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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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20 Jahre Stop or Go – im Gespräch mit Michael Larcher

20 Jahre später ist Stop or Go, neben der Vermittlung analytischer Methoden im Rahmen der Alpenverein-Akademie, noch immer das Herzstück im Ausbildungskonzept des Alpenvereins und damit das bekannteste und am häufigsten verwendete Ausbildungskonzept in der Lawinenausbildung in Österreich.

Christian Damisch hat bei Michael Larcher nachgefragt: 

In den Wintern ’97 und ’98 vermittelten wir die Reduktionsmethode 1:1. Dann erkannten wir die Schwierigkeiten der Teilnehmer*innen, die professionelle Reduktionsmethode umzusetzen, den Widerstand gegen eine Formel und die Rechnerei. Wir setzten dann auf die elementare Reduktionsmethode, die uns allerdings wieder zu reduktionistisch erschien. Robert und ich suchten nach einer Ergänzung, nach einem zweiten Filter. Und wir wollten die Essenz der klassischen Lawinenkunde in das Konzept aufnehmen. So kam es zum Check 2 und zur Vorwegnahme der heutigen „Lawinenprobleme“, indem wir die klassische Lawinenkunde auf die fünf essenziellen Gefahrenzeichen eindampften, die es aus unserer Sicht zu erkennen galt: Neuschnee, frischer Triebschnee, Setzungsgeräusche, frische Lawinen, starke Durchfeuchtung. Immer, von Beginn an, bildeten die Standardmaßnahmen einen Teil von Stop or Go. Die eine Hälfte von Stop or Go ist das Entscheidungskonzept – „Check 1“, „Check 2“ und die „Go-Faktoren“ –, die andere das Handlungskonzept, die „Standardmaßnahmen“.

Richtig, die kamen erst um 2007. Warum sich sklavisch einer Faustregel unterwerfen, wenn es objektive Sicherheitshinweise gibt? „Lerne die Regeln, damit du sie richtig brechen kannst“ – dieses Zitat von Tenzin Gyatso, besser bekannt als Dalai Lama, ist sowas von genial! Es bringt den philosophischen Überbau von Stop or Go auf den Punkt. „Regeln richtig brechen“ heißt in unserem Fall, die Ausnahmen – in unserem Fall von Check 1 – möglichst klar zu definieren. Die trivialste Ausnahme ist „dichter Wald“, schon weniger trivial, aber in der Praxis häufig anwendbar, das Merkmal „stark verspurt“ oder „häufig befahren“.

Die Go-Faktoren erweitern den Spielraum für Fortgeschrittene und Experten und ließen sich auch noch erweitern. Die Grundphilosophie ist immer: Überschreite die Grenzen von Check 1 nicht aus einem „guten Gefühl“ heraus, sondern auf der Grundlage möglichst objektiver Fakten. Hier können sich Expert*innen natürlich wesentlich mehr leisten als Hobby-Alpinist*innen.

Wenn ich mich richtig erinnere, setzte ich an das Ende dieses Untertitels ein Fragezeichen? Aber zu deiner Frage: Munter schlug 1998/99 in der Szene ein wie eine Bombe und man muss sich nur ansehen, was damals aus der Begeisterung, aber auch aus der Kritik, alles entstanden ist. Es war klar, dass der Hype um die Strategien einmal abflauen musste. Die Strategien wurden ja fast schon ein Standard und die Verweigerer eine Minderheit. Dann, gegen Ende der 2000er-Jahre, wurde allmählich die Kritik an den Strategien immer lauter, heute würde ich von einer Gegenrevolution sprechen. Es setzte eine Renaissance der Schneedeckenanalyse ein, neue Tests zur Untersuchung der Schneedeckenstabilität und der Bruchfortpflanzung wurden en vogue und allmählich bekam die Hoffnung wieder Nahrung, zumindest als Experte aus einer systematischen Schneedeckendiagnose Einzelhangbeurteilungen vornehmen zu können.

