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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Nachgefragt bei Stefan Gatt

Du veranstaltest nach wie vor Bergreisen in Europa und zu den Bergen der Welt. Wie lässt sich das mit deinem Engagement vereinbaren?

Bis vor einigen Wochen hat das noch gestimmt. Ich war mit meinen Expeditionen in Asien und in Südamerika bis nach Patagonien unterwegs. Mitte August habe ich entschieden, dass ich meine Touren in die Berge der Welt leider auf unbestimmte Zeit verschieben möchte … Touren im Himalaya sind zwar auch mit der Transsibirischen Eisenbahn möglich, aber natürlich dadurch zeitaufwändiger. Ich kann mir vorstellen, „slow travel“ zu praktizieren, meine TeilnehmerInnen wahrscheinlich nicht; ich werde das auf jeden Fall mit meiner Frau machen. Bei einigen Angeboten in Europa habe ich mir Folgendes überlegt: Wer mit dem Zug anreist, etwa zum Mont Blanc, der zahlt bei mir um 10 % weniger, d.h. ich möchte die ökologische Variante kostenattraktiver gestalten.

Ist es nicht recht optimistisch, diese Reisen „auf unbestimmte Zeit“ zu verschieben – weißt du etwas, das wir nicht wissen? 

Nein, leider nicht, aber ich denke mir, dass Wasserstoffantrieb auch in der Flugzeugindustrie möglich wäre, wenn es einen Willen oder eine gesetzliche Notwendigkeit dafür gibt. Es handelt sich dabei aber nur um meine laienhafte Hoffnung, keinesfalls um faktisches Wissen. Leider braucht die Wasserstoffherstellung sehr viel Energie, aber wer weiß, wie sich alles entwickelt? Solarpaneele auf den Freiflächen rund um Flughäfen, auf jedem Dach usw. …

Was ich aber weiß, ist, dass es sehr viele intelligente Köpfe auf dieser Erde gibt und wenn wir alle wirklich wollen, können wir auch in sehr kurzer Zeit gemeinsam zu öko- logischen Lösungen kommen, die wir uns jetzt noch nicht einmal vorstellen können.

Du warst in den letzten Jahrzehnten auf den Bergen der Welt unterwegs, hast alles gesehen, bist mit dem Snowboard vom Everest gefahren und hast als Anbieter und mit deinen Fotos Geld verdient. Ist es nicht etwas vermessen, an- deren jetzt ein schlechtes Gewissen ein- zureden, für etwas, das du jahrelang ge-nossen hast?

Ja, diese Kritik kann ich nachvollziehen und die muss ich mir auch gefallen lassen. Ich wusste es schlicht nicht besser. Heute allerdings weiß ich es und deswegen entscheide ich mich bewusst für einen neuen Zugang zu dem Thema. Es liegt mir aber fern, jemandem etwas zu verbieten! Jeder hat seine persönliche Freiheit und jeder sollte für sich überlegen und bewusst entscheiden, was er oder sie tut. Moralisieren ist nicht mein Ding. Im Buddhismus gibt es drei Geisteshaltungen, die Schwierigkeiten und Leiden erzeugen: „wollen“ gleichzusetzen mit Gier, „nicht wollen“ gleichzusetzen mit Aggression und „nicht wissen wollen“ gleichzusetzen mit Ignoranz – und jetzt wissen wir, dass wir genau aufgrund dieser drei unbewussten inneren Haltungen auf dem besten Wege sind, unseren Planeten so richtig zu versauen. Die wissenschaftliche Faktenlage ist erdrückend und es kann keiner mehr sagen:

„Das habe ich nicht gewusst!“

Jetzt habe ich zum ersten Mal die Hoffnung, dass sich etwas tut, bzw. geht es gar nicht mehr anders; zumindest nicht für mich, denn ich kann – mit dem Wissen im Hintergrund – ein klimaschädliches Verhalten für mich nicht mehr auf diese Art und Weise verantworten. Ich freue mich über jeden, den ich überzeugen kann und der es auch so sieht! Ich bin aber kein Kampfklimaschützer – ich rede natürlich auch mit Leuten, die noch immer fliegen. Wenn, dann muss man die Menschen im Herzen berühren.

