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Oder doch nicht?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Vorsteigersturz im ÜberhangFree Solos: Sinnlose Heldenspiele?Laura Tiefenthaler: „Wir sollten Solo-Begehungen ignorieren statt feiern“„Women’s first ascents nerven, weil es sich wie eine Abwertung anfühlt“Colin Haley: „Ich hatte dem Rope Solo abgeschworen“Rope-Solo: Die Seiltechnik von Simon GietlFree Solo: Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?Lead Rope Solo: Gesichertes Freiklettern ohne Sicherungspartner:inbergsönlichkeit: Laura TiefenthalerSAC-Bergnotfallstatistik 2025: Mehr Rettungen, weniger Todesfälle„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!Wintertrilogie am Piz Palü: 3 Nordwandpfeiler an einem Tag Bergunfälle: Über Eigenverantwortung und Einzelfälle2025/ 26: Ein außergewöhnlicher Winter?Notbiwak: Das Wichtigste im ErnstfallLawine: Nassschneezyklen im Frühjahr How-To: Toprope-Solo-Halsband und geräteseitige VerdrehsicherungKinder & Bergausrüstung: Die richtige Ausrüstung findenBergsteigen mit Kindern: Chancen und GrenzenZwischen Erfolg und Bodenständigkeit: Babsi Zangerl im InterviewWo Gleichberechtigung aufhört: Muttersein und BergsteigenSexismus in den Bergen: Veraltete Denkmuster und GrenzverletzungenEisstabilität besser beurteilen: Die Ice Selection MethodEiskletterunfall: Beinahe-Absturz beim „Rope Solo“Sieg für Cochamó: Chiles Granit-Paradies geschütztPowder: Gefahrenzeichen von Triebschnee im Gelände wahrnehmen und erkennenSchneebrettlawinen: Bruchmechanik der SchwachschichtDer „Arlbergeffekt“: Mehr Spuren = weniger Lawinengefahr?LVS- und Störquellen-Check in geführten Gruppen: So geht’sFrühwinter & Lawinengefahr: Was man beachten sollte Verhauer: Lehren aus dem Lawinenabgang auf der NordketteMarkus Hofbauer: Eisklettern nach einem schweren UnfallLehren aus Kanadas verheerendstem LawinenunglückSchweizer Lawinenwinter 1951: So kam es zur KatastropheRegen im Hochwinter: Risiken für die SchneedeckeLVS-Ausrüstung: Ab wann muss ich mein LVS-Gerät austauschen?Kälteschutz durch Genvariante: Manche frieren andersLawinen sind für Gletscher entscheidendStefan Kosz: „Bergführen sollte nichts mit Heroik zu tun haben“Kochen unter Extrembedingungen: 4 Kochsysteme im Vergleich„Kinder“: bergundsteigen #133 ist da!Seilaufstiegstechnik: Seilgeräte, Schlingen und Klemmknoten, RücklaufsperrenLVS Geräte Test: Update 2025/26White Risk App: Lawinen melden leicht gemachtKletterseil in die Waschmaschine – ja oder nein?Wann wird der Altschnee zum Altschneeproblem?Sport und Leidenschaft: Alpinismus-Chronik 2024LARA: Local Avalanche Risk AssessmentAbsturz & Kälte: Die unterschätzten Gefahren des WintersVerhauer am Ortler: Die Kunst der Kommunikation„Free Solo“ und warum man nicht darüber schweigen kannKletterunfall: Lebensgefahr in der Marmolada-SüdwandSchnittfestigkeit der neuen BergseileMüll am Gletscher: gekommen, um zu bleiben!Risiken im Lawinenhang mit Munter, Snowcard und Skitourenguru: Same, same but different!UHMW-PE-Rucksäcke: Wenn Weiß das neue Schwarz istRessource Fels: Fürs Ego oder für alle?Warum wir Bergsteiger so sind, wie wir sindRisiko beim Bergsteigen: Von Felsklippen und anderen Unsicherheiten#alpinhacks: Abseil-Looping (Partnercheck beim Abseilen)Dämpfung adé: Barfußschuhe am Berg„Verzicht“: bergundsteigen #132 ist da!Speed-Versuch am Mount