Diese Renaissance der analytischen Lawinenkunde ist erstaunlich. Auch deshalb, weil aus der Schneeforschung keine neuen Erkenntnisse gekommen sind, die diese Wiederauferstehung erklären würden. Meine Erklärung dieses Phänomens ist die Sehnsucht von Expert*innen nach einer Methode, den unverspurten Einzel-Steilhang hinsichtlich seiner Stabilität beurteilen zu können. Zum zweiten sind die Protagonist*innen dieser Lehre eine kleine Elite innerhalb der Expertenszene – Lawinenprognostiker*innen oder Mitglieder von Lawinenkommissionen. In der Hand dieser wenigen Menschen sind diese Methoden absolut nützlich, doch sind deren Voraussetzungen völlig andere als jene von Tourengeher*innen, Tourenführer*innen, Bergführer*innen.

Ob die Erwartungen zu hochgesteckt waren? Sicher nicht, was die Qualität und die Transparenz der Lawinenkurse betrifft. Entscheidungen systematisch und nachvollziehbar herbeizuführen, war ein Quantensprung in der praktischen Lawinenausbildung. Ebenso die Standardisierung von bewährten Sicherheitsvorkehrungen wie Abstände oder LVS-Check.

Was von den Anhängern der Munter-Methode, jedenfalls von mir, nicht richtig eingeschätzt wurde, ist ein psychologisches Phänomen: Es fällt Menschen draußen in der Natur schwer, Entscheidungen zu treffen und dabei konsequent einem Algorithmus zu folgen. Wir erleben, dass Kursteilnehmer*innen die Methode verstehen und anwenden können, es ihnen draußen im Gelände dann aber schwerfällt, diese konsequent umzusetzen. Es liegt nicht an der Intelligenz. Es scheint, dass wir draußen anders sind, starke Emotionen sind im Spiel, die konsequentes, lineares Denken erschweren. Besser kann ich es nicht ausdrücken und ich habe da auch keine Lösung parat.

Nur noch ein Satz dazu: Das strenge Abarbeiten – z.B. des Stop-or-Go-Algorithmus – ist in der Ausbildung essenziell. Verinnerlichung aufgrund von Erfahrung führt in der Praxis allerdings dazu, dass die meisten Stop-or-Go-Entscheidungen blitzschnell getroffen werden können.

Ich darf das präzisieren: Ja, es gibt Forschung und Erkenntnisse. Vor wenigen Tagen konnte ich einen Vortrag von den Forschern am SLF, von Jürg Schweizer und Benjamin Zweifel, hören. Das war beeindruckend. Als Ausbilder, also als Pädagoge, sehe ich aber keine neuen Erkenntnisse, die ein – salopp gesagt – Graben in der Schneedecke sinnvoll bzw. notwendig machen. Von der Zumutbarkeit und Akzeptanz der potenziellen Anwender*innen ganz abgesehen. Und wie neu ist das „Prozessdenken“? Dass ich ein Brett brauche, eine großflächig ausgeprägte Schwachschicht, einen Auslöseimpuls, einen Steilhang – das ist nicht neu. Auch die Umweltbedingungen, die solche Situationen – z.B. ein Altschneeproblem – entstehen lassen, waren bekannt. Stichwort „schneearme Winter sind besonders heikle Winter“. 

Das Wissen über diese Prozesse hat sich erweitert, ist präziser – das SLF kann mittlerweile Schneebrettlawinen mittels Algorithmen, also mathematisch, sehr naturnah abbilden. Das ist beeindruckend. Für die Praxis sehe ich diese Erkenntnisse dort am ehesten nutzbar, wo sie die Qualität des Lawinenberichts verbessern. Und da ist tatsächlich einiges geschehen, was uns in der Tourenplanung, aber auch vor Ort konkret hilft. 

