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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Zwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im Interview

Im November ist es einfach genial, im Yosemite zu sein. Da haben wir immer eine coole Zeit, egal, was wir klettern. Es gibt ja nicht nur den El Cap! In den letzten Jahren konnte ich dort auch große Trad-Linien klettern wie die „Meltdown“ oder die „Magic Line“. Ich werde sicher noch oft ins Yosemite fahren.

In Babsi Zangerl vereinen sich Leidensfähigkeit und Geduld mit Begeisterung und Kreativität beim Lösen von Kletterstellen. Foto: Andrea Cossu

In meinen Augen sind diese zwei Begehungen schwer zu vergleichen. Lynns freie Begehung der „Nose“ ist ein historischer Meilenstein in der Klettergeschichte, weil das überhaupt die erste freie Begehung einer Route am El Cap war. Danach sah sie mehr als zehn Jahre keine freie Wiederholung mehr. Als wir nach dem „Freerider“ wieder unten im Valley waren, war ich überrascht, wie stark die Öffentlichkeit auf meinen Flash reagierte.

Meine Mutter erfuhr es aus den Nachrichten im österreichischen Fernsehen, noch bevor ich mit ihr telefoniert hatte. Ich denke, ich hatte einfach extremes Glück. Und Jacopo hatte extremes Pech, dass er im Boulderproblem mit dem Karate Kick stürzte – sein einziger Sturz in der ganzen Route, in 33 Seillängen. Wenn Jacopo und ich Bigwalls klettern, steigen wir normalerweise beide die schweren Seillängen vor.

Im Boulderproblem war er zuerst an der Reihe – wäre es umgekehrt gewesen, wäre vielleicht ich gestürzt und er hätte als Zweiter von meinen Informationen profitieren können. Jacopo ist im Sportklettern und im Bouldern so viel stärker als ich! Umso höher rechne ich ihm an, wie er mich im Rest der Route unterstützt hat, ohne frustriert zu sein. Es hätte genauso gut schiefgehen können – zum Beispiel im unteren Teil, im „Freeblast“ mit den Reibungsplatten, da hätte ich mich fast verstiegen.

Ich hatte nicht damit gerechnet. Bisher wurden vor allem Bergsteiger mit diesem Preis ausgezeichnet, weniger reine Kletterer. Für mich ist das eine große Ehre, es hat mich sehr gefreut; auch dass wahrgenommen und anerkannt wird, in welchem Stil ich unterwegs bin. Aber dass ich jetzt schon für mein „bergsteigerisches Lebenswerk“ ausgezeichnet werde, das hat mich schon überrascht.

Sein Credo „Das Können ist des Dürfens Maß“ kann ich nachvollziehen, wenn es darum geht, dass man keine Sicherungsmittel zur Fortbewegung benützt. Aber seine Ansichten, dass man das, was man hinaufklettert, auch wieder abklettern können muss oder dass Haken nur zur Absicherung in Notfällen verwendet werden sollten, passen nicht mehr in die heutige Zeit – sonst hätte es diese Weiterentwicklung im Schwierigkeitsgrad nie gegeben.

Man muss nicht jedes Gebiet dem „Sicherheitsstandard“ anpassen.


Paul Preuß hat vielleicht ein bisschen übertrieben, aber grundsätzlich finde ich seine Gedanken richtig. Auch dass Haken nicht die „Grundlage einer Arbeitsmethode“ sein sollten: Wenn es zu sehr in Richtung klettertouristische Erschließung geht wie an einigen Orten in Österreich, wo es zum Teil Bohrhakenabstände wie in der Kletterhalle gibt, dann zerstören wir unseren Sport. Ich bin nicht generell gegen gut eingebohrte Routen, aber mich stört, wenn traditionelle Gebiete in diesem Stil saniert werden.

Ich denke, man muss nicht jedes Gebiet dem „Sicherheitsstandard“ anpassen. Eine Klettertour ist ja gerade dann ein einschneidendes Erlebnis – und auch ein größeres Erfolgserlebnis –, wenn sie wilder ist, wenn sie mehr Risiko beinhaltet und wenn man seinen inneren Schweinehund überwinden muss. Das gehört zum Klettern dazu.

Wenn es um das Abenteuer geht, dass es bedeutet, sich im Vorstieg in unbekanntes Gelände vorzuwagen, dann ja. Früher war mir das nicht so wichtig, heute suche ich schon mehr Abenteuer. Jetzt gibt es mir viel mehr, wenn ich den gesamten Tag draußen bin, zusteige, den ganzen Tag in der Wand hänge, auch in der Wand schlafe, das sind für mich die intensivsten Erlebnisse.

Jacopo geht es genauso. Aber wir sind keine Kamikaze. Die Touren, die wir klettern, sind nicht extrem riskant. In der „Eternal Flame“ in Pakistan konnten wir die Wand gut absichern und sie war so steil, da hätten wir die meiste Zeit ins Seil stürzen können, ohne dass etwas passiert wäre. Das Gefährlichste war der Zustieg, wegen des Steinschlags.