Everest: Gelingt Tyler Andrews der Rekord ohne Sauerstoff?Gewichtsausgleich beim Klettern: 5 Bremsassistenten im PraxistestDie Rega: Luftrettung in den AlpenKind statt Gipfel: Wenn die Berge warten müssenSelbstsicherungsgeräte: (Beinahe-)Unfälle und was wir daraus lernen könnenKletterroute vor Gericht: Wem gehört der Fels?Huber und Gietl eröffnen APassionata (9+), HeiligkreuzkofelHow-To: Assistiertes AbseilenVerhauer: Ungesichert in der WandJonas Schild gelingt Joy Division (8b) im Val di MelloHaftung bei Vereinstouren: Wer trägt die Verantwortung? Erstbegehung am Jirishanca, Peru: Gietl, Arnold und Huber eröffnen neue Route „Kolibri“Verhauer: Spaltensturz am Nesthorn NordwestpfeilerTrad-Klettern: Moderne Sicherungsmittel und Best PracticesSonnenschein-Anxiety, wie bitte?#alpinhacks: Der Stuflesser-KnotenMentale Gesundheit: So stärkt Bergsport die PsycheAlex Honnold: „Die Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“FOMO: Haben Profis wie Babsi Zangerl & Co. Angst, etwas zu verpassen?Paul-Preuss-Preis 2025 an Babara Zangerl Klettern im Einklang mit dem Zyklus#alpinhacks: Abbauen ohne AbsturzDünn um jeden Preis: Die Schattenseiten des KletternsVogelschutz und Klettern – geht das?Lawinenunglück: Die ersten 10 Minuten zählenbergundsteigen #131 ist da!Steigeisen-Technik: Auf die Zacken, fertig, los!FOMO, Social Media & AlpinismusBlitzaktivität in den Alpen steigt deutlich durch Klimaerhitzung„Handy App führt Bergsteiger in den Tod“Brechen die Berge durch den Klimawandel auseinander?Kurzschluss 2.0: „Gehen am kurzen Seil“ in der Südtiroler BergführerausbildungHow do mountaineers tick? What psychology revealsBergführerserie: behelfsmäßige Kameradenrettung bei Nachsteigersturz im Quergang#alpinhacks: Abseilen mit Hilfsleinen (Rad Line & Co)Schneearm und Altschneeprobleme: Der Schweizer Winter 24/25Zahl der Alpintoten gestiegen: Alpinunfälle in Österreich 2024Wenn Berglust zur Bergsucht wirdGleitschneelawinen: Die großen Unbekanntenbergundsteigen #130 ist da!Ski & Zug: „Ein Rückflug hätte die ganze Reise zerstört“Schweizer Bergunfallstatisik 2024: Mehr Tote bei SkitourenUnter 3%: Den Bergführern fehlen die FrauenRoutensanierung: Ein Gremium gegen die Anarchie?Kolumne: GrundsätzlichNeutour Punta Pioda Nordwand „Luce e Tenebre“ (M8/A3/700m)bergsönlichkeit: Michael LarcherRückruf: Black Diamond Vision KlettergurtVerhauer Eisklettern: Rausgelüpft beim NachstiegssturzSkitour: Die Kunst der guten AufstiegsspurTourenbindungen: Was ist der Z-Wert?Wie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 3/3: Die GefahrenstufeARVA NEO BT PRO: Freiwilliger RückrufAufruf zur Überprüfung: Klettersteigset: Edelrid Cable Comfort Tri#alpinhacks: Tyrolean Wrap mit der RettungsdeckeFilmkritik: Wanda Rutkiewicz und der Preis der HöchstleistungSpitzkehre?! Ich versteh’ nur Bahnhof!!!SNOBS: Die Community als Teil der Lawinenwarnungbergundsteigen #129 ist da!Lawinenzeit: Ein tödliches PhänomenWie entsteht eine Lawinenvorhersage? Teil 2/3: Die Beurteilung der GefahrenWas gibt es Neues am LVS-Markt im Winter 2024/25?Wie entsteht der Lawinenlagebericht? Teil 1/3: Die DatengrundlageGeführte Bergtouren gefährdet? 