Zu den Lawinenproblemen, die du ansprichst – hier sehe ich vielmehr eine verbesserte Systematik, einen Fortschritt in Sachen Semantik. In Stop or Go, Check 2, haben wir diesen Schritt ja vorweggenommen. Robert Purtscheller und ich setzten damals die pädagogische Brille auf und kamen sehr rasch zu diesem Schema: Neuschnee, Triebschnee, Nassschnee …

Unter den Expert*innen tun sich nach meiner Beobachtung vor allem die Bergführer*innen sehr schwer mit Regeln und Grenzwerten – zumindest in Österreich. Was für Profis in anderen Risikofeldern seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, wird strikt abgelehnt, wenn es um Lawinen geht. Da greift man lieber auf die „intuitive Lawinenkunde“ zurück oder verweist auf die hohe Kunst der „Systematischen Schneedeckendiagnose“. 

Letztere kann zumindest auf eine Systematik verweisen, doch im Ernst: Wo sind die Expert*innen, die das a) beherrschen und b) auch tatsächlich anwenden. Das ist eine kleine Schar von Superexperten, die sich berufsbedingt jeden Tag mit der Schneedecke beschäftigen, vom ersten bis zum letzten Wintertag. Das ist eine eigene Welt, von der wir als Sportler*innen sehr profitieren – z.B. weil sie uns ein Altschneeproblem vorhersagen: wo, in welcher Exposition und Höhenlage. Aber wir können nicht deren Methoden zur Grundlage unserer Methodik machen. 

Und ich meine gar nicht Einsteiger und leicht Fortgeschrittene. Auch das Gros der Führer*innen ist damit überfordert oder ganz einfach nicht bereit, das anzuwenden. Führer*innen im Schnee müssen sich in erster Linie um Menschen kümmern, nicht um die Schwachschichten und Bruchfortpflanzung.

Was Stop or Go betrifft, so taugt dieses Konzept auch im Profi-Führungskontext: Expert*innen können dort ihren Vorsprung an Know-how und Erfahrung ausspielen, indem sie mehr „Go-Faktoren“ seriös anwenden und so ihren Spielraum erweitern. Expert*innen, Bergführer*innen profitieren ja immer auch von ihrer Kunst der Spuranlage – ein häufig vergessener Sicherheitsfaktor.

Natürlich nicht. Wir sind als Führer ja Garanten für Sicherheit – besser formuliert: Garanten für die Einhaltung von Risikostandards. Daher bildet das Thema Lawine, die Stabilität der Schneedecke, zwangsläufig einen Fokus. Wir müssen uns aber nicht um die Schwachschichten in der Form kümmern, dass wir graben. Ich komme mit den Infos aus dem Lawinenreport und aus Beobachtungen – z.B. Windzeichen – zu guten Entscheidungen. Graben und Tests schätze ich sehr im Rahmen der Ausbildung, um Prozesse sinnlich erfahrbar, anschaulich zu machen, also zur Vermittlung. Mir macht es oft auch Spaß im Schnee zu graben, einfach aus Neugier.

Wir haben am Stop-or-Go-Kärtchen bewusst nur „stark verspurt“, „Wald“ und „Schmelzharschdeckel“ angeführt. In der Ausbildung von Multiplikatoren gibt es noch Faktoren wie: „eindeutig begünstigte Exposition“, „ständig befahren“ oder „Lawinenproblem nicht vorhanden/zu schwach ausgeprägt“ und „günstige Hang- und Geländesituation“. Mit Letzterem ist gemeint, dass die Hangdimension gering ist und keine Geländefallen bestehen. 

Zum Merkmal „stark verspurt“, das nur bei trockener Schneedecke gilt, bieten wir heute auch eine Definition an: „Stark verspurt ist ein Korridor, wenn zahlreiche Spuren ineinander verlaufen, so, dass ich keine Spur legen kann, ohne eine andere zu berühren.“ Dann mach ich auch noch Abstände und ich habe ein gutes Risiko. 

