebenso wichtig ist wie technische Fähigkeiten. Ken fordert uns auf, nicht nur darüber nachzudenken, wohin wir gehen, sondern auch darüber, was uns auf einer tieferen Ebene antreibt. Er sagt nicht, dass wir unsere technischen Fähigkeiten über Bord werfen sollen – ganz im Gegenteil –, er sagt: „Kombiniere deine technische Meisterschaft mit emotionaler Klarheit, Gruppenharmonie und Selbstreflexion. Darin liegt die wahre Führungsstärke.“ All dies verdichtet sich in seiner Schlüsselfrage: „Wie präsentiere ich mich?“

In diesem Interview mit Ken Wylie geht es nicht um Traumabewältigung. Vielmehr geht es um Transformation und das Abenteuer, darum das, was wir in den Bergen erlebt haben, zu nutzen und in wertvolle Erfahrungen umzuwandeln, damit wir und andere daraus lernen und heilen können. Der Unfall sollte niemals nur eine Tragödie sein. Oder wie Viktor Frankl es ausdrückt: „Der Mensch kann Leid, Schuld und Tod auch in etwas Positives, in eine Leistung verwandeln.“

Auf der Suche nach dem Faktor Mensch

Wylies persönliche Perspektive – Teil 1

In diesem Interview konzentriert sich John van Giels auf Wylies persönliche Perspektive und die Integration all dessen, was passiert ist. In der bergundsteigen-Ausgabe #134 werden wir seinen Ansatz und sein „Archetypal Modell untersuchen, um uns der potenziellen und persönlichen Fallstricke bei unserer Entscheidungsfindung bewusster zu werden.

Ein tiefes Gefühl von „Wie komme ich hier raus, als Bergführer, als Mensch?“ Aber es gab kein Entkommen. Diesmal hatte ich es wirklich geschafft. Ich hatte mir nie vorstellen können, dass ich so etwas erleben und überleben würde. Ich dachte immer, wenn etwas wirklich Schlimmes passieren würde, müsste ich wahrscheinlich nicht mit den Folgen leben.

Es war der Schock, dass ich überlebt hatte. Ich musste mich mit den Folgen auseinandersetzen. Es gab kein Entkommen, außer Selbstmord oder Alkoholismus. Ich habe mir dieses Ergebnis nie zugetraut. Unter all den Lügen, die ich mir in Bezug auf die Berge erzählt habe, war das die größte – eine Form der Verleugnung. Ich glaube, wenn ich mir einen Unfall vorgestellt hätte, den ich überlebe, hätte ich das viel ernster genommen. Im Grunde war das eine sehr unreife und jugendliche Herangehensweise.

Position der zwei Skigruppen im 300 Meter hohen Hang, rekonstruiert, unmittelbar vor dem Unfall. Die Hanghöhe war ungefähr 240 m (vertikal) und die Lawinenbahn ungefähr 300 m mit 36–37 Grad. Grafik: British Columbia Coroner

Als Assistenzbergführer und nicht als Hauptbergführer hatte ich eine Art freies Geleit. Nach dem Unfall bekam der leitende Bergführer die ganze Kritik ab. Ich hätte mich den Rest meines Lebens verstecken können, wie es mir so viele geraten haben. Tatsächlich habe ich das auch versucht, aber das wurde für mich völlig unerträglich. Im Jahr 2008 – sechs Jahre nach der Lawine – erkannte ich, dass ich eine Lüge lebte, und begann, mir wirklich Gedanken zu machen.

Als ich morgens aus dem Bett stieg und in den Spiegel im Badezimmer schaute, gefiel mir nicht, was ich sah. Ich erkannte, dass das wahrscheinlich schon lange vor der Lawine ein Merkmal meines Lebens gewesen war und dass das wahrscheinlich einer der Gründe war, warum ich mich so sehr für Bergabenteuer begeisterte: Ich war mir selbst einfach nicht genug. Die Berge wurden zu meinem Zufluchtsort, um mit einer Art tiefsitzendem Schmerz zu leben.

