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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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bergsönlichkeit: Laura Tiefenthaler

Sie hat es nicht eilig und schlägt vor, erstmal einen Kaffee trinken zu gehen. Es sei eh noch viel zu heiß, um im „Dschungelbuch“ zu klettern. Bis der Fuß der Martinswand im Schatten liege, könne man sich Zeit lassen. Kaffee also, oder doch lieber einen Maracujasaft, denn im Krankenhaus finde eine Besprechung nach der anderen statt, weshalb sie schon völlig „überkoffeiniert“ sei.

Laura und Thomas Bukowski auf dem Weg zur El Corazón am Cerro Chaltén aka Fitz Roy . Foto: Laura Tiefenthaler

Und gerne auf der Terrasse, nach einem halben Tag in Gängen und Sälen, aber bitte unter dem Sonnenschirm. Nun wäre es naheliegend zu glauben, Laura Tiefenthaler benötige diese eine Stunde Ruhe im Café, um von einer Welt in die andere zu wechseln: vom Landeskrankenhaus Hall in Tirol, wo sie einen Teil ihrer Ausbildung zur Allgemeinärztin absolviert – „gerade bin ich in der Gynäkologie, da ist es spannend“ –, vom Klinischen, Aseptischen, Hektischen also in die wilde Welt der Berge und der Felsen, in der sie sich zuhause fühlt.

Vermutlich wäre diese Annahme aber falsch. Denn der Wechsel von einem ins andere Ambiente ist im Leben der 28-Jährigen gewissermaßen eine Konstante. Beispiele gefällig?

Im Sommer 2020 absolviert die Medizinstudentin ihre letzte Prüfung an der Universität Innsbruck. Drei Stunden später ist sie auf dem Weg nach Chamonix, um mit Seilpartnerin Raphaela Haug den langen Grat von der Aiguille de l’M zur Aiguille du Grépon und zwei Tage später den Frêney-Pfeiler auf den Mont Blanc zu klettern.

Im Juli 2022 schließt Laura die Ausbildung zur staatlich geprüften Berg- und Skiführerin ab. Ein paar Tage später macht sie „eine weitere 180-Grad-Kehre“ und steuert mit der Facharztausbildung in „eine steile Lernkurve“. Am 31. Juli 2022 traversiert sie mit Babsi Vigl die Westliche, Große und Kleine Zinne sowie Punta Frida und Preußturm von West nach Ost.

Nach einem langen Tag kommen die beiden Frauen um 23:30 Uhr zurück zum Auto. Um 5 Uhr früh ist Laura in Innsbruck. Zwei Stunden später hat sie ihre erste Besprechung im Krankenhaus: der Beginn einer 65-Stunden-Woche. Die Beispiele ließen sich fortsetzen. Weshalb ein Tag zwischen Landeskrankenhaus und „Dschungelbuch“ im Kleinen spiegelt, wie Laura im Großen und Ganzen ihr Leben gestaltet.

Rollenwechsel

Laura ist elf, als sie zum ersten Mal eine Kletterhalle besucht. Ihre Eltern sind weder Alpinisten noch Kletterer, aber gerne in den Bergen unterwegs. Der Vater: Medizinprofessor und Betriebsratsvorsitzender an den Universitätskliniken Innsbruck. Die Mutter macht eine erfolgreiche Wissenschaftskarriere im Fachbereich Biologie. „Beide sind auf der Akademikerschiene unterwegs.“

Abseilen nach der Potter-Davis an der Aguja Poincenot. Foto: Tad McCrea

Und unterstützen ihre Tochter bei allem, was sie tut. „Zweifel daran, ob ich mir etwas zutrauen solle, gab es in unserer Familie nicht. Meine Eltern haben mich immer ermutigt und gesagt, wenn ich etwas wolle, würde ich es auch schaffen.“ Als sie in einem Interview gefragt wird, wer ihre Kindheitshelden seien, antwortet Laura: „Meine Mutter ist eine Art Heldin für mich. Ich habe das spät begriffen, aber sie ist verdammt klug, sie ist erfolgreich, ohne damit hausieren gehen zu müssen, sie ist entspannt, liebevoll, ehrlich und unabhängig.

Die Meinungen anderer über sie kümmern sie nicht und sicherlich will sie keine irgendwie geartete Heldin sein, aber genau aus diesen Gründen ist sie eine.“ Ihre erste hochalpine Tour unternimmt Laura 17-jährig mit ihrem drei Jahre älteren Bruder. Die Geschwister klettern die „Mayerlrampe“ in der Nordwand des Großglockners, 1967 erstbegangen und der am besten erhaltene Eisanstieg an Österreichs höchstem Gipfel.