Babsi Zangerl und Jacopo Larcher an einem Stand der „Eternal Flame“. Nach einem erfolglosen Versuch 2021 stimmten im Jahr darauf die Verhältnisse und das Wetter. In der Wand des Nameless Tower hängend, hatten sie die größte Gefahr überstanden – sie ist so steil, dass sich lösende Steine über sie hinwegfielen. Foto: Austin Siadak

Ich habe Laura zwar nicht gekannt, aber mich erschüttert das immer sehr, wenn ich höre, dass Bergsteiger verunglückt sind. Man wird daran erinnert, dass das genauso einen selbst treffen könnte, gerade mit Steinschlag. Der ist einfach ein Restrisiko, egal, wo man unterwegs ist. Das kann einem auch bei uns in den Alpen passieren. Aber in den Bergen Pakistans ist das Risiko größer, gerade wenn man viel schönes Wetter hat.

Das kann man sich gar nicht vorstellen, wie warm es auf 5000 Metern werden kann – in der Sonne saßen wir da oben im T-Shirt! Durch die Schneeschmelze geraten die Steine in Bewegung. Sie fliegen genau ins Zustiegscouloir hinunter, und sie sind teilweise kühlschrankgroß. Der Zustieg zum Nameless Tower – es ist derselbe wie zum Great Trango Tower, an dem Laura vor dem Laila Peak war – führt zwingend durch dieses Couloir.

Wir konnten damals das Risiko reduzieren, indem wir immer in der Nacht zu- und abstiegen, wenn es noch gefroren war, nicht tagsüber. Ich kenne die Verhältnisse am Laila Peak nicht. Aber dass dieser Unfall passierte, hatte auch viel mit Glück oder Pech zu tun, gerade bei Steinschlag. Laura war im falschen Moment am falschen Ort. Das Restrisiko lässt sich nicht ausschließen. Ich denke, dass man, wenn man in die Berge geht, egal ob zum Wandern, Klettern oder Bergsteigen, schon die Entscheidung getroffen hat, dass man ein gewisses Risiko eingeht. Je nachdem, wo man dann hingeht, ist das Risiko nochmals um einiges größer.

Babsi Zangerl in der „Eternal Flame“ am Nameless Tower, gesichert von Jacopo Larcher. 2022 gelang beiden im Flash die dritte freie Begehung der von Wolfgang Güllich und Kurt Albert erstbegangenen Route. Foto: Jonathan Fäth

Ich glaube nicht, dass die Trad-Routen speziell gefährlich sind. Oft klettert man sie davor im Toprope rotpunkt. Da checkt man die Züge genau aus und auch die Sicherungen. Schwere Trad-Routen werden oft bis ins Detail einstudiert. In Einzelseillängen ist man da sehr gut vorbereitet, bevor man überhaupt den Vorstieg wagt, und minimiert so das Risiko.

Ich musste die ganze Zeit an Alex denken! Vor allem im „Freeblast“, weil man da nicht wirklich Tritte und Griffe hat. Das ist eine reine Plattenreiberei, in der man schon mit Seil ein ungutes Gefühl hat und ständig denkt, man könnte ausrutschen. Ich glaube, auch wenn man das oft probiert, den „Freeblast“ kann man nicht sicher und stabil klettern. Den Rest konnte ich mir irgendwie vorstellen, obwohl ich das selbst ohne Seil niemals könnte, aber im „Freeblast“ habe ich mir gedacht, wie kann man das nur machen, wie wahnsinnig ist Alex? Mir geht es nicht um den Kick. Wenn ich ohne Seil am Weg bin, fühle ich mich unwohl, ich habe das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.

„To honnold“: Honnold balanciert auf dem Thank God Ledge in der Regular-Northwest-Route am Half Dome im Yosemite Valley – 600 Meter über dem Talboden. Später schrieb er: „Das Thank God Ledge mit dem Rücken zur Wand entlang zu spazieren

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Diese Abwechslung ist eben ganz wichtig für meine Motivation! Aber wenn ich zurückschaue, frage ich mich schon manchmal selbst, wie das Ganze überhaupt passiert ist. Ich ging in alle meine Projekte mit relativ wenig Erwartung hinein, weil ich dachte, das ist wahrscheinlich ohnehin eine Nummer zu groß. Manchmal rede ich mir das vielleicht auch ein und denke tief drinnen trotzdem, es könnte vielleicht gehen.

Keine Ahnung – ich probiere es einfach, und dann kommt es zu dem Punkt, der mir beim Klettern am meisten taugt: wenn ich merke, es könnte gehen. Dann bin ich total motiviert und für Jacopo sicher oft schwierig auszuhalten, weil ich dann nichts mehr anderes machen will. Ich liege dann im Bett und denke, ich muss da wieder hin, ich habe eine Idee, wie ich beim nächsten Mal den Zug probiere.