„Im Jahr 2008 – sechs Jahre nach der Lawine – erkannte ich, dass ich eine Lüge lebte, und begann, mir wirklich Gedanken zu machen.“


Ich leugnete Aspekte meiner selbst, die genau wussten, was los war. Manche mögen das in Frage stellen, weil ich jetzt erst im Nachhinein auf die Tragödie zurückblicke, aber am Morgen des Unglücks wachte ich auf und wollte sofort aufhören, sagte mir aber, ich solle bis Freitag durchhalten. Der beste Teil von mir wusste, dass wir auf eine Katastrophe zusteuerten, aber ich ließ den Teil von mir, der Angst hatte, etwas zu unternehmen, die Führung übernehmen. Wenn ich mir selbst genug gewesen wäre, hätte ich mich selbst genug respektiert, um das zu tun, was ich für richtig hielt: Ich hätte meine Arbeit dort aufgegeben.

Lawine von La Traviata

Die Lawine von La Traviata ereignete sich im Januar 2003 während einer Skitour auf dem Durrand-Gletscher/Tumble Down Mountain in den Selkirk Mountains in British Columbia. Es war einer der verheerendsten Lawinenunfälle in Kanada jemals. Sieben erfahrene Tourenskifahrer:innen kamen dabei ums Leben. Sechs weitere Personen konnten gerettet werden oder befreiten sich selbst. Die Gruppe bestand aus insgesamt 21 Personen, die unter der Leitung eines renommierten Bergführers und eines Assistenzbergführers eine Tour unternahmen.

Zwei Untergruppen befanden sich gerade im Aufstieg durch das Couloir, als die Lawine abging. Zwölf Teilnehmer und der zweite Bergführer sind von der Lawine teilweise oder total verschüttet worden, von ihnen wurden sechs ausgegraben – oder haben sich selbst befreit – und überlebten. Sieben Teilnehmer sind in der Lawine verstorben:

Es handelte sich um eine Schneebrettlawine in einigen Bereichen mit einer Dicke von bis zu 280 cm, Größe 3 (große Lawine). Am Fuße des Hangs war eine Geländefalle.

Eine spätere unabhängige Analyse stellte die Entscheidung in Frage, das 36° bis 37° steile und 310 Meter lange Couloir bei „erheblicher“ (3) Lawinengefahr zu besteigen, sowie die Entscheidung, mehrere Skifahrer gleichzeitig auf diesem steilen Hang zu haben. Der Hang war windverfrachtet und und es gab ein Altschneeproblem. Die Lawine von La Traviata hatte weitreichende Auswirkungen auf die (kanadische) Bergführergemeinschaft. Sie führte zu einer Neubewertung der Führungspraktiken und betonte die Notwendigkeit einer offenen Kommunikation zwischen Bergführern und Kunden.

Traviata- Abfahrt
Der fast 300 Meter hohe Hang der sogenannten Traviata- Abfahrt mit den rekonstruierten Positionen aller Beteiligten unmittelbar vor dem Unfall. Foto: British Columbia Coroner

Ja, auf jeden Fall. Und Problem und Risiko lagen nicht nur in der schwachen Altschneedecke, sondern auch in der Zusammenarbeit mit dem leitenden Bergführer und Eigentümer des Unternehmens. Meiner Erfahrung nach herrschte in diesem Unternehmen eine strenge Hierarchie. Während der Wochen, in denen ich dort arbeitete, wurden Diskussionen über die gewählten Tagesziele in Bezug auf die Bedürfnisse der Kunden oder über die Schnee- und Lawinenbedingungen nicht gefördert.

Wenn ich eine andere Meinung darüber hatte, was geschehen sollte, wurden meine Vorstellungen nicht respektiert, geschweige denn umgesetzt. Das führte mich zu der falschen Annahme, dass ich keine Wahl hatte. Die Wahrheit ist, dass ich eine Wahl hatte, und diese Wahl hätte bedeutet, dass ich sofort kündigen hätte müssen. Ich verstehe jetzt, dass Hierarchien in Situationen, in denen die Konsequenzen von allen getragen werden, unethisch sind.

