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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Gletschereis statt tropisch heiß

Stefan Gatt ist vielen von euch kein Unbekannter. Vielleicht weniger als bergundsteigen-Autor („Zero Accident“ 4/02, „Bergsteigen unter sportwisenschaftlichen und höhenmedizinischen Aspekten“, #88/3-14), sondern als Coach, Vortragen- der, Alpinist, Bergführer, Reiseveranstalter oder Herausgeber des legendären „Abenteuer Berg“-Kalenders, den es seit 1989 gibt. Das Vater-Sohn-Team Erich und Stefan Gatt hat weltweit seine Spuren hinterlassen und mit seinen Fotografien und Vor- trägen zahlreiche Hobbybergsteiger inspiriert. Doch etwas überrascht hat es uns dann, als uns der „Everest-Snowboard- ohne-Sauerstoff-Befahrer“ Stefan angerufen und uns von seinem Herzensprojekt „Climbers for future“ erzählt hat. Nachdem er sich auch angeboten hat, einen Beitrag zu schreiben, haben wir anschließend noch einige Fragen an ihn gehabt.

Am Obersulzbachkees auf dem Weg zum Grossvenediger /Venedigergruppe/Hohe Tauern/Salzburg. Foto: argonaut.pro

Seit über 40 Jahren warnt die Wissenschaft in tausenden Studien immer öfter und lauter vor den Folgen der klimatischen Veränderungen auf unserem Planeten. Das klimatische Gleichgewicht auf unserer Erde gerät immer mehr aus den Fugen und diese Tatsache kann nicht mehr geleugnet werden.

Die Häufigkeit und Intensität von Starkregenereignissen, von Überschwemmungen, Hitze- und Dürreperioden, Berg-/Felsstürzen, Stürmen etc. nimmt weltweit weiterhin zu. Anfang Juli 2019 wurde die Stadt Guadalajara in Mexico in einem Hagelinferno unter meterhohen Eiskornhaufen begraben. Die Fichte ist an den sonnenexponierten Hängen in Oberösterreich innerhalb der letzten Jahre durch den Befall von Borkenkäfern fast verschwunden – viele Waldbereiche gleichen einem Schlachtfeld. In Osttirol und Kärnten sind tausende Bäume dem letztjährigen Sturm zum Opfer gefallen. Frankreich verglüht in einer ungekannten Hitzewelle.

Fakt ist, dass sich aufgrund der immer größer werdenden Menge an CO2 in unserer Luft der Treibhauseffekt und damit die Temperaturen auf unserer Erde stetig erhöhen. Der Permafrost taut auf und unsere Gletscher schmelzen in rasender Geschwindigkeit ab. Nach neuesten Messergebnissen wird es in ca. zehn Jahren keinen Gletscher mehr am Dachstein geben. Ich könnte noch viele Folgen des Klimawandels auflisten – diese hier aufgelisteten Probleme sind alle dramatisch, aber auch irgendwie lösbar.

Das Glocknerleitl am Großglockner. Im September 2003 eine feine Eis-/Schneeflanke …

… Anfang Juli 2019 eine Schotterrinne. Fotos: Archiv Gatt

Was aus physikalischer Sicht unlösbar werden wird, ist, wenn Kipppunkte überschritten werden – wie z.B. das Abschmelzen des arktischen Eisschildes, welches ein gigantisches Reflektorschild für die Sonneneinstrahlung darstellt. Dann wird das darunter liegende dunkle Wasser des Polarmeeres die Energie aufnehmen und sich dadurch erwärmen. Oder das Auftauen der subpolaren Permafrostböden einerseits durch die Erderwärmung und andererseits die Wald- und Torfbrände in Alaska und Sibirien. In diesen Bereichen sind Millionen von Tonnen Methan (einem ca. 30-fach stärker wirkenden Treibhausgas als CO2) gespeichert. Wenn diese zwei exemplarisch genannten Kipppunkte überschritten werden, dann verselbstständigt sich der Prozess der Erderwärmung und unser Klima gerät völlig außer Kontrolle.