Vier Jahre und eine High-end-Auswahl alpiner Touren später wird Laura Teilnehmerin des zweiten Expeditionskaders (2017– 2019) des Deutschen Alpenvereins. Die Abschlussexpedition führt das Frauenteam in den indischen Garhwal Himalaya. Wiederum vier Jahre später begleitet Laura die Frauen des neuen Expedkaders in den Tasilaq-Fjord an der Ostküste Grönlands: „Es war eine interessante Erfahrung, aus der Rolle des Teammitglieds in die Rolle der ärztlichen Begleiterin zu schlüpfen.

Allerdings war ich froh, dass meine medizinischen Kenntnisse nicht benötigt wurden. Und es hat Spaß gemacht, das Team zu begleiten und miteinander wachsen zu sehen.“ Ihre Doppelrolle auf Expedition – oder den ständigen Rollenwechsel im richtigen Leben – als Doppelbelastung zu beklagen, käme Laura vermutlich nicht in den Sinn.

Eher sieht sie darin eine Herausforderung, die ihre Freude am Tun nicht halbiert, sondern verzweifacht. Damit zählt sie zu jener Sorte Mensch, die Großes und Großartiges leistet, dies aber nicht wahrnimmt, geschweige denn darüber spricht. „Ich kenne viele“, sagt Laura, „die noch auf einem ganz anderen Level unterwegs sind als ich.“

Laura gemeinsam mit Tad McCrea in der Potter-Davis an der Aguja Poincenot in Patagonien. Foto: Tad McCrea

Da ist es wieder: Sich nach unten zu vergleichen, sich damit über andere zu stellen, das ist nicht Lauras Ding. Stattdessen blickt sie nach oben, zu denen, die vermeintlich noch mehr leisten, noch mehr können. Fishing for compliments ist das nicht; viel eher ein nüchterner Blick auf die Dinge und das Leben ganz allgemein.

Das „Dschungelbuch“ übrigens liegt noch immer in der Sonne. Gut so, denn man will sich noch etwas erzählen lassen von den vielen Abenteuern an großen Bergen, die Laura erlebt hat. Was in ihrem Fall eher bedeutet, es ihr aus der Nase ziehen zu müssen, denn eine große Rednerin ist Laura nicht.

Im Alleingang

Dabei hätte sie mehr Grund, auf die mediale Pauke zu hauen, als die allermeisten Alpinistinnen und Alpinisten ihres Alters. Große Touren, von denen jede einzelne für Normalbergsteiger einen Lebenstraum darstellt, hat Laura in Hülle und Fülle gesammelt. Um davon zu erfahren, nützt auch ein Blick auf @laura_tiefenthaler wenig, denn in ihrem Instagram-Account steht vermutlich nicht mal die Hälfte drin.

Stattdessen betont Laura lieber, dass sie es nicht für selbstverständlich erachte, oft und mit Ambitionen in den Bergen unterwegs zu sein: „Um ganz vorne mitspielen zu können, musst du privilegiert genug sein, damit du hart arbeiten und fokussiert bleiben kannst. Darüber hinaus brauchst du jede Menge Glück. Das beginnt schon mit der Lotterie um deinen Geburtsort.“

Nein, Selbstdarstellung ist Lauras Sache nicht. In den Fokus einer größeren Öffentlichkeit klettert sie sich im Spätwinter 2022. Mit Seilpartnerin Jana Moehrer gelingt ihr am 8. März eine Tagesbegehung der „Heckmair-Route“ in der Eiger-Nordwand, wobei „wir effizient kletterten, lange Seillängen machten und an allem anzogen, was in der Route steckt“.

Laura Tiefenthaler und Jana Mörer am Gipfel des Eigers nach der Begehung der Heckmair-Route. Foto: Laura Tiefenthaler

Gut 14 Tage später, Rollenwechsel, hält Laura ihr Abschlusszeugnis der Medizinischen Fakultät in den Händen. Am Folgetag reist Dr. med. Tiefenthaler wieder nach Grindelwald, diesmal allein. Die Verhältnisse in der „Heckmair-Route“ sind immer noch gut, das Wetter stabil. Doch Laura hat Angst vor der eigenen Courage, Selbstzweifel und Sorge, von zu vielen Seilschaften in der Wand aufgehalten zu werden.

Prompt verklettert sie sich, verliert zwei Stunden, seilt ab. Den restlichen Tag verbringt sie grübelnd an der Station Eigergletscher, um Gefühle und Gedanken zu sortieren. Als sie am 25. März erneut in die Eiger-Nordwand einsteigt, „sind die Zweifel wie von Zauberhand verschwunden“. Mit jedem Klettermeter gewinnt Laura an Zuversicht und Selbstvertrauen.