Ihrer Leidenschaft für das traditionelle Klettern geht Babsi Zangerl hier im Rissklassiker „Greenspit“ (8b+) im Valle dell’Orco nach. Foto: Jacopo Larcher

Genau. Aber ich genieße es, dass es draußen ist, am Projekt selbst. Es wäre weniger Aufwand, wenn ich mir eine solche Sequenz in der Kletterhalle nachbauen würde. Aber das würde mich nicht motivieren. Das würde mir das coole Erlebnis am Fels nehmen, wenn ich es dort dann schnell klettern könnte.

Ich ging in alle meine Projekte mit relativ wenig Erwartung hinein.


Ja, stur war ich schon immer. Wenn ich merke, es könnte möglich sein, bin ich total angefixt. Dann macht es mir nichts aus, hundertmal hinzufahren und es zu probieren. Bei der „Bombardino“, der 9a+ in Arco, da war ich richtig fanatisch. Ich fuhr allein nach Arco, hatte keinen Kletterpartner, kletterte mit einem Südtiroler, der auch ein Projekt dort hatte und mittlerweile ein guter Freund ist.

Später dann mit einer Freundin aus Bozen, die zwei-, dreimal mitkam, immer mit verschiedenen Leuten. Mir war nur noch das wichtig; ich ging nicht mehr in die Halle, ich probierte nur noch diese Route und machte jeden zweiten Tag Ruhetag. Sonst klettere ich meistens drei, vier Tage und lege dann einen Ruhetag ein. Ich war brutal motiviert, aber ich brauchte die vielen Pausen, sonst hätte ich die Züge nicht zusammengebracht.

Nein, überhaupt nicht. Die Route gefiel mir. Ich war letztes Frühjahr in Bus de la Stria, gleich hinter Arco, im Sektor Hotel Olivo, das ist mein Lieblingsklettergarten in Arco. Entsprechend oft war ich dort, und bald hatte ich die meisten Routen abgehakt, die ich schnell klettern konnte, es blieb nur noch 9a+ übrig.

Die „Bombardino“ sah supergut aus, da dachte ich mir, ich steige einfach mal ein und bouldere sie ein bisschen aus. Am ersten Tag kam ich nicht einmal bis zum Umlenker. Zwei Tage später dachte ich, so schnell gebe ich nicht auf. Ich kam dann bis zum Umlenker, brachte aber nicht alle Einzelzüge zusammen. Doch ich dachte mir, es sind kleine Leisten, ganz hart, um die Füße hinzustellen, das mag ich, das liegt mir.

Ich möchte auch in einem Bereich arbeiten, der nichts mit dem Klettern zu tun hat.


Es würde sich eigentlich lohnen, dranzubleiben und zu schauen, ob ich ein Licht sehe, ob ich die Körperpositionen halten kann. Am dritten Tag hatte ich das Gefühl, ich könnte die Züge schaffen – da war ich schon infiziert. Ich hatte keine Ahnung, wie lange das dauern würde. Aber Arco ist nicht so weit weg, und es gefällt mir dort. Da wäre mir auch egal gewesen, wenn es sich über mehrere Jahre gezogen hätte.

Es muss einfach passen. Mir gefällt vor allem, wenn es alpine Routen in unserer Nähe sind. Das war bei der „Next Generation“ am Zwölferkopf super, die wir letzten Sommer geklettert sind. Pio Jutz, der Erstbegeher, hatte die Route freigegeben, so konnten wir die erste Rotpunktbegehung machen. Wir starteten vor unserer Haustür mit dem E-Bike, fuhren eine halbe Stunde und stiegen noch eineinhalb Stunden ins Sarotlatal zu.

Nach der Route seilten wir ab und flogen mit den Gleitschirmen zurück ins Tal. Deshalb sind wir auch oft im Rätikon, weil das so nah ist. Gerade arbeiten wir an der „Déjà“ an der 7. Kirchlispitze. Sie zieht zwischen die „WoGü“ und die „Unendliche Geschichte“ und wurde 2019 von Fabian Buhl erstmals frei begangen. 8c+, megaschöner Fels.

Ich möchte weiterhin meinem Beruf nachgehen, um unabhängig zu sein und auch in einem Bereich zu arbeiten, der nichts mit dem Klettern zu tun hat. Ich brauche das für meine Balance, und wenn ich mal nicht mehr vom Klettern leben kann, arbeite ich halt mehr im Spital.

Aber wovon ich noch träume: Ich würde gern mal eine Erstbegehung machen. Am liebsten im Rahmen einer Expedition, irgendwo, wo es noch viel Potenzial für coole Linien gibt. Vielleicht nicht unbedingt im Karakorum – in Chile beispielsweise gibt es auch tollen Granit, und da ist die Steinschlaggefahr geringer.