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Der (Sport)Soldat in der SpeedwallKlimawandel: die 5 alpinen Gefahren der ZukunftSeilrisse von dynamischen Kletterseilen: Das letzte ungelöste Problem?Katharina Hartmuth: Neuer Ultratrail-Rekord beim TORXOvertourism an den höchsten Bergen Ost-Asiensbergundsteigen #128 ist da!Olympia-Rückblick: Die Kunst des KletternsBohrhaken: Sichere Sache?Die Bohr-Maschinen: 5 legendäre Routen-ErschließerKlettern mit Behinderung: Inklusion auch andersrumDie 18 höchsten Abstürze, die bisher überlebt wurdenDialog: Kletterseil und Säureverhauer: Glück hoch 2 am Schrötterhorn5 historische Klemmkeile (und wer sie entwickelt hat)Lebensversicherung: Dynamische KletterseileJa muss das denn sein?Doping am Berg?Die Rettungsdecke als UV-Schutzbergundsteigen #127 ist da!Solenne Piret: Mit einer Paraclimbing – Weltmeisterin im GesprächAngelino Zeller: Mit einem Paraclimbing – Weltmeister im GesprächIn 7h:25min auf den Mont Blanc: Interview mit Hillary GeraldiOndra/Schubert: «Ziel ist es, die eigene Marke zu verkaufen»Getestet: Die neuen Sicherungsgeräte PINCH & NEOXBergwacht Bayern Wintersaison 23/24: Viele Pisteneinsätze und kuriose Geschichten«Heute ist weniger Ego im Spiel» Adam Ondra & Jakob Schubert im InterviewOndra/Schubert: «Andere Projekte sind nie zu einem Albtraum geworden»bergsönlichkeit: Peter LechnerFehler beim Abseilen: 20 TippsNotruf am Berg: 4 Szenarios#alpinhacks: Kletterschuh abgestürzt?Gleitschneelawinen: Das große Problem im Winter 2024Heiße Karten: Gefahren und Chancen von HeatmapsAI in der Lawinen-RisikobeurteilungWelche Halbseile in Dreierseilschaft?Bouldern in der Stadt: Eine Hommage an Probleme im BetonÖsterreichische Bergunfallstatistik Winter 23/24: Instabile Verhältnisse und mehr VerunfallteDavid Lama: Erinnerungen zum 5. 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Teil 2 be FASTNofall Alpin (7/9): neurologisches ProblemNotfall Alpin (5/9): Kritische Blutung z.B. nach einem SpaltensturzNotfall Alpin (4/9): Erste Hilfe nach einer Lawinenverschüttung – Time is brain!Notfall Alpin (3/9): Einsatz des AEDs durch Notfallzeugen am BergLawinenkunde: Der Mensch ist SchuldNotfall Alpin (2/9): Atmung und KreislaufHauptsache Widerstand? 3 Seilbremsen im PraxistestNotfall Alpin (1/9): die ersten 5 MinutenWeniger Tote, mehr Verletzte: Alpinunfälle in Österreich 2023Hunde in Bergnot: Gibt es einen Anspruch auf Tierrettung?Frauen in den Bergen aus medizinischer Sicht: Tipps für BergsteigerinnenStörquellen bei der LVS-Suche: Wie Smartphones und Co. unsere Sicherheit beeinflussenGescheiter(t)? 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Berge zu uns sprechen könnten, was würden sie sagen?Und Friede auf Bergen: 20 Jahre Tirol DeklarationHitzeschäden am Berg: Was tun?Billi Bierling und die 8.000er-GipfelVideo: Der 1970er-Weltrekord für Skiabfahrten auf 7.492 Meter HöheVerhauer: Vom Einsteigen in eine falsche Route3x Abschlussexpedition: Junge Alpinisten, Exped-Kader & SAC Frauen-ExpeditionsteamNEOX: Neues Sicherungsgerät von PetzlRealistischere Bewertung: Überarbeitung der SAC-WanderskalaKommerzielles Höhenbergsteigen: 4 Fragen an …7h 25min: Neuer Rekord am Mont BlancIst das GriGri-Problem wirklich so groß?Numerische Wetterprognose: Sicherheitsgewinn im Bergsport?30 Jahre Outdoorindustrie: „Unser Modell wird nicht überleben“Klettern mit mobilen Sicherungen: Wie verlässlich sind Friends?8.000er-Alpintourismus, Harila und die fehlende Stil-DiskussionHochtourismus: 30 Jahre kommerzielles Höhenbergsteigen in NepalSchäli, Gietl und Maynadier gelingt