15 Stunden benötigt sie für die „Heckmair-Route“, wobei sie sich in den schwierigen Seillängen selbst sichert. Damit gelingt ihr die vermutlich zweite Solo-Begehung der „Heckmair-Route“ durch eine Frau nach der Französin Catherine Destivelle – und das war 1992! Auf die Idee, ihre Leistung an die große Glocke zu hängen, kommt Laura nicht.

Natürlich ist sie stolz darauf, „aber was sie wirklich bedeutet, sollen die Leute selbst einordnen“. Vor diesem Hintergrund ist es ganz interessant, dass Laura dem Konzept des First Female Ascent (FFA), das die jeweils erste Begehung einer Route durch eine Frau als chronikwürdig betrachtet, eher skeptisch gegenübersteht.

Natürlich, wer sollte das besser wissen als eine Ärztin, gäbe es zwischen Männern und Frauen biologisch bedingte Unterschiede hinsichtlich Leistungsfähigkeit. Das müsse man hinnehmen: „Ich werde nie so schnell auf einen Berg rennen oder so schmale Leisten halten können wie ein Mann, der ein ähnliches Pensum an Energie und Zeit für die Berge aufbringt.“

Dennoch fürchtet sie, Frauen könnten sich zu Unrecht kleinmachen, wenn sie sich mit dem Label FFA schmückten. Die eigene Leistung in einen größeren, historischen Kontext zu stellen, sei dagegen eine Form der Selbstermächtigung.

Im letzten Licht. Abstieg vom Eiger über den Westgrat. Foto: Laura Tiefenthaler

Als Laura und Jana nach ihrer schnellen Eiger-Nordwand-Begehung ins Tal zurückkehren, stellen sie fest, dass der 8. März Internationaler Frauentag ist. „Wir waren uns einig“, schreibt Laura auf Instagram, „dass wir diesen Tag auf bestmögliche Art gefeiert hatten: an einem Ort, an dem es keine Vorurteile gibt – weil dem Eiger dein Geschlecht egal ist.“

Alpine Sirenen

Inzwischen liegen Wandbereiche des „Dschungelbuchs“ im Schatten und der Grip am Fels könnte ausreichend sein. Mit langen Schritten bewältigt Laura die paar Meter hinauf zu den Einstiegen, und man bekommt eine Ahnung davon, wie es ist, wenn sie den Turbo einschaltet. Ab und zu, sagt sie, benötige sie „diesen gewissen Kick“.

Warum auch sonst sollte man endlos lange, alpine Rundtrips vom Tal auf den Berg und wieder zurück auf sich nehmen, in Patagonien zum Beispiel? Im Februar 2020 ist Laura zum ersten Mal in den südlichen Anden. Die Gipfel oberhalb von El Chaltén haben sich seit den 1980er-Jahren von „einem Wartesaal für frustrierte Bergsteiger“ (Reinhard Karl) zum Abenteuerspielplatz einer alpinen Internationale entwickelt, die Jahr für Jahr Aufsehen erregende Neutouren erschließt, Klassiker in Windeseile wiederholt und fantasievolle Enchaînements verwirklicht.

Zu dieser bergsteigenden Hautevolee zählen auch Laura und ihre Bergführerkollegin Raphaela Haug, die als erste Seilschaft der Saison über die „Ferrari-Route“ auf den Cerro Torre und wenig später mit Babsi Vigl, der dritten Partnerin in crime, durch die „Supercanaleta“ auf den Fitz Roy klettern. Besser kann eine Patagonienbeziehung nicht beginnen.

Den vorläufigen Höhepunkt erreicht Lauras Liaison zum Jahreswechsel 2023/24. Ihren Seilpartner, den US-Amerikaner Thomas Bukowski, hat sie ein Jahr zuvor in Patagonien kennengelernt. Im Sommer hat sich das Team eingespielt: In gerade einmal 15 Stunden und 24 Minuten klettern Laura und Thomas die „Cassin-Route“ an der Westlichen, die „Comici“ an der Großen und die „Innerkofler“ an der Kleinen Zinne – es ist Thomas’ zweiter Klettertag in den Dolomiten.

Thomas Bukowski in den steilen Splitter Cracks der El Corazón in Patagonien. Foto: Laura Tiefenthaler

Frisch ausgezeichnet mit dem Paul-Preuß-Förderpreis für junge Alpinistinnen startet Laura in ihre dritte Patagoniensaison. Als sich ein kurzes Wetterfenster anbahnt, steigen sie und Thomas in die windgeschützte Ostwand des Fitz Roy ein. Ihr Ziel: im Alpinstil durch die Route „El Corazón“, erstbegangen 1992 von Kaspar Ochsner und Michel Pitelka, 1250 Meter Wanhöhe, 45 Grad Eis, 6c/A2+, bisher fünf Wiederholungen.