Was (spätestens nach dem Überschreiten dieser physikalischen Kipppunkte) aus humanitärer Sicht unlösbar werden wird, ist, wenn hunderte Millionen Menschen ihre Heimat im Süden verlassen, weil ihnen die Lebensgrundlage durch verdorrte Böden abhanden kommt, diese aufgrund der Hitze nicht mehr bewohnbar ist und sie sich aus existentiellen Gründen in Richtung Europa auf die Flucht machen.

Der Anstieg des Meeresspiegels wird aber auch viele „westliche“ Millionenmetropolen unbewohnbar machen.

Je länger wir mit Gegenmaßnahmen warten, desto größere Belastungen kommen aus finanzieller Sicht auf die Steuerzahler zu, weil die Schäden immer größere Dimensionen annehmen und auch die Strafzahlungen aufgrund der Nichteinhaltung der Pariser Klimaziele immer höher werden.

Ich kann verändern!

Wenn wir diesen Trend in der Zukunft abschwächen oder reduzieren möchten, dann müssen wir unseren CO2-Ausstoß drastisch reduzieren. Nachdem das Klima ein globales Thema ist, kann ich jeden verstehen, der sich denkt: „Die da oben sollen was ändern – ich kann sowieso nichts machen!“ Oder auch die Argumentation: „Solange die USA das Pariser Klimaschutzabkommen nicht einhält, ist sowie- so alles für die Katz´!“

Faktisch ist diese Argumentation nur zum Teil richtig. Die Menge der CO2-Einsparung, die jeder einzelne oder Österreich stemmen kann, ist natürlich zu gering, als dass sich das Weltklima dadurch verändert. Aber wenn wir uns ändern, ändern sich auch die Systeme, in denen wir leben und wenn wir uns ändern und darüber reden, dann können sich auch große Systeme ändern. Der Kritiker wird einwenden, welchen Unterschied macht es, ob ich jetzt zum Klettern nach Kalymnos fliege oder nicht. Dem Klima ist das völlig egal. Das Flug- zeug fliegt sowieso. Wenn nicht ich mitfliege, dann fliegt halt jemand anders oder keiner. Der Schadstoffausstoß ist nahezu ident.

Damit hat der Kritiker natürlich auch wieder zum Teil recht! Wir Menschen orientieren uns in erster Linie am Verhalten unserer Mitmenschen. Wenn mein Kletterpartner nach Kalymnos fliegt und davon schwärmt, wird in mir auch die Idee oder der Wunsch entstehen, dorthin zu fliegen. Wenn mein Kletterpartner aber von seinen Sorgen bezüglich der Klimakrise spricht und erzählt, dass er heuer nicht nach Kalymnos fliegt, sondern im Wilden Kaiser eine Woche klettern geht, dann könnte es sein, dass ich mein Verhalten auch zu hinterfragen beginne. Wenn ich eine Photovoltaikanlage aufs Dach montiere, wird sich der erste Nachbar zumindest überlegen, ob er sich nicht auch eine zulegt. Wenn die Medien dann auch positiv über solche Entwicklungen berichten und der dritte Nachbar dann vielleicht auch eine montiert, wird dies einen weiteren Effekt auf den ersten Nachbarn haben und er wird sein Verhalten dazu vielleicht ändern.

Zerstörung unserer Ressourcen

Der Mensch zerstört seit der industriellen Revolution in exponentiellem Tempo seinen eigenen Lebensraum durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern, Schadstoffen in der Luft, Pestiziden in der Erde, Plastik in allen Aggregatszuständen, Versiegelung des Bodens, Auslöschung anderer Spezies und ganzer Ökosysteme, … ein düste- res Bild der Zukunft. Ich möchte hier aber nicht über die Vergangen- heit jammern, was alles schiefgelaufen ist. Wir können und müssen jetzt mutige Schritte in eine andere Richtung tun.

Als ich 2006 den Film von Al Gore „An inconvenient Truth“ gesehen habe, beschloss ich, keine Flüge mehr zu machen, auf unnötige Autofahrten zu verzichten und meinen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Nach zwei Jahren des Verzichts merkte ich allerdings, dass ich meine Lebensfreude ein Stück eingebüßt hatte. Keine Reisen mehr zu unternehmen, war für mich eine harte Prüfung – als jemand, der in einer Familie aufwuchs, in der Reisen ein wichtiger Wert war.