Erstbegehung am Meru PeakAlle 8.000er: Kristin Harila im InterviewMenschen – Massen – Mount Everest: 30 Jahre Höhentourismus im HimalayaBergsteigen in Zeiten der Klimakrise: Prof. Georg Kaser im InterviewBergsturz, Steinschlag und Co.: Wie gefährlich sind sie?Verhauer: Schicksalsseilschaft – wann ausbinden?Verhauer: Partnercheck sonst Partner (fast) wegAlarmmeldung „Kreislauf“ – Traubenzucker oder Defi?Drei Tage in Gletscherspalte: Rettungsaktion im HimalayaDie 7 häufigsten KletterverletzungenKarabinerbruch durch ZusatzsystemTag der offenen Tür 2023 am SLFRückruf: Wild Country Superlight RocksSpace Blanket: 6 Einsatzmöglichkeiten der RettungsdeckeHöhenbergsteiger Noel Hanna tödlich verunglücktNeuer Job: Sachbearbeiter*in SicherheitsforschungNachwuchsalpinisten: Balanceakt zwischen Bremsen und FördernProzessionsspinner: Feine Haare, heftige Reaktion Expeditionskader: „Es gibt mehr als Plastikklettern“Verhauer: LängsspaltensturzKolumne: Flugscham bei Alpinisten?Schweizer Bergunfallstatistik 2022: Weniger tödliche Unfällebergundsteigen #122 ist da!Freiwillige Rückrufaktion: 2023 Recon LT LVS-GerätSchön und gefährlich: Wie entstehen Wechten?Posttraumatische Belastungsstörung im alpinen Rettungsdienst„Hall of Fame“ – Die anspruchsvollste alpine Mixed-Route der Welt?#alpinhack: selfmade-Seilhalter für Mehrseillängen4x Alpinklettern: Der Reiz der VielfaltFree and High: Wo liegt die Zukunft des Spitzen-Alpinismus?Simon Gietl: Winter-Soloüberschreitung der GeislerspitzenDer Bergsportkommentar: Hilfe bei rechtlichen Fragestellungen rund um den Bergsportbergundsteigen BergmedienWisdom of Crowds: Senkt eine Gruppe das Lawinenrisiko?Citizen Scientists: Saharastaub & die SchneedeckeSchmelzumwandlung: Was passiert mit den Schneekristallen im Frühjahr?Verhauer Eisklettern: Kollaps einer EissäuleSüdtiroler Stand: Erwin Steiner im InterviewDas Auslösen einer Lawine und seine strafrechtlichen Folgen„Achtung Lawinen!“ – Was ist neu im Faltblatt?Winter 22/23: Was gibt es Neues bei den Lawinenlageberichten?Was wir von Albert Wenk über die Entwicklung der Bergsport-Ausrüstung lernen könnenAngewandte Rangdynamik: Über die Gruppendynamik am BergTrauerseminar: Wenn ein nahestehender Mensch in den Bergen verunglückt ist Schneebeobachtung: WMO ernennt das SLF zum KompetenzzentrumKältekunde: Über Erfrierungen am BergIch gehʼ mit meiner Laterne: Über Nachtskitourenpro & contra: NachtskitourenLawinenwarner: Fabianos Blick in die Schneedecke von morgen8 Fakten über die KälteHow to Bigwall (2/3): Richtig Haulenbergundsteigen #121 ist da!Schweiz: Neue Unterteilung der Gefahrenstufen im Lawinenbulletin mit + und –Grönland: Abschluss-Expedition DAV ExpedkaderJorg Verhoeven: Über Klettern & psychische ProblemeEinfach-, Zwillings- & Halbseile: Welches Seil wofür?Staatsanwaltschaft warnt vor gebrauchten Lawinenrucksäcken, Mammut kontertSeil verkürzen: 7 Methoden im VergleichPeru: Alpine Erstbegehungen in San Marcos und KreinSail & Climb: Frauen-Erstbegehung „Via Sedna“ auf GrönlandExpeditionsbericht: Die Jungen Alpinisten im Inshincatal, 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Oder einfach keine gute Idee?Wieder nichts gelernt!Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? Teil 1Notfall Alpin (11/13): Pandemie – quo vadis? 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Der Sachverständige im Strafverfahren

Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre ereigneten sich in Österreich etwa 130 Lawinenunfälle pro Saison (Kuratorium für Alpine Sicherheit, 2010–2019). Diese Zahl erscheint zunächst recht hoch, doch verlaufen viele Unfälle erfreulicherweise glimpflich, strafrechtliche Tatbestände sind unter diesen Umständen also nicht gegeben. Nur bei einigen wenigen Unfällen werden Strafverfahren anhängig; dies ist vor allem dann der Fall, wenn Personen verletzt oder getötet wurden (Offizialdelikte) und ein Führer Obhutspflichten hatte (Garantenstellung).

Von einem Offizialdelikt spricht man, wenn eine strafbare Handlung von der Staatsanwaltschaft von Amts wegen verfolgt wird. Im Zusammenhang mit Lawinenunfällen sind insbesondere die fahrlässige Körperverletzung (§ 88 StGB) oder fahrlässige Tötung (§ 80 StGB) zu nennen.

Zur Klärung der Sachfragen wird zumeist ein Gerichtssachverständiger beigezogen.

Wie wird man Gerichtssachverständiger  

Festgelegt ist dies im Sachverständigen- und Dolmetschergesetz (Republik Österreich, 1975). Voraussetzungen für die Eintragung in die Liste der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen sind u.a. Sachkunde, Verfahrensrechtskunde und Berufserfahrung, die durch eine zehnjährige berufliche Tätigkeit auf dem betreffenden Fachgebiet nachzuweisen ist, wobei eine fünfjährige Tätigkeit genügt, wenn der Bewerber als Berufsvorbildung ein entsprechendes Hochschulstudium abgeschlossen hat. 

Die Prüfungsstandards (Hauptverband der Gerichtssachverständigen, 2016) für das Fachgebiet „Sicherheit am Berg“ (Bergrettung, Lawinenkunde, Lawinenunfälle, Lawinenschutz) führen im Zusammenhang mit der Berufserfahrung die Tätigkeit als geprüfter Berg- und Skiführer oder in einer Lawinenkommission an. Diese nur beispielhaft angeführten Tätigkeiten umfassen selbstverständlich nicht alle Berufsfelder im Lawinenwesen, auch Tätigkeiten im Bereich des Lawinenschutzes, der Lawinenwarnung oder der Lawinenforschung haben zur einschlägigen Berufserfahrung zu zählen (ein breites Spektrum an eingetragenen Experten ist unumgänglich, um auch für spezifische Fragestellungen geeignete Gutachter zur Hand zu haben).  

Im Übrigen ist das Gericht ohnedies nicht an die Liste gebunden, sondern kann auch andere Personen mit entsprechender Expertise heranziehen.

Die Sachkunde und Verfahrensrechtskunde wird von einer dreiköpfigen Kommission (ein Richter und zwei qualifizierte Fachleute, die in der Regel aus dem Kreis der Gerichtssachverständigen kommen) abgefragt, wobei die Sachkunde von Bewerbern mit einer Lehrbefugnis (habilitierte Wissenschafter) nicht zu prüfen ist.

Sachverständige sind zur strikten Objektivität und Unparteilichkeit verpflichtet, daher haben sie bei Gründen der Befangenheit (wenn etwa mit einer Partei oder einem Beteiligten verwandtschaftliche, freundschaftliche oder geschäftliche Beziehungen bestehen) die Gutachtenerstellung abzulehnen.

Die Eintragung in die Liste der Gerichtssachverständigen erfolgt auf jeweils fünf Jahre; für eine neuerliche Bestellung hat der Sachverständige einen Fortbildungspass vorzulegen, in dem seine gesamte Weiterbildung dokumentiert ist.

Aufgabe des Sachverständigen 

Der Sachverständige soll dem Gericht Sach- und Fachfragen beantworten. In der Befundaufnahme hat die Ermittlung und Beschreibung der relevanten Tatsachen zu erfolgen. Das eigentliche Gutachten enthält dann die aus dem Befund gezogenen Schlussfolgerungen. 

Keinesfalls darf der Sachverständige rechtliche Beurteilungen abgeben! 

