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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Messners Einfluss auf das Klettern in den Dolomiten

AVS-Förderpreisträger Alex Walpoth über Vorbilder, große Dolomitenwände und strenge Kletterethik.

(aus Bergeerleben September 2019, AVS-Mitgliedermagazin)

Nun ist es schwierig, Einfluss wirklich zu messen, weil wir in ständigem Kontakt und Austausch mit anderen Menschen stehen. Folglich lässt sich schwer unterscheiden, welche Motivation von außen kommt und welche Leidenschaft in uns selbst entfacht. Im Grunde ist es einerlei, solange wir Gefallen und Sinn an unserem Tun in den Bergen finden. Von Reinhold Messner habe ich, vor allem über  seine Bücher, durchaus maßgebliche Impulse zum Klettern bekommen. Darunter waren Ideen für Felsfahrten ebenso wie Einblicke in seine persönliche Faszination für das Klettern.

Reinhold bei ersten Kletterversuchen an den Geislerspitzen © Archiv Messner

Die Persönlichkeit Messner

Seit ich mich erinnern kann, klettere ich. Wie jedes Kind orientierte ich mich an Vorbildern. Über allen schwebte die Figur von Reinhold Messner. Zunächst verband ich ihn vor allem mit dem Himalaja und den 14 Achttausendern. Eine Welt, die von der wohlbehüteten Umgebung der Kletterhallen unendlich weit weg schien. Mit 12 Jahren begann ich, in den Bergen zu klettern und Messners Bücher zu lesen. Plötzlich war meine Welt nicht mehr so weit weg. Mit 13 traf ich Reinhold zum ersten Mal in der Werkstatt meines Vaters. Er ist Künstler und fertigte eine lebensgroße Figur von Messner an. Auch Martin Dejori, mit dem ich die ersten eigenständigen Routen kletterte, kam in die Werkstatt. Wir waren ziemlich stolz, dass er sich für unsere leichten Klettereien an den Sellatürmen interessierte.

Von den Geislerspitzen in die Welt 

Messner unternahm seine ersten Touren an den Geislerspitzen, die auf der Villnößer Seite schroff und abweisend in den  Himmel ragen. Auf einen Buben müssen sie riesig und unerreichbar gewirkt haben. Doch auf Reinhold wirkten die geheimnisvollen, steilen Wände in erster Linie anziehend. Anfangs noch in Begleitung des Vaters, dann schon bald mit dem jüngeren Bruder Günther oder allein fand er den Weg durch die berüchtigten Nordwände von Sass Rigais, Kleiner und Großer Fermeda. Dabei sammelte er wichtige Erfahrungen und lernte Verantwortung zu übernehmen. Es waren sicherlich gefährliche, schwierig abzusichernde und teilweise arg brüchige Routen.

Aber nur dank dieser machten Reinhold und sein Bruder so schnell Fortschritte, sodass die Geislerspitzen irgendwann schrumpften: Nicht durch die Erosion, sondern weil der Blick der Brüder weiter wurde, die Fähigkeiten und mit ihnen die Möglichkeiten ständig wuchsen. In Reinhold keimte die Erkenntnis, das Bergsteigen würde sein Leben sein. Die Erfahrungen aus den Jugendjahren waren so intensiv und einzigartig, dass er immer wieder nach dieser Zeit suchen würde. Wie kein anderer Alpinist schaffte er es, sich von den Konventionen der Gesellschaft zu befreien und das Abenteuer zum Beruf zu machen – in Messners Augen war es vielmehr seine Berufung. Der große Erfolg stellte sich ein, als er zu den höchsten Gipfeln dieser Welt aufbrach und mit seiner Kreativität und Fantasie vieles auf den Kopf stellte.

Neunerplatte, Fanes-Südwand © Archiv Messner

Verzicht ohne Grenzen

Seine Lehrjahre hatte Messner jedoch in den Dolomiten verbracht: in dieser wunderschönen und einzigartigen Gebirgsgruppe, die dem jungen Messner noch sehr viel Raum für Erstbegehungen und Abenteuer bot. Die unberührten Winkel gibt es auch jetzt noch, obwohl das Netz an Routen, das die Dolomiten überzieht, sich in den letzten 50 Jahren deutlich verdichtet hat. Dass wir junge Alpinisten immer noch die Möglichkeit haben, Erstbegehungen zu machen, ist vielleicht auch Reinhold Messner zu verdanken. Einerseits hat er das Klettern sicher noch populärer gemacht, andererseits propagierte er den Verzicht: auf sinnlose Direttissimas, auf Bohrhaken, auf Materialschlachten, auf lange Vorarbeiten.