Nach zwei Jahren merkte ich auch, dass sich nichts geändert hatte in unserem System. Im Gegenteil, das kapitalistische Karussell drehte sich noch ein Stückchen schneller. Also begann ich wieder zu reisen – nicht mehr soviel wie früher, aber ich stieg wieder in Flugzeuge.

Als ich zu Weihnachten 2018 von Greta Thunberg erfuhr, die damals 15-jährige Schwedin, die sich jeden Freitag vor das schwedische Parlament setzte, keimte in mir plötzlich wieder Hoffnung auf, dass (s)ich doch etwas gegen die Zerstörung und hemmungslose Ausbeutung der Natur verändern könnte. Als ich dann las, dass sie zum Weltwirtschaftsgipfel nach Davos mit dem Zug anreiste und dort im Zelt schlief, hat sie mich schwer beeindruckt! Ein schöner Kontrapunkt zu den vielen Privatjets und senatorkartenfliegenden anderen Gästen!

Nach dem ersten weltweiten Klimastreik Mitte März nutzte ich die positive Energie, auch in meinem Umfeld etwas bewegen zu wollen. Die Idee der „Climbers for Future“ war nach ein paar Gesprächen mit Sepp Friedhuber und einer kreativen Kletterwoche mit Freunden in Korsika waren die schnell geboren. Uwe Mutz, ein befreundeter IT- und Grafikspezialist, hat unserer Initiative dann die Optik verliehen. Bei unserer Initiative Climbers for Future (www.climbersforfuture.org) kannst du mit deiner Unterschrift dein Zeichen setzen und wenn du mit deinen Freunden und Bekannten darüber redest, kannst du etwas bewirken.

Montblanc du Tacul, Foto: Archiv Gatt

Die sensiblen Ökosysteme der Alpen sind durch die klimatischen Veränderungen existentiell bedroht. Das Schmelzen der Gletscher wirkt sich verheerend auf die Versorgung mit Trinkwasser aus; die Permafrostböden tauen auf. Die Folgen sind Bergstürze, Steinschläge, Muren und das Freisetzen des sehr schädlichen Treibhausgases Methan. Die Wetterextreme nehmen zu: sowohl Dürreperioden als auch Starkregenereignisse, welche Überschwemmungen und Muren verursachen. Wir wollen die alpinen Räume auch für die künftigen Generationen erhalten. Dafür benötigen wir mutige, weitreichende Lenkungsmaßnahmen auf politischer Ebene und rasche Veränderungen auf individueller Ebene, zum Beispiel im Konsumverhalten. Alpine Vereine in Österreich (Alpenverein, Naturfreunde, VAVÖ) unterstützen die Aktion „Climbers for Future“, in deren Rahmen Bergsteigerinnen und Bergsteiger, Wanderinnen und Wanderer sowie Kletterinnen und Kletterer zu „Klimagipfeln“ aufrufen und damit ein Zeichen für den Umwelt- und den Klimaschutz setzen wollen.

    Mach deinen Lieblingsgipfel zum Klimagipfel! Besteige ihn alleine, mit deiner Familie oder mit Freunden und mache ein aussagekräftiges Klimagipfelfoto. Lade das Foto auf www.climbers-forfuture.org !
    Werde aktiv und unterschreibe auf www.climbersforfuture.org die Online-Petition, die der Bundesregierung einen klaren Auftrag zum Klimaschutz erteilen soll.

    Klimaschutz jetzt! Ziele des Pariser Klimaabkommens mit geeigneten Maßnahmen erreichen und als Verfassungsziele in der Bundesverfassung der Republik Österreich verankern.
    Aus- und Neubau von Schigebieten stoppen!
    Bodenversiegelung und -verdichtung in den Bergen stoppen!
    Nachhaltige Waldwirtschaft: Schutzwälder und keine Nutzwälder in den alpinen Regionen!
    Den überbordenden Güter- und Individualverkehr stoppen: Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und Verlagerung des Güter- und Individualverkehrs auf die Schiene!
    Subventionen nur mehr für klimaneutrale oder klimaschützende Maßnahmen!

Der Bergsteiger, Autor und Coach Stefan Gatt hat diese Initiative im März 2019 ins Leben gerufen und zusammen mit Freunden organisiert.

www.climbersforfuture.org 

Meinen CO²-Abdruck reduzieren

Auch wenn die Klimakrise das dringlichste Problem unserer Zeit ist, ist es aus meiner Sicht nur ein Symptom eines größeren Problems unserer Zeit.