Auch wenn hin und wieder von den „heimlichen Richtern“ gesprochen wird (Seeh, 2008, 2014), so sind die Sachverständigen doch nur Hilfsorgane des Gerichts. Ihr Gutachten ist ein Beweismittel, das der freien Würdigung durch das Gericht unterliegt. 

Die gesamte Arbeit des Gutachters hat nach bestem Wissen und Gewissen und nach den Regeln der Wissenschaft, der Technik bzw. des entsprechenden Fachgebiets zu erfolgen. Der Sachverständige muss auf dem aktuellen Stand seines Fachgebietes und mit allen betreffenden Methoden und Verfahren vollkommen vertraut sein.

Das Gutachten an sich muss konsistent und in sich schlüssig sein. Auch das Prinzip „lege artis“ – ein Gutachten nach den Regeln der Wissenschaft zu verfassen – ist unverrückbar. 

Zumeist wird bei Lawinenunfällen die Aufgabe des Sachverständigen darin bestehen, die Unfallursache und den Unfallhergang möglichst genau zu rekonstruieren. Die gesamte Beurteilung hat „ex ante“ zu erfolgen: Der Sachverständige hat sich bei seinen Nachforschungen in die Situation vor dem Unfall hineinzuversetzen; Tatsachen, die erst nach dem Unfall bekannt wurden (und die ja der Beschuldigte nicht wissen konnte), sind nicht zu berücksichtigen.    

Befundaufnahme

Die Bestellung zum Sachverständigen im Ermittlungsverfahren erfolgt – seit 2008 – durch die zuständige Staatsanwaltschaft. Wesentlich nach einem Lawinenabgang ist, dass der Sachverständige so rasch als möglich an den Unfallort gelangt, können doch wichtige Indikatoren und Hinweiszeichen schon nach wenigen Stunden abhandengekommen sein bzw. sich stark verändert haben; insbesondere die Schneedecke unterliegt einem dauernden Wandel (vor allem durch Wind-, Strahlungs- und Temperatureinfluss).  

Oft wird sich der Gutachter auf die bereits von der Alpinpolizei getätigten Aufnahmen stützen können. Deren Aufgabe besteht ja darin, das Geschehen zu dokumentieren, Beteiligte und Zeugen zu befragen sowie sonstige den Unfall betreffende Fakten zu sammeln (Ebner, 2017). Oftmals ergibt es sich aber ohnedies, dass die Alpinpolizei gleichzeitig mit dem Gutachter vor Ort ist, um den Befund aufzunehmen.

Zu den Einflussgrößen, die grundsätzlich immer zu erheben sind, zählen alle topographischen Faktoren, wie Neigung, Exposition, Seehöhe, etc., sämtliche Parameter der Schneedecke (Aufbau, Schichtung, Temperatur, Härte …) sowie die Stabilität derselben (Rutschblock, ECT …). In besonderen Fällen (z.B. bei Frühjahrslawinen) wird etwa auch die Aufnahme des Wassergehalts der Schneedecke notwendig sein. 

Neben diesen Parametern gehören zum Befund auch die Wetter- und Lawinenlageberichte des Unfalltages und der Tage zuvor.

Nachdem Lawinenunfälle (insbesondere jene mit Todesopfern) in der Regel auf großes öffentliches Interesse stoßen, kommt man als zuständiger Sachverständiger sehr rasch mit Medienanfragen in Berührung. So wollen Medienvertreter häufig schon unmittelbar nach dem Ereignis sehr spezifische Auskünfte zum Unfallhergang; hier hat man als Sachverständiger große Zurückhaltung zu üben. 

Gutachtenerstellung

Der dem Sachverständigen zugestellte Gerichtsakt enthält neben den Einvernahmen der Polizei auch die konkreten Fragen des Staatsanwalts zum Unfall. Zur Klärung dieser Fragen muss der Sachverständige alle nachvollziehbaren und gängigen Methoden auf das Ereignis anwenden können (Höller, 1998). Dabei hat er primär die Frage der Lawinensituation zum Zeitpunkt des Unfalls zu beantworten. Dies wird ausnahmslos nur mit Hilfe der klassischen (analytischen) Schnee- und Lawinenkunde möglich sein, da strategische (probabilistische) Methoden für diesen Zweck nicht geeignet sind bzw. hier keine Antworten geben können. Wie Hofer (2018) beim Fortbildungsseminar für zertifizierte Sachverständige festgestellt hat, helfen die Strategien insbesondere beim Altschneeproblem nicht wirklich weiter. 