In „Die Freiheit, aufzubrechen wohin ich will“, schreibt er: „Ich habe gelernt mich einzuschränken, um weiterzukommen. In der Freiheit gibt es den Verzicht, aber keine Grenzen.“ Mit 18 war Messner noch fasziniert von Haken und Strickleitern, aber wenig später änderte er sich zum überzeugten Freikletterer. Mitte der 1960er-Jahre hatte das Zeitalter der Direttissimas seinen Glanz bereits etwas verloren und spätestens seit der direkten Begehung des Riesendaches an der Westlichen Zinne 1968 war offensichtlich, dass alles möglich wäre mithilfe von moderner Technologie.

Die schwierigste Kletterstelle 

Dennoch brauchte es charismatische und vor allem unglaublich leistungsstarke Kletterer, die diese Irrfahrt des Alpinismus in den Dolomiten korrigieren konnten. Reinhold Messner war einer davon und er polarisierte am meisten. Ein anderer war der talentierte Enzo Cozzolino aus Triest, von dem Messner schreibt, dass er die Schwelle zum VII. Grad überschritt. Messner und Cozzolino waren überzeugt, dass ein Fortschritt nicht durch neue Technologien, sondern nur durch das Verschieben der psychischen und körperlichen Grenzen des Kletterers selbst zu erreichen sei. Natürlich ließen sie diesen Überlegungen auch Taten folgen.

Ein perfektes Beispiel ist Reinholds und Günthers Neutour am Mittelpfeiler des Heiligkreuzkofels im Jahre 1968. Es ist eine der beeindruckendsten und unnahbarsten Wände der Dolomiten – bis zu 500 Meter hoch und mehrere Kilometer breit. Sie ist zum Symbol für schwierige, nur mit Normalhaken abgesicherte Freikletterei geworden. Die Messner-Führe hat einen komplexen, geschlängelten Verlauf: Weil sie in einer nahezu grifflosen Wand die kletterbarsten Abschnitte aufsucht. Die Brüder Messner bewältigten schon vom breiten Band weg schwierigste Kletterstellen. Eine glatte, gelbe Platte ließen sie mit einem Pendelquergang hinter sich. Doch ungefähr in Wandmitte, unterhalb einer grifflosen, vier Meter hohen Platte, erschien die Fortsetzung der exponierten Kletterei unmöglich.

Messner in „Die Freiheit, aufzubrechen wohin ich will“: „Nun war ich endgültig am Ende. Eine glatte Platte, in der keine Ritze und kaum Griffe waren, versperrte mir den Weg. Vier Meter weiter oben ein Riss. Dorthin musste ich. Ich stand auf einem fußbreiten Band, auf einer Leiste. Unter mir viel Luft, ein überhängender Abbruch. (…) Hinauf, das war der einzige Ausweg. Immer wieder setzte ich an, wollte mich vom Band abstoßen. Immer wieder stieg ich zurück, mit dem Vorsatz, doch das Abklettern zu versuchen. (…) Ich wagte alles, riskierte. Oben war ein kleiner Griff. Als ich ihn hatte, konnte ich nicht mehr zurück. Ich setzte den rechten Fuß ganz hoch, aufstehen – ein Balanceakt –, mit der linken Hand die abschüssige Leiste erreichen und durchziehen … – ein Eindruck, der ein Leben lang blieb.“ 

Damals konnte Messner wohl kaum ahnen, dass um diese Platte  ein Mythos entstehen würde. Für ihn selbst wurde sie zur „schwierigsten Kletterstelle“ seiner Kletterkarriere. Heutzutage vermutet man den VIII. Grad auf der UIAA-Skala. Bloß machte diese damals schon bei VI Halt. Viel wichtiger waren jedoch die Tatsache, dass Messner diese Stelle in freier Kletterei schaffte, und die damit verbundene Erkenntnis, dass  trotz Verzicht eine Steigerung der Schwierigkeit möglich war. Gerade aufgrund des Verzichts auf Expansionshaken konnte die Entwicklung des Kletterns in den Dolomiten voranschreiten.

Reinhold Messner am Südwest-Pfeiler der Marmolata © Archiv Luis Vonmetz

Mord am Unmöglichen

1968 sorgten nicht nur Messners Kletterabenteuer für Aufruhr, sondern auch sein Artikel „Mord am Unmöglichen“, in dem er wortgewaltig und glühend zum Verzicht auf technische Hilfsmittel, allen voran Expansionshaken, aufrief. Mit den Verfechtern des Direttissima-Ideals ging er hart ins Gericht: Es würde immer mehr gebohrt und immer weniger geklettert, das Unmögliche und damit auch das Abenteuer würden in absehbarer Zeit verschwinden. Am Ende steht der Aufruf, einfach loszuziehen, ausgerüstet nur mit einem Seil und ein paar Haken für die Standplätze, sodass der Drache, Symbol für das Ungewisse, auch weiterhin überleben könne. Es war ein bemerkenswerter Artikel für einen 23-Jährigen. 