Wir leben in einer kapitalistischen Marktwirtschaft. D.h. solange Kun- den durch Kaufentscheidungen oder der Staat durch Subventionen oder fehlende gesetzliche Regelungen klimaschädigende Angebote unterstützt, werden diese am Markt erfolgreich sein. D.h. ganz konkret im Flugverkehr: Solange wir als Konsumenten günstige Flüge kaufen, weil uns das ökologische Wissen fehlt oder wir die klima- schädigende Wirkung insbesondere durch Kurzflüge ignorieren („Nach oder neben mir die Sintflut“-Syndrom), werden wir als Konsumenten diese Flüge konsumieren. Vor allem wenn diese – wie derzeit der Fall – vom Staat umsatzsteuer-, mineralölsteuer- und klimasteuerbefreit am Markt angeboten werden. Dass die Steuerbefreiung vom Flugverkehr beim Beschluss im Jahre 1944 in Chicago Sinn machte, kann ich aus dem Geist der damaligen Zeit nachvollziehen. Heute kann ich dies überhaupt nicht verstehen, weil sie ungeheure Schäden verursacht! Jeder Flugzeugkilometer ist 31-mal schädlicher als ein Kilometer mit der Eisenbahn (Daten des Umweltbundesamtes). Fliegen ist nur deshalb so erschwinglich, weil es der Staat unterstützt.

Aus meiner Sicht muss der Staat hier lenkend eingreifen und Kurzflüge bzw. Zubringerflüge um mindestens € 100,- pro Flug besteuern, um das ökologische (Ge)Wissen der Konsumenten zu entwickeln. Bei der Langstrecke sollte dies ebenfalls in dieser Höhe passieren, um den Wahnsinn, der zurzeit passiert, zu reduzieren.

Diese Steuereinnahmen könnten dann für einen raschen Ausbau des öffentlichen Verkehrs genutzt werden. Dieser Bereich könnte dann auch die freiwerdenden Jobs des Flugpersonals eine Zeit lang kompensieren.

Das Szenario, weiterhin billige (Kurz)Flüge am Markt zu haben, führt zum Klimakollaps und damit langfristig zum gleichen Ergebnis, dass nicht mehr geflogen werden wird. Der Großteil der Konsumenten hätte bei einem Klimakollaps weniger Geld für Flüge, die Flugaus- fälle würden aufgrund von Wetterkapriolen zunehmen und es würde auch immer weniger Sinn machen in ein Land zu fliegen, das ökologisch am Boden liegt. Aber noch rechnet sich der Flugverkehr und damit darf er weiterhin in unserem freien Markt bestehen.

Weg vom wirtschaftlichen Diktat

Wir müssen von der wirtschaftlichen Frage „Rechnet sich das? Was bringt mir das (an Rendite)?“ wieder zur Frage kommen „Macht das Sinn? Macht das Sinn für mich, mein Umfeld und die Umwelt (auch für die zukünftigen Generationen)?“ Und hier kommen unser Gewis-sen und unser Bewusstsein ins Spiel, die wir dringend als Menschheit entwickeln dürfen.

Das Gefühl der Flugscham z.B., das es in Schweden bereits gibt, sollte sich auch im Alpenraum rasch verbreiten. Wenn du in Schweden ein Flugzeug besteigst, kann es leicht sein, dass dich ein Gefühl der Scham befällt.

Das individuelle Tun wirkt

Was kann jeder Einzelne nun konkret tun, damit der CO2-Abdruck geringer wird? Ich möchte mit mir anfangen:

Heliskiing in Kanada war für mich immer ein Traum. Einen unverspurten Hang nach dem anderen mit dem Snowboard oder mit den Schiern hinunterzugleiten. Den ganzen Tag lang bis zum Sonnenuntergang powdern. Bis vor einem halben Jahr war dies noch ein realistischer Traum von mir, kann ich die Realisierung dieses Traumes jetzt nicht mehr vor meinem Gewissen vertreten. Der Interkontinentalflug, die Flüge dort vor Ort sind für mich mittlerweile undenkbar. Stattdessen freue ich mich auf das Genießen von tollen Pulverhängen in meiner nächsten Umgebung mit meinen Freunden und meinen Töchtern. Und die Gespräche beim Aufstieg durch eine Winterwunderwelt, die hätte ich beim Heliskiing sowieso nicht.