Das heißt, wenn wir alle etwas Unerwünschtem wie Schaden oder Tod ausgesetzt sind wie in den Bergen, müssen wir unsere Stimme erheben können. Es gibt zwei Möglichkeiten, eine unangemessene Hierarchie zu beheben. Eine Möglichkeit liegt bei der Führung: Diese muss erkennen, dass alle gleichermaßen von den Konsequenzen betroffen sind, eine freie und offene Bewertung der Bedingungen fördern und gemeinsam geeignete Ziele in Bezug auf diese Bedingungen festlegen.

Die andere Möglichkeit besteht darin, die Führungskräfte herauszufordern, auch wenn das bedeutet, den Arbeitsplatz zu verlassen oder die Reise abzubrechen. Unabhängig von der Erfahrung hat in Situationen mit hohem Risiko jeder eine Wahl verdient. Es muss eine Wahl geben, und wenn dies nicht der Fall ist, muss sie erzwungen werden. Ironischerweise wurde mir nach dem Ereignis gesagt, dass ich Teil eines Teams war und mich hätte zu Wort melden sollen, wenn mir das, was wir taten, unangenehm war.

Ken Wylie

Ken Wylie Vortrag in Chamonix
Ken Wylie spricht über „Value Based Risk Management“ in einem Vortrag in Chamonix. Foto: Archiv Ken Wylie

Ken Wylie (geb. 1962) ist ein kanadischer IVBV-Bergführer und überlebte einen der größten Lawinenunfälle Nordamerikas. Der gesamte Unfall und seine Folgen veranlassten ihn, seine Arbeit als Bergführer und sich selbst als Person zu hinterfragen. Später äußerte er, dass er Vorbehalte gegenüber der Route und den Schneeverhältnissen hatte, sich jedoch aufgrund der hierarchischen Dynamik zwischen ihm und dem leitenden Bergführer nicht in der Lage fühlte, seine Bedenken zu äußern.

Danach hatte Wylie mit den psychologischen Auswirkungen der Tragödie zu kämpfen. In dem Buch „Buried“ (2020) beschreibt er den Unfall und setzt sich mit der schrecklichen Erfahrung und seiner Mitverantwortung dabei auseinander. Er entschied sich, diese Erkenntnisse und Erfahrungen innerhalb und außerhalb der professionellen Bergführerwelt in Nordamerika zu teilen, wo er auch als Redner auf Konferenzen großer Unternehmen zu Themen wie Risikomanagement, Verantwortung und Verbesserung der Sicherheit auftrat. Zur Website von Ken für Mindset Awareness für Risiko Management.

Das war leider die schmerzliche Wahrheit. Am Unglückstag hatte ich meine Stimme aufgegeben, weil ich sie für sinnlos hielt. Das war sie aber nicht. Seinen Job zu verlieren, ist nicht das Ende der Welt, Leichen vom Berg zu holen schon. Es geht also um viel mehr als nur Unachtsamkeit. Es waren meine Persönlichkeitsmerkmale, die schon lange vor der Lawine auf meinem Weg aufgetaucht sind.

Wenn wir die Fehler anderer sehen, sehen wir oft nur die letzte Entscheidung, die sie getroffen haben, und wissen wenig über die Hunderten Ereignisse, Erfahrungen und Entscheidungen, die sie an diesen Punkt gebracht haben. Mir fehlte an diesem bestimmten Tag der soziale Mut zu sagen: „Ich sehe, wohin das führt, und ich werde mich daran nicht beteiligen.“ Ich kannte die Risiken und möglichen Folgen, habe mich aber nicht zu Wort gemeldet. Und habe sieben Menschen mit in den Tod geführt.

Die mehr als zwei Meter tiefe Anrisszone mit der Altschneeschwachschicht ganz unten. Eine Lawine mit erheblichem Schneevolumen (Größe 3) ging ab. Foto: British Columbia Coroner

Was wir in unserer Gesellschaft oft nicht verstehen, ist, dass es keine Worte gibt, wenn so etwas Schlimmes passiert. Ich bin immer noch dabei zu begreifen, was passiert ist. Wenn wir Menschen solche tragischen Dinge erleben, ist es klug, sie zu verarbeiten, anstatt vor ihnen zu fliehen. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich in Verleugnung zu flüchten, sich abzulenken und einfach mit seinem Leben weiterzumachen. Das wollte ich nicht. Die Frage lautet: Wie willst du diese Tragödie annehmen und in dein Leben integrieren … und daraus etwas Wertvolles machen? Ich zitiere Joe Campbell, wenn er sagt: „Lass mich mit einem Geschenk für die Gemeinschaft zurückkommen.“