Der starke Fokus auf die Lawinenprobleme besteht in Stop or Go seit 1999. Auch das damit verbundene Prozessdenken, das durch die Forschung der letzten 10, 15 Jahre noch stark gewonnen hat. Allerdings nur auf Expertenlevel, nicht auf Hobbysportler-Niveau.

Ist das wirklich so? Und ist nicht völlig klar, dass es die hundertprozentige Trefferquote in punkto richtig entscheiden nicht gibt. Vor allem aber: Was ist die bessere Alternative? Die mächtigste Waffe gegen Unfälle aufgrund eines Altschneeproblems liefert uns der Lawinenbericht. 

Warum dann nicht, wie wir das im ÖAV getan haben, die Faustregel anpassen: Bei Stufe 2 plus Altschneeproblem entscheide ich wie bei Stufe 3: Ich bleibe unter 35 Grad und berücksichtige den ganzen Hang. Noch gescheiter: Wähle Touren außerhalb der kritischen Hang- und Höhenlagen, zumindest aber Touren, die in den kritischen Bereichen keine Steilhänge aufweisen. 

Um dem Altschneeproblem wirksam zu begegnen, genügt der Lawinenlagebericht. Der Mehrwert durch eigene Schneetests ist fast null.

Wir haben den Check 2 nun an die fünf internationalen Lawinenprobleme angeglichen. 1999 haben Robert Purtscheller und ich die Lawinenprobleme vorweggenommen. Wir wollten ja Munters Reduktionsmethode ergänzen durch die fünf wichtigsten Beobachtungen, die uns im Gelände auf Lawinengefahr hinweisen. Herausgekommen sind damals: Neuschnee, frischer Triebschnee, starke Durchfeuchtung, Setzungsgeräusche und frische Lawinen. Das Altschneeproblem – den Begriff gab es damals nicht –, also die Existenz von Schwachschichten in der Schneedecke, wollten wir mit den Beobachtungen von Setzungsgeräuschen und frischen Lawinen in den Griff bekommen. Heute wissen wir, dass das nur sehr bedingt möglich ist.

Angesichts der internationalen Verbreitung der Lawinenprobleme in den Lawinenlageberichten, inklusive Piktogrammen, sahen wir es im Lehrteam als sinnvoll, die Unterschiede aufzugeben und somit weniger Verwirrung zu stiften. Ganz leicht ist es uns nicht gefallen, zumal wir nun das absolut nachrangige Gleitschneeproblem im Check 2 haben, während ein sehr eindeutiges Gefahrenzeichen, die Setzungsgeräusche, draußen ist.

Ich möchte mich an Churchill anlehnen: Stop or Go ist die schlechteste aller Methoden, aber ich kenne keine bessere.


Aussagen von mir über Stop or Go haben naturgemäß wenig Überzeugungskraft, da meine Objektivität auf eher tönernen Beinen steht. Aber mein Ablaufdatum ist nicht mehr fern und dann werden andere Köpfe bewerten, was taugt und was nicht. 

Aber lass mich eine von Stop or Go abstrahierte Beschreibung des Königswegs versuchen: Was muss ein Lawinen-Präventions-Konzept für Schneesportler*innen bieten? Aus meiner Sicht: Erstens einen Katalog mit möglichst wenigen, möglichst einfachen und bewährten Standardmaßnahmen. SOPs, Standard Operation Procedures, bewähren sich weltweit von der Fliegerei bis zum Tauchsport. Es braucht – zweitens – eine mächtige und gleichzeitig möglichst einfache Faustregel, um Entscheidungen zu treffen. Munter hat eine Faustregel aus Gefahrenstufe und Hangneigung vorgeschlagen: Je gefährlicher, desto weniger steil. Nichts reduziert mein Risiko im freien Skiraum deutlicher als der Verzicht auf extrem steiles, sehr steiles oder steiles Gelände. Dieser Zusammenhang ist evident. Drittens: ein Regulativ, um Go-Entscheidungen der Faustregel zu überprüfen. Schließlich, viertens, macht ein Katalog Sinn, der Ausnahmen definiert.