Nicht selten wird vom Gericht auch eine Antwort darauf erbeten, wie seitens des Gutachters die Entscheidung des Beschuldigten, den betreffenden Hang zu befahren, gewertet wird – bei dieser Fragestellung werden natürlich auch die probabilistischen Methoden berücksichtigt.

In diesem Zusammenhang kommt der Aussage des Beschuldigten (z.B. des Bergführers oder Tourenleiters) große Bedeutung zu: jene Beurteilungsmethode, die er oder sie angewendet hat – egal ob analytisch oder probabilistisch –, wird „ex ante“ betrachtet nachvollzogen. Im Zuge dieser Prüfung durch den Sachverständigen kann sich allenfalls auch herausstellen, dass Angaben des Beschuldigten nicht zusammenpassen und weitere Erhebungen notwendig sind. Beschuldigte sollten deshalb bei der Einvernahme durch die Polizei alle relevanten Fakten wahrhaftig zu Protokoll geben und die Dinge so darstellen, wie sie sich tatsächlich zugetragen haben. Im gegenteiligen Fall ergibt sich nur ein zusätzlicher Aufwand für den Sachverständigen bzw. für weitere Erhebungen.

Zu untersuchen ist jedenfalls, nach welchen Kriterien der Beschuldigte die Lawinengefahr eingeschätzt hat, bzw. zu prüfen, was der Beschuldigte konkret unternommen hat, um die aktuelle Lage zu beurteilen und worauf er letztlich seine Entscheidung stützte. 

Der Sachverständige wird zu prüfen haben, ob in der gegebenen Situation diese Maßnahmen ausreichend für eine umfassende Beurteilung waren. Ein Führer, der sich etwa nur von einer probabilistischen Methode leiten lässt, und der – obwohl im Lagebericht schon über mehrere Tage vor einem Altschneeproblem mit einer vorhandenen Schwachschicht in der relevanten Höhenlage gewarnt wird – nicht versucht, diese Schwachschicht vor Ort (zumindest mit einem Skistock) zu evaluieren, hat nach Ansicht des Autors die Situation nicht ausreichend bzw. dem Stand der Technik entsprechend beurteilt. 

Natürlich ist die Wahl geeigneter Beobachtungs- und Testmethoden von den gegebenen Umständen abhängig und es wird immer aufgrund der spezifischen Situation zu prüfen sein, welche Methode zum gegebenen Zeitpunkt angebracht war (Höller, 2011). Sollte der Beschuldigte (durch klare, nachvollziehbare Begründungen) erklären können, warum er im konkreten Fall gerade so gehandelt hat bzw. gerade diese Methode zur Entscheidungsfindung nutzte, so hat der Sachverständige dies selbstverständlich entsprechend zu berücksichtigen.

Es muss jedoch dezidiert darauf hingewiesen werden, dass probabilistische, also regelbasierte Ansätze nur eingeschränkt aussagekräftig sind und somit keinen Freibrief für einen Führer darstellen (Hofer, 2018).

Letztlich muss aber immer das Gericht feststellen, wie im konkreten Fall die Maßfigur gehandelt hätte (die Maßfigur ist die Norm und kann als jenes Sorgfaltsmaß angesehen werden, das ein einsichtiger und durchschnittlich sorgfältiger Bergführer/Tourenleiter/Trainer/… aufwenden würde, um die Gefahr einer Rechtsgutverletzung hintanzuhalten). 

Privatgutachten

Werden gerichtliche Gutachten von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben, dienen von einer Partei erstellte Privatgutachten der Untermauerung des eigenen Standpunkts in einem Gerichtsverfahren. Steht der Ausgang eines Rechtsstreits „auf Messers Schneide“, so kann das richtige Gutachten zur richtigen Zeit den Unterschied zwischen Prozessgewinn und -verlust ausmachen (Oberlaber, 2014).