Dass mein Leben eine Fassade war und dass das aufhören musste. Denn ich musste anfangen, die Wahrheit über mich selbst zu sagen. Warum ich mich so für Abenteuer engagierte, warum ich Bergführer wurde und wie ich an der Tragödie beteiligt war. Dabei wusste ich überhaupt nicht, was diese Wahrheit war. Das machte mir Angst und niemand verstand es. Ich fühlte mich damals so allein. Es fühlte sich an, als würde ich in den Abgrund stürzen. Kein Haken, keine Karte, keine Sicherung.

Der größte Verlust war die Unschuld und ich glaube, dass Unwissenheit unglaublich viel Kraft gibt. Deshalb sehen wir junge Abenteurer, die unglaubliche Dinge tun. Die Verbindung zu den Konsequenzen ist noch nicht da. Oder nur teilweise. Das ist etwas Schönes, aber auch etwas Gefährliches, weil es zu Tragödien führen kann. Ich habe die Vorstellung verloren, dass Abenteuer nur schön sind. Sie können sich in einem kurzen Augenblick in etwas Schreckliches verwandeln.

„Ich kannte die Risiken und möglichen Folgen, habe mich aber nicht zu Wort gemeldet. Und habe sieben Menschen mit in den Tod geführt.“


Ja, ich habe angefangen, das Buch „Buried“ zu schreiben – anfangs ging es mir darum zu zeigen, warum ich keine Schuld hatte und nicht verantwortlich war. Aber das hat nicht funktioniert. Später fand ich heraus, dass es um Dinge ging, die ich nicht sah, die ich sogar leugnete. Prozesse über Mut, darüber, wie man sich mit anderen Menschen und der Landschaft getrennt, weil ich nicht wusste, wie ich die Wahrheit sagen sollte.

Es ging darum, im Einklang mit dem zu sein, was draußen vor sich ging und was ich der Außenwelt präsentierte. Ich war in meinem Kopf, ich war in einem Kampf, ich konnte nicht sehen, wie es den Menschen um mich herum ging. Ich war gebrochen und erlebte eine kognitive Dissonanz.

Ich hatte jede Erinnerung, jede Verbindung zu dem Lawinenerlebnis so sehr unterdrückt, dass ich nicht einmal die Namen der Menschen nennen konnte, die ihr Leben verloren hatten. Es ist verrückt, wie stark dieser Prozess der Verleugnung wirkt. Ich hatte die Menschen, meine Gäste, die gestorben waren, völlig objektiviert.

Sie waren für mich nur noch eine Zahl. Ich war nicht in der Lage, sie zu ehren oder Kontakt zu ihren Familien aufzunehmen, und das war schmerzhaft. Wenn ich meinen Schülern Risikomanagement im Abenteuersport beibringe, vermittle ich ihnen neben den technischen Fähigkeiten für eine Tour auch, wie sie die Entscheidungen, die wir oft im Verborgenen treffen, entdecken und sich ihrer bewusst werden. Alles ins Licht bringen.

Der Abenteuerbereich ist eine reale Umgebung. Heutzutage wird so vieles digital optimiert oder modifiziert. Wir brauchen Umgebungen, in denen wir unsere Sinne wirklich trainieren, unsere Wahrnehmung aber auch hinterfragen und die Wahrnehmung anderer einbeziehen können. Um Entscheidungen zu treffen, die echte Konsequenzen haben, und daraus zu lernen.

Die Natur ist dafür ideal. Wir müssen die schwierigsten Aspekte der Entscheidungen, die wir in den Bergen getroffen haben, akzeptieren und sie beleuchten. Aber wir sperren uns selbst ein, wenn wir uns etwas vormachen, das kostet so viel Energie und Lebensfreude. Es geht nur darum die Wahrheit zu suchen – zuerst sich selbst gegenüber. Sich zu fragen: „Wie möchte ich mich zeigen?“, und dann danach zu leben.