Ich für mich habe die Entscheidung getroffen, dass ich nie mehr in meinem Leben einen Kurz-/Zubringerflug (das sind Flüge unter 1.500 km) machen werde und auch sicherlich nicht mehr in den Himalaya fliegen werde. Wenn ich wieder dorthin möchte, werde ich mit dem Zug und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren oder mit dem Radl.

Aber dorthin fliegen werde ich sicher nicht mehr. Meine geplante Tour nach Patagonien werde ich solange verschieben, bis es einen Flieger nach Buenos Aires gibt, der nicht mit Kerosin fliegt.

Für heuer habe ich mich entschieden, überhaupt nicht zu fliegen und mehr Kilometer öffentlich, mit Rad oder zu Fuß zurückzulegen als mit meinem Auto. Anfang Juli stand ich bei 9.500 km mit dem Auto zu ca. 10.500 km Zug und ca. 1.000 km mit dem Rad. In drei Wochen sind wir in Kopenhagen auf einer Hochzeit mit dem Zug natürlich, auch wenn der Flieger billiger und schneller wäre.

Und ich weiß, dass mein CO2-Abdruck noch nicht optimal ist. Für nächstes Jahr möchte ich meinen Dieselverbrauch auf unter 1.000

Liter pro Jahr senken, aber da muss ich noch dazulernen. Und da geht es bei mir ganz viel um Gewohnheiten!

In Zeiten unserer Klimakrise müssen aus meiner Sicht alle CO2-Emissionen besteuert werden und zwar sofort. Mit diesen Geldern könn- ten dann wieder klimafreundliche Initiativen gefördert werden, was diese wieder unterstützt … Dann würden vielleicht auch die zivilen Straßenpanzer (SUVs) aus 2-3 Tonnen Blech langsam wieder aus dem Straßenbild verschwinden.

Öffentlicher Verkehr

Wenn wir die Wende schaffen wollen, muss der öffentliche Verkehr sofort und stark ausgebaut werden und für den Nutzer nahezu kostenlos werden. Wenn die Verbindungen gut sind und die Nutzung nahezu kostenlos (ein großartiges Beispiel ist hier ist das Jahrestikket in Wien oder Tirol um € 365,-) werden die Öffis von einer breiten Bevölkerung stärker genutzt.

Mit dem eigenen Auto unterwegs zu sein, ist natürlich angenehm und bequem. Ich kann meine Abfahrtszeit selbst wählen, kann mit- nehmen was und wen ich will und bin autonom. Der Vorteil, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, ist, dass ich die Zeit anderweitig nutzen kann, weil das Lenken des Fahrzeugs jemand anderer erledigt. Wenn das Angebot der Öffis steigt und gleichzeitig die Kosten für deren Nutzung sinken, desto mehr werden sie genutzt.

Dies zeigte sich z.B. in der belgischen Stadt Hasselt: In den Jahren 1997 bis 2004 erhöhte sich die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel unter anderem durch das Aufheben jeglichen Entgeltes auf das 13-Fache! D.h. es geht auch immer wieder um den politischen Willen, den öffentlichen Verkehr auszubauen. Wenn die Frequenz steigt und die Dauer für die zurückzulegenden Strecken sinkt, dann werden sie genutzt. Dies ist z.B. auch bei der Westbahnstrecke in Österreich zu beobachten.

Bis im Frühjahr 2019 hatte ich die Vorannahme in meinem Kopf, dass ich zu einem Seminar immer mit meinem Auto anreisen müsste. Zuviel Material, das ich eventuell nutzen müsste, hatte ich immer dabei. Im Frühjahr hatte ich dann einen Kunden in Vorarlberg und damit war für mich klar, dass ich die 5,5 h Reisezeit in eine Richtung sicherlich nicht mit dem Auto zurücklegen würde. Ich plante mein Seminarmaterial besser, bepackte drei große Trolleys und zwei Rucksäcke und plötzlich war es möglich mit dem Zug anzureisen. Ein Teil des Materials blieb für ein paar Wochen in Vorarlberg und siehe da – es machte sogar Freude. Oft sind es Glaubenssätze wie „Das geht nicht!“ oder  „Das habe ich immer schon so gemacht!“, die ein klima- freundliches Verhalten verhindern. Wenn ich diese über Bord werfe und mich dazu bringe/zwinge, neue Lösungen zu suchen, werden plötzlich Alternativen sichtbar.