Angemerkt sei in diesem Zusammenhang aber, dass – wie Ratz (2012) darlegt – das Ziehen von Schlüssen in der Hauptverhandlung gerichtlich beigezogenen Gutachtern vorbehalten ist; vernommene Privatgutachter sind somit nichts anderes als Zeugen und ihre Schlussfolgerungen und Meinungen sind ebenso unbeachtlich wie jene von Zeugen (Ratz, 2012). 

Grundsätzlich sollte bei Überprüfung durch einen anderen Sachverständigen dieser zu einem ähnlichen Ergebnis kommen wie sein Kollege; das muss aber nicht immer der Fall sein. So sind – wie Rant (2008) schreibt – in komplexen Fällen verschiedene Standpunkte wissenschaftlich vertretbar und es können und werden auch in Fragen der Gutachtenmethodik von anerkannten Experten durchaus unterschiedliche Ansichten vertreten (Rant, 2008). 

Dass abweichende Expertenmeinungen aber auch auf divergente Auffassungen und Positionen zurückzuführen sein können, wird u.a. von Würtl (2015) angemerkt: Er hält fest, dass Unterschiede in Gutachten durch die unterschiedliche Sichtweise und die Methodik der Sachverständigen bedingt sein können. 

Ein Sachverständiger z.B., der für sein Gutachten lediglich einen regelbasierten Ansatz verwendet, wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem anderen Ergebnis kommen als ein Gutachter, der die Situation gesamthaft analysiert. Auch wenn es bei Lawinenunfällen zur Risikoabschätzung keine allgemein akzeptierten Berechnungsgrundlagen gibt (Würtl, 2015), so muss ein Gutachten immer nach den Regeln der Wissenschaft verfasst sein. 

Fazit

Der Sachverständige ist ein Hilfsorgan des Gerichts und nicht der „heimliche Richter“; die Furcht vor einem Gutachter ist jedenfalls unbegründet.

Auch wenn die Angemessenheit von Maßnahmen von verschiedenen Gutachtern unterschiedlich beurteilt wird, so kommt es doch selten zu komplett gegensätzlichen Ergebnissen. Dass ein Gutachten völlig abweicht, ist höchstens dann der Fall, wenn dieses nicht nach den üblichen Regeln erstellt wurde, wenn also der Sachverständige nur einen einzigen Ansatz verwendet (was im Übrigen den Objektivitätskriterien widersprechen würde) und nicht eine gesamthafte Analyse durchführt. 

Harvey (2015) stellt dazu fest, dass Faustregeln nicht als Normen verstanden werden dürfen und ein Lawinenunfall nicht ausschließlich aufgrund eines Beurteilungswerkzeugs begutachtet werden kann, ohne die ganze Situation in ihrer Besonderheit und Komplexität zu betrachten.

Entscheidend ist somit, dass der Gutachter zu einem Gesamtbild kommt. Dazu hat er alle relevanten Informationen heranzuziehen, aber auch die Aussagen des Beschuldigten. Kann der betroffene Führer schlüssig nachweisen, dass er bei der Beurteilung der Situation sorgfältig umgegangen ist und er die ihm zumutbaren Verfahren und Methoden auch entsprechend umgesetzt hat, wird dies auch der Gutachter in seine Folgerungen einfließen lassen. Kann er überdies eine nachvollziehbare Dokumentation der eigenen Maßnahmen vorlegen, so wird ihm dies darüber hinaus zugutekommen (Riedl, 2017). 

Allerdings – und das muss an dieser Stelle ausdrücklich betont werden – wird der Nachweis des Führers, er habe sich ausschließlich von einem regelbasierten Ansatz leiten lassen, vom Gutachter zumeist als nicht ausreichend angesehen werden, denn der Führer (der ja Verantwortung für eine ganze Gruppe trägt) hat sich immer ein umfassendes Bild der aktuellen Lage zu machen und dieses kann im Allgemeinen nicht alleine durch eine strategische Methode gewonnen werden (Höller, 2018). Dies besonders dann, wenn die regionale Gefahrenstufe des Lawinenwarndienstes – die per Definition am Einzelhang keine Bedeutung hat – ohne Verifizierung vor Ort zur Einzelhangbeurteilung übernommen wird.

Im Übrigen hat bislang keine „Reduktionsmethode“ den Status einer Verkehrsnorm (allgemein anerkannte Verhaltensregeln und Erfahrungssätze, die sich durchgesetzt haben) erlangt (Würtl, 2015).