Mangelnde Erfahrung konnte sich Messner zumindest nicht vorwerfen lassen. Bis Ende 1969 hatte er über tausend Klettereien bewältigt, die meisten in den Dolomiten, aber auch in vielen großen Wänden der Westalpen. Darunter waren 50 Erstbegehungen und 20 extrem schwierige Alleingänge. Fast alle großen Wände der Dolomiten durchstieg er auf neuen Routen:  Die Nordwände von Agner, Langkofel und Peitlerkofel, die Nordwestwand der Civetta und die grandiose Südwand der Marmolata. Alle Felsfahrten zeichnen sich durch hohe Freikletterschwierigkeiten und geringen Hakeneinsatz aus. Messners Ethos des Verzichts gemäß sind es logische Linien, die den Weg des geringsten Widerstandes suchen.

Einen persönlichen Bezug habe ich zum „Weg der Freunde“ in der Civetta-Nordwestwand. Sepp Mayerl, Renato Reali, Heini Holzer und Reinhold Messner kletterten diesen Weg 1967. Ungefähr in Wandmitte errichteten sie ihr Biwak. „Gegen fünf Uhr abends erreichten wir den Kopf des Pfeilers rechts der geschlossenen Wandflucht, durch die ein breiter Riss verlief. Nicht die ideale Route! Das stark überhängende Verschneidungssystem über uns sah sehr brüchig aus. Wasser tropfte herunter, viel Wasser. Die Wand direkt zu nehmen, wäre einer Materialschlacht gleichgekommen. Wir hätten hundert und mehr Haken schlagen müssen. Wir wollten deshalb noch die dritte, die rechte Variante studieren.“ Über diese, eine Reihe an dunklen Rissen, erreichten die Freunde am nächsten Tag den Gipfel. Sie hatten einen logischen Weg gefunden. Wie die Route auf dem Wandfoto aussehen würde, war ihnen gleichgültig.

Messner als Wegbereiter

Im Sommer 2015, knapp 50 Jahre später, erreichten Martin Dejori, Titus Prinoth, Giorgio Travaglia und ich den Kopf des gleichen Pfeilers. In der unteren Wandhälfte waren wir rechts  vom „Weg der Freunde“ geklettert. Nun wollten wir gerade hochklettern und die überhängenden Verschneidungen überwinden, von denen Messner meinte, sie seien nur mit mehr als 100 Haken zu bewältigen. Der Blick nach oben ließ auch unsere Zuversicht schwinden: Die Wand erschien entweder äußerst glatt oder sehr brüchig. Dank dem Wissen um unsere moderne Ausrüstung wagten wir trotzdem einen Versuch. Tatsächlich schafften wir diesen mittleren Wandabschnitt mit nur einem Dutzend Haken, weil wir überwiegend mobile Klemmgeräte zur Sicherung verwendeten, sogenannte Friends. Wahrscheinlich ist auch unser Freikletterniveau höher als damals, bedingt durch das Sportklettertraining und die engen Kletterschuhe mit Reibungssohlen. Dieses  Abenteuer konnten wir nur erleben, weil die Wand noch unberührt war: Messner & Co. hatten damals verzichtet, weil ihnen der zu erwartende Materialaufwand unverhältnismäßig erschien. Die wenigen von uns verwendeten Haken halten wir und vielleicht auch Messner für vertretbar. Messner hat Ideen geboren und darauf verzichtet. Dadurch hat er sie lebendig gehalten, sodass sich nachfolgende Generationen weiterhin kühne Träume  erfüllen können.

Der klassische, auf Verzicht basierte Alpinismus

Ich muss jedoch erwähnen, dass wir auch einen Handbohrer und ein paar Bohrhaken dabei hatten. Wir hätten diese nur im äußersten Fall eingesetzt und doch ist der Raum des Unmöglichen damit geschrumpft. Messner war in seiner Ethik wohl absoluter als wir jungen Kletterer es heute sind. Durch den Sportkletterboom sind Bohrhaken zur Normalität geworden. Wo setzen wir heutzutage die Grenze zwischen Klettergarten und Gebirge? Und wird nicht in vielen Gebirgsregionen Europas, zum Beispiel in der Schweiz, der Bohrhaken bereits akzeptiert beziehungsweise sogar gefordert? Dass sich in den Dolomiten viele Routen noch in ihrem ursprünglichen Zustand befinden, liegt sicherlich auch an Persönlichkeiten wie Reinhold Messner, die die Idee des klassischen, auf Verzicht basierten Alpinismus weitergetragen haben. Auch ein Hanspeter Eisendle, ein Adam Holzknecht und viele andere gehören an dieser Stelle erwähnt. Ich denke, dass in Südtirol zurzeit viele junge Alpinisten jene Ansichten teilen und auch versuchen, diese in neuen, herausfordernden Routen umzusetzen. Das stetig wachsende Erstbegehungsportal auf der AVS-Webseite bezeugt diese Entwicklung. Die meisten darauf veröffentlichten Routen sind im klassischen Stil.

Für Reinhold Messner gewiss ein schönes Geschenk zu seinem 75. Geburtstag!