Der Start gestaltet sich zäh, weil Laura und Thomas den richtigen Einstieg nicht finden, „das scheint bei mir ein Muster zu sein“. Ein schlafloses Biwak, gut 40 Seillängen und knapp 48 Stunden später erreicht die Seilschaft den Gipfel des Fitz Roy. Und ist der ganzen Wucht des sich rapide verschlechternden Wetters ausgesetzt.

Die Abseilfahrt über die „Franco-Argentinier-Route“ wird zu einem 12-stündigen Kampf gegen die Elemente. Kälte, Erschöpfung, Schlafmangel machen sich bemerkbar: „Manchmal“, schreibt Laura in ihrem Text „Patagonian Summer“, „kamen wir uns richtig matschbirnig vor.“

Dies ist die einzige bildhafte Beschreibung, die sich Laura in ihrem sachlichen Bericht für die Innsbrucker Alpenvereinssektionen erlaubt. Dem Geschehenen näher kommt man vermutlich, indem man Thomas’ Erinnerungen liest: „Ich begann mich zu fragen: Moment mal, sterben die Menschen in Patagonien auf diese Weise?

Während ihre Bewegungen langsamer werden, bedecken sich ihre Körper allmählich mit dem berüchtigten Reifeis … vielleicht sind die Eispilze hier oben, mit ihren sinnlichen, organischen Kurven, die Geister der Toten, die vor langer Zeit zu einem ewigen Heulen eingefroren wurden, Sirenen für Alpinisten – und vielleicht jetzt für mich.“ 70 Stunden nach ihrem Aufbruch kehren Laura und Thomas in strömendem Regen nach El Chaltén zurück. „Unsere Silvesterfeier“, schreibt Thomas, „war endlich vorbei.“

Ein Bergführerwitz

Das Grundrauschen der Inntalautobahn hallt an der Martinswand wider, und noch immer ist es schwülwarm, als Laura sich für ihre Aufwärmroute bereitmacht. „Baustellenambiente, abgespeckter Fels, Leistengezerre, und dann hat’s auch noch Zecken“, sagt sie und lächelt dabei. Es ist ein feines, selbstironisches Lächeln, das die Absurdität der Situation ebenso spiegelt wie Lauras ansteckende Begeisterung für alles, was mit der Vertikalen zu tun hat.

Natürlich hat auch die Ausrüstungsindustrie längst erkannt, dass die ihr eigene Mischung aus Können, Engagement und Nonchalance Laura zur idealen Werbeträgerin werden lässt. Sie selbst macht daraus weit weniger Hype als andere gesponserte Athleten – ihr Patagonia-Shirt ist verwaschen, die Scarpa- Schuhe sind abgetragen und von ihrem Edelrid-Seil muss sie das zerschlissene Ende abschneiden, bevor sie sich einbindet.

Tatsächlich ist Laura nicht angewiesen auf die Mischung aus Selbstvermarktung und Selbstausbeutung, die mit vielen Sponsorendeals einhergeht. Es könne schwierig sein, vermutet sie, in Würde zu altern, wenn das Bergsteigen der einzige Anker im Leben bliebe. Dank ihres medizinischen Brotjobs kann Laura ihrer Leidenschaft nach eigenem Gusto und ohne Druck von außen nachgehen, auch wenn „ich mir eine Karriere als niedergelassene Allgemeinärztin nicht vorstellen kann“.

Aguja Poincenot und Cerro Chaltén (Fitz Roy) spiegeln sich in der Laguna de los Tres. Foto: Tad McCrea

Dann schon eher von Praxis zu Praxis pendeln, aushelfen, einspringen, 20 Stunden pro Woche, das wäre ideal. Bevor Laura in ihr Projekt einsteigt, dreht sie sich noch einmal kurz um, Partnercheck, außerdem wolle sie noch einen Witz erzählen. Keine Sorge, sie kenne nur diesen einen, aber der gefalle ihr sehr.

Also gut. „Woran erkennt man einen Bergführer?“ – Kurzes Überlegen, ein Achselzucken. – „Daran, dass er es einem ungefragt erzählt.“ Laura blickt einen aus großen Augen an und lacht, und weil ihr Lachen ansteckend ist, lacht man mit. Der eigentliche Witz ist aber: Sie selbst würde weder von ihrem Bergführerdiplom noch von irgendeiner anderen ihrer vielen Leistungen und Fähigkeiten erzählen. Jedenfalls nicht von sich aus. Und schon gar nicht unaufgefordert.