Nahrungsmittel

Bei den Nahrungsmitteln habe ich als Konsument auch einen großen Hebel – regional (am besten direkt beim Hersteller), biologisch und so oft wie möglich vegetarisch oder vegan reduziert Treibhausgase. Gesünder ist diese Art der Ernährung sicherlich auch im Vergleich zur ungeheuren Menge an tierischen Eiweißen, die der Durchschnittsösterreicher vertilgt.

Ich bin kein Vegetarier, weil es mich in meiner Freiheit zu stark einschränken würde. Ich esse aber maximal 10-mal pro Jahr Fleisch, weil es dann halt mal passt. Wenn wir alle nur mehr den früher üblichen Sonntagsbraten essen würden, würde dies einen massiven Effekt auf unsere Landwirtschaft und unseren CO2-Abdruck erzeugen.

 Die Massentierhaltung mit dem hohen Methanausstoß der Tiere schädigt unser Klima und ist für unsere Gesundheit aufgrund dem Zuviel an tierischen Proteinen und dem Einsatz von Antibiotika in der Aufzucht alles andere als gesundheitsförderlich.

Gebrauchsgüter

Wenn ich bewusst langlebige Produkte kaufe, die auch repariert werden können, so hat dies einen Effekt auf die ganze Hersteller- und Lieferantenkette. Es ist mir natürlich bewusst, dass ich mit diesen Zeilen gegen unser Wirtschaftssystem spreche. Dieses ist auf ständiges Wachstum und auf Konsum ausgelegt. Aber wenn wir die Ressourcen weiterhin vernichten, wird uns die Lebensgrundlage abhanden kommen. Dann brauchen wir auch kein Wirtschaftssystem mehr. Also bremse ich lieber jetzt gleich.

Also

Das Positive an klimaschonendem Verhalten ist nicht nur, dass es unseren kommenden Generationen eine lebenswertere Umwelt ermöglicht, sondern dass es uns auch selbst durch eine veränderte Mobilität und Ernährung gesundheitlich nutzt. Und noch etwas anderes für die Pessimisten unter uns, die sich denken, dass diese Veränderungen unmöglich sind. Wir als Menschen haben ganz andere Herausforderungen geschafft. Ob die globale Ernährungssituation oder die Bekämpfung von Seuchen.

Die große Herausforderung dieser Krise ist die Zeitknappheit – wir hätten schon viel früher beginnen sollen. Jetzt geht es um unseren Willen, unser Verhalten grundlegend zu verändern. Ein paar kosmetische Änderungen werden nichts bewegen. Es geht um eine grundlegende Änderung unseres Wirtschafts- und Lebenssystems – das sind wir unseren Kindern und nachfolgenden Generationen schuldig. Dafür brauchen wir ein Zusammenspiel von politischer Lenkung und persönlichem Engagement, bei dem es auch da und dort um Verzicht geht. Wenn wir jedes Jahr unseren derzeitigen CO2-Abdruck um 10 % reduzieren, dann sind wir am richtigen Weg.

Für mich ist das Wissen, dass ich sehr viel unternommen habe, zu- künftigen Generationen eine intakte Natur zu hinterlassen, jedenfalls Motivation genug, mich jeden Tag aufs Neue zu hinterfragen und neues Verhalten auszuprobieren.

    Hawken, Paul (Hrsg.) (2019) Drasdown – Der Plan. Wie wir die Erderwärmung umkehren können. Gütersloh.

    Kromp-Kolb H., Formayer H. (2018). +2 Grad – Warum wir uns für die Rettung der Welt erwärmen sollten. Wien-Graz.

    Hrsg. Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina e.V. (2019). Klimaziele 2030: Wege zu einer nachhaltigen Reduktion der CO2-Emissionen. Halle a. d. Saale