OK, ganz konkret: Was kann ich als Alpen-Bergsteigerin tun, um weiterhin meinem Hobby oder Beruf nachzugehen und dabei meinen ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten? 

Nachdem das Thema extrem komplex ist, ganz einfach gesprochen: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, wo es geht, Fahr- gemeinschaften bilden, weniger Fleisch essen und wenn möglich, nicht fliegen. Z.B. nicht für eine Woche nach Kalymnos zum Klettern fliegen, sondern stattdessen eine Woche an den Gardasee, Korsika oder ins Elbsandstein fahren – alle miteinander in einem Auto versteht sich. Sich überlegen, länger zu bleiben, sich ausreichend Zeit nehmen! Selbst Klimaforscherin Kromp-Kolb sagt: „Wenn man fliegt, dann wirklich wohin, wo es ganz anders ist als bei uns und dann auch wirklich viel länger bleiben.“

Aber ziehst du das konsequent durch bzw. akzeptieren das deine Familie und Kunden?

Bei den Kunden weiß ich es noch nicht, ich lebe es einfach, nicht zuletzt, weil „walk your talk“ ein Grundsatz für mich ist. Meine Familie zieht mit. Meine ältere Tochter lebt seit dem Frühjahr vegan und will mir gerade die Milch vom Biobauern ausreden, aber das wird ihr nicht gelingen. Ich denke, bis vor einem Jahr war ich in dieser Sache so etwas wie ein Vorbild für meine Kinder, aber durch die „Fridays for Future“-Aktionen sind meine Kinder selbst sehr engagiert. 

Als ich die Aktionen von Greta Thunberg erstmals mitbekommen habe, hat das meine Hoffnung gestärkt. Ich finde herausragend, was sie macht und wie sie es macht. Durch ihr Aufstehen bewegt sie viele Menschen. Ich finde das gut, auch wenn es starken Gegenwind und Kritik an ihr gibt. Sie macht das, wovon sie redet und damit be- rührt sie vor allem junge Menschen massiv. Sie stehen auf, stehen zusammen und sagen: „So nicht mehr“!

Was müsste getan werden, um die Ak- zeptanz für deine Vorschläge zu erhöhen? 

Damit sich wirklich etwas verändert, muss man die Herzen berühren. Es braucht Verständnis und Mitgefühl für andere Menschen, Tiere, Pflanzen und unseren Planeten und ein tiefes Bewusstsein, dass wir unseren Lebensstil zum Wohle aller verändern müssen. Wenn ich mich wirklich traue, zu spüren, wie traurig und schmerzhaft es ist, dass Lebewesen und Pflanzen aufgrund unseres Lebenswandels aussterben, Menschen hier und in anderen Ländern bereits unter dem Klimawandel leiden und Mutter Erde weiterhin massiv ausgebeutet wird, ist es der erste Schritt. Wenn ich dann noch mutig genug bin, hinzuschauen, was ich dazu beitrage, dann ist schon eine entscheidende Basis für Veränderung gesetzt. 

Veränderung und Bewusstseinsbildung brauchen aber auch Zeit: manche Meschen sind schon sehr bewusst, manche werden es nie verstehen. Je mehr die Medien darüber berichten, je mehr die Klimakrise spürbar wird, desto mehr wird sich hoffentlich in den Köpfen der Menschen tun. Vor allem, wenn sich im Nachbarbereich etwas ändert, wenn Gleichgesinnte und Freunde Maßnahmen setzen, dann werden immer mehr mitziehen. Ich glaube, dass es einerseits persönliches Engagement braucht, seinen eigenen Lebensstil zu verändern, sich mit anderen zu dem Thema auszutauschen – auch ganz viel mit kritischen Menschen über ihre Beweggründe zu sprechen – und andererseits konkrete politische Maßnahmen zu setzen, damit sich etwas verändert. 

Auch mit „Belohnung“ kann ein Umdenken forciert werden – etwa mit den erwähnten 10 % Ermäßigung für die öffentliche Anreise bei einigen meiner Angebote. Wer sich bemüht, sollte Wertschätzung und Anerkennung ernten.

Und was kann eure Petition „Climbers for future“ dazu beitragen?

Wir möchten mindestens 200.000 Unterschriften zusammen bekommen, denn dann wird man von der österreichischen Regierung wahrgenommen, wird ins Kanzleramt eingeladen und kann dort vorsprechen – sprich wir können unsere sechs Forderungen vorbringen. Je mehr Unterschriften, desto besser!

Die Realität ist doch, dass es für viele Bergsportler das höchste Ziel ist, mit dem ausgebauten VW-Bus durch die Alpen zu gondeln, die Freiheit auf vier Rädern zu leben und auf den sozialen Medien ausführlich darüber zu berichten. 

Ich glaub schon, dass das für viele wichtig ist. Aber, wenn ich mir das erlaube, kann ich dafür auf etwas anderes verzichten? Ich kann mich jeden Tag entscheiden: Fahr ich mit dem Rad zur Arbeit, nehme ich die Bahn, gehe ich zu Fuß? Verzichte ich heuer auf Kalymnos und fahre dafür mit dem VW-Bus zum Gardasee? Das Bedürfnis nach Abenteuer ist in uns: Sonnenuntergang, Lagerfeuer und ja – am besten noch den selbst gefangenen Fisch grillen. Es gilt nun aber, unser Tun zu hinterfragen: Vielleicht kann man nämlich auch einfach mit dem Rad unterwegs sein, mit Packtaschen links und rechts … raus aus der Bequemlichkeit, nicht wissen, was kommt, was einen erwartet. 

Es ist nicht nur schwarz-weiß – weiterhin fliegen oder überhaupt nicht mehr fliegen-, sondern es gilt, sich jeden Tag überlegt und bewusst zu entscheiden.

Glaubst du, dass eine Image- und Verhaltensänderung durch kompetitive Apps – wer spart am meisten CO2 ein – und entsprechendes Posten auf Facebook & Co. dazu beitragen könnte?

Ja, das glaube ich schon. Das Spielerische, das Kompetitive ist ein Anreiz und könnte auch ein wenig steuern. Man kann klima- neutrales Handeln positiv besetzen. Ähnlich wie in der Sportkletterethik zum Thema Bohrhaken. Anerkennung bekommt derjenige, der besonders viele Kilometer mit dem Rad gefahren ist und dafür das Auto stehen gelassen hat. Oder die, die die besten Tipps für Zug- und Fährverbindungen hat, etc. 

Gerade das jüngere Publikum spricht man da- mit sicher an. Das Wichtigste dabei ist: man fühlt sich nicht alleine mit seinem Verzicht und als der/die Dumme damit, sondern es gibt auch andere, die verzichten und es kann sogar noch Spaß machen!

Naja, aber ob wir kleines Bergsteiger- Grüppchen etwas machen oder nicht, ist doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn sich das globale Verhalten nicht ändert, sich die Klimabrisanz evtl. gar nicht bestätigt und technische Innovationen kommen, dann können wir doch gleich weitermachen wie bisher. Vor allem kaufe ich eh nur Merino-T- Shirts!

Unser Handeln hat global gesehen kaum einen Impact. Ein Tropfen auf dem heißen Stein – aber: wenn es viele verschiedene Tropfen sind, dann erzielen wir einen Effekt. Trotzdem handeln wir aufgrund des Verhaltens unseres Nachbarn: wir schauen uns das an und machen es nach. Das heißt, ohne die eigene Veränderung werden wir gar nichts verändern. Mit unserer – anfangs kleinen – Veränderung ändern wir das System, ändern wir die Politik. Und das Wichtigste dabei ist, dass wir alle aus unserer Hoffnungslosigkeit und Resignation rauskommen. Indem ich mich für ein neues Verhalten entscheide, fühle ich mich selbstwirksam und habe da- durch eine gefühlt bessere Lebensqualität. Zudem wissen wir alle, wie eine kleine Mücke im Zelt uns das Leben in der Nacht ganz schön schwer machen kann. Auch Kleines kann Großes bewirken.

Abgesehen davon: ich brauche als Bergsteiger nicht jedes Jahr die neueste Ausrüstung, das aktuellste Material. Was das betrifft: ich kaufe Hochwertiges, verwende langfristig und repariere, wenn etwas kaputt ist. Immerhin ist es heute auch durchaus „in“, mit geflickter Kleidung herumzulaufen.

Bergführeridol Walter F. hat neulich plausibel erklärt, dass im Gasthaus Kartenspielen – egal von welcher Seite auch immer betrachtet – das Beste für den Planeten wäre. Sollten wir bei geringstem Zweifel in Zukunft besser zum Wirten gehen?

Ja, ein bisschen Recht hat er damit schon. Für die Natur wäre es das Beste, wenn wir uns nicht mehr so achtlos und ausbeuterisch in ihr bewegen würden. Aber wir brauchen die Natur, weil sie uns erdet und uns zurück zu unseren Wurzeln bringt. Also das gelingt mir so im Gasthaus nicht (lacht). Ich glaube einfach, dass wir einen achtsameren und bewussteren Umgang mit der Natur entwickeln dürfen.

Deine Hoffnung, wie sich Bergsteiger und der Bergsport entwickeln wird?

In eine natürliche, bewusste, mit Mutter Erde liebevolle umgehende Art und Weise. Der Berg sollte weniger als Bergsportgerät betrachtet werden, sondern vielmehr sollte man in Verbindung mit der Umwelt treten. Weg von der reinen Leistungsorientierung – natürlich, Kletterer, die irgendwo in einer 9a unterwegs sind, faszinieren mich auch -, hin zu einer bewussten, respektvollen Verbindung mit der Bergnatur. Das bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen, für das, wo wir unterwegs sind.

Der Faktor Zeit sollte bewusst eingeplant werden als etwas, das zur Entschleunigung beiträgt. Damit kann man die Bequemlichkeit einer Zugfahrt genießen, die Qualität der langen Anreise als „slow travel“ schätzen lernen. Es sollte nicht länger heißen „ich kann es mir leisten für fünf Tage nach Japan powdern zu fliegen“, sondern „ich kann es mir leisten, mir die Zeit zu nehmen, von zu Hause aus zu Fuß zu starten“, oder „ich bin eine Woche auf der Darmstädter Hütte und gehe powdern“ und das vielleicht sogar alleine mit Freunden.

Und das würde was ändern?

Steter Tropfen höhlt den Stein – ich werde auf jeden Fall mit meinem Verhalten andere Menschen dazu anregen, ihr Verhalten zu reflektieren. 

Ich werde darüber mit anderen Liebhabern und Liebhaberinnen der Berge und der Natur ins Gespräch kommen. 

Ich entscheide mich für einen bewussten Umgang mit meinen Ressourcen, mit meinen Mitmenschen. 

Ich leiste einen kleinen, minimalen Beitrag dazu, dass die Katastrophe doch noch ab-gewendet werden kann. 

Ich fühle mich damit selbstwirksam. Ich möchte die Verantwortung wahrnehmen – mir, meinen Kindern und dem Planeten zuliebe – und ich möchte später sagen können, ich habe aktiv etwas getan.