Mein Königsweg auf den Punkt gebracht: SOPs als Handlungskonzept und eine mächtige Faustregel, angereichert durch eine Kontrollroutine und einen Ausnahmenkatalog als Entscheidungskonzept.

Hm, Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die entferntere Zukunft betreffen … Meine ehrliche Meinung? Ich erwarte in den nächsten zehn Jahren aus der Grundlagenforschung – Schneephysik und Meteorologie – keine Erkenntnisse, die uns in der praktischen Lawinenkunde wirklich weiterbringen werden. Auch die bestehenden Methoden, inklusive Stop or Go, haben ihre Leistungsgrenze erreicht. Ebenso die Lawinenprognosen, wobei in Österreich nicht alle Bundesländer das leisten können, was heute in Sachen Lawinenprognose möglich wäre. Auch für Rettungsgeräte, wie das LVS, sehe ich den Plafond erreicht.

Große Entwicklungschancen sehe ich nach wie vor in den Bereichen Kommunikation und Pädagogik, kurz gesagt: im Wissenstransfer. Wie erreichen wir Menschen mit unseren Konzepten? Wie machen wir Lawinenkunde sexy? Welche Kommunikationskanäle müssen wir bespielen? Welche Zielgruppen wollen wie informiert werden?

Der nächste große Wurf in der praktischen Lawinenkunde wird uns, glaube ich, per Internet erreichen. Algorithmen, künstliche Intelligenz haben das Potenzial, Risiken zu errechnen und Stop-or-Go-Empfehlungen zu machen. Die Schweizer Website Skitourenguru gibt einen ersten Vorgeschmack, was da kommen könnte. Das Brauchbare aus klassischer, analytischer und strategischer Lawinenkunde wird in Algorithmen verpackt, vernetzt mit Gelände-, Wetter-, Schneedeckenmodellen und Unfallstatistiken. Maschinen bzw. Rechner werden nicht fehlerfrei sein und es wird auch in 25 Jahren noch Lawinenunfälle geben. Aber fehlerfrei müssen sie auch nicht sein. Sie müssen nur besser entscheiden als Menschen. Und das werden sie. Besser auch als Expert*innen.

Dieser wahrscheinlichkeitsorientierte, mathematisch-statistische Weg wurde ja durch Werner Munter bereits vorbereitet, vor allem mit der professionellen Reduktionsmethode. Die Überlegenheit von Algorithmen gegenüber Menschen als Entscheider in komplexen Situationen resultiert aus zweierlei: einmal aus der millionenfach höheren Rechengeschwindigkeit von Prozessoren gegenüber neuronalen Netzwerken aus Fleisch und Blut. Zum zweiten kennen Algorithmen keine Gefühle. Damit entfällt das größte Lawinenproblem, der Faktor Mensch.

Für uns alte Hasen mag das abschreckend wirken. Eine andere Generation wird das anders sehen. Wir beide haben uns auch an GPS, Smartphone, Internet und an andere Hightech-Ausrüstung angepasst. Wurde die Tiefe unseres Bergerlebnisses dadurch negativ beeinflusst? Nein. Die tiefe Erfahrung einer wilden, ursprünglichen Bergwelt im Winter, in Bewegung sein, unterwegs sein in Gemeinschaft, mit seinen besten Freunden, das ist die Essenz von Skitouren. Die Unsicherheit durch Lawinen braucht’s nicht. In Zukunft werden Menschen Skitouren als Therapie sehen und schätzen, weniger als Abenteuer. ■

Zum Nachlesen, Einstecken und als Ausbildungsunterlage können im Alpenvereinsshop der „Cardfolder Skitouren“ inkl. Stop-or-Go-Kärtchen sowie die Neuauflage (2019) des umfangreichen Booklets „SicherAmBerg – Skitouren“ (das auch die Themen Schneekunde, Stabilitätstests, Bruchfortpflanzung etc. behandelt) bestellt werden.

www.